Einem Zeitungsbericht zufolge plant Nokia, den von der Schließung des Bochumer Handy-Werks betroffenen Mitarbeitern eine Weiterbeschäftigung in Rumänien anzubieten. Offiziell hat sich das Unternehmen zu den Plänen nicht geäußert. Unterdessen hofft der Betriebsrat, den finnischen Hersteller von der Standortverlagerung abhalten zu können.
Die Verlagerung des Bochumer Handy-Werks scheint aussichtslos, bereits im Sommer 2008 soll die Produktion eingestellt und in Rumänien wieder aufgenommen werden. Während sich der finnische Hersteller durch den Umzug Einsparungen in Millionenhöhe erhofft, bangen die Mitarbeiter um ihre Arbeitsplätze. Einem Bericht der Rheinischen Post zufolge, wird Nokia in den kommenden Wochen mit dem Betriebsrat über einen Sozialplan verhandeln, Experten schätzen die Kosten auf 100 bis 200 Millionen Euro. Unbestätigten Angaben zufolge werde Nokia seinen Mitarbeitern anbieten, im Zuge der Standortverlagerung mit nach Rumänien zu wechseln.
Unterdessen geben einzelne Mitglieder des Betriebsrates die Hoffnung nicht auf, Nokia von der Entscheidung abzubringen und die Produktion in Bochum aufrecht zu erhalten. Die öffentliche Entschuldigung von Nokia-Chef Olli-Pekka Kallasvuo auf der Pressekonferenz am Donnerstag habe bei Betriebsratschefin Gisela Achenbach die Hoffnung geweckt, "dass noch etwas anderes hinterher kommt". Sie erwarte ein Einknicken, " und sei es, dass sie uns nur eine halbe Produktion geben", so Achenbach. Auf Dauer könne Nokia den Image-Schaden nicht aushalten. Laut Torsten Gerpott, Telekom-Spezialist an der Universität Duisburg-Essen, sei die Situation mit der Pleite von BenQ Mobile vor einem Jahr vergleichbar. Für ihn wäre die Gründung einer Beschäftigungsgesellschaft denkbar, wo Mitarbeiter weitergebildet werden, um schnell einen neuen Arbeitsplatz zu finden.
Am Dienstag hatten in Bochum nach Polizeiangaben 15.000 Menschen vor den Werkstoren von Nokia gegen die Schließung protestiert. Den betroffenen Mitarbeitern hatten sich aus Solidarität zahlreiche Angestellte weiterer Betriebe angeschlossen, die Organisatoren rechneten im Vorfeld mit 20.000 Teilnehmern. Von der Verlagerung sind neben den 2.300 Angestellten von Nokia weitere 1.700 Leiharbeiter im Werk und eine bislang unbekannte Zahl von Beschäftigten bei Zulieferern betroffen. UPDATE: Inszwischen hat sich auch Nokia zu den Spekulationen geäußert. Der finnische Hersteller wies den Bericht der Rheinischen Post zurück, Betriebsratschefin Achenbach spricht von einem "schlechten Witz". Laut Nokia sei eine Verlegung der Mitarbeiter von Bochum nach Rumänien "angesichts der erheblichen Unterschiede zwischen den Ländern keine durchführbare Option", schreibt Spiegel Online.
Sorry, aber diese ganzen Boycott-Geschichten sind nichts weiter als sinnloser
Populismus: Es dauert nicht lange, bis die Leute das vergessen haben (Mototrola
hat in Flensburg seine Fabrik geschlossen, und verkauft immer noch Handys in
Deutschland). Und das unser Gesundheitsminister jetzt ein Sony-Ericsson hat, die
noch nie in Deutschland produziert haben, ist doch mehr als konsequent,
oder?
Mal ehrlich: wenn so eine Nachricht nicht Dauerthema in den Medien ist,
dann interessiert sich doch kein Schwein dafür (leider!). Vor der
Werksschliessung hat sich nämlich auch keiner dafür interessiert, wo sein Handy
produziert wird; oder hatte Nokia nach der Schliessung von Motorola etwa 100%
Marktanteil in Deutschland?
Also Nokia rechnet einfach: Spätestens in einem
halben Jahr kräht kein Hahn mehr nach der Geschichte, und die Leute kaufen
Handys wieder nach Kriterien wie Akkulaufzeit und Kamera. So ist es, leider.
Das lese ich gerade auf der Webseite von Nokia!!!
Zitat:
Bei Nokia steht der
Mensch im Mittelpunkt
Teamgeist, Respekt vor dem Einzelnen, Fairness und
offene Kommunikation sind bei Nokia gelebte Werte. Unsere Mitarbeiter haben
diese Einstellung in ihrer täglichen Arbeit in höchstem Maße verinnerlicht. Sie
möchten mehr über uns und aktuelle Stellenangebote erfahren?-Zitat Ende
Tja was
soll man da noch sagen, dieses verlogen zu nennen ist ja wohl noch untertrieben!
Tja, scheint zu fruchten die Aktionen von Providern wie Netcologne:
Der
Konzern habe die Reaktionen in der deutschen Öffentlichkeit und den damit
verbundenen Markenschaden völlig falsch eingeschätzt - und sei jetzt offenbar
zur Zusammenarbeit bereit, heißt es dem Bericht zufolge in der Düsseldorfer
Staatskanzlei.
@Anonymous,
Wenn ein Durchschnittsverdiener auf 50€ schaut
und darum im internet bestellt, dann ist das etwas anderes wie wenn ein
Grosskonzern ein 1% mehr Gewinn machen will, obwohl er schon äusserst profitabel
ist.
Der kleine man freut sich über 50€ Ersparniss weil er da ein wenig
besser über die Runden kommt. Der wird ja nicht reich dadurch sondern kann sich
dann vieleicht mal einen oder zwei Kinobesuche leisten.
Beim
Nokia Nein, aber ist es nicht heutzutage normal das Firmen immer mehr einsparen
wollen um möglichst viel Gewinn zu erzielen. wie sieht das mit Siemens aus ist
doch alles das gleiche auch dort wird verlagert nach Romania.
Arbeit für
Romania >> Arbeitslose für Deutschland.
Wir sparen doch auch, wo wir können, oder? Wer hat sich nicht schonmal in der
Stadt ein Handy, einen Fernseher oder einen Computer angesehen, und dann doch im
INternet bestellt, weil's da 50Euro billiger war?
Wir sind leider genau so.
Und wenn wir wirklich was ändern wollen, muss die ganze Gesellschaft umdenken:
Der "Kleine Mann" ist nicht nur Opfer, sondern auch Täter! Geiz ist
geil.
Deswegen hat mein Frau auch ihren Laden verloren, weil ein Stück weiter
so ein Schnäppchen-Kleiderladen aufgemacht hat. Nix mehr mit Stammkundschaft!
Wenn es das gleiche 100m weiter für 5Euro weniger gibt, dann kaufen die Leute
lieber bei einer großen Kette als beim kleinen Einzelhändler, so ist es
leider.
Ich finde das alles so verlogen!!!
word @ mar.s