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Nokia-Chef verteidigt Werksschließung in Bochum

Autor: Frank Kabodt | 23.01.2008 - 12:51 |
Nokia-Chef verteidigt Werksschließung in Bochum

"Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht", verteidigte Nokia-Chef Olli-Pekka Kallasvuo die Entscheidung, das Handy-Werk in Bochum bis zum Sommer dieses Jahres schließen zu wollen. "Ich glaube aber das sie richtig ist". In einem aktuellen Interview mit dem Handelsblatt räumte er allerdings Fehler bei der Vermittlung ein: "Wir wollten das nicht so. Nein, ich muss sagen, wir hätten das viel besser machen müssen", von den Konsequenzen des Beschlusses zeigte er sich überrascht.

nokia zentrale
Nokia-Zentrale in Finnland
 

Von der Entscheidung, das Bochumer Werk im Sommer zu schließen und die Produktion nach Osteuropa zu verlagern, werde Nokia aber nicht abweichen. Für die Verlegung des Standortes nannte der Manager drei Gründe: "Die gesamten Kosten in Bochum im Verhältnis zu dem Output dort stimmen nicht mehr", betonte Kallasvuo. Wir produzieren in Bochum etwa sechs Prozent aller unserer Handys. Dagegen steht aber Bochum für rund 23 Prozent unserer gesamten direkten Lohnkosten in den Fabriken". Heute müsste eine breite Palette unterschiedlicher Modelle gleichzeitig produziert werden, dadurch steige der Arbeitskostenanteil. Außerdem seien die Maschinen in Bochum veraltet und hätten bei einem Erhalt des Werks ausgetauscht werden müssen. Eine Teilschuld trifft laut Kallasvuo auch die Zulieferer. Nokia habe demnach versucht, seine Zulieferbetriebe nach Bochum zu bekommen, diese hätten das Angebot abgelehnt. Den Vorwurf der Erschleichung von Subventionen wies der Nokia-Chef in dem Interview zurück. Zwar seien öffentliche Gelder für den Umbau einer Fernseherfabrik in ein Handy-Werk gezahlt worden, seit 1994 habe der finnische Hersteller rund 600 Millionen Euro in Bochum investiert. "Ohne Subventionen wäre diese Entwicklung nicht möglich gewesen".

Gestern hatten in Bochum nach Angaben der Polizei 15.000 Menschen vor den Werkstoren von Nokia gegen die Schließung protestiert. Den betroffenen Mitarbeitern hatten sich aus Solidarität zahlreiche Angestellte weiterer Betriebe angeschlossen, die Organisatoren rechneten im Vorfeld mit 20.000 Teilnehmern. Von der Verlagerung sind neben den 2.300 Angestellten von Nokia weitere 1.700 Leiharbeiter im Werk und eine bislang unbekannte Zahl von Beschäftigten bei Zulieferern betroffen.

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