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Autor: Markus Goebel | 09.07.2008 - 14:09 | (2)

Wiener Gericht: keine Auslandspreise im Inland

Wer nah der Grenze zu einem Nachbarland telefoniert, muss aufpassen, dass sein Handy sich nicht in ein ausländisches Mobilfunknetz einbucht. Sonst werden teure Roaming-Kosten fällig, die deutsche Netzbetreiber sich gern bezahlen lassen. In Österreich wies dagegen ein Gericht die Klage gegen eine Mutter ab, deren Sohn an der Grenze zu Ungarn in eine solche Roaming-Falle getappt ist.

Wiener Gericht: keine Auslandspreise im Inland

Wenn deutsche Mobilfunkkunden in Grenznähe unterwegs sind, dann sollten sie aufpassen, dass ihr Handy sich nicht in ein ausländisches Netz einbucht. Sonst werden beim Telefonieren teils horrende Roaming-Gebühren fällig, besonders wenn das Nachbarland nicht zur Europäischen Union gehört. Erst am vergangenen Wochenende musste ein Redakteur von AreaMobile.de erstaunt zusehen, wie sein Handy sich im brandenburgischen Neuenhagen bei einem polnischen Betreiber einbuchte, obwohl er Kunde von E-Plus ist. Das hätte teuer enden können.

o2 ausland

Teures Handy-Roaming nicht nur im Urlaub vermeiden | Bildquelle: o2

In Österreich scheint es den Kunden dagegen jetzt besser zu gehen, denn das Bezirksgericht in Wien-Donaustadt hat ein richtungsweisendes Urteil gefällt. Es wies die Klage des Mobilfunkbetreibers One gegen eine Kundin ab, deren Sohn an der Grenze zu Ungarn in eine solche Roaming-Falle geraten war. Die Mutter hatte sich geweigert, die unerwartet hohe Rechnung zu bezahlen. "Ein redlicher Nutzer eines Mobilfunktelefons muss damit rechnen, im Ausland zu einem erhöhten Tarif zu telefonieren, nicht jedoch damit, im Inland zum Auslandstarif zu telefonieren", zitiert die Wiener Zeitung Der Standard aus der Begründung des Gerichts. Ein Vertragsabschluss mit einem Mobilfunkbetreiber beinhalte "nicht die Willenserklärung, im Inland einen Vertrag mit einem Roamingpartner im Ausland abschließen zu wollen."

Der minderjährige Sohn hatte im Mai 2007 sein Handy auf eine Klassenfahrt ins grenznahe Burgenland mitgenommen und ohne es zu merken in einem ungarischen Mobilfunknetz telefoniert. Die Mutter weigerte sich, die darauf folgende Rechnung von 320 Euro zu bezahlen. Darauf hin sperrte One alle zwei im Vertrag befindlichen Mobiltelefone und den Breitbandanschluss. Die Frau kündigte den Vertrag fristlos und der Netzbetreiber stellte ihr Grundgebühren bis zum Ablauf der 24-monatigen Mindestvertragsdauer in Rechnung. Weil die Kundin auch diese nicht zahlte, klagte One den Gesamtbetrag von mehr als 1.500 Euro inklusive Zinsen, Mahngebühren und Rücklastspesen ein. Auf diesen Kosten bleibt der Netzbetreiber jetzt sitzen, unter anderem weil der Sohn nicht per SMS über die teuren Auslandspreise informiert wurde.

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Kommentare
  1. 10.07.08 15:17 randbewohner (Gast)

    na hoffentlich zeigt das auch wirkung in deutschland - mir passiert es zu oft,
    dass ich mich bei den tschechen/Polen einwaehle - wuerde ja auf manuelle
    netzwahl gehen, aber bei O2 ist der netzausbau nicht so gut, und da muss man mit
    t-mobile roamen .... somit automatische netzwahl und fremdnetz ... mist ....

  2. 09.07.08 14:18 Anonymous (Gast)

    also ich wohn in hallein/salzburg, und das is auch nah an D-Land, mir is aber
    noch nie passiert das ich in ein deutsches netz gekommen bin ..

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