- Der polnische
Mobilfunkmarkt
- Marktanteile in fester
Hand
- Hohe Kosten,
niedriges Einkommen
Teil I | II
Spätestens seit der Ankündigung von Tchibo, ein Prepaid-Angebot verkaufen zu wollen, ist der deutsche Markt unter Druck geraten. Minutenpreise im freien Fall, Prepaid-Schnäppchen und zahllose virtuelle Netzbetreiber mit frechen jugendlichen Marken bringen die etablierten Netzbetreiber ins Schwitzen und den Markt in Bewegung. Seit simyo, BASE, simply und Co. kommen die Presseabteilungen der "großen Vier" kaum noch hinterher, die neuen Regionaloptionen, Flatrates und Homezones zu kommunizieren und die Mitarbeiter in den Shops dürfen sich fast im Quartalstakt auf neue, noch billigere Vertragsangebote einstellen. Auf einem frei gestalteten Markt, der auch kleineren Betreibern eine Chance gibt, ist dies eine natürliche Entwicklung. Doch schon ein Blick auf unseren nächsten östlichen Nachbarn zeigt, dass ein freier Markt auch im liberalen Europa nicht unbedingt eine Selbstverständlichkeit ist.
Deutschland mit 82,5 Millionen und Polen mit ca. 38,5 Millionen Einwohnern sind die mit Abstand wichtigsten Mobilfunkmärkte in Mitteleuropa, und obwohl sich der polnische Mobilfunkmarkt erst Mitte der 90er Jahre mit dem Bau erster GSM-Stationen entstanden ist, entwickelt er sich mittlerweile trotz einiger Hemmnisse sehr dynamisch. Ende 1999 gewannen die drei marktbeherrschenden Betreiber Polska Telefonia Komorkowa Centertel (PTK Centertel), Polska Telefonia Cyfrowa (PTC) und Polkomtel vier Millionen und Ende 2000 sogar knapp 6,8 Millionen Kunden.
Natürlich ist diese Entwicklung der Aufmerksamkeit ausländischer Investoren nicht entgangen und so besitzen u.a. auch deutsche Unternehmen Anteile an den drei Netzbetreibern. 22,5 Prozent der Anteile von PTC sind in der Hand von T-Mobile Deutschland und 19,6 Prozent von Polkomtel hält die Vodafone Group.
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