Nokia meint es wirklich ernst mit Web 2.0 auf dem Handy. Das konnte man am Mittwoch auf einem Presse-Workshop in Berlin sehen. Gezeigt wurden die neuesten Funktionen von Nokia Maps 2.0 und wie sie über das Internet mit anderen Services verknüpft werden können. "Es gibt 60 Milliarden Telefonbuch-Einträge in den Nokia-Handys", sagt Michael Halbherr, Geschäftsführer der Nokia gate5 GmbH, die Nokia Maps entwickelt. "Das ist der größte Social Graph der Welt." In Zukunft soll also nicht einfach die Telefonnummer im Handy-Adressbuch stehen. Beim Klick auf den Namen wird auch angezeigt, wo der Freund sich gerade aufhält, was er macht und was er später noch vorhat. Jeder Eintrag wird zu einem Knotenpunkt in einem Sozialnetzwerk, wie man es heute von StudiVZ, XING oder Facebook kennt.
Solche Pläne sind gar nicht weit von der Realität entfernt, denn schon vor einiger Zeit hat ein dänisches Startup eine ähnliche Lösung auf den Markt gebracht. Wer seine Nummern und andere Handy-Daten per SyncML mit dem Server von Zyb synchronisiert, um eine Sicherheitskopie anzulegen, kann diese Informationen mit anderen Nutzern teilen. Wenn ein Zyb-Benutzer seine Daten ändert, aktualisiert er damit auch die Adressbücher in den Handys seiner Freunde. Wer den Newsfeed von einem anderen Zyb-Mitglied abonniert, bekommt eine SMS, sobald der Freund seinen Status aktualisiert.
Allerdings war es Vodafone und nicht Nokia, die Mitte Mai Zyb für 31,5 Millionen Euro gekauft haben. Nokia hat sich stattdessen in dieser Woche das 13-köpfige Startup Plazes aus Berlin einverleibt. Dort können die Nutzer per Laptop oder Handy eintragen, wo sie gerade rumhängen und ihre Pläne für den Rest des Abends verkünden. Veröffentlicht werden die Informationen durch kleine Einträge auf der Website von Plazes, die entweder jeder sehen kann oder nur eingeladene Freunde. Mit einer SMS-Nachricht wie "Biertrinken @ Kohlenquelle" setzt man ein Fähnchen auf die Internet-Landkarte von Plazes, das allen Freunden zeigt, in welcher angesagten Bar man gerade sitzt und was man trinkt. Durch "Jane?" kann man sich eine SMS mit dem Aufenthaltsort seiner Freundin Jane senden lassen. Zum Anzeigen des Standortes verwendet die Website von Plazes bisher Google Maps, aber demnächst soll der Services in Nokias Internet-Portal Ovi aufgehen und die Landkarten von Nokia Maps verwenden. Handy-Routen am PC planen "Maps on Ovi hat keinen Sinn ohne Plazes", sagt Andreas Hofmann, Head of Product Management Social Activities von Nokia. Maps on Ovi ist neue Erweiterung für Nokias Handy-Navigationssoftware und wurde Mitte Mai auf der Konferenz Where 2.0 in Kalifornien als Testversion vorgestellt. Ab Herbst sollen ihn alle Ovi-Nutzer verwenden können. Mit Maps on Ovi können Benutzer ihre Reisen bequem am PC auf einer Website vorbereiten und danach die geplante Route auf das Handy übertragen. Dazu gibt man einfach in Nokia Maps 2.0 seine Login-Daten für Ovi ein und schon wird die Reiseplanung aufs Mobiltelefon geschickt. Unterwegs lassen sich interessante Routen oder Orte auf dem Handy speichern und danach auf die Website von Ovi laden. Dort können sie gemeinsam mit Freunden genutzt und kommentiert werden. Auch Fotos lassen sich lokalisieren. Wer mit seinem Nokia-Handy einen interessanten Laden fotografiert hat, aber die Adresse nicht aufgeschrieben hat, kann die Fotos einfach zu Maps on Ovi hochladen. Dort werden die Geodaten aus dem Foto ausgelesen und der Standort auf der Landkarte gezeigt.
Der neue Service von Nokia verwendet die selbe Technik im Browser und auf dem Handy: Die Landkarten werden nicht als Grafiken übertragen, sondern nur als Vektordaten, aus denen im Endgerät das Bild berechnet wird. Es müssen also viel weniger Daten auf das Mobiltelefon heruntergeladen werden als beispielsweise bei Google Maps. Schon bald soll man mit Maps on Ovi auch seine Freunde finden können. Wer seinen Standort bei Plazes veröffentlicht, kann ihn auch auf den Landkarten von Nokia Maps auf dem Telefon anzeigen lassen. "Wir bauen die Brücke zwischen virtueller und realer Welt und bringen Location Aware Social Networks aufs Handy", sagt Michael Halbherr. Wenn also demnächst irgendwo eine gute Party steigt, kann man es die Freunde sofort wissen lassen und automatisch mit dem Handy dorthin lotsen. Diese neuen Services, bei denen langweilige Standort-Daten um interessante Kontext-Informationen angereichert werden, sind ein gutes Nutzungsbeispiel für die Programmierschnittstelle (API) von Nokia Maps, die der Konzern aus Finnland immer noch nicht freigegeben hat. Schon auf dem Mobile World Congress im Februar 2008 hatten sie verkündet, dass bald auch andere Firmen ihre Landkarten kostenlos verwenden können. Vorgemacht haben es die Amerikaner mit den Landkarten von Google Maps, die heute als Basis für Jogging-Portale, Kneipenfinder und Mietpreisvergleiche dienen. Auch bei der Präsentation in Berlin nannte Nokia die angesagten Web2.0-Seiten Twitter, Facebook, Fireeagle oder Friendfeed als mögliche Nutzer seiner Karten. "Wir können nicht alle interessanten Services selbst entwickeln", sagt Andreas Hofmann. Wann die API endlich für solche Startups freigegeben wird, wollte aber niemand sagen. Nicht einmal, ob es in diesem oder im nächsten Jahr so weit ist. Selbst der Nokia Sportstracker, mit dem Sportler ihre Joggingstrecken auf dem GPS-Handy erfassen und im Internet veröffentlichen können, verwendet immer noch Google Maps.
Also nen Abstecher kannste doch immer machen...
Dort steht doch nur das was
du bekanntgibst... Von alleien aktualisiert sich das ja nciht... oder hab ichs
falsch verstanden ?
Na auf Jedenfall ganz nett, aber nix für meine
Paranoia...
Braucht keiner wissen wann ich wo bin...
und verheiratete sollen
sich doch vertrauen und nicht nachspionieren ;)
Überraschung kaufen ... ja, ne. Is klar ;)
Das ist ein zweischneidiges Schwert. Spätestens wenn man verheiratet ist, kann
man nur schwer begründen, dass die Frau nicht immer den Aufenthaltsort wissen
darf. Angeblich gibt es ja nichts zu verbergen. Dann wird es richtig
kompliziert, heimlich einen Abstecher zu machen, um eine Überraschung zu kaufen.
Na, notfalls kann man ja das Handy daheimlassen ;-)
Na solange man nicht gegen seinen Willen gefunden wird ist das eine tolle Sache.
Joar, und wenn´s um vertrauen geht, fragt "SIE" dann: Warum hastn zwischen 16
und 18 uhr deine GPS ortung ausgeschaltet, hab dich bei MAPS gesucht, warst aber
nicht da. ^^