Ein Film sagt mehr als Tausend Worte? Das muss jeder selbst entscheiden. Bei uns hat man jedenfalls die Wahl: wir haben bei unserem Test die Videokamera mitlaufen lassen und einen neunminütigen Clip zusammengeschnitten, der alle wichtigen Infos zeigt - und der belegt, dass der Autor dieser Zeilen ein sicherer Autofahrer ist, der sich auch von mehreren Stimmen nicht von der Spur abbringen lässt.
In puncto Empfang geben sich beide Geräte keine Blöße. Das N95 klinkte sich genauso schnell ins GPS-Satellitennetz ein wie Sonys Navi-Maschine. Beim N95 beschränkten sich Verbindungsaussetzer auf Tunneldurchfahrten, das U93T konnte auch solche Passagen trotz Verlustes des GPS-Signals mit Hilfe eines Beschleunigungs- und eines Drucksensors meistern.
Hat man sich bei Sonys Navi für ein Ziel entschieden und den Schlüssel im Zündschloß herumgedreht, weist eine freundliche Frauenstimme auf das zukünftige Lenkverhalten hin. Dabei erfolgen die Ansagen abhängig von der Fahreschwindigkeit unterschiedlich früh und in dreifacher Ausfertigung. Die ersten beiden Ansagen ermöglichen bequem den frühzeitigen Spurwechsel, lediglich die letzte Ansage erfolgt mitunter zu spät. Wer in der Stadt mit den erlaubten 50 Km/h unterwegs ist, möchte nicht erst 30 Meter vor der Abzweigung darauf hingewiesen werden. Besonders an Stellen mit mehreren Straßenabzweigungen dicht hintereinander bleibt so leider der Blick aufs Display unverzichtbar.
Daran kann auch die Tatsache, dass die Darstellung auf dem kleinen Displays durchaus gelungen ist und die für die Navigation wichtigsten Informationen enthält, nichts ändern. Doch das Touchscreen-Display des U93T spielt seine Vorteile noch mit einem weiteren Feature aus: der Gestensteuerung. Die beschränkt sich zwar auf gerade einmal auf fünf Steuerungsmöglichkeiten, von denen dürfen allerdings drei selbst belegt werden. Die erste der beiden fest belegten Gesten erfordert das "Aufmalen" eines auf den Kopf gestellten V auf dem Kartenbildschirm und zieht die direkte Berechnung der Route vom gegenwärtigen Standpunkt zur Heimatadresse nach sich, wärend ein normales V den Anruf der unter der Heimtelefonnummer angegeben Rufnummer zur Folge hat.
Die akustische Ansagen sind nicht nur klar und deutlich verständlich, sondern auch sehr aussagekräftig, auch wenn der Außenlautsprecher des NV-U93T zum Scheppern neigt. Obwohl ein echter Spurassistent fehlt, werden etwa bei Autobahnfahrten Aussagen zu den Fahrspuren getroffen, wenn die Verkehrssituation so unübersichtlich erscheint, dass diese Hilfestellung sinnvoll ist. Das traf auf der von uns getesteten Strecke besonders auf der Berliner Stadtautobahn häufig zu, versehentliche Wechsel auf andere Autobahnen konnte das U93T erfolgreich verhindern. Auch in Kreisverkehren kommen keine Zweifel auf, welche Ausfahrt man nun nehmen soll. Bei Highendgeräten wie dem NV-U93T ist TMC, die Übermittlung von Stau- und Baustelleninformationen durch die Radiosendern, natürlich Grundvoraussetzung. Dennoch sollte man nicht erwarten, fortan um jeden Stau herum gelotst zu werden, schließlich verzichtet Sony auf das qualitativ hochwertigere TMCpro. Doch wie Autofahrer aus eigener leidvoller Erfahrung wissen, wird ein Stau ohnehin meist erst dann gemeldet, wenn man gerade drin steckt. Länger bestehende Staus umfährt Sonys Navi aber zuverlässig. Da hat das N95 wiederum die schlechteren Karten. TMC fehlt, auch die akustischen Ansagen sind wesentlich kürzer gefasst als auf dem U93T.
Stereo-Lautsprechern Streckenführung NeuberechnungenHier spielt Nokias Computer 2.0 natürlich seine Stärken aus und lässt Sonys Navi weit hinter sich. Beim N95 ist die Navigation nur eine neben vielen Funktionen, das Handy taugt als MP3-Player, Digitalkamera oder klinkt sich dank UPnP ins Heimnetzwerk ein. Was das N95 alles drauf hat, lesen Sie am besten in unserem ausführlichen Test nach.
Doch immerhin versteht sich Sonys NV-U93T auch aufs Telefonieren. Allerdings nur indirekt. Dank Bluetooth-Freisprechfunktion kann das Navi mit einem Handy gekoppelt werden und so die Telefonfunktionen während der Fahrt übernehmen. Die Rufannahme oder das Ablehnen von Anrufen geschieht dann einfach und komfortabel über den Touchscreen des Navigationsgerätes. Das klappt natürlich auch andersherum. Zu diesem Zweck können die Kontakte des Handys via Bluetooth in den Speicher des U93T übertragen und anschließend ebenfalls über den Touchscreen angerufen werden.
Zusätzlich lassen sich drei Kurzwahlen und die Heimnummer definieren. Beim Telefonieren verrichtet das U93T seine Arbeit durchaus gut, der Lautsprecher erreicht naturgemäß ordentliche Lautstärken, allerdings sollte im Einstellungsmenü bei der Echounterdrückung "Modus 2" für bestmögliche Ergebnisse aktiviert sein. Damit erschöpfen sich die Extras des Nav-U leider. Zusätzliche Features wie Bildbetrachtung oder gar das Abspielen von Musik oder Videos bleibt dem Multimediawunder von Nokia vorbehalten. top
Ein multifunktionales Gerät wie Nokias N95 bietet viele Vorteile im direkten Vergleich selbst mit einem Highend-Navigationsgerät wie Sonys NV-U93T. Es verbindet gleich mehrere Geräte wie Digicam oder MP3-Player, klinkt sich in WLAN-Netze ein, taugt als Organizer und natürlich zum Telefonieren. Doch nach wie vor ist eine Digitalkamera besser als eine Handycam - und ein dezidiertes Navi besser als ein Handy mit GPS-Antenne. Weder in puncto Komfort, noch bei der Darstellung kann das N95 an das U93T heranreichen. Den Sieg bei der Navigation erringt Sonys Navi in unserem Vergleichstest beinahe spielend: er benötigt kein Sonderzubehör, muss für die Navigation nicht extra mit Geld gefüttert werden und bietet neben dem riesigen Breitbild-Display mit mit gut ablesbaren Zusatzinfos von Straßennamen bis zu zahllosen POIs den Stauwarner TMC und die bessere Sprachführung. Aber wie immer kommt es ganz darauf an, was man braucht. Wer nur gelegentlich ein Navi nutzt, der kann getrost zum N95 greifen und muss ein paar Geräte weniger mit sich herum schleppen. Wer dagegen viel unterwegs ist, sollte zu einem richtigen Navi greifen, und mit dem U93T trifft er keine schlechte Wahl.
Stefan Schomberg studierte in Essen Geschichte und Technik auf Lehramt und schrieb anschließend für ein Multimediamagazin im Ruhrgebiet. Als der Ruf der Hauptstadt ertönte, tauschte er kurzerhand das Lehrerpult gegen den Schreibtisch ein und entschloss sich, künftig nicht mehr Geschichte, sondern ausschließlich Technik bei AreaMobile zu unterrichten.
Stimmt, die Routenberechnung findet generell direkt auf dem N95 statt - da ist uns ein Fehler unterlaufen. Habe den Text dementsprechend korrigiert.
Das N95 führt keine Routenberechnung auf dem Server durch. Dies ist frei erfunden! Die Berechnung erfolgt selbstverständlich immer auf dem Gerät.
Das Gerät kann eine Verbindung zum Server aufbauen, wenn die Kartendaten ungenügend vorhanden sind. Sind jedoch die Kartendaten einmal auf das Handy übertragen, so wird keine Verbindung zum Server mehr benötigt.
Im Verhältniss zu anderen Navigationsgeräten ist eine 3 Jahres Lizenz relativ günstig. Andere Hersteller verlangen für das halbe Jahr etwa 100 EUR. Man darf nicht vergessen, dass man innerhalb von den 3 Jahren immer die aktuellsten Karten besitzt.
Wobei bei den neu ausgelieferten N95 wenigstens ein Ladekabel für den Zigarettenanzünder dabei ist.
Finde ich wirklich toll, die Navi-Software kostenlos anzubieten.
Das Nokia-Handy ist dann ein vollwertiges Navigationsgerät.
Außerdem ist eine interessante Kauf-Argument für Nokia.
Allerdings würde ich auch begrüßen wenn auf für ältere Geräte kostenlos wäre.
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