Das Fernsehen war einmal das Lieblingsmedium bei Jugendlichen. Doch warum mit den Eltern auf dem Sofa sitzen, wenn man sein eigenes Programm sehen kann? Bei 16- bis 24-jährigen in Deutschland hat das Internet jetzt endgültig dem Fernsehen seinen Rang als meistgenutztes Medium abgelaufen. Das zeigt eine aktuelle Studie im Auftrag der EIAA (European Interactive Advertising Association), dem Branchenverband der paneuropäischen Online-Vermarkter. Die Beliebtheit von Filmen, IP-TV und Video-Clips aus dem Internet wuchs 2007 um 211 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Mit den richtigen Tricks kann man sie auch auf dem Handy ansehen und muss gar nicht mehr zu Hause bleiben. AreaMobile erklärt wie es funktioniert.
Bis vor Kurzem waren Bewegtbilder auf dem Handy ein zweifelhaftes Vergnügen, weil die kleinen Ruckelfilmchen selbst Technikverliebte abschreckten. Ganz anders ist es aber bei den neuen Video-Handys. N93, N93i und N95 zeichnen Filme mit 480x640 Pixeln auf und zeigen sie mit 240x320 an. In diesem Format will deswegen auch Vodafone ab März deutsche Fernsehprogramme per HSDPA ausstrahlen. Üblich war in den vergangenen Jahren eine Auflösung von 176x144.
Außerdem laufen die Videos neuerdings flüssiger über den Bildschirm. Während bisher eine Bildrate von 10 bis 15 Bildern pro Sekunde der Standard war, zeigen die neuen Nokia-Modelle und auch das MOTORIZR Z8 von Motorola ihre Filme mit 30 Bildern pro Sekunde. Das ist besser als im Kino oder Fernsehen, wo höchsten 25 Bilder üblich sind. Auch das in die Jahre gekommene 3GP-Format für Handy-Filme bekommt Konkurrenz, weil immer mehr Modelle das bessere MP4-Format unterstützen. Geräte wie das Samsung SGH-F500 und seine Nachfolger kommen sogar mit dem Microsoft-Format Windows Media Video (WMV) und dem für Film-Downloads aus dem Internet beliebten DivX zurecht.
Die Filme gelangen einfach per Datenkabel oder drahtlos per Bluetooth aufs Handy. Bei großen Datenmengen nimmt man besser die Speicherkarte heraus und füllt sie über den Kartenleser am PC. Allerdings muss der Film immer das zum Handy passende Dateiformat haben, weil viele vom PC bekannte Formate wie WMV und AVI oft nicht funktionieren. Auch die Auflösung muss stimmen, sonst bleibt der Bildschirm schwarz und nur der Ton dringt aus dem Lautsprecher. Wer auf Nummer sicher gehen will, verwendet am besten ein Format, das heute eigentlich alle Handys verstehen: 3GP wurde vor fast sieben Jahren vom Branchenverband 3GPP spezifiziert, dem fast alle Hersteller von Mobiltelefonen angehören.
Anforderungen an den ProzessorAuch MP4 wird von immer mehr Handys unterstützt. Das Containerformat basiert auf QuickTime von Apple und kann verschiedene multimediale Inhalte mit mehreren Audio- und Videospuren sowie Untertitel, 2D- und 3D-Grafiken enthalten. Die Videos werden in MPEG4 Part 2, H.264 MPEG-2 oder MPEG-1 abgespeichert, die Töne in AAC, MP3 oder anderen Formaten. Bevor man die Filme aufs Handy kopieren kann, müssen sie aber meistens nicht nur in ein anderes Dateiformat umgerechnet werden, auch die Bildauflösung muss für die Größe des Displays angepasst werden. Außerdem darf die Zahl der Bilder pro Sekunde nicht höher sein, als das Mobiltelefon anzeigen kann. Glücklicherweise lassen sich all diese Formate und Parameter ziemlich einfach mit der richtigen Software konvertieren. Oft liegen solche Programme sogar kostenlos dem Handy bei. Mit welchen Einstellung das Mobiltelefon aber wirklich zurechtkommt, findet man im Grunde nur durch Ausprobieren heraus. Am einfachsten dreht man einen Film mit der eingebauten Kamera und schaut nach, in welchem Format er abgespeichert wird. Hilfreich ist auch immer ein Blick in unsere Handy-Datenblätter auf die Rubriken Videoformate und Display–Auflösung.
Die wahrscheinlich häufigsten Quellen für Handy-Filme sind das Internet oder konvertierte DVDs. Aber ihre Benutzung ist nicht immer legal. Auf DVDs werden die Filme im VOB-Format abgespeichert. Doch weil ihre maximale Größe auf 1 Gigabyte beschränkt ist, gibt es dort mehrere Dateien mit Namen wie "VTS_01_1.VOB", die der DVD-Player der Reihenfolge nach abspielt. Viele Programme können sie problemlos in handytaugliche Dateien umwandeln und scheren sich auch nicht um den Kopierschutz. Allerdings ist es seit dem 13.9.2003 nach dem deutschen Urheberrechtsgesetz verboten, "wirksame technische Maßnahmen" zu umgehen, die das Kopieren verhindern sollen.
So etwas nennt sich Fernsehen?! ;)