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Autor: Rene Melzer | 18.08.2008 - 14:12 | 0

EU-Kommission: Auslandstelefonate sind zu teuer

Nach Meinung der EU-Kommission für Informationsgesellschaft und Medien zahlen die europäischen Verbraucher noch immer zu viel für Handytelefonate im Ausland. Sie will die Regulierung wegen des fehlenden Wettbewerbs im Telekommarkt verlängern und die Preise über Verordnungen schrittweise senken.

EU-Kommission: Auslandstelefonate sind zu teuer

Auch knapp ein Jahr nach Beginn der Regulierung der Roamingpreise zahlen Verbraucher zu viel für Auslandstelefonate mit dem Handy. Die zuständige Kommission für Informationsgesellschaft und Medien hält einen Höchstpreis zwischen 34 und 36 Cent pro Minute netto für angemessen. Auf den Markt möchte die Kommission nicht vertrauen und die Regulierungszeit von drei auf sechs Jahre verlängern. Trotz der vor einem Jahr in Kraft getretenen EU-Roamingverordnung funktioniere der Wettbewerb in Europa nicht, zitiert die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) einen Sprecher der Behörde.

vodafone ausland

Immer noch ein teurer Spaß: Im Ausland telefonieren.

Der jüngste EU-Bericht der nationalen Aufsichtsbehörden hat gezeigt, dass fast alle Mobilfunkkunden den gesetzlich vorgeschriebenen Höchstpreis bezahlen müssen. Auch die Preise für bislang unregulierte Dienste wie SMS sinken kaum. In zwei Dritteln der 27 EU-Staaten orientieren sich die Mobilfunkanbieter bei der Preisgestaltung an der Obergrenze von derzeit 49 Cent netto für gewählte Verbindungen und 24 Cent für angenommene Gespräche. Die Vorschriften werden somit eingehalten, aber die Preisgrenze nur selten unterboten.

Genau genommen verlangen die Anbieter von ihren Kunden häufig sogar zu viel. Während die Mobilfunkunternehmen Sprachverbindungen untereinander im Sekundentakt abrechnen, zahlen die Kunden deutlich längere Taktzeiten bis zu einer Minute. So können die Netzbetreiber ihren Kunden durchschnittlich 24 Minuten mehr in Rechnung stellen, als diese telefonieren. Die EU-Kommission sieht Raum für weitere Preissenkungen. Die Drohungen der Mobilfunkbetreiber, die Preise für Inlandsverbindungen zu erhöhen oder in die Insolvenz zu gehen, hätten sich nicht bewahrheitet. Die Preise für Inlandsgespräche seien seit Inkrafttreten der Regulierung europaweit sogar um 15 Prozent gesunken, berichtet die Zeitung.

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