Google Mail hat eine neue Sicherheitsfunktion eingeführt, mit der E-Mails und Login-Daten nur noch verschlüsselt übertragen werden. Die Informationen können dadurch nicht mehr mitgelesen werden, falls ein Hacker den Netzwerkverkehr in einem WLAN aufzeichnet. Nur leider lässt sich nach Freischaltung der neuen Funktion die Java-Software fürs Handy nicht mehr verwenden.
Google bietet seit Donnerstag mehr Sicherheit für E-Mails, doch leider lässt sich dadurch die Handy-Software von Google Mail nicht mehr benutzen. Wer häufig die Website von Google Mail verwendet, kann seine E-Mails nun grundsätzlich verschlüsselt übertragen. Das Protokoll HTTPS (Hypertext Transfer Protocol Secure) sichert die Verbindung vom PC zum Server von Google Mail durch einen SSL (Secure Socket Layer) ab. Dadurch können Login-Daten und die E-Mails nicht mitgelesen werden, falls ein Hacker den kompletten Netzwerkverkehr in einem WLAN aufzeichnet, was mit der richtigen Software problemlos möglich ist. Bei der Kreditkarten-Zahlung im Internet wird die selbe Verschlüsselung angewendet.
Die Anmeldung über HTTPS dient außerdem dazu, den Server von Google Mail eindeutig zu identifizieren. Die Anwender können dadurch sicher sein, dass sie kein Krimineller auf eine nachgebaute Website umgeleitet hat, um dort ihr Passwort zu stehlen. Google Mail hatte diese Sicherheitsfunktionen zwar schon immer unterstützt, aber viele Nutzer wussten nichts davon. Die SSL-Verschlüsselung wurde nur eingesetzt, wenn der Nutzer https:// statt bloß http:// vor die Internet-Adresse geschrieben hatte. Seit fünf Tagen lässt die sichere Verbindung sich auch für jeden Zugriff einschalten. Deutsche Nutzer von Google Mail müssen dazu nur in den Einstellungen die Funktion "Immer https verwenden" aktivieren. Google ist damit ein Vorreiter, denn die meisten kostenlosen Anbieter von E-Mail-Adressen verwenden kein SSL.
Der Gewinn an Sicherheit wird aber mit Verlusten bei der Mobilnutzung bezahlt. Wer die neue Funktion aktiviert, muss sich bei der Handy-Software von Google Mail mit Fehlermeldungen plagen. Das Java-Programm ist eigentlich eine sehr elegante Methode, die E-Mails auf dem Handy zu lesen. Das Erscheinungsbild ist ähnlich wie am PC, auch die Suche nach alten Nachrichten und die Vervollständigung von E-Mail-Adressen werden unterstützt. Nur die SSL-Verschlüsselung macht Probleme. Nach Aktivierung der neuen Sicherheitsfunktion lässt sich das Programm wegen der vielen Fehlermeldungen kaum noch bedienen.
Auch die Empfehlung von Google, den Menüpunkt "Immer sichere Verbindung verwenden" in der Mobilsoftware zu aktivieren, brachte beim Test von AreaMobile.de mit einem Nokia E61i keine Abhilfe. Dabei ist gerade bei WLAN-Handys die Absicherung des Datenverkehrs wichtig, weil ihre Nutzer die E-Mails häufig an öffentlichen Hotspots abrufen. Wer wirklich sicher gehen möchte, sollte das mitgelieferte E-Mail-Programm seines Handys verwenden und Google Mail per IMAP mit SSL-Verschlüsselung benutzen. Der Abruf der Nachrichten dauert damit aber länger als mit der Java-Software.
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