Günstige Telefonate in alle Welt lassen sich per VoIP-Software über das Internet führen. Dank integrierten WLAN-Empfängern können sie mittlerweile auch über Mobiltelefone durchgeführt werden. Seit Kurzem auch über das iPhone. Wer sich gleich für die Software begeistern möchte, muss an sein Apple-Phone allerdings Hand anlegen.
Das israelische Unternehmen Fringland hat seine Anwendung für Internet-Telefonate und Instant Messaging, fring, auf das iPhone portiert. Anders als die Web-Frontends von FlickIM oder Mundu ist die Fring-Version eine vollständig installierbare Software. Um sie aufzuspielen, muss das Betriebssystem des iPhones aber gehackt werden. Erst mit Erscheinen der OS-Version 2.0 lassen sich auch Anwendungen von Drittanbietern nutzen.
Die mobile VoIP-Anwendung, die in Zusammenarbeit mit dem Forschungslabor des Holon Institute of Technology in Israel entwickelt wurde, steht zur Zeit als Alpha-Version zum Download zur Verfügung. Wie bei Windows Mobile oder Symbian S60 kann der Nutzer über alle großen Instant Messenger wie MSN, Google, Skype oder ICQ chatten und via WLAN oder das Mobilfunknetz zu beliebigen Telefonnummern Internet-Gespräche führen. Da Fehler auftreten können, möchte fring von den Erfahrungen der Nutzer lernen und wird deren Feedback bei der Entwicklung der Vollversion berücksichtigen.
Während des Logins erstellt fring automatisch eine zusammengefasste Liste aller Kontakte der vom Nutzer ausgewählten Internet Communities. Die Anwendung ist always-on, weshalb sie weitere Funktionen bietet, wie die vom PC bekannte Echtzeit-Anzeige der Verfügbarkeit. So wird dargestellt, ob ein Kontakt online, unterwegs, offline, im Gespräch, am Handy oder am PC erreichbar ist. Die Handy-Software wurde im Februar 2007 veröffentlicht und verzeichnet seit Januar 2008 einen monatlichen Nutzerzuwachs von 100.000 Teilnehmern in über 180 Ländern.
Ich bin echt gespannt, ob Fring überhaupt ordentlich mit der offiziellen
OS-Version 2.0 auf dem iPhone funktionieren wird. Apple hat ja angekündigt, dass
damit keine Hintergrundprozesse erlaubt sind. Es darf also immer nur ein
Programm laufen.
Das wäre der Todesstoß für jede VoIP-Software. Fring könnte
nicht im Hintergrund auf eingehende Anrufe lauern, während man gerade andere
Sachen mit seinem iPhone macht. Wenn diese geplante Einschränkung wirklich
durchgesetzt wird, dann müssen wahrscheinlich viele Leute weiterhin mit
gecrackten iPhones arbeiten.
Wiederum ist es schon eine große Erleichterung,
wenn man Fring zum Raustelefonieren verwenden kann. Das dürfte eigentlich
möglich sein mit Fring als einzigem Prozess im Vordergrund. Vielleicht macht
Apple auch Ausnahmen für solche VoIP-Firmen wie Truphone, Jajah, Avaya und
Fring. Sie haben alle eigene Lösungen fürs iPhone in der Entwicklung.
Die sollen doch bitte auch mal schauen, wann ihre Windows Mobile -Lösung für
Square-va-displays funzt (240 x 240 pixel) ... würde den kram gerne mal
testen...