Die deutschen Mobilfunkanbieter wollen ihre Netze in den kommenden Jahren auf extrem hohe Internet-Bandbreiten aufrüsten. Auf der CeBIT 2008 gab Vodafone einen Vorgeschmack mit 28,8 Megabit pro Sekunde per HSDPA. T-Mobile konterte mit dem Nachfolgestandard LTE und 170 Megabit pro Sekunde.
Die deutschen Mobilfunknetze werden in wenigen Jahren unglaubliche Datenübertragungsraten ermöglichen und die Technik dafür wird jetzt schon aufgebaut. Das ließ sich in der vergangenen Woche auf der CeBIT beobachten. Stolz präsentierte der Netzwerkausrüster Ericsson Geschwindigkeiten von bis zu 170 Megabit pro Sekunde mit dem UMTS-Nachfolgestandard Long Term Evolution (LTE). Ein Techniker von T-Mobile ließ sich das Geheimnis entlocken, dass einige HSDPA-Funkzellen seiner Firma bereits jetzt Übertragungsraten von 14,4 Megabit pro Sekunde ermöglichen. Damit sind sie schneller als die meisten DSL-Anschlüsse. Nur merken kann es niemand, weil es noch gar keine Handys oder Steckkarten für Laptops gibt, die solche hohen Geschwindigkeiten verarbeiten.
Das einzige verfügbare Endgerät auf der CeBIT stammte von Ericsson. Vodafone und T-Mobile setzten es an ihren Ständen für Demonstrationen von LTE und neuen HSDPA-Standards ein. Der schwarze Kasten ist so groß wie ein Taschenbuch und muss ständig drei Lüfter schnurren lassen, um seine Prozessoren zu kühlen. Immerhin ist das ein Fortschritt gegenüber den Vorjahren, als die Testgeräte nur im Auto transportiert werden konnten. Der nagelneue Sony-Laptop am Stand von Vodafone gab schon nach wenigen Minuten seinen Geist auf und zeigte einen Bluescreen. Er hatte sich überhitzt bei der gleichzeitigen Darstellung von drei Filmen in HD-Qualität, die ihm mit 28,8 Megabit pro Sekunde per HSDPA gesendet wurden. Die Übertragung war einfach zu schnell für ihn.
Doch von solchen Kinderkrankheiten lassen sich die Netzbetreiber nicht abschrecken. Bis zum Jahr 2012 rechne man mit 1,8 Milliarden Nutzern mobiler Breitband-Dienste, sagt der Chef von T-Mobile, Hamid Akhavan. Im Jahr 2010 sollen Übertragungsraten von 100 Megabit pro Sekunde in den Mobilfunknetzen möglich sein. Schon in wenigen Jahren würden mehr Menschen mobile Breitband-Internetzugänge nutzen als DSL, sagt Akhavan. Vodafone ermöglicht bereits jetzt in 2.250 deutschen Städten Übertragungsraten von bis zu 3,6 Megabit pro Sekunde und der Ausbau auf 7,2 Megabit ist in vollem Gange. Die aktuell verkaufte Netzwerktechnik liefert Downlink-Raten von 14,4 Megabit pro Sekunde und Uploads von bis zu 2 Megabit. Die Ericsson-Lösung auf der CeBIT war sogar doppelt so schnell und könnte im kommenden Jahr ausliefert werden, wenn ein Netzbetreiber Interesse zeigt. Der Nachfolgestandard LTE wird bereits vom Branchenverband 3GPP standardisiert.
Zweifler könnten einwenden, dass niemand solche Bandbreiten braucht, aber bisher haben sich immer Anwendungen gefunden. Wahrscheinlich werden nutzergenerierte Inhalte die mobilen Breitbandnetze füllen. Ericsson präsentierte am Stand von T-Mobile eine mobile Videokonferenz in HD-Qualität als Beispiel. Die Übertragung mit 720x576 Pixeln lief ohne Ruckeln und Verzögerung. Ähnliche Ideen hat wohl auch der größte Bandbreitenfresser im Internet: Die Video-Website Youtube bietet immer mehr Videos in hoher Auflösung an. Noch in diesem Jahr soll es möglich sein, die Kamera einzuschalten und sofort Live-Bilder zu übertragen. Durch den Einstieg von Google haben sie jetzt genügend Geld dafür, sagt der Youtube-Gründer Steve Chen. Wenn genügend Bandbreite zur Verfügung steht, lassen sich solche Live-Bilder auch gleich vom Handy übertragen. Das beweist das amerikanische Startup Qik mit seiner Software für Nokia-Telefone, die sofort nach dem Einschalten die ersten Bilder ins Internet sendet. Immer wieder geraten Neulinge in peinliche Situationen, weil sie nicht merken, dass sie jeder schon auf der Startseite von Qik sehen kann. So richtig Spaß macht das aber nur per WLAN, selbst wenn man ein HSDPA-Handy besitzt. Viele Mobilfunkantennen in Deutschland sind nämlich nur mit einer E1-Standleitung ans Internet angeschlossen. Sie hat eine Übertragungsrate von gerade mal 2 Megabit pro Sekunde, die auch noch zwischen den Nutzern der Funkzelle geteilt werden muss. So kommt nicht mal ein Anwender auf die volle HSDPA-Geschwindigkeit. Weil solche langsamen Leitungen außerdem bis zu 5.000 Euro pro Jahr kosten, besorgt T-Mobile sich jetzt Unterstützung aus dem eigenen Konzern. Über neue Gateways werden die Mobilfunkantennen an kostengünstige DSL-Leitungen der Telekom angeschlossen.
Ich wäre sowieso dafür alles was an bild, ton und daten jetzt schon in unserer
atmosphäre unterwegs ist, ab zu schaffen und durch ein funknetz zu ersetzen. sei
es Tv, Radio, Internet. Alles hängt an einen Netz. Da Zahl ich gerne meine 60-80
Euro / Monat, um Fernsehen, Radion und Internet überall empfangen zu können. Sei
es zu Hause, unterwegs aufn Handy (wenn man das dann noch so nennen darf) im
Auto... Es gibt ja nichts gesungeitschädigenderes als Radiowellen... -meine
meinung-
Das Problem bei Deinem Wunsch dürfte sein, dass es noch viel zu viele analoge
Empfangsquellen gibt, die das nicht nutzen können. Angenommen, wir würden
jegliche Kommunikation über eine Paketdaten-Technologie wie LTE oder UMTS
versenden, dann müssten auch alle möglichen Empfänger in der Lage sein,
TCP-ähnliche Verbindungen herzustellen bzw. entsprechende Tunnel aufzubauen. Das
bedeutet aber, dass jedes Endgerät ein gewisses Maß an Prozessorleistung und
Digitallogik benötigt. Schafften wir jegliche Art analoger Funkübertragung (wie
UKW-Radio) ab, wären wir komplett von äußerst aufwändigen Clients abhängig. In
Krisensituationen ist das ziemlich unbefriedigend: ein Transistorradio von 1970
funktioniert heute noch genauso wie damals und wird auch in 200 Jahren noch
funktionieren und es ist sehr einfach, es nachzubauen, bzw. den Funkverkehr
abzuhören und somit ein Broadcast-Signal entgegenzunehmen.
Darüber hinaus
würde die schiere Masse von Endgeräten auf Paketdatenbasis die heutige
IP4-Netztopologie überforden, da es zu viele Clients in zu vielen Subnetzen
gäbe, um eine vernünftige Zuordnung für Pakete zu gewährleisten. Damit steht man
vor dem Problem des Staus auf der Datenautobahn, um mal ein bildliches Beispiel
zu geben: zwar ist die Bandbreite unglaublich hoch, aber allein das Routing der
IP-Pakete und die damit verbundene Latenz würde die Leistungsfähigkeit wieder
einstampfen. Da gibt's momentan Lösungsansätze wie das IMS oder natürlich IPv6,
aber die sind trotz aller Bemühungen noch lange nicht vollständig verbreitet.