Während sich beim Festplatten-Boliden N91 mit seinen 8Gigabyte Fassungsvermögen jegliche Speicherzugabe erübrigt, bekommt der N70-Käufer eine 1GB große MMC-Karte zur Seite gestellt. Eins ist zwar nicht gleich Acht, für einen musikalischen Start in den Tag sollte das aber mehr als ausreichen. Was Nokia allerdings sonst an Musikzubehör in beide Kartons legt, lässt jede röhrende Rockerstimme zu einem heiseren Krächzen verkommen.
Design und Dimensionierung sind unverwechselbar skandinavisch: wie ein kantiger 15 Jahre alter Volvo macht der Minikasten den unverwüstlichen Eindruck, im kalten finnischen Schnee genauso wie im heißen Wüstensand der Sahara beharrlich seinen Dienst zu verrichten, während das eingestöpselte Handy schon lange den Geist aufgegeben hat. Doch leider fehlen dem Accessoire im Gegenzug andere Eigenschaften wie "kompakt", "elegant" oder "cool" - Die vielbeschworene Einheit von Nützlichkeit und Schönheit hat hier eindeutig Schlagseite zugunsten der Nützlichkeit.
Um es deutlich auszusprechen: das Ding sieht altbacken aus, ist völlig überdimensioniert und wird von seinem Träger am liebsten unter dem Jackenrevers versteckt - wenn es dort Platz findet. Wie schon die Kopfhöhrer sind die Komponenten beider Geräte identisch (nur in der Farbgebung verleiht Nokia der Fernbedienung des N91 mit Silberanstrich einen Hauch von Eleganz) bis auf den Anschluss: während das N70 den guten alten POP-Port für die Kopfhörer nutzt, können beim N91 die für echten Musikgenuss obligatorischen Klinkenkopfhörer direkt an der Kopfseite angeschlossen werden. Am N91 lassen sich darüber hinaus auch drahtlose Headsets via Bluetooth anschließen, das N70 unterstützt mangels A2DP-Profil diese Option nicht.
Das N70 befand sich bereits im AreaMobile-Testlabor, und erreichte dort Bestnoten. Kleinere Mankos waren die zierlich ausgefallene Tastatur, die eingeschränkte Bluetooth-Konnektivität und die nachlässsige Verarbeitung. Trotzdem gilt: Dieses Handy kann man heute bereits als modernen Klassiker der noch jungen Handyhistorie bezeichnen, der vom Design über den Organizer bis zur Kamera eine Qualität bietet, die - unabhängig vom Musikplayer - auch heute noch einen Kauf rechtfertigt.
Zu Verdanken ist dies nicht zuletzt dem Smartphone-Betriebssystem S60, das auch auf dem N91 (in der neueren Version S60 3rd Edition) seinen Dienst verrichtet. Dem entsprechend ähneln sich die Menüführung und und PIM-Funktionalität weitgehend. Und trotz der in einigen Bereichen unterschiedlichen technischen Eckdaten (hier ist vor allem die WLAN-Connectivity des N91 zu nennen) sind beide Nseries-Handys durch zahlreiche Gemeinsamkeiten, etwa in puncto Kamaeraaufllösung oder Connectivity, verwandt.
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