Wer sich heute für einen Handyvertrag entscheidet, wird von unzähligen Angeboten überflutet, die jeweils auf verschiedene Zielgruppen zugeschnitten sind. Während ein Nutzer mit einem bestimmten Tarif bares Geld sparen kann, erweist sich das gleiche Angebot für dessen Nachbarn als wahre Kostenfalle - jedes individuelle Telefonverhalten erfordert einen darauf angepassten Tarif. Gerade für Normal- und Vieltelefonierer hat sich in den vergangenen zwei Jahren eine neue Tarifgruppe erschlossen: Mit einer Flatrate können Nutzer für einen monatlichen Pauschalpreis unbegrenzt telefonieren, das Sprachvolumen spielt dabei keine Rolle.
Doch für wen eignen sich diese Angebote? Kann der ambitionierte Mobilfunker damit tatsächlich Geld sparen? Welche Angebote am Markt verfügbar sind und wer davon profitiert, wollen wir im Folgenden klären. Nur soviel vorweg: eine Universallösung hat kein Anbieter im Sortiment. top
Mit 34,3 Millionen Handykunden (Stand: Juni 2007) ist T-Mobile der größe Netzbetreiber Deutschlands. Doch im Gegensatz zur deutlich kleineren Konkurrenz bietet der magentafarbene Riese keine Komplett-Flatrate an, mit der zum Pauschalpreis in alle Netze telefoniert werden kann. Stattdessen haben die Bonner mit "T-Mobile Max" eine Flatrate für Telefonate ins deutsche Festnetz sowie ins eigene Handynetz im Programm, die in drei Varianten angeboten wird.
Mit dem Grundpaket "Max" telefonieren Kunden für monatlich 35 Euro ohne zeitliche Begrenzung und Mehrkosten ins Festnetz sowie mit anderen Kunden von T-Mobile, darüber hinaus können netzintern Kurzmitteilungen verschickt sowie Mailbox-Abfragen durchgeführt werden. Dass am anderen Ende der Leitung ein Kunde von T-Mobile abnimmt, ist aufgrund des großen Kundenstammes durchaus gegeben. Um selbst günstig erreichbar zu sein, spendiert der Anbieter seinen Kunden eine Festnetznummer, unter der sie innerhalb ihres T-Mobile@home-Bereiches zu Festnetzkonditionen angerufen werden können. Befindet man sich außerhalb des 2 km großes Areals, erfolgt eine Weiterleitung auf die Handynummer, dann steigen allerdings auch die Kosten fürs Telefonat.
Für die junge Zielgruppe hat T-Mobile den Tarif "Max Friends" im Angebot: er bietet vergleichbare Konditionen wie im Grundpaket, ist mit monatlich 25 Euro jedoch 10 Euro günstiger. Um ihn buchen zu können, muss man zwischen 18 und 25 Jahre alt sein.
Bei der dritten Variante handelt es sich um "Max S". Wer nur ins Festnetz telefonieren möchte, auf kostenfreie Gespräche ins eigene Netz, Inklusiv-SMS und eine kostenlose Mailbox-Abfrage hingegen verzichten kann, macht mit diesem Tarif kaum etwas falsch. Für 15 Euro im Monat sind alle Anrufe ins deutsche Festnetz im Preis enthalten, Anrufe in andere Netze werden wie in den anderen Max-Tarifen mit einheitlich 29 Cent je Minute und SMS mit 19 Cent berechnet. Neben der Intern-Flat verzichtet man im Vergleich zu den anderen Max-Produkten auf die Festnetznummer, T-Mobile@home ist nicht im Preis enthalten. Bei allen Tarifen handelt es sich um SIMonly-Angebote; wer auf ein subventioniertes Handy nicht verzichten möchte, zahlt 9 Euro im Monat zusätzlich zur Mobilfunkrechnung. Die Vertragslaufzeit beträgt bei allen Angeboten 24 Monate. Mit der SuperFlat hat Vodafone ein ähnliches Produkt im Angebot, wie der Bonner Konkurrent. Auch hier sind Telefonate ins Festnetz sowie ins eigene Mobilfunknetz (31,62 Millionen Kunden; Stand: Juni 2007), interne SMS und Mailbox-Abfragen inklusive, der monatliche Grundpreis ist mit 34,95 Euro nahezu gleichwertig. Für Telefonate in Fremdnetze wird der Kunde mit 29 Cent je Minute zur Kasse gebeten (SMS kosten 19 Cent), die Abrechnung erfolgt nach der ersten Minute sekundengenau.
Im Gegensatz zum Angebot von T-Mobile ermöglicht die SuperFlat auch mobileTV via Breitband-Verbindung auf dem Handy. Zur Verfügung stehen die Basiskanäle sowie die Vodafone live!-Flatrate und MobileMail, zusätzlich kann jeden Monat ein Musiktitel heruntergeladen werden. Für monatlich 10 Euro mehr auf die Handyrechnung gibt es ein subventioniertes Handy gleich dazu.
Wie bei T-Mobile Max erhalten auch Kunden von Vodafone einen sogenannten ZuhauseBereich mit einem Radius von 2 km einschließlich einer Festnetznummer, unter der sie günstig erreichbar sind. Mit seiner 24-monatigen Vertragslaufzeit eignet sich der Tarif vor allem für wechselscheue Kunden, die in den kommenden zwei Jahren keinen anderen Tarif in Anspruch nehmen wollen. Wer bereits Vodafone-Kunde ist, kann jederzeit in die die SuperFlat wechseln.
Mit seiner Handyflatrate BASE kann sich E-Plus auf dem deutschen Markt getrost als Innovationsführer bezeichnen. Als erster Anbieter brachte der Netzbetreiber im Juli 2005 einen Tarif auf den Markt, mit dem zum Pauschalpreis von 25 Euro ohne zeitliche Begrenzung ins deutsche Festnetz sowie ins eigene Mobilfunknetz telefoniert werden konnte. Heute untergliedert sich das Angebot in drei Produkte.
Wer sich für BASE 1 entscheidet, kann für 15 Euro im Monat ohne zeitliche Begrenzung ins deutsche Festnetz telefonieren. Gespräche in alle Handynetze werden einheitlich mit 25 Cent, Kurzmitteilungen mit 19 Cent abgerechnet.
Bei BASE 2 handelt es sich um den ursprünglichen BASE-Tarif. Mit ihm können Kunden ohne Mehrkosten ins Festnetz sowie ins Handynetz von E-Plus (13,5 Millionen Kunden; Stand: März 2007), darunter simyo und Ay Yildiz, telefonieren. Die monatliche Grundgebühr beträgt 25 Euro. Gesprächsminuten und SMS in alle anderen Netze werden ebenfalls mit 25 bzw. 19 Cent in Rechnung gestellt.
Dauertelefonierer, die im Monat mehr als 100 Euro über den Äther schicken, könnten sich mit BASE 5 anfreunden. Zwar ist die monatliche Grundgebühr mit 90 Euro vergleichsweise hoch, dafür kann ohne zeitliche Einschränkung in alle deutschen Netze telefoniert werden. Nur Kurzmitteilungen werden mit 19 Cent je Einheit verrechnet. Auch hier verpflichtet sich der Kunde für eine zweijährige Vertragslaufzeit.
Mit 11,5 Millionen Mobilfunkkunden ist o2 der kleinste deutsche Netzbetreiber. Mit seinem Homezone-Tarif Genion konnte sich der Anbieter in den vergangenen Jahren am Markt profilieren - mittlerweile sind auch T-Mobile und Vodafone dem Beispiel gefolgt und haben einen eigenen @home- bzw. Zuhause-Bereich in ihr Programm aufgenommen. Die Genion-Familie unterteilt sich in vier Tarife: S, M, L und XL. Während der Tarif Genion L mit 35 Euro bisher das Maß aller Dinge war und bundesweite Anrufe ins Festnetz sowie ins Mobilfunknetz von o2 ermöglichte, hat der Netzbetreiber im August ein neues Angebot gestartet.
Mit Genion XL sind Telefonate in alle deutschen Netze kostenfrei, die monatlichen Fixkosten betragen 80 Euro und setzen ein konstant hohes Telefonieaufkommen voraus. Die Vertragslaufzeit beträgt zwei Jahre. Bei den Kurzmitteilungen ist der Tarif allerdings ebenso unattraktiv wie die meisten anderen Flatrates: 19 Cent für ein paar Buchstaben sind deutlich zu teuer und können die Mobilfunkrechnung bei intensivem Gebrauch erheblich in die Höhe treiben. Einsparpotenzial ist allerdings vorhanden, denn wer Genion XL im Internet direkt bei o2 abschließt, spart während der gesamten Vertragslaufzeit von zwei Jahren 15 Prozent auf den monatlichen Grundpreis. Die Pauschale sinkt damit auf günstige 68 Euro.
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