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Autor: Stefan Schomberg 05.10.2015 - 18:13 | 6

LG Watch Urbane Testbericht

LG Watch Urbane Test: Runde Premium-Smartwatch mit solider Akku-Laufzeit

LG gehört zu den fleißigsten Herstellern von Smartwatches, nach diversen G-Watches ist jetzt die Watch Urbane auf unserem Testtisch. Das Unternehmen setzt dabei auf Bewährtes und schraubt eine wirklich schicke Uhr zusammen – wird die LG Watch Urbane der neue Spitzenreiter im Test?

Gehäuse-Design und -Verarbeitung

Design ist ein wichtiges Thema bei Smartwatches. Bei der LG G Watch R etwa kritisierten wir, dass sie bei genauer Betrachtung überhaupt nicht mehr hochwertig, sondern eher grobschlächtig wirkte, außerdem beschwerten wir uns über die Größe und Dicke der Uhr. Das ist aber zumindest zum Teil Geschmackssache und gibt nur wenig Aufschluss darüber, wie hochwertig sie wirklich ist - schließlich sind auch teure Uhren bisweilen fast einen Zentimeter dick und gefühlt so groß wie ein analoger Reisewecker. Dass Design so wichtig ist dürfte auch daran liegen, dass Smartwatches noch nicht so lange auf dem Markt sind, aber einen Gegenstand zu kopieren versuchen, den wir längst kennen: Armbanduhren. Entsprechend vergleicht man immer noch mit Bekanntem und ist daher meist bei Bautiefe und Akkuleistung enttäuscht. In einigen Jahren wird man sich vermutlich an diese Punkte gewöhnt haben, normalerweise sollten die Hersteller aber auch gezielt daran arbeiten, genau diese Punkte zu verbessern.

LG Watch Urbane Unboxing | (c) Areamobile

Im Test: LG Watch Urbane

LG Watch Urbane Unboxing | (c) Areamobile

Das Gehäuse etwas grob, die Ziernähte dazu passend

LG Watch Urbane Unboxing | (c) Areamobile

Hinten Kunststoff | (c) Areamobile

 

Bis dahin müssen wir uns mit dem zufrieden gaben, was es wir haben - und das ist ja auch nicht so schlecht. Genaugenommen gefällt uns die LG Watch Urbane im Test durchaus. Andere Smartwatches gefallen uns halt besser. Woran liegt das? Am Gehäuse. Es misst mit 45,5 x 57 Millimeter deutlich mehr, als etwa eine Huawei Watch. Das liegt vor allem an der ausufernden Armband-Aufnahme, die an das runde Uhrengehäuse geflanscht ist, auch die Bautiefe von 11 Millimeter ist nicht wirklich als filigran zu bezeichnen. Das muss man mögen. Noch mehr stört uns aber ohnehin der Umstand, dass das Stahlgehäuse komplett poliert wurde und glänzt - das wirkt wesentlich weniger hochwertig, als etwa die Huawei Watch, die einen schicken Mix aus glänzend und matter Bürstenoptik aufs Parket zaubert. Insgesamt gefällt uns der Übergang der Aufnahmen für das 22-Millimeter-Armband einfach nicht so gut, er wirkt weit weniger stimmig als bei der Huawei-Uhr.

Ein weiterer Kritikpunkt, der die LG-Uhr im direkten Vergleich wesentlich einfacher wirken lässt, ist der Rahmen um das runde POLED-Display. Der ist zwar mattiert, aber eben auch gegenüber der Huawei Watch wesentlich breiter, zumal das Gehäuse drumherum noch einmal ausladender wird. Etwas gröber ist im direkten Vergleich auch das durchaus schicke Lederarmband. Es ist schwarz und weist weiße Stepnähte auf, die sehr sauber verarbeitet sind und hervorragend zum insgesamt nicht unedel wirkenden Gesamteindruck beitragen - die Nähte sind aber viel gröber, als bei der Huawei Watch. Die Rückseite der Uhr besteht im Gegensatz zum Rest aus Kunststoff - auch hier kann die LG-Uhr nicht mit dem chinesischen Gegenpart mithalten. Aufmerksame Leser werden aber jetzt zu recht einwerfen, dass die LG Watch Urbane dafür auch wesentlich günstiger ist. Stimmt. Darum sagen wir auch nicht, dass die LG-Uhr billig aussieht, sondern billiger. Nämlich im direkten Vergleich zur Huawei-Uhr. Zur Erinnerung: Die LG Watch Urbane kostet ab 349 Euro, inzwischen aber nur noch effektiv ab 230 Euro. Die Huawei Watch kostet hingegen in der UVP ab 399 Euro zu haben, im Netz ist sie auch noch nicht günstiger.

Display-Größe und -Qualität

LG Watch Urbane Unboxing | (c) Areamobile

LG Watch Urbane Unboxing | (c) Areamobile

LG verwendet bei der Watch Urbane ein Plastic-OLED-Display mit 1,3 Zoll und einer Auflösung von 320 x 320 Pixel. Moment - DejaVu? Ja, genau dieses Display kam auch schon in der G Watch R von LG zum Einsatz, ohnehin sind die Unterschiede der beiden Uhren technisch eher marginal - die liegen vor allem bei Design und Preis. Bei der teureren Urbane wird der Screen jetzt aber durch Gorilla-Gals-3 geschützt, was für mehr Sicherheit gegen Kratzer sorgen soll. Während unseres Testzeitraums hat das gut funktioniert. Der Screen gefällt uns sogar besser als bei der Huawei Watch.

Warum? Weil trotz der niedrigeren Auflösung (bei Huawei sind es 400 x 400 Pixel auf 1,4 Zoll und über 400 PPI) und nominell niedrigerer Bildschärfe von knapp 350 PPI der Touchscreen der LG-Uhr schärfer wirkt. Das liegt wohl an der Pentile-Matrix beim Huawei-Screen, der durch eine niedrigere Subpixelzahl tatsächlich weniger scharf ausfällt, als bei der LG Watch Urbane im Test. Bei hellen Display-Inhalten sieht man bei der Huawei Watch ein feines Raster, bei der Watch Urbane ist das nicht so. Dank AMOLED ist das Display der Urbane aber genauso kontrastreich wie bei der Huawei Watch und bietet auch sonst alle Vorteile wie etwa die gute Ablesbarkeit bei flachen Winkeln oder im direkten Sonnenlicht - soweit das überhaupt für ein Display gelten kann. Eine Einschränkung gilt leider für beide Uhren: Sie haben keinen Umgebungslichtsensor, was dazu führt, dass man nachts die hohe Helligkeit der LG Watch Urbane manuell runterregeln muss - gar nicht smart!

System: Hardware, Software und Bedienung

Technisch gibt es auch bei der LG Watch Urbane keine Neuigkeiten, stattdessen verharren die Hersteller seit der ersten Android-Wear-Version bei der gleichen Technik, zumindest überwiegend. So wird auch die Watch Urbane im Test von einem inzwischen schon beinahe alten Snapdragon 400 mit 1,2 Ghz und 512 MB RAM angetrieben - das reicht eigentlich aus, aber manchmal hakt das System dann doch und gelegentlich dauert es einige Sekunden, bis ein Kommando ausgeführt wird. Das ist bei weitem kein alleiniges Problem der LG-Uhr, sondern es betrifft so gut wie alle Smartwatches mit Android Wear - was folgerichtig Arbeit für Google bedeutet, da die Technik eigentlich locker reichen sollte.

LG Watch Urbane Unboxing | (c) Areamobile

Eines von zahlreichen Watchfaces aka Zifernblatt-Designs

LG Watch Urbane Unboxing | (c) Areamobile

Aktuelle Smartwatches verlangen nach einem starken Handgelenk | (c) Areamobile

 

Der seitliche Knopf - die Krone also - lässt sich nicht drehen, zumindest verbirgt sich dahinter keine Funktion. Stattdessen führt ein Druck darauf aus Untermenüs immer wieder zurück auf den Hauptbildschirm - also das Ziffernblatt, von dem etliche zur Auswahl stehen. Die 4 GB interner Speicher fallen wieder in die Rubrik: Schnee von gestern, das haben alle andere Uhren auch. Der Weg, den Speicher zu befüllen, ist wie bei allen Uhren gleich umständlich: das funktioniert ausschließlich über Google Music. Wie im Kapitel Display bereits erwähnt fehlt der LG Watch Urbane im Test ein Umgebungslichtsensor, die Helligkeit muss bei Bedarf eigenhändig geregelt werden, um nicht im Kino ungewollt den Kinosaal zu illuminieren. Per Doppeltipp auf die Krone kann man das Display in solchen Situationen aber auch ganz deaktivieren. Das ist aber weniger ein Verdienst von LG, sondern vielmehr von Android Wear. Die Huawei Watch kann das nämlich auch.

LG Watch Urbane Unboxing | (c) Areamobile

Echtleder-Armband

LG Watch Urbane Unboxing | (c) Areamobile

Wie ein Chronometer | (c) Areamobile

 

Weitere Features der LG Watch Urbane im Test sind WLAN und der Pulsmesser auf der Rückseite, den die meisten Smartwatches aufweisen. Als Ausnahme ist hier etwa die Sony Smartwatch 3 zu nennen. WLAN wird hauptsächlich dazu genutzt, die Verbindung zum Smartphone auch dann noch aufrecht halten zu können, wenn die Bluetooth-Verbindung abreißt. Das klappt solange, wie Smartphone und Uhr sich zu einem WLAN verbinden können, das Zugang zum Internet erlaubt - also eigentlich fast immer und auch, wenn etwa das Smartphone zuhause liegt, während man selbst gerade auf der Arbeit ist. Die Uhr kennt nämliche alle WLANs, in die das Smartphone schon einmal eingewählt war. Da die Uhr auch GPS und weitere typische Smartphone-Sensoren wie Kompass und Gyroskop besitzt, kann man das Display nicht nur das Anheben des Arms aktivieren, sondern auch ohne verbundenes Smartphone navigieren - seit Android 5.1.1 sogar in richtiger Kartendarstellung, auch wenn die Frage offen bleibt, wie sinnvoll das auf einem so kleinen Display ist. Weitere Funktionen der neuesten Android-Wear-Version sind unter anderem das Scrollen durch Nachrichten und Menüpunkte per Handgelenkbewegungen und das Malen von Emojis. Beides ist allerdings gewöhnungsbedürftig.

Akku-Laufzeit

Der Akku ist bei Smartwatches das Hauptproblem. Eine normale Uhr hält monate - wenn nicht jahrelang mit einer kleinen Knopfzelle oder lässt sich mechanisch betreiben. Smartwatches sind letztendlich technisch kaum von Smartphones zu unterscheiden - außer, dass sie meist kein GSM-Modul und auch keinen Lautsprecher haben. Entsprechend kurz sind die Laufzeiten, bis sie wieder Strom aus der Steckdose verlangen. Der Platzmangel für größere Akkus ist natürlich auch nicht gerade hilfreich. Daher müssen sich Interessenten gedanklich gleich mal mit Laufzeiten kleiner zwei Tage anfreunden.

Zumindest bei den meisten Smartwatches mit Android Wear. Die LG Watch Urbane gehört da zum Glück nicht zu. Viel länger hält sie aber auch nicht durch, aber zumindest muss man sich keine großen Sorgen um die ersten beiden Tage machen. Schluss ist aber auf jeden Fall nach 38 Stunden - bei normaler Nutzung inklusive kurzer Navigation und ansonsten der typischen Verwendung als Inhalte-Anzeiger. Nachts lag die Uhr ruhig mit (nach einer Weile automatisch) abgeschaltetem Display auf dem Nachttisch. Zum Vergleich: Die Sony Smartwatch 3 kam unter gleichen Bedingungen auf fast 50 Stunden, die mit der Urbane fast baugleiche LG G Watch R auf 32 Stunden, die Huawei Watch auf etwa 26 bis 28 Stunden.

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Rund gegen eckig: LG Watch Urbane und Sony SmartWatch 3 Steel im Vergleich (18 Bilder)

LG Watch Urbane im Vergleich mit Sony SmartWatch 3 Steel | (c) AreamobileLG Watch Urbane im Vergleich mit Sony SmartWatch 3 Steel | (c) AreamobileLG Watch Urbane im Vergleich mit Sony SmartWatch 3 Steel | (c) AreamobileLG Watch Urbane im Vergleich mit Sony SmartWatch 3 Steel | (c) Areamobile
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Fazit

Schick ist sie, die LG Watch Urbane, die wir in der einfachsten Variante für 349 Euro in der UVP des Hersteller getestet haben, deren Preis aber in der Echtgold-Variante mal eben bis auf 1.200 Euro steigt. An die Huawei Watch kommt sie in diesem Punkt aber nicht heran, denn die Uhr aus China wirkt noch einmal edler, ist dafür aber auch teurer. Im direkten Vergleich störend ist dann etwa der breite Rand der LG-Uhr und die wuchtig angesetzten Aufnahmen für das Armband. Hässlich ist die Urbane damit ganz sicher nicht - die Huawei Watch aber deutlich edler. Dafür hält die LG-Uhr aber spürbar länger durch und kann auch mal den zweiten Tag noch ohne Strom bis zum Abend durchstehen. Beiden Uhren gemein ist hingegen der gleiche Fehler: Kein Umgebungslichtsensor! Wer kommt denn auf so eine Idee? Ansonsten eine gute Smartwatch - so weit das derzeit möglich ist.

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Kommentare & Erfahrungsberichte
  1. 06.10.15 16:57 mcRebe (Advanced Member)

    Solide akkulaufzeit bei von 38stunden... *lol* das ist ein no-go!

  2. 06.10.15 11:03 N73Willi (Handy Profi)

    ...Die Frage die sich jeder stellen sollte ist : Will ich eine ordentliche Smartwatch haben oder ne zierliche Uhr... klar gibt es auch kleinere Smartwatches wie die neue vom Samsung ...Die ist aber aus Kunststoff und macht lediglich so viel her wie nen Pulsmesser vom Discounter...
    So oder so kann das Display nicht kleiner sein als das Gehäuse und wenn es nicht so einen schwarzen Balken wie die von Motorola haben soll, muss eben unter den Rand die Technik sitzen...

    Jeder kann das selber entscheiden, aber klassische Uhr sind ja auch vom Funktionsumfang durch ihre Größe begrenzt..

  3. 06.10.15 10:46 foetor (Expert Handy Profi)

    Hatte auch die G Watch R und habe sie mir auch globig vorgestellt aber das war sie gar nicht. Die Größe ist gut vor allem will man ja auch was am Bildschirm erkennen. Wenn man zierliche Hände hat dann sieht das natürlich nicht gut aus.

  4. 06.10.15 10:31 N73Willi (Handy Profi)

    @Armin tor
    Ich muss da Hunter voll und ganz zustimmen, ich besitze auch eine G WATCH R, bin zwar kein Hungerharken aber bei weitem von der Statur von Steffen und Stefan entfernt... Die Uhr wirkt bei einem normalen Männerarm schon nicht überproportiniert, bei etwas stämmigeren Leuten erst recht nicht... bei allen Männern darunter, sollte die Frage aufkommen, ob sie überhaupt irgendeine Uhr tragen sollten, weil es beknackt aussieht... klar ist der Umstieg vielleicht ungewohnt, aber nur wenn man zuvor noch mit seiner Casio Baby G aus der Grundschule rumgelaufen... Diese Leute sollten dann eher zu einer kleinen Apple Watch greifen, die wäre vom Stil her auch ebenbürtig ... :D

  5. 05.10.15 22:35 Arminator (Advanced Handy Profi)

    @TheHunter
    Absoluter schwachsinn den du da verzapfst.
    Ein Uhr ist ebenso ein modisches accessoire, und da kommt es nunmal auf den persönlichen Stil an.
    Gibt etliche Männer denen die von dir angegebene Uhr deutlich zu groß ist. Nur hat man bei herkömlichen uhren wenigstens die wahl.
    Ich finde es ausgesprochen gut dass Stefan, obwohl er selbst ein Hüne ist, immer wieder darauf hinweist dass für einen großteil der Menschheit diese Uhren noch deutlich zu groß sind.
    Das gilt für einen großen (oder muss es kleinen?!) Teil der Männerwelt und für die überwältigende Mehrheit der Frauen.

    Übrigens: Die meisten herkömlichen Uhren in dieser Größe Machen wenigstens Optisch deutlich was her. Die LG unterscheidet sich optisch ja nur unwesentlich von den für zehn euro uhren die man in europäischen großstädten von dubiosen straßenhändlern angeboten bekommt.

  6. 05.10.15 20:00 TheHunter (Gast)

    @Stefan Also langsam nervt es, dass ihr immer über die Größe meckert. Es kann hier keiner was dafür, dass ihr offenbar lieber Kinderuhren tragt. Ich habe das zwar schon mal geschrieben, aber ich wiederhole mich gerne noch einmal: An einen Männerarm wie von dir oder Steffen gehört einfach keine 42mm Uhr, die dazu auch noch 5mm dünn ist wie so ne Skagen Uhr. Geh mal bitte zum Kuafhof und guck dir zb einen Festina Tourchrono an, der hat die gleiche Größe wie eine Watch R. Lediglich die Watch R wirkt etwas größer, weil das Display so groß ist(im Verhältnis zum Gehäuse).

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