Das Marktforschungsinstitut M:Metrics untersuchte mehrere europäische Länder und die USA nach dem MobileTV-Konsum. Die Ergebnisse sind für die Betreiber ernüchternd. Zwar konnten sie im untersuchten Zeitraum rund 36 Prozent mehr Kunden für ihre HandyTV-Angebote begrüßen, gleichzeitig kündigten jedoch mehr als doppelt so viele Abonnenten ihren Vertrag.
MobileTV auf dem Handy muss für viele Nutzer eine enttäuschende Erfahrung sein. Laut einer Studie der Marktforscher von M:Metrics kündigen viele Zuschauer nach kurzer Zeit ihr Abonnement. Bei der von dem HandyTV-Anbieter Tellab in Auftrag gegebenen Studie waren sowohl der Preis als auch Qualität und Zuverlässigkeit der Angebote die am häufigsten genannten Gründe für die Kündigung.
Das Marktforschungsinstitiut untersuchte das Fernsehverhalten von über 34.000 Abonnementen in Großbritannien, Deutschland, Spanien, Frankreich, Italien und den USA. Die Untersuchung fand über drei Monate statt, von November 2007 bis Januar 2008. M:Metrics befragte nur Kunden, deren Anbieter ihren Dienst über das UMTS-Netz realisieren. Sie fanden heraus, dass die Zahl der MobileTV-Abonnenten in diesem Zeitraum um 36 Prozent stieg. Gleichzeitig vergrößerte sich der Anteil an HandyTV-Nutzern, die den Dienst aus Unzufriedenheit wieder kündigten, auf durchschnittlich 68 Prozent. Damit kommen auf jeden Abonnenten rund 2,1 ehemalige Kunden.
Mit einem Zuwachs um 159 Prozent stieg die Zahl der ehemaligen MobileTV-Nutzer in Deutschland besonders stark, gleichzeitig ist es mit 281.400 Abonnenten Schlusslicht im europäisch-amerikanischen Vergleich. Die meisten Nutzer leben in den USA. Dort schauen rund 1,7 Millionen Zuschauer regelmäßig auf dem Handy fern. Europaweit ist Italien mit knapp 500.000 Zuschauern Spitze. Rund ein Viertel (26,7 Prozent) der befragten Deutschen bemängelt die Zuverlässigkeit von MobileTV. Sie sind mit ihrer Unzufriedenheit nicht allein, auch in anderen europäischen Ländern liegt die Quote zwischen 20 und 30 Prozent. Allerdings könnten sich rund 60 Prozent aus dieser Gruppe wieder ein Abonnement vorstellen, wenn die Netzbetreiber diese Probleme lösen.
@resu
Aha. Ist aber doch trotzdem Schmarrn, oder?...
Du hast deine Frage selbst beantwortet :-)
Leider haben die Netzbetreiber
nichts. Die Ausschreibung ging an das Verlags-Konsortium Mobile 3.0, nur
T-Systems darf das Netz aufbauen und warten. Alle anderen gehen leer
aus.
Aber es ist von vornherein klargemacht worden, das DVB-H im Unterschied
zu DVB-T verschlüsselt wird und nur zahlender Kundschaft zugänglich ist.
@mar.s
Das mit dem DVB-T wollte ich auch gerade sagen! D hast zu 100 %
recht!
Es gibt mobile Minifernseher (z. B. den Technisat DigitMobil 3; hat etwa
die Größe eines Nokia N93) für etwa 150 Euro, mit denen man KOSTENLOS via DVB-T
Fernsehen empfangen kann. Ich frage mich: Wer hat sich diesen blöden
DVB-H-Standard überhaupt ausgedacht und warum baut man nicht einfach DVB-T in
Handys ein?! Den Mobilfunkbetreibern geht es doch nur ums Geld!
Italien ok, aber Deutschland? Meines Wissens ist hier noch kein DVB-H Empfang
über die Testphase hinaus, und DMB führt bei MFD/Debitel dich eher ein
Schattendasein, und wird nicht weiter ausgebaut.
Und nein, Streams gelten für
mich nicht als mobiles Fernsehen. ;)
Aber mal ehrlich: Warum haben die den
mobilen Schwachsinn als losgelösten Standard gebracht, anstatt das
funktionierende DVB-T mittels stromsparender Empfänger auf's Handy zu bringen.
Geld hätte man dann über Zusatzdienste wie Gewinnspiele und Werbung
gemacht.
Was hat man jetzt? 2 - 3 tote Standards, die keiner will und braucht,
technisch setzt man auf QVGA Displays, die schon bald zu gering aufgelöst sein
werden, man muss eine eigenes Sendemastennetz erstellen, und verlangt eine
geringe Gebühr dafür, die relativ schnell (allein schon durch die Discounter wie
Base und Simyo) unter 5Euro pro Monat fallen wird, super.
Naja, die DVB-T-Fans sollten mal in den nächsten 2-3 Monaten die Augen offen
halten, dann gibts auch das auf/in Handys...;)