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Autor: Stefan Schomberg 17.12.2014 - 13:27 | 0

Asus ZenWatch Testbericht

Asus Zenwatch Test: Mogelpackung im schicken Gewand

Die großen Hersteller haben ihr Pulver bereits verschossen und ihre Smartwatches vorgestellt und auch auf den Markt gebracht. Asus hinkt da zeitlich etwas hinterher und schafft es auch nicht mehr, seine Zenwatch in ordentlichen Stückzahlen noch vor Weihnachten in die Läden zu bringen. Aber vielleicht lohnt das Warten und man kauft sich dann vom Weihnachtsgeld lieber im Januar die Asus-Uhr? Wir geben im Test die Antwort auf diese Frage.

Gehäuse-Design und -Verarbeitung

Der Smartwatch-Markt scheint gespalten: Es gibt Hersteller wie Motorola und LG, die auf klassisches Uhren-Design mit runden Displays setzen und es gibt Anbieter, die eckige Displays verwenden und keinen Hehl aus der Verwendung digitaler Technik im Inneren ihrer Armbanduhren machen. Asus geht da einen interessanten Mittelweg - die Asus Zenwatch im Test verwendet ein eckiges Display, aber bei der restlichen Form orientiert man sich stark an klassischem, gediegenem Design gehobenerer Uhren. Der gute Ersteindruck wird auch durch die Materialwahl unterstützt: Vorne Aluminium, teils blank geschliffen, teils gebürstet, hinten mattes Alu - das wirkt schon mal hochwertig. Dazwischen sieht man eine leicht zurückfallende Fuge aus bronzefarbenem Kunststoff, dessen Farbton sich grob in der Farbe des einfachen, aber gefälligen Lederarmbandes wiederfindet. Das Band ist in typischer 22-Millimeter-Breite gehalten und lässt sich beliebig austauschen. Das Design hat was und ist ein deutlicher Unterschied zu Moto 360 und Co. Durch die starken Rundungen an allen Ecken und Kanten sieht das rechteckige Gehäuse nicht nur gut aus, sondern fühlt sich auch so an. Verletzungsgefahr besteht hier auch dank der guten Verarbeitung beim besten Willen nicht.

Asus ZenWatch Unboxing | (c) Areamobile

Im Test: Asus ZenWatch

Asus ZenWatch Unboxing | (c) Areamobile

Schicke Schließe, aber etwa klobig

Asus ZenWatch Unboxing | (c) Areamobile

Kein Pulsmesser zu sehen | (c) Areamobile

 

Eine bedienbare Krone an der Seite gibt es bei der Asus Zenwatch nicht, trotzdem weist das Modell ebenfalls einen Hardware-Knopf zum Anschalten auf. Der ist ebenfalls auf der rechten Seite angebracht, allerdings in das Gehäuse versenkt und nur bedienbar, wenn die Uhr nicht angelegt ist. Eine schicke Krone aus Metall hatte hier sicherlich das Erscheinungsbild noch mehr verbessern können. Ein weiterer Nachteil des schicken Gehäuses: Die Zenwatch ist nur IP-55-zertifiziert. Bedeutet: Während die Konkurrenzprodukte auch mal ins (nicht zu tiefe) Wasser fallen dürfen und grundsätzlich gegen das Eindringen von Staub geschützt sind, ist das Asus-Produkt zwar auch gegen Staub geschützt, allerdings nur gegen Spritz- und Strahlwasser. Im Alltag sollte das aber auch rechen - allein wegen des Lederarmbandes wird wohl niemand freiwillig ein Bad mit der Zenwatch nehmen.

Das Design, das kurz und knapp sportlich, aber elegant zu nennen ist, unterstützt die ohnehin guten Maße weiter. Sie ist unter 10 Millimeter dick, wie aber schon die Sony Smartwatch 3 wirkt sie noch einmal ein gutes Stück dünner. Und am Handgelenk auch schmal - die Zenwatch ist vermutlich eine der ersten Smartwatches, die die meisten Menschen wohl als "normal" und nicht zu klotzig durchgehen lassen würden. Dafür trägt die Faltschließe etwas dick auf. Sie lässt sich zwar wunderbar bequem anlegen und mittels zweier seitlicher Druckknöpfe einfach, aber vor versehentlichem Öffnen geschützt wieder abnehmen, ist aber insgesamt etwas dick und drückt daher leicht auf die Pulsader, wenn man Unterarm und Hand flach auf einen Tisch legt. Im Alltag stört das aber nur selten. Leider zerstört Asus den sehr guten Ersteindruck durch das Display und den Rahmen drum herum. Dass der nie ganz wegzudenken ist, ist klar. Bei der Zenwatch ist er aber seitlich etwas und oben und vor allem unter dem Display viel zu dick, um nicht als billig durchzugehen. Dieses Phänomen sieht man sonst bei billigen Smartphones und passt so gar nicht zu dem schicken Gehäuse der Uhr. Mindestens genauso schlimm: Das wusste Asus offenbar selbst und retuschierte darum auf Pressefotos den dunklen Rahmen um das Display schmaler - nicht gerade die feine englische Art. Inzwischen sind diese Bilder aber längst von der Homepage verschwunden, stattdessen zeigt Asus die Uhr so wie sie wirklich ist.

Display-Größe und -Qualität

Asus ZenWatch Unboxing | (c) Areamobile

Auf dem Papier gut, leider mit Pen-Tile-Raster | (c) Areamobile

Auch beim Display hat sich Asus vergriffen. Dabei hören sich die grundsätzlichen Daten davon erst einmal recht gut an. Asus setzt auf AMOLED mit 1,63 Zoll und einer Auflösung von 320 x 320 Pixel. Mit einer rechnerischen Pixel-Dichte von 278 Bildpunkten pro Zoll und leicht gebogenenem Gorilla-Glas-3 als Schutz vor Kratzern kann ja eigentlich nicht mehr viel schief gehen, oder? Leider doch. Zwar brilliert das AMOLED-Display mit typischen Tugenden wie sehr gutem Schwarzwert und hervorragender Ablesbarkeit bei steilen Blickwinkeln, allerdings hat Asus offenbar zu einer alten Serie gegriffen. So wird die theoretische Bildschärfe durch die deutlich sichtbare Pen-Tile-Matrix gefühlt halbiert, alles scheint von einem feinen Raster überdeckt zu werden. Erkennbar wird das vor allem bei heller Darstellung, etwa dem Weiß im Hauptmenü. Das senkt - neben dem breiten schwarzen Rand um das Display - den guten Ersteindruck weiter und hat mit edel oder schick nur noch wenig gemein. Ein weiterer Pferdefuß: Asus verzichtet auf einen Umgebungslichtsensor. Daher strahlt das tagsüber angenehm helle Display nachts wie eine Taschenlampe - selbst mit dem typischen, vereinfachten Display, das zum Stromsparen bei Nichtnutzung aktiviert wird.

System: Hardware, Software und Bedienung

Bei der Grundausstattung gibt es kaum Unterschiede zur Konkurrenz. Als Antrieb dient ein Snapdragon 400 mit vier Kernen, 512 MB RAM sind ebenfalls Standard, ebenso wie 4 GB interner Speicher. Ansonsten hat Asus eher gespart: Gyroskop, Herzfrequenzmesser und Schrittzähler sind an Bord, Zugaben wie Barometer (G Watch R), Beschleunigungsmessser (Smartwatch 3 und G Watch R) oder NFC, WLAN und GPS (Smartwatch 3) sucht man vergeblich. Auch beim Herzfrequenzmesser geht Asus einen anderen Weg. Während bei den anderen Uhren ein in die Uhrenunterseite integrierter Lichtmesser, der den Blutdurchfluss misst, muss man bei Asus Zeige- und Mittelfinger auf den Rand der Uhr legen, um eine Anzeige der Herzfrequenz zu erhalten. Einen Unterschied zu der Lichtimpuls-Methode konnten wir nicht feststellen, bislang zeigten alle Smartwatches einigermaßen verlässlich den Puls mit nicht übermäßig großen Unterschieden zwischen zwei Durchgängen an.

Asus ZenWatch Unboxing | (c) Areamobile

Die Optionen sind...

Asus ZenWatch Unboxing | (c) Areamobile

...größtenteils von Android Wear bekannt | (c) Areamobile

 

Einen anderen Weg schlägt Asus auch bei der Verbindung zum Smartphone ein. Während die anderen Uhren nur die App von Android Wear auf dem zu verbindenden Smartphone benötigen, verlangt Asus auch noch die Installation des Zenwatch Manager. Hier können die wenigen vorinstallierten digitalen Ziffernblätter, von denen es nur neun eigene und acht von Android Wear gibt, rudimentär angepasst werden, außerdem gibt es noch ein paar Sonderfunktionen. So lässt sich das gekoppelte Smartphone etwa automatisch entsperren, solange es in Reichweite ist. Außerdem lässt sich die Uhr finden, Abdecken zum Abdunkeln des Displays oder Stummschalten eingehender Anrufe und eine Warnung einstellen, wenn man sich zu weit vom Handy entfernt. Zu guter Letzt kann man hier auch spezielle Asus-Apps auf die Uhr laden, etwa Asus Wellness oder Remote Camera. Während die Remote-Camera-App namensgebend eine Fernauslösefunktion für die Smartphone-Kamera samt Zusatz-Sucher ist, ist Wellness das S-Health-Pendant von Asus.

Dank der Ausstattung geht die Bedienung flott von der Hand, Ruckler oder Hakler gibt es nach dem obligatorischen und leider nicht überspringbaren Einführungsparcours von Android Wear nicht mehr. Auf die weitere Steuerung, die sich nicht von anderen Smartwatches mit Android Wear unterscheidet, gehen wir in diesem Test nicht weiter ein. Mehr Informationen dazu findet man stattdessen im Test der Motorola Moto 360. Was bleibt sonst zu sagen? Dank der vergleichsweise geringen Maße und der konventionellen Bauform trägt sich die Asus Zenwatch im Test sehr bequem.

Akku-Laufzeit

Die Uhr ist vergleichsweise dünn, entsprechend ist der Akku schwach? Stimmt leider mehr oder weniger. 369 mAh fasst er, das wird nur von der Moto 360 unterboten, die allerdings auch einen anderen Chip als Antrieb verwendet. Im gleichen Nutzungsszenario (Helligkeit auf Maximum) wie die Konkurrenz kommt die Zenwatch von Asus im Test dann auch leider nur auf etwa 25 Stunden - das ist kaum länger als die Moto 360, aber deutlich weniger als als etwa die Smartwatch 3 von Sony mit etwa 50 Stunden. Dafür geht der Ladevorgang mit der mitgelieferten Ladeschale wesentlich einfacher von der Hand. Noch besser machen es nur LG bei der G Watch R und vor allem Motorola bei der Moto 360 mit der integrierten kabellosen Induktionsspule. Mit locker 2,5 Stunden dauert der Ladevorgang der Zenwatch ziemlich lang.

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Asus Zenwatch: Das krumme Ding im Unboxing (32 Bilder)

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Fazit

Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Und auch nicht Silber. Die Asus Zenwatch im Test wirkt auf den ersten Blick richtig schick und erfrischen anders, aber schon das erste Einschalten des Displays mit hellem Hintergrund dürfte den meisten Käufern Falten der Verwunderung auf die Stirn zeichnen - so starke Pen-Tile-Raster hatten wir schon seit Jahren bei einem AMOLED-Display nicht mehr in der Redaktion. Und dann der breite Rand um das Display. Der ist offenbar selbst Asus so peinlich gewesen, dass er auf den ersten offiziellen Pressefotos klammheimlich kleiner retuschiert wurde - das geht gar nicht und grenzt schon an einen Betrugsversuch, auch wenn man inzwischen realistische Bilder auf der Produktseite zeigt! Hinzu kommt der knapp bemessene Akku und der Umstand, dass die Asus-Uhr derzeit, also kurz vor Weihnachten, eh noch nicht zu kaufen ist. Da wird die Frage nach dem Preis fast schon nebensächlich, aber auch die kann Asus nicht zweifelsfrei für sich behaupten. 229 Euro kostet die Uhr in der unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers. Das ist zwar eigentlich ganz gut, die aktuelle Sony-Smartwatch bekommt man aber inzwischen schon günstiger und die hat technisch mehr zu beiten. Auch der Rest ist mit um 250 Euro nicht wesentlich teurer, bietet aber technisch teils das ein- oder andere entscheidende Extra.

Schade, mit weniger schwarzem Rand rings um das Display, vernünftiger Darstellung statt Pen-Tile und stärkerem Akku hätte ich die Zenwatch wirklich toll gefunden. Klar, Design ist immer Geschmacksfrage, mir gefällt sie aber. Auch, weil sie einfach etwas graziler als die Konkurrenten wirkt. So ist das ein klassisches Eigentor, das in der Nachspielzeit zum Ausscheiden führt, Asus!

Persönlicher Kommentar von Stefan Schomberg

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