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Windows 10 Mobile, OnePlus 3, HTC 10, Moto Z, Huawei P9 Lite
AM Thema vom 30.05.2016

Liebe Leserinnen und Leser,

in der vergangenen Woche haben vor allem zwei Unternehmen die Schlagzeilen der Technik-Branche bestimmt, nämlich Microsoft und Gigaset. Bei Microsoft steht ein fundamentaler Wandel der Smartphonestrategie ins Haus, denn endlich hat man eingesehen, dass der bisher eingeschlagene Weg zu nichts führt als Frust, Verluste und Häme der Konkurrenz. Mit der Abschreibung im letzten Jahr und den nun berechneten Kosten hat Microsoft mit dem Nokia-Deal 8 Milliarden Dollar verbrannt und über 10.000 Jobs vernichtet - eine verheerende Bilanz, die einen Umschwung notwendig macht.

Gigaset wiederum sorgte für Verwirrung, als Berichte aufkamen, nach denen das erst zur IFA 2015 gestartete Smartphonegeschäft direkt wieder eingestampft werden sollte, weil dem Investor die Lust vergangen sei. Die Meldung machte schnell die Runde, doch ebenso schnell dementierte Gigaset heftig. Wie die Geschichte ausgeht, wird sich zeigen, denn so heiß, wie sie gekocht wird, wird die Suppe in aller Regel ja nicht gegessen. Guten Appetit!

Unsere Themen der Woche im Schnellzugriff:

* Windows 10 Mobile * Huawei P9 Lite im Test * Moto G4 Plus im Test * OnePlus 3 * Gigaset * Huawei P9 Plus * iPhone 7 * HTC 10 * Moto Z * und mehr

Microsoft entlässt die letzten Nokia-Ingenieure

Als Microsoft die Handy-Sparte von Nokia übernahm, hatte man große Pläne. Windows Phone, aus dem mittlerweile Windows 10 Mobile geworden ist, sollte zunächst als dritte Kraft Android und iOS ergänzen und mittelfristig sogar an der Apple-Plattform vorbei ziehen. Mit diesem Vorhaben ist Microsoft krachend auf dem Boden der Tatsachen gelandet, bei den neu verkauften Smartphones hat Windows 10 Mobile einen Marktanteil von weniger als 1 Prozent. Die Konsequenz: Microsoft schickt die letzten Nokia-Ingenieure in die Wüste, muss insgesamt seit 2015 über 8 Milliarden Dollar abschreiben und dampft sein Smartphonegeschäft ein. Künftig will man sich stärker auf die Businesskunden fokussieren. Zwar wird Microsoft auch weiter neue Hardware vorstellen, die Nische wird jedoch immer kleiner und kleiner.

OnePlus 3 steht vor der Tür

Der selbst ernannte Flaggschiff-Killer von OnePlus geht demnächst in die dritte Runde. Das OnePlus 3 ist der dritte Streich des Unternehmens aus Asien, das mit seinem Bestellsystem mit Einladungen, provokanten Wechsel-Angeboten und vor allem einem verlockenden Preis-/Leistungsverhältnis von sich reden macht. Das neue Smartphone zeigte sich nun bereits bei der chinesischen Zulassungsbehörde TENAA, die Eckdaten klingen dabei durchaus verlockend. Ob das OnePlus 3 es schafft, den Top-Modellen der Konkurrenz das Fürchten zu lehren, wird sich wohl Mitte Juni zeigen, wenn das neue Smartphone in einem Virtual-Reality-Launch zeitgemäß präsentiert wird.

Moto Z: Die modulare Zukunft

Nicht erst seit dem LG G5 und Googles Project Ara sind modulare Smartphones in aller Munde. Mit der Erweiterung der Möglichkeiten eines solchen Gerätes ergeben sich vielfältige Möglichkeiten, auf unterschiedliche Bedürfnisse der Kundschaft zu reagieren, ohne das eigentliche Produkt jedes Mal neu erfinden zu müssen. Diesen Aspekt verfolgt auch Lenovo mit dem Moto Z, das zwar erst am 9. Juni in San Francisco präsentiert wird, sich bereits jetzt aber immer häufiger im Netz zeigt. Die Ansteckmodule, von denen gleich sechs zum Start verfügbar sein sollen, umschließen das Smartphone wie eine komplette Hülle. Interessant: Das Kamera-Modul hat keine Öffnung für die eigentliche Kamera des Moto Z, sondern bringt offenbar eine komplett eigenständige Optik samt Sensor mit.

Smartphone-Neuheiten kurz vorgestellt

Echte Smartphone-Neuheiten gab es in dieser Woche zwei. Das ZTE Axon 7 sortiert sich mit Top-Ausstattung und schickem Design ganz oben im Regal ein, allerdings ist der Deutschlandstart noch ungewiss. Samsung versucht es mit dem Galaxy C5 in der Mittelklasse. Außerdem hat Pebble seine neuen Smartwatches und den Pebble Core präsentiert. Wie schon in der Vergangenheit nutzt Pebble dabei die Crowdfunding-Plattform Kickstarter, um bereits vorab den Bedarf abzuschätzen und Vorbestellungen zu sichern. Das mag zwar nicht so ganz im eigentlichen Sinne von Crowdfunding sein, funktioniert dank der loyalen Pebble-Fans aber ausgezeichnet: Das Finanzierungsziel von 1 Million Dollar wurde bereits nach einer Stunde erreicht, die Kampagne selbst läuft gut einen Monat.

Verwirrung um Gigaset

Die stichhaltigen Gerüchte kamen aus dem Unternehmen selbst: Gigaset werde sein Smartphonegeschäft wieder beenden, noch bevor es richtig begonnen hat. Große Aufregung aller Orten, doch das Dementi folgte sogleich. Man werde sich nicht zurückziehen, die falschen Informationen sollen von verärgerten Ex-Mitarbeitern gestreut worden sein. So ganz von der Hand zu weisen ist die Möglichkeit einer solchen Entscheidung allerdings nicht, denn obwohl Gigaset eine Menge Geld in die Platzierung der Marke steckt - man hat beispielsweise Samsung als Handy-Sponsor des FC Bayern München abgelöst - , lässt man sich arg lange Zeit damit, die neuen Modelle auf den Markt zu bringen. Das Gigaset ME kam noch vergleichsweise flott nach der Vorstellung auf den Markt, das ME Pro brauchte schon über ein halbes Jahr, das ME Pure ist noch immer nicht zu kaufen. Da kann man schon den Eindruck gewinnen, dass das Engagement nachlässt. Immerhin: Gigaset will in Zukunft schneller liefern und auch noch günstiger werden. Das dürfte die Kundschaft freuen.

Huawei P9 Lite und Moto G4 Plus im Test

Mit dem P9 Plus ist das dritte Huawei-Smartphone dieser Serie bei uns in der Redaktion eingetroffen und arbeitet sich derzeit durch den Testparcours. Bereits hinter sich hat diesen das günstige Huawei P9 Lite, und das sogar ziemlich gut. Das Smartphone für 299 Euro bringt kaum nennenswerte Schwachstellen mit und schickt sich an, den umkämpften Preisbereich der Mittelklasse zu erobern. Der Verzicht auf die Dual-Kamera von Leica ist im Alltag zu verschmerzen. In der selben Preisklasse wie das P9 Lite liegt das Moto G4 Plus von Lenovo. Das Smartphone, das den Namen Motorola nicht mehr trägt, aber noch von dessen Logo geziert wird, bringt ebenfalls eine mehr als solide Kamera und eine gute Leistung mit. Im Test kann das Moto G4 Plus überzeugen.

Vodafone muss HTC 10 aus dem Sortiment nehmen

Ein schwerer Schlag für HTC: Bei Vodafone mussten das HTC 10 und das HTC One A9 aus dem Sortiment genommen werden. Grund für den Schritt, gegen den sowohl HTC als auch Vodafone vorgehen, sind juristische Probleme, von denen auch Smartphones von ZTE und Alcatel betroffen sind. In dem Streit geht es um ein Patent, mit dem die HD-Voice-Technologie beschrieben wird. Das Landgericht Mannheim hatte auf die Klage der St Lawrence Communications GmbH die einstweilige Verfügung zum Verkaufsstopp erlassen. Bitter für HTC, da sowohl das Top-Modell als auch das beste Mitteklasse-Smartphone betroffen sind. Immerhin: Bei der Telekom bleiben das HTC 10 und das HTC One A9 zunächst im Programm.

Zitat der Woche

"Wir werden weiterhin Innovationen für alle Geräte und in unseren Cloud-Diensten entwickeln, auf allen mobilen Plattformen."

Gesagt hat das Microsoft-CEO Satya Nadella, als er die Entlassung von 1.850 Mitarbeitern, die Abschreibung von rund 900 Millionen Dollar und den fast kompletten Rückzug aus dem Smartphonegeschäft bekannt gab. Die Aussage symbolisiert die Strategie von Microsoft unter Nadella: Man will die Microsoft-Dienste auf allen Plattformen unterbringen, das eigene Betriebssystem verliert an Wichtigkeit.

Was steht diese Woche an?

  • Eine ganze Reihe von Geräten wartet darauf, unseren Testparcours zu absolvieren.
  • Die Arbeiten am Umbau unseres Testsystems gehen weiter.
  • Die Android-Flaggschiffe mit Stereo-Lautsprechern im großen Audio-Vergleich.

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