Im Dezember 1992 erlebte der Short Message Service seine Geburtsstunde. Von einem Rechner aus wurde die erste Kurznachricht an ein Mobiltelefon im britischen Vodafone-Netz gesendet. Mit Sicherheit hatte damals noch niemand damit gerechnet, dass SMS zum größten Kult unter Jugendlichen und zur weltweit akzeptierten Kommunikationsform heranwachsen würde.
Aktuelle Studien zeigen, dass sich vor allem die 14- bis 29-jährigen über SMS verständigen. Hier sind es mittlerweile 98,4 Prozent der Handybesitzer, die wie besessen die kleinen Tasten auf ihrem Mobilfunkgerät drücken - einige sogar so intensiv, dass sie orthopädische oder psychologische Schäden davon tragen. Je älter die Menschen allerdings werden, desto mehr konzentrieren sie sich auf einen zwischenmenschlichen Umgang und der Versand von SMS wird in den Hintergrund gedrängt.
Es sich kaum vermeiden, dass im Zuge der Entwicklung dieses Trends eine eigene Trendsprache entstanden ist. Nicht nur in der Kurznachricht selbst, wo die Inhaltsausbeute durch abstruse und wilde Abkürzungen auf ein Maximum gesteigert werden soll, auch um die Sache an sich sind neue Wortkreationen geschaffen worden. Um den langen Ausdruck "eine Kurzmitteilung senden" zu umgehen, spricht die Generation Daumen seit den späten 90er Jahren meist nur noch vom Simsen. top
Vorbote für die SMS war ein kleines Gerät, an das sich heute nur noch wenige erinnern. Es nannte sich Pager und konnte eigentlich nur eines: Textnachrichten verschicken! Ausschließlich von Pager zu Pager versteht sich. Namen wie Quix, Scall oder Skyper sind für die Teenager heute weitestgehend unbekannt. Und das obwohl in Deutschland bis Mitte der 90er Jahre von den Geräten rund 5 Millionen Einheiten verkauft wurden.
1994 löste aber eine damals noch nicht geahnte Revolution den Pager endgültig ab: Das 2110 von Nokia! Nicht, weil das Handy etwa satte 236 Gramm auf die Waage brachte und eine ausziehbare Antenne hatte ? es konnte etwas viel besseres. Das 2110 war das erste Handy in Deutschland, das SMS senden und empfangen konnte. Getippt wurde in ein dreizeiliges, grün beleuchtetes, 40x35 mm großes Monochrom-LCD und gezahlt hat man für den Knochen ohne Vertrag ca. 400 DM. Ein stolzer Preis für das Handy ? aber das Verschicken der Textnachrichten war komplett umsonst! Ursprünglich zählte das Feature nämlich zu den Zusatzfunktionen wie heute ein Kalender oder Wecker. top
Es wurden noch keine Kommentare abgegeben.