Die Werksschließung in Bochum wird Nokia wohl viel Geld kosten. Und auch das Image des finnischen Herstellers ist im Zuge der Standortverlagerung nach Osteuropa stark beschädigt. Demnach sank der allgemeine Image-Wert innerhalb einer Woche von plus 41 auf minus 14 Prozent. Inszwischen erhärtet sich der Verdacht, Nokia könnte gegen Subventionsauflagen verstoßen haben.
Nokia droht im Zuge der Werksschließung in Bochum ein erheblicher Image-Schaden. Wie die WirtschaftsWoche unter Berufung auf die Kölner Marktforscher Psychonomics mitteilt, liegt der finnische Hersteller in einer Verbraucherumfrage in fast allen Kategorien im negativen Bereich. Innerhalb einer Woche sei der Image-Wert des Unternehmens von plus 41 auf minus 14 Prozent gesunken. Im Rahmen der Untersuchung wurden täglich 1.000 Verbraucher befragt und die Differenz von positiven und negativen Bewertungen ausgewiesen.
Werksschließung in Bochum schadet Nokias
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Der Befragung zufolge sei die Bereitschaft, Nokia-Handys an Bekannte und Freunde weiter empfehlen zu wollen, von plus 48 auf minus 6 Prozent gesunken. Auch das Ansehen als guter Arbeitgeber hat unter der Bekanntgabe vor zwei Wochen deutlich gelitten und liegt jetzt bei minus 37 Prozent, zuvor lag der Wert bei plus 44 Prozent. Interessant ist auch das Qualitätsempfinden, das mit der angekündigten Standortverlagerung nach Osteuropa deutlich gefallen ist: Der Wert sank von 62 auf 5 Prozent und liegt damit hinter den Wettbewerbern. Auch der allgemeine Eindruck von Nokia ist seit der Ankündigung am 15. Januar 2008 massiv von plus 41 auf minus 31 Prozent gefallen.
Inzwischen erhärtet sich der Verdacht, Nokia könnte gegen die Auflagen für Subventionszahlen verstoßen haben. Es gebe Hinweise, wonach Nokia weniger Arbeitskräfte eingestellt habe, als in den Auflagen für öffentliche Förderungen vorgesehen waren. Berichten zufolge soll es sich um 200 bis 400 der insgesamt 2.860 Dauerarbeitsplätze handeln. Ein vollständiger Bericht der Förderbank wird in den nächsten Tagen erwartet, auf dessen Grundlage werden weitere Konsequenzen geprüft. Bei dem Verdacht gehe es um Subventionen in Höhe von 40 Millionen Euro in den Jahren 1998 und 1999.
Klasse Kommentar, dem kann ich mich uneingeschränkt anschließen. Und vielleicht
öffnen jetzt auch Micha68 und Konsorten ihre verblendeten Äuglein und sehen,
dass sie mit der Aktion nichts erreichen.
Respekt vor deiner Ausdauer, endlich mal einer der die
Materie durchschaut hat
und das Problem auf den Punkt bringt!!!
Ich möchte an dieser Stelle gerne an BMW erinnern, die vor ein paar Jahren Rover
und MG abgestossen,und damit deren de facto Ende eingeläutet hatte. Damals haben
auch englische Gewerkschaftsangehörige vor den Werkshallen demonstrativ einen
BMW zertrümmert; und heute? Heute verkauft BMW immer noch Autos in England.
Konsumenten haben nur ein kurzes Gedächtnis.
Oder wieder in Bochum: Die
Arbeitsplätze bei Opel sind auch nicht uneingeschränkt sicher, Rabattschlacht
und Nachfragerückgang auf dem US-Markt sei dank.
Meine persönliche Meinnung:
Nokia kann die Werkschliessung nicht zurücknehmen, auch wenn sie sich das
mittlerweile vielleicht wünschen. Denn sonst wären alle Firmen erpressbar,
könnten nur noch im Falle einer Pleite Standorte schliessen, verlagern. Und das
kann auf Dauer keine Firma garantieren.
Wir leben einfach in einer globalen
Welt, in der keine voneinander getrennten Territorien mehr existieren, und wir
akzeptieren müssen, dass heute noch Leute für das Geld arbeiten, das vielleicht
unsere (Ur-)Großväter mal verdient haben, und auch, dass diese Leute davon leben
können. Ihr Lebensstandard ist sicher nicht annähernd so hoch wie unserer, und
deswegen arbeiten sie auch dafür, aber im Nicht sind 350Euro halt 350Euromehr
als nichts. Und das hilft dem einzelnen dort halt schon weiter.
Was denkt ihr
denn, was die Rumänen sagen würden, wenn Nokia sagt, wir behalten das Werk in
Deutschland, hier gibt es Baustopp. Die wären auch sauer.
Ausserdem ist das
nur ein weiteres Zeichen für Nokias Wandel zum Software-Konzern, wie auch die
Lizensierung von S60/Symbian, das OVI-Softwareportal, oder auch der Aufkauf von
Trolltech und das Angagement in Sachen OpenSource zeigt. Vielleicht stellt Nokia
in 10 Jahren überhaupt keine physischen Güter mehr her! Für einen ehemaligen
Gummistiefelproduzenten würde mich das nicht wundern.
Ich will nicht sagen,
dass mir die Entwicklung gefällt oder das die Art von Nokia nicht unter aller
Sau war, denn vor allen Dingen tun mir die Arbeiter in Bochum leid, denn viel
Produzierende Industrie gibt es nicht mehr in Deutschland, aber wenn ich ganz
ehrlich bin, kenne ich privat auch die Gedanken, Geld durch Verlagerung (sprich:
Tanken) ins Ausland zu sparen. Der Pächter meiner Tankstelle am Ort kenne ich
nicht, aber ihm wird das sicher auch nicht gefallen.
Aber anstatt den
Verbraucher auf seine Macht hinzuweisen, und ihn zu bitten, diese auch zu Nutzen
(was die Politiker immer erst dann tun, wenn das Kind schon lange in den Brunnen
gefallen ist), oder die Standortbedingungen zu verbessern (hallo,
Bürokratieabbau), geht direkt das kopflose Handeln los. Denn: alle, die
Rumheulen, fahren sicher nur Autos von Ford, Opel, VW, BMW, Audi, Mercedes, etc.
Oder etwa nicht? Oder zurück zur ELektronik: Deutsche Fernseher wie Grundig oder
Nordmende gibt es doch auch nicht mehr, weil der lieber Kunde lieber billiger
einkauft, als auf den Herstellungsort zu achten; wenn ich mir ein bisschen Geld
spare, könnte ich mir sicher einen Loewe-Fernseher kaufen, auch wenn das
deutlich länger dauern würde. Habe ich aber nicht, sondern einen chinesischemn
Fernseher vom PLUS, weil der nur ein drittel kostete. Hohe Qualität war mir das
nicht wert bei meinem Fernsehkonsum, und an die Arbeitsplätze habe ich bei der
Entscheidung nicht gedacht. Aber das wird bei den ganzen Moralaposteln sicher
anders sein, oder?
Aber so einfach ist es nicht, dass man das ganze so
betrachtet.
Was ich damit sagen will: Ich bin auch der Meinung, dass es extrem
unethisch ist, wenn ein Hersteller in eine Billiglohnland abwandert, um ein paar
Cent pro Gerät zu sparen. ABER: Warum soll sich ein Hersteller anders verhalten
als seine Kunde? Und der Kunde agiert halt auch Wettbewerbsorientiert.
Die
Frage ist auch, ob es wirklich Sinn macht, denn dieses "nur Produkte aus der
Heimat kaufen", ist auch sehr zwiespältig, vor allem weiss man nicht, welches
Gedankengut dahinter steckt. Und zurück zu der "alles muss Deutsch sein"
Parole muss nicht sein!
Aber was ganz besonders stinkt: Diese
Boykott-Heuchelei! Warum unser Gesundheitsminister (und auch Leute hier) jetzt
schon (solange die Fabrik in Bochum noch existiert) auf Telefone eines
Schwedisch-Japanischen Herstellers setzt, der noch nie in Deutschland produziert
hat, verstehe ich nicht. Welche Logik sitzt dahinter? Nokia wird es nicht
spüren, denn wenn er bis jetzt mit seinem Nokia zufrieden war, hätte er im
Moment doch sonst kein neues Telefon gebraucht. Aber nein, der Steuerzahler
bezahlt lieber ein neues Handy, und gratuliert ihm zu diesem, dem Image zu liebe
getroffenen, populistischen Akt.
Trauriges Deutschland! Ich möchte einfach
nur darum bitten, darüber NACHZUDENKEN, dass das Problem nicht so einfach ist,
wie Medien und Gewerkschaften das gerne machen würden. Das Leben ist alles
andere als einfach, und schon gar nicht schwarz und weiss.
Hallo mal wieder und Danke an Anonymie und Anonymie Fan, aber solange es leute
gibt wie die beiden ersten Schreiber sehe ich leider schwarz für uns aber
irgendwann werden die auch mal dran glauben müssen.
Ja es gibt zu wenig leute
mit Rückrad die sagen "so nicht " Also macht man weiter mit euerm
A...kr....... könnt ja demnächst im Osten euere Handys und Arbeitsplätze suchen.
Grins
Kann da wirklich meinem vorherigen Kommentar Schreiber nur zu sprechen. Das
trifft genau den Punkt was auch die Menschen dabei fühlen. Und die Kommentare :
von Nokia ist eh alles geil und immer gut oder Rumänien ist immer noch besser
als China!?! also bitte das geht ja mal gepflegt gar nicht
Hallo nochmal ,
ich glaube Anonymous du hast nicht kapiert um was es wirklich
geht!ES GEHT NUR UM RENDITE.Das heißt die von dir genannten Konzerne haben mit
Ihre Arrangement Verluste eigefahren bzw. minimale Gewinne und da kann ich es
noch nachvollziehen!!!Es geht auch nicht um deutsch oder nicht deutsches
Produkt,sondern einfach nur darum das die Geilheit nach mindst. zweistelliger
Rendite endlich mal aufhört!!Glaube mir,DAS SIND DIE FAKTEN