Die Berliner Firma Simonym vertrieb bis kürzlich anonyme SIM-Karten, bei denen weder der Netzbetreiber noch die Polizei den eigentlichen Inhaber kennen konnten. Sie verkauften einfach gebrauchte SIM-Karten von Flohmärkten und Privatleuten weiter, die bereits freigeschaltet und aktiviert waren. Damit ist jetzt Schluss, weil T-Mobile die kleine Firma mit einer teuren Abmahnung zum Aufgeben zwang.
T-Mobile hat einen Berliner Online-Shop für anonyme SIM-Karten durch eine teure Abmahnung zum Aufgeben gezwungen. Bisher konnte man bei simonym.com SIM-Karten kaufen, ohne dass T-Mobile den Namen oder die Adresse des Nutzers erfahren konnte, der damit in ihrem Netz telefonierte. Normalerweise müssen sich selbst Käufer einer Prepaid-Karte mit ihrem Personalausweis im Laden identifizieren. Die Firma Simonym kaufte deswegen gebrauchte SIM-Karten in großen Stückzahlen von Privatleuten, bei eBay und auf Flohmärkten, die bereits freigeschaltet und aktiviert waren. Weil nach dem Weiterverkauf keine Registrierung auf den Namen des Besitzers erfolgte, konnte weder T-Mobile noch die Polizei die SIM-Karte und ihre Rufnummer den Verbindungsdaten zuordnen. Anonymes Telefonieren war möglich. "Holen Sie sich ihre Anonymität zurück, in den ohnehin schwierigen Zeiten der Vorratsdatenspeicherung und verschärften Überwachung!", steht auf der Website. Doch damit ist jetzt Schluss. In ihrer Abmahnung werfen die Anwälte von T-Mobile der kleinen Firma die Förderung "von belästigenden Telefonanrufen bis hin zur Vorbereitung terroristischer Handlungen" vor.
Für einen Rechtsstreit fehlt Simonym das Geld. Weil sie "immer hart an der Grenze zu unseren Selbstkosten gewirtschaftet" haben, können sie nicht die 8.000 Euro bezahlen, die als fällig würden, wenn Simonym einen Gerichtsprozess in erster Instanz verlieren. Die Firma nimmt deswegen keine Bestellungen mehr entgegen, stattdessen sammelt sie Spenden auf ihrer Website und bitten Anwälte um kostenlose Hilfe. Den Text der Abmahnung hat Simonym auf der Website veröffentlicht und räumt damit eigentlich alle Zweifel an der Vorgehensweise von T-Mobile aus.
Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen für Prepaid-Produkte von T-Mobile besagen demnach, dass der Käufer einer SIM-Karte die Änderung der persönlichen Daten des Inhabers oder den Verlust der Karte unverzüglich melden muss. Eine Weitergabe der Karte ist nur mit Zustimmung von T-Mobile möglich. "Hinzu kommt, dass unsere Mandantin schon bei Erwerb der in Rede stehenden SIM-Karten über die Identität der letztlichen Nutzer grob getäuscht wird und Sie nur durch diese Täuschung unserer Mandantin die in Rede stehenden SIM-Karten überhaupt erhalten", schreiben die Anwälte. Nur durch diese Täuschung sei Simonym überhaupt in der Lage, die SIM-Karten als anonym weiter zu verkaufen und zu bewerben.
Genau, wer braucht schon Privatspähre. Nur wer was zu verbergen hat..
Als
nächstes könnten wir ja Kameras in allen Schlafzimmern installieren, hat doch
keiner was zu verbergen, oder ?
Blöde Privatspähre.. wo doch die bösen
Attentäter unter jedem Gulli lauern.
Ich kann umgekehrt diese Hysterie nicht
mehr hören. Die ganze 11. September Problematik ist von den Amis hausgemacht,
denn sie haben schließlich die ganzen Waffen in den Irak verkauft und die Jungs
auch noch via CIA ausgebildet. Wer sich ständig überall einmischt, dem weht halt
mal Wind ins Gesicht.
Übrigens gibt es keine Totale Sicherheit. Jedes System
wird früher oder später ausgehebelt. Insofern ist dieses Vorgaukeln einer
Scheinsicherheit oder das heraufbeschwören von "Das Böse ist überall!" völlig
am Thema vorbei. Wir leben nicht sicherer, weil mein FIngerabdruck im Ausweis
ist oder die Regierung mein Bewegungsprofil hat. Wer weiß, vielleicht verkauft
das ja jemand heimlich an Unternehmen ?
Hätte man die heutige
Sicherheitspolitik vor 20 Jahren vorgestellt, die Leute hätten den Volksaufstand
geprobt. Heute ist das ganz normal und "nötig".. Leute, wacht mal auf!
@ Anonymous, wenn jemand jemanden in der Nacht belästigen wollte bräuchte er
bestimmt keine Sim von Simonym, dazu gibts ja Telefonzellen. Selbst mit den
Anonym Sims ist es nicht unmöglich jemanden aufzuspüren und eine Simkarte von
einem Fremden zu bekommen ist leichter als ne Schachtel Zigaretten aus dem
Automaten zu kaufen. Ich persönlich würde auch nie eine solche Karte bestellen,
da sie wie oben steht nur gebrauchte Karten sind von Flohmärkten und ebay. Jetzt
stell dir mal vor jemand hast so eine Karte von der keiner weißt von wem sie
ist und derjenige auf den die Karte registriert ist hat einen offenen
Haftbefehl oder schlimmeres, das Handy wird geortet und der Staatsschutz kommt
bei dir vorbei...
Bin selber kein Fan solcher Karten aber wie man versucht
das kleinst bisschen Anonymität zu verhindern ist schon krass.
endlich - weg mit dem laden. diese panik vor gewissen sicherheitsmaßnahmen
nervt. anonym will nur der sein, der was zu verstecken hat. btw. dumm sind auch
die leute, die ihre alten simakrten einfach so weggegeben haben...
Ja genau Ripcord. Was würdest du machen, wenn dich einer Tag und Nacht belästigt
und du ihn nicht ausfindig machen könntest, da er eine SIM-Karte von Erika
Mustermann hat? Du würdest bestimmt sagen: Zum Glück hat er/sie seine
Privatsphäre...
Oder es wurde ein Anschlag verübt mit mehreren Toten, der hätte
verhindert werden können, wenn man die richtigen Daten hätte...
Aber egal,
Hauptsache man hat seine Privatsphäre.
-> Jeder Normalsterbliche brauch keine
"freie" SIM-Karte. Es ist äußerst unwahrscheinlich, dass man ins Visier der
Fahnder gelangt, wenn man sich an Recht und Gesetz hält.
Naja prinzipiell ist T-Mobile ja auch ohne weiteres im Recht...
Auch wenns
nicht besonders toll ist, Recht haben Sie und sind anscheinend schon ewig
ordentlich abgesichert ;)
Naja schade das ich vorher die Seite nicht kannte
nun bekomm ich da wohl keine Karte mehr ^^
Wenn jemand sowieso kriminell ist, dann klaut er einfach ein Handy und
telefoniert damit. Sobald die SIM-Karte gesperrt ist, zockt er das nächste. Das
ist sogar noch billiger als Simonym. ;)