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IFA 2005: Neuheiten

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LG Electronics

Neben Samsung ließ es sich vor allem der koreanische Hersteller LG Electronics nicht nehmen, auf der IFA ausführlich seine Gerätepalette vorzustellen. Alle Geräte mit "Rang und Namen" sind am Stand des mit weniger als 6 Prozent am deutschen Markt nur marginal wahrnehmbaren Herstellers vertreten, darunter einige interessante Neuvorstellungen, die in bekannter Manier entweder gar nicht oder nur nach Exklusivabsprache bei einem Netzbetreiber das Licht Deutschlands erblicken.

Wer an die Schauermärchen glaubt, die Koreaner würden sich die ausgereiftesten und mit Abstand besser ausgestatteten Geräte für ihren Heimatmarkt aufheben, wird auf der IFA eindeutig bestätigt. Während man für den deutschen / europäischen Markt mit Low-End-Modellen "aufwartet", die nur in wenigen Fällen über MP3-Player, Megapixel-Kamera oder Speichererweiterungen verfügen, zündet man für Korea ein wahres Feuerwerk von Features. Beispiele gefällig ? Derzeit kommt für den Heimatmarkt das LP5500 mit 5 Megapixel-CCD-Chip (so wird es jedenfalls kommuniziert) in den Handel, das über mehr Knöpfe verfügt als man an Händen und Füßen abzählen könnte. Abgesehen davon, dass die Bedienung des Geräts dank Hangul-Schriftzeichen und der völlig andersartiger Tastaturanordnung extrem exotisch ausfällt, lassen sich äußerst bequem Fotos und Videos aufnehmen, ein Autofokus ist bei der Auflösung natürlich selbstverständlich.

Der Clou an dem Gerät: Der Tastaturteil ist drehbar am Gehäuse befestigt, so dass man mit dem "Handy" bequem aus der Hüfte heraus filmen kann. Keine Frage, dass es sich hierbei um ein Konvergenzprodukt handelt, dass "vom anderen Ufer" stammt: LG hat einfach in einen digitalen Camcorder der vorletzten Generation einen CDMA-Chip eingebaut. Über Bluetooth verfügt das LP5500 übrigens nicht, Videos und Fotos lassen sich ausschließlich über ein proprietäres Datenkabel auf den PC ziehen, ein 5MP-Foto belegt etwas mehr als 1MB im mit 1GB NAND- und 512 MB SD-RAM (!!) extrem großzügig ausgestatteten internen Speicherbereich.

Foto: AMB | LG LP5500: die Kamera ist drehbar

 

Als Display kommt beim LP5500 ein TFT-Display mit 262.144 Farben und 240x320 Pixeln Auflösung zum Einsatz. Videos nimmt das Gerät im MPEG4- bzw. Videotelefonie-üblichen Standard H.263 mit AAC-Audiokanal auf. Strobe-Flash und Autofokus sorgen fürs Gelingen der Fotos und Videos auch bei exotischeren Licht- und Motivverhältnissen.

Das SPV 900 hat nichts mit dem gleichnamigen Windows-Smartphone zu tun, sondern wird von LG als "Sweet Illusion"-Handy tituliert. Tatsächlich tut man sich zunächst etwas schwer, das Handy überhaupt zu öffnen, denn bei ihm handelt es sich um einen Doppelslider (!) mit kräftigen Einrastpunkten. Schiebt man die Oberseite nach oben, werden Teile der Zifferntastatur freigelegt, schiebt man sie nach unten, klappt durch einen raffinierten Mechanismus die 1,3-Megapixel-Kamera von der Rückseite für die Videotelefonie auf die Vorderseite. In zugeschobenem Zustand kann man sie mit einem einfachen Tastendruck auch auf die dem Nutzer abgewandte Seite schnappen lassen.

Das herausragendste Merkmal des Handys ist allerdings nicht der verspielte Kamera-Mechanismus, sondern ein integrierter GPS-Chip samt leistungsfähiger Software - wie gut die funktioniert, konnten wir angesichts unserer nur rudimentär vorhandenen Ortskenntnisse in Seoul nicht verifizieren. Wohl aber die Funktionsweise: neben der üblichen 2D-Ansicht von Karten und Routen versteht sich das SPV 900 auch auf die Darstellung einer 3D-Ansicht aus der Vogelperspektive - ideal für Hubschrauberpiloten. Statt A2DP-Bluetooth-Connectivity kann das Gerät via integriertem UKW-Transmitter Musik in HiFi-Qualität an nahegelegene Empfangsstationen übertragen.

Angesichts der Grafikleistung und des Innovationspotenials, das in der mobilen Gaming-Konsole mit Handy-Features SV360 steckt, darf man das Gerät getrost als koreanischen Konkurrenten zur PSP bzw. zum Gizmondo sehen - nur mit dem Unterschied, dass es sich auch zum Telefonieren im koreanischen CDMA-Netz eignet und über ausgereifte Organizer- und Kommunikationsfeatures verfügt.

 

Dabei setzt LG nicht einmal auf ein besonders großes Hauptdisplay für die Gaming- und Entertainmentmaschine: es misst gerade einmal 256x320 Pixel, das kleine Außendisplay bringt es auf 128x128 Pixel. Ein 3D-Beschleunigerchip sorgt für eine flüssige Darstellung von 3D-Grafik auf dem SV360, das dadurch 1 Million Polygone pro Sekunde zeichnen kann. Eine Million Pixel misst dagegen der CMOS-Chip, der im Gaming-Handy die Fotos aufnimmt und dabei von einem extrem hellen Blitz unterstützt wird. Und da man sich nur langsam an die vielen kleinen für Gamer angepassten Tasten auf der Innenseite des längsseitig aufklappbaren Multimedia-Mobiles gewöhnt, hat LG dem Gerät gleich eine völlig innovative und ausgezeichnet funktionierende Möglichkeit zur Steuerung der 3D-Spiele mit auf den Weg gegeben: ein Bewegungssensor ermöglicht Games wie Snowboarding und ein Geschicklichkeitsspiel, in dem man eine Kugel sicher durch ein 3D-Labyrinth ans Ziel bugsieren muss. Das ist 5 Minuten lang noch gewöhnungsbedürftig, aber wenn man erst einmal den Dreh raus hat, spielt sich das Game fast so wie die traditionelle Holzvariante mit Metallkugel und Plexiglasscheibe. top

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