Wenn es um Voice over IP geht, denken die meisten Leute an Skype. Kein Wunder, schließlich macht Skype den Löwenanteil der Internet-Telefonie aus. Das zeigt auch eine neue Studie der Firma ipoque, die den Netzwerkverkehr von mehr als einer Million Internet-Nutzern in Australien, Deutschland, dem Nahen Osten sowie in Ost- und Südeuropa ausgewertet hat. Skype ist demnach mit großem Abstand die populärste Anwendung für Internet-Telefonie und macht rund 95 Prozent des VoIP-Traffics aus. 30 Prozent der Internetnutzer in Deutschland verwenden Skype, aber nur ein Prozent telefonieren mit dem Industriestandard SIP. Die anderen beiden Standards, H.323 und IAX, werden so wenig genutzt, dass sie in der Auswertung der Studie vernachlässigt wurden.
Trotzdem stellt Skype einen Sonderfall dar, weil die Software eigene Protokolle verwendet und kostenlose Anrufe immer nur innerhalb des eigenen Netz getätigt werden können. Für Gespräche ins Telefonnetz stehen spezielle Gateways zur Verfügung, deren Nutzung natürlich bezahlt werden muss. Im Gegensatz dazu können sich die Nutzer von Voipcheap und Truphone locker gegenseitig kostenlos anrufen, indem sie einfach eine SIP-Adresse wie 447624XXXXXX@truphone.com statt einer Telefonnummer auf ihrem WLAN-Handy eingeben.
Auch in anderer Hinsicht ist Skype auf den Handy eine Ausnahme: Während die Software auf dem PC bei VoIP führend ist, macht sie auf Mobiltelefonen häufig Probleme. Bisher gibt es lediglich für Windows Mobile und die Linux Tablets von Nokia eine Version. Die Benutzer des wichtigsten mobilen Betriebssystems Symbian müssen schon über zwei Jahre warten, weil Skype den hohen Strombedarf der Anwendung nicht in den Griff bekommt. Selbst das im Oktober veröffentlichte 3Skypephone des Netzbetreibers 3 hat keine echte Skype-Software installiert. Unter der Oberfläche läuft die Software des amerikanischen Startups iSkoot. Die Gespräche gehen über das normale Mobilfunknetz von 3 zu einem Server, der sie übers Internet an Skype weiterleitet. Mobiles Voice over IP ist das nicht. Deswegen erklärt Areamobile im Folgenden die Software für Windows Mobile, bevor wir Umweglösungen wie Mobivox und Fring vorstellen, die Skype dennoch auf jedes Handy bringen.
Für die Installation von Skype ruft man die Website http://www.skype.com/download/skype/windowsmobile/ mit dem Browser seines Handys auf und klickt auf die Option "You can also download the .cab file (for advanced users only)". Damit wird die Installationsdatei "SkypeForPocketPC.CAB" auf das Mobiltelefon heruntergeladen und das Programm sofort installiert. Als Installationsort verwenden wir das Gerät selbst, und nicht die Speicherkarte, damit Skype später schneller startet.
Nach der Installation für das Handy einen automatischen Neustart durch, wie man es von älteren Windows-Versionen auf dem PC gewohnt ist. Ein Tipp: Falls Skype sich komisch verhält, einfach noch einmal auf die Download-Seite gehen und eine ältere Version installieren! Oft hat die neueste Version auf der Download-Seite noch Macken. top
Gestartet wird das Programm einfach den Skype-Button im Programme-Ordner oder - abhängig von der Version des Betriebssystems - direkt über das Logo in der Mitte des Startbildschirms. Wer noch kein Konto bei Skype hat, kann sich gleich mit der Option "Sie haben noch kein Skype-Konto" auf dem nächsten Bildschirm registrieren.
Als bevorzugte Verbindungsmethode verwenden wir "3G/Wifi", um flexibel zu sein. Allerdings wird es in Deutschland immer schwieriger, Skype-Anrufe über UMTS zu führen. Chatten funktioniert meistens. Danach verbindet sich das Handy zum ersten Mal mit dem Server von Skype, um den neuen Benutzer einzurichten.
Um die Funktionsfähigkeit von Skype zu überprüfen, sollte man erst einmal den Echo-Test anrufen. Falls dies übers Handy-Netz nicht möglich ist, hat der Netzbetreiber wahrscheinlich Skype blockiert. Über einen solchen Fall kann man hier im Forum von meinSkype.de lesen. Bei unserem Test hat es mit Vodafone auch nur mäßig funktioniert. Den Echo-Test haben wir einmal zustande gebracht, aber danach hat eigentlich nichts mehr funktioniert. Vielleicht lässt Vodafone genau einen Anruf durchgehen, um damit den Skype zu identifizieren und dann auf seine Schwarze Liste zu setzen.
Die Firma Blue Coat hat schon vor knapp zwei Jahren eine Filter-Software weltweit an Vodafone ausgeliefert, mit welcher der Netzbetreiber Skype oder andere VoIP-Dienste blockieren kann. Neuerdings scheint der Netzbetreiber den Filter auch wirklich einzusetzen, während man früher problemlos skypen konnte. In solchen Fällen bleibt nur die Möglichkeit, Skype über WLAN zu benutzen. Schließlich verbieten alle vier deutschen Mobilfunkbetreiber in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen die Nutzung von VoIP über ihre Datennetze.
Telefoniert wird dann genau wie am PC: Einfach den Skype-Kontakt anklicken und aufs Freizeichen warten. Alle Skype-Kontakte stehen untereinander in eine Liste. Ein grünes Logo zeigt an, dass ein Freund verfügbar ist und sofort angerufen werden kann. Manche Nutzer werden sogar mit Foto angezeigt. Ein graues Logo mit einem Kreuz bedeutet, dass der Freund gerade offline ist, und ein Fragezeichen deutet auf Probleme im Netzwerk hin. Dann weiß Skype selbst nicht so genau, was mit diesem Nutzer los ist. Wer gerade nicht reden darf, weil er vielleicht im Schulunterricht sitzt, der kann auch heimlich per Skype auf dem Handy chatten. Das ist außerdem viel günstiger, als teure SMS zu senden. top
salut
Kann ich das alles auch mit einem chinesischen Chip machen? China>Deutschland, Deutschland>China
MfG Theo