Twitter Facebook Werde Teil der Community - Registriere dich jetzt kostenlos! | Login
 
Autor: Rene Melzer | 29.07.2008 - 19:07 | (5)

Fehlerhaft: Wiener Studie über Handystrahlung zurückgezogen

Der damals zuständige Leiter Hugo Rüdiger hat eine der Aufsehen erregenden Studien zur Erbgutschädigung durch Mobilfunkstrahlung zurückgezogen. Nach mehrmonatiger Untersuchung durch einen Wissenschaftsrat hat dieser nun zweifelsfrei festgestellt, dass die für die Experimente zuständige Mitarbeiterin den Verblindungs-Code kannte und die Daten manipulierte.

Fehlerhaft: Wiener Studie über Handystrahlung zurückgezogen
Handymast IZMF

Handys doch weniger gefährlich, als vermutet?

Eine umstrittene Untersuchung der Universität Wien über Erbgutschädigungen durch Handystrahlung ist fehlerhaft. Studienleiter Hugo Rüdiger, ehemaliger Chef der klinischen Abteilung für Arbeitsmedizin, hat die Studie zurückgezogen. Weitere Untersuchungen des Wissenschaftsrates der Universität haben ergeben, dass die verantwortliche Mitarbeiterin seit August 2005 den Code kannte, mit dem die Proben verschlüsselt waren. Die Anonymisierung durch einen Code ist notwendig, damit keiner der Forscher vorher weiß, welche Zellprobenen der Strahlung ausgesetzt waren. Nur so kann unter dem Mikroskop herausgefunden werden, ob Veränderungen am Zellkern durch den Mobilfunk verursacht wurden.

Die betreffende Studie hatten die Auswirkung von Funkwellen in den Frequenzen 1800 MHz (GSM) und 1950 MHz (UMTS) untersucht. Dabei sollen schon bei geringer Dosierung Brüche im Erbgut von Zellen aufgetreten sein. Nachdem mehrfach Zweifel an diesen Ergebnissen aufkamen, hatte die Universität Wien Testversuche von derselben Mitarbeiterin durchführen lassen, die in der Publikation der Studie zitiert wurden. Sie lieferte dabei Daten, ohne die dazugehörigen mikroskopische Untersuchungen und Auswertungen überhaupt gemacht zu haben. Nach ihrer Überführung hat sie das Fehlverhalten sofort eingestanden.

Der verantwortliche Professor, Hugo Rüdiger, hatte die Vorwürfe anfangs zurückgewiesen. Seine Mitarbeiterin hätte zwar den Code geknackt, mit dem die Proben sicherheitshalber verschlüsselt waren, dennoch seien die Daten richtig zustandegekommen. Außerdem beschuldigte die Kommission zur Begutachtung seiner Studien der Befangenheit, weil ihr Leiter bei einem Mobilfunkunternehmen beschäftigt ist. Diesen Vorwurf konnte der Wissenschaftrat entkräften, in dem er den Leiter durch ein ehemaliges Mitglied des Verwaltungsgerichtshofes ersetzte.

Kommentar schreiben
  1. Du bist nicht dabei?
    Werde Teil der Community
    Registriere Dich jetzt kostenlos! | Login
    Sichere Dir Deinen Usernamen, damit Deine Beiträge und Bewertungen nicht verloren gehen.
    Benutzername:
    Hinweis: Da Du nicht angemeldet bist, kannst Du hier einen alternativen Namen angeben.
    Titel: (optional)
    Kommentar:
    Bitte gib hier die Buchstaben vom nebenstehenden Bild ein.
 
Kommentare
  1. 30.07.08 13:35 Anonymous (Gast)

    Schon mal dran gedacht, dass er auf Druck von irgendwem die Studie zurück
    zieht?!

  2. 30.07.08 09:56 TBeat (Member)

    Der Prof. ist ja schon in Rente. Und die Tante, die gefälscht hat, wird
    wahrscheinlich eine Heldin für die Ökos.

  3. 30.07.08 07:28 ze.bs (Member)

    Tja die Forscher wollten halt einmal im Rampenlicht stehen. Was ihnen ja auch
    gelungen ist. Nur wird es bei dem einen mal auch bleiben. Mit so einer tollen
    "Studie" im Lebenslauf findet man bestimmt den Traumjob.

  4. 29.07.08 20:36 Wayne0815 (Gast)

    Problem dabei ist nur das es zuviel leichtgläubige Leute gibt, welche dann
    sofort Angst kriegen und am liebsten kein Handy mehr benutzen.

    Achja und wenn
    sie krank werden wars natürlich den nächste GSM/UMTS Mast...

    Immer wieder
    schade...und das Image der Uni natürlich schön in der Dreck gezogen...

  5. 29.07.08 19:47 powernik01

    Man sollte sich fragen wem die gefälschte Studie nützt und wem die echten
    Ergebnisse schaden würden.

antworten
 
Aktuelle Handys im Test
LG Prada 3.0 Test Black is beautiful
Samsung Galaxy Xcover Test Harter Kerl mit schlappem Akku
Archos 80 G9 Turbo Test Viel Power für wenig Geld
Asus Transformer Prime Test Vier gewinnt
Nokia Lumia 710 Test Billig-Windows Phone ohne große Schwächen
Weltbild-Tablet im Test Android-Tablet für 160 Euro