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Autor: Frank Kabodt | 28.01.2008 - 13:00 | (16)

Bochumer Werksschließung: Nokia-Image im freien Fall

Die Werksschließung in Bochum wird Nokia wohl viel Geld kosten. Und auch das Image des finnischen Herstellers ist im Zuge der Standortverlagerung nach Osteuropa stark beschädigt. Demnach sank der allgemeine Image-Wert innerhalb einer Woche von plus 41 auf minus 14 Prozent. Inszwischen erhärtet sich der Verdacht, Nokia könnte gegen Subventionsauflagen verstoßen haben.

Bochumer Werksschließung: Nokia-Image im freien Fall

Nokia droht im Zuge der Werksschließung in Bochum ein erheblicher Image-Schaden. Wie die WirtschaftsWoche unter Berufung auf die Kölner Marktforscher Psychonomics mitteilt, liegt der finnische Hersteller in einer Verbraucherumfrage in fast allen Kategorien im negativen Bereich. Innerhalb einer Woche sei der Image-Wert des Unternehmens von plus 41 auf minus 14 Prozent gesunken. Im Rahmen der Untersuchung wurden täglich 1.000 Verbraucher befragt und die Differenz von positiven und negativen Bewertungen ausgewiesen.

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Werksschließung in Bochum schadet Nokias Image
Datenblatt | Testbericht | Video anschauen

Der Befragung zufolge sei die Bereitschaft, Nokia-Handys an Bekannte und Freunde weiter empfehlen zu wollen, von plus 48 auf minus 6 Prozent gesunken. Auch das Ansehen als guter Arbeitgeber hat unter der Bekanntgabe vor zwei Wochen deutlich gelitten und liegt jetzt bei minus 37 Prozent, zuvor lag der Wert bei plus 44 Prozent. Interessant ist auch das Qualitätsempfinden, das mit der angekündigten Standortverlagerung nach Osteuropa deutlich gefallen ist: Der Wert sank von 62 auf 5 Prozent und liegt damit hinter den Wettbewerbern. Auch der allgemeine Eindruck von Nokia ist seit der Ankündigung am 15. Januar 2008 massiv von plus 41 auf minus 31 Prozent gefallen.

Inzwischen erhärtet sich der Verdacht, Nokia könnte gegen die Auflagen für Subventionszahlen verstoßen haben. Es gebe Hinweise, wonach Nokia weniger Arbeitskräfte eingestellt habe, als in den Auflagen für öffentliche Förderungen vorgesehen waren. Berichten zufolge soll es sich um 200 bis 400 der insgesamt 2.860 Dauerarbeitsplätze handeln. Ein vollständiger Bericht der Förderbank wird in den nächsten Tagen erwartet, auf dessen Grundlage werden weitere Konsequenzen geprüft. Bei dem Verdacht gehe es um Subventionen in Höhe von 40 Millionen Euro in den Jahren 1998 und 1999.

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Kommentare
  1. 31.01.08 14:01 Anonymie (Gast)

    Hallo nochmal ,
    ich glaube Anonymous du hast nicht kapiert um was es wirklich
    geht!ES GEHT NUR UM RENDITE.Das heißt die von dir genannten Konzerne haben mit
    Ihre Arrangement Verluste eigefahren bzw. minimale Gewinne und da kann ich es
    noch nachvollziehen!!!Es geht auch nicht um deutsch oder nicht deutsches
    Produkt,sondern einfach nur darum das die Geilheit nach mindst. zweistelliger
    Rendite endlich mal aufhört!!Glaube mir,DAS SIND DIE FAKTEN

  2. 30.01.08 08:00 Anonymous (Gast)

    Klasse Kommentar, dem kann ich mich uneingeschränkt anschließen. Und vielleicht
    öffnen jetzt auch Micha68 und Konsorten ihre verblendeten Äuglein und sehen,
    dass sie mit der Aktion nichts erreichen.

  3. 29.01.08 20:48 smily N82 (Gast)

    Respekt vor deiner Ausdauer, endlich mal einer der die
    Materie durchschaut hat
    und das Problem auf den Punkt bringt!!!

  4. 29.01.08 18:24 Anonymous (Gast)

    Ich möchte an dieser Stelle gerne an BMW erinnern, die vor ein paar Jahren Rover
    und MG abgestossen,und damit deren de facto Ende eingeläutet hatte. Damals haben
    auch englische Gewerkschaftsangehörige vor den Werkshallen demonstrativ einen
    BMW zertrümmert; und heute? Heute verkauft BMW immer noch Autos in England.
    Konsumenten haben nur ein kurzes Gedächtnis.

    Oder wieder in Bochum: Die
    Arbeitsplätze bei Opel sind auch nicht uneingeschränkt sicher, Rabattschlacht
    und Nachfragerückgang auf dem US-Markt sei dank.

    Meine persönliche Meinnung:
    Nokia kann die Werkschliessung nicht zurücknehmen, auch wenn sie sich das
    mittlerweile vielleicht wünschen. Denn sonst wären alle Firmen erpressbar,
    könnten nur noch im Falle einer Pleite Standorte schliessen, verlagern. Und das
    kann auf Dauer keine Firma garantieren.

    Wir leben einfach in einer globalen
    Welt, in der keine voneinander getrennten Territorien mehr existieren, und wir
    akzeptieren müssen, dass heute noch Leute für das Geld arbeiten, das vielleicht
    unsere (Ur-)Großväter mal verdient haben, und auch, dass diese Leute davon leben
    können. Ihr Lebensstandard ist sicher nicht annähernd so hoch wie unserer, und
    deswegen arbeiten sie auch dafür, aber im Nicht sind 350Euro halt 350Euromehr
    als nichts. Und das hilft dem einzelnen dort halt schon weiter.
    Was denkt ihr
    denn, was die Rumänen sagen würden, wenn Nokia sagt, wir behalten das Werk in
    Deutschland, hier gibt es Baustopp. Die wären auch sauer.

    Ausserdem ist das
    nur ein weiteres Zeichen für Nokias Wandel zum Software-Konzern, wie auch die
    Lizensierung von S60/Symbian, das OVI-Softwareportal, oder auch der Aufkauf von
    Trolltech und das Angagement in Sachen OpenSource zeigt. Vielleicht stellt Nokia
    in 10 Jahren überhaupt keine physischen Güter mehr her! Für einen ehemaligen
    Gummistiefelproduzenten würde mich das nicht wundern.

    Ich will nicht sagen,
    dass mir die Entwicklung gefällt oder das die Art von Nokia nicht unter aller
    Sau war, denn vor allen Dingen tun mir die Arbeiter in Bochum leid, denn viel
    Produzierende Industrie gibt es nicht mehr in Deutschland, aber wenn ich ganz
    ehrlich bin, kenne ich privat auch die Gedanken, Geld durch Verlagerung (sprich:
    Tanken) ins Ausland zu sparen. Der Pächter meiner Tankstelle am Ort kenne ich
    nicht, aber ihm wird das sicher auch nicht gefallen.
    Aber anstatt den
    Verbraucher auf seine Macht hinzuweisen, und ihn zu bitten, diese auch zu Nutzen
    (was die Politiker immer erst dann tun, wenn das Kind schon lange in den Brunnen
    gefallen ist), oder die Standortbedingungen zu verbessern (hallo,
    Bürokratieabbau), geht direkt das kopflose Handeln los. Denn: alle, die
    Rumheulen, fahren sicher nur Autos von Ford, Opel, VW, BMW, Audi, Mercedes, etc.
    Oder etwa nicht? Oder zurück zur ELektronik: Deutsche Fernseher wie Grundig oder
    Nordmende gibt es doch auch nicht mehr, weil der lieber Kunde lieber billiger
    einkauft, als auf den Herstellungsort zu achten; wenn ich mir ein bisschen Geld
    spare, könnte ich mir sicher einen Loewe-Fernseher kaufen, auch wenn das
    deutlich länger dauern würde. Habe ich aber nicht, sondern einen chinesischemn
    Fernseher vom PLUS, weil der nur ein drittel kostete. Hohe Qualität war mir das
    nicht wert bei meinem Fernsehkonsum, und an die Arbeitsplätze habe ich bei der
    Entscheidung nicht gedacht. Aber das wird bei den ganzen Moralaposteln sicher
    anders sein, oder?
    Aber so einfach ist es nicht, dass man das ganze so
    betrachtet.
    Was ich damit sagen will: Ich bin auch der Meinung, dass es extrem
    unethisch ist, wenn ein Hersteller in eine Billiglohnland abwandert, um ein paar
    Cent pro Gerät zu sparen. ABER: Warum soll sich ein Hersteller anders verhalten
    als seine Kunde? Und der Kunde agiert halt auch Wettbewerbsorientiert.

    Die
    Frage ist auch, ob es wirklich Sinn macht, denn dieses "nur Produkte aus der
    Heimat kaufen", ist auch sehr zwiespältig, vor allem weiss man nicht, welches
    Gedankengut dahinter steckt. Und zurück zu der "alles muss Deutsch sein"
    Parole muss nicht sein!

    Aber was ganz besonders stinkt: Diese
    Boykott-Heuchelei! Warum unser Gesundheitsminister (und auch Leute hier) jetzt
    schon (solange die Fabrik in Bochum noch existiert) auf Telefone eines
    Schwedisch-Japanischen Herstellers setzt, der noch nie in Deutschland produziert
    hat, verstehe ich nicht. Welche Logik sitzt dahinter? Nokia wird es nicht
    spüren, denn wenn er bis jetzt mit seinem Nokia zufrieden war, hätte er im
    Moment doch sonst kein neues Telefon gebraucht. Aber nein, der Steuerzahler
    bezahlt lieber ein neues Handy, und gratuliert ihm zu diesem, dem Image zu liebe
    getroffenen, populistischen Akt.

    Trauriges Deutschland! Ich möchte einfach
    nur darum bitten, darüber NACHZUDENKEN, dass das Problem nicht so einfach ist,
    wie Medien und Gewerkschaften das gerne machen würden. Das Leben ist alles
    andere als einfach, und schon gar nicht schwarz und weiss.

  5. 29.01.08 17:41 Micha 68 (Gast)

    Hallo mal wieder und Danke an Anonymie und Anonymie Fan, aber solange es leute
    gibt wie die beiden ersten Schreiber sehe ich leider schwarz für uns aber
    irgendwann werden die auch mal dran glauben müssen.
    Ja es gibt zu wenig leute
    mit Rückrad die sagen "so nicht " Also macht man weiter mit euerm
    A...kr....... könnt ja demnächst im Osten euere Handys und Arbeitsplätze suchen.
    Grins

  6. 29.01.08 10:09 Anonymie Fan (Gast)

    Kann da wirklich meinem vorherigen Kommentar Schreiber nur zu sprechen. Das
    trifft genau den Punkt was auch die Menschen dabei fühlen. Und die Kommentare :
    von Nokia ist eh alles geil und immer gut oder Rumänien ist immer noch besser
    als China!?! also bitte das geht ja mal gepflegt gar nicht

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