Bislang unterstützte Nokia als einziger Hersteller VoIP-Dienste, die Internet-Telefonate ermöglichen, direkt auf seinen Handys. Doch nun scheint das Unternehmen wieder einen Rückzieher zu machen. Von seinen neuesten Handys hat der finnische Herstellers die Funktionalität entfernt und es gibt keine Anzeichen dafür, dass er sie wieder einführen wird.
Ein besonderes Merkmal aller Nokia-Smartphones war bislang die Unterstützung für Internet-Telefonate. Seit dem N80, das 2006 erschien, gehören WLAN und ein SIP-Client zur Standardausrüstung von S60-Handys. Doch wie es scheint, macht Nokia still und leise einen Rückzieher. Das Unternehmen hat bei seinen aktuellen Nseries-Geräten mit S60 Feature Pack 2 den im Betriebssystem verankerten SIP-Client, dessen Benutzung wir im VoIP Special von AreaMobile.de genau erklärt haben, wieder entfernt.
Nokia schiebt die Entwicklung entsprechender Software nun an Drittentwickler ab. Diese können weiterhin VoIP-Anwendungen für die Lifestyle-Geräte der Finnen programmieren. Die Anbieter Fring und Nimbuzz haben bereits ihre VoIP- und Chat-Software portiert. Deren kostenlose Zusatzprogramme lassen sich jedoch nicht so bequem benutzen wie der native Client. In einem Schreiben an den Blogger Om Malik, Gründer des Technik-Netzwerks Gigaom, hat Nokia lediglich zugegeben, dass das Programm entfernt wurde. Warum sich das Unternehmen zu diesem Schritt entschloss, hat Noka jedoch nicht erklärt. Er tippt nun darauf, dass der Handyhersteller letztendlich vor der Macht der Netzbetreiber eingeknickt ist. Diese sehen VoIP-Anwendungen auf den von ihnen subventionierten Handys gar nicht gerne. In Deutschland haben die Betreiber T-Mobile und Vodafone VoIP-Telefonate über ihre Mobilfunknetze bereits untersagt. Die Leute sollen in ihren Netzen nicht mit einer Datenflatrate die billige Internet-Konkurrenz benutzen.
Vielleicht hat Nokia den SIP-Client aber auch nur entfernt, weil er nicht kompatibel mit dem neuen Betriebssystem ist. Das dem S60 Feature-Pack 2 zugrunde liegende Symbian 9.3 hat andere Schnittstellen als die vorherige Version. Es bleibt jedoch der Verdacht, dass Nokia die Gelegenheit nutzt, um sich vom Zankapfel zu trennen. Anstrengungen, einen neuen SIP-Client für N96, N78, 6210 Navigator und 6220 classic zu entwickeln, scheint es bei Nokias Programmierern bislang nicht zu geben.
Dann wird man sich überlegen müssen, ob man nochmal ein Nseries Gerät haben
muss.
Ich denke solange der Client für die Business Handys vorhanden sind finde ich
das in ordnung...
Die N Series user können ja auch wie erwähnt auf Fring & co.
zurückgreiffen was auch einfacher zu benutzen ist da Skype & co. standart
mässig vor konfiguriert sind....
Hauptsache die E-Serie hat noch VoIP.
Firmen wie Sipgate, Freenet, GMX und
Betamax, die bisher ohne eigenen VoIP-Client auskommen konnten, sind jetzt
gekniffen.
Hoffentlich wird mein SIP-Client nicht mit dem nächsten
Firmware-Update deinstalliert. Technisch möglich wäre es.
Ich nutze ausschließlich den nativen VOIP-Client in meinem N95, weil dieser
perfekt intergriert ist. Ich muss nicht extra irgenwelche Drittanwendungen am
Laufen haben. Wenn Nokia sein Symbian in diesem Punkt verschlechtert wird eben
kein neues Symbian Gerät mehr gekauft.