Es gibt viele Gründe, warum man seinen PC per Mobilfunk ans Internet anschließen möchte: Manch einer wohnt nicht in einer mit DSL abgedeckten Region, ein anderer benötigt das Netz immer und überall, wieder andere möchten nur sporadisch ihre Emails checken. T-Mobile bietet im Rahmen seines web'n'walk-Angebots eine interessante Hardware. Der web'n'walk-USB-Stick passt an Macs und Windows-Rechner und verbindet sie sekundenschnell via Funk mit dem Internet.
Wer vorher an seinem Notebook eine PCMCIA-Karte für den Betrieb im Mobilfunknetz betrieben hat, könnte bei der CD-losen Installation auf Probleme stoßen. Wir hatten an unserem Redaktions-Notebook bereits Vodafone Mobile Connect genutzt und stießen auf Probleme, die eine beigelegte CD-ROM hätte beheben können. Da beide Netzbetreiber auf den gleichen Hardware-Hersteller (Option/Globetrotter) setzen, traten sich die Treiber gegenseitig auf die Füße. Die Deinstallation unserer vorher genutzten Hardware hinterließ unter WindowsXP Registrierungseinträge, die verhinderten, dass T-Mobiles USB-Stick als Modem erkannt werden konnte.
Dummerweise ließen sich daraufhin auch nicht die im Massenspeicher des Sticks befindlichen Installationsroutinen starten, da das Betriebssystem nach der fehlerhaften Erkennung des HSDPA-Modems die Suche nach neuer Hardware selbständig abbricht. Als Workaround hilft folgendes: im Gerätemanager deaktiviert man den fehlerhaften Gerätetreiber. Anschließend weist man Windows XP an, erneut nach Hardware zu suchen und wählt im entsprechenden Dialog aus, dass man selbst einen Treiber wählen möchte. Das System stellt hier die Option zur Verfügung, den Stick auch als Massenspeichermedium einzubinden. Ist der Speicher verfügbar, startet automatisch das Installationsprogramm, das die noch auf dem PC installierten Treiber mit den Richtigen überschreibt. top
Setzt Vodafone bei seiner Software "Vodafone Mobile Connect" auf eine unter Windows XP quälend langsame .NET-Oberfläche, gestaltet sich das Einwählen mit T-Mobiles "web'n'walk-Manager" extrem einfach und schnell. Nach dem Einstecken des Sticks wird die PIN abgefragt, anschließend klickt man auf Verbinden und - Netzabdeckung vorausgesetzt - man ist im Internet. Beim ersten Start öffnet sich der Standard-Browser mit einem Fenster, das weitere Optionen zur Geschwindigkeitsoptimierung bietet.
Hinter den Kulissen konfiguriert man hiermit den Proxy-Server, den man zum Surfen nutzt. Wer auf die Bilder einer Webseite nicht angewiesen ist, kann den vorgeschalteten Server anweisen, Bilder mit "Maximaler Optimierung" vor der Übertragung in der Bitrate zu verkleinern, was die Datenlast auf Kosten der Bildqualität nochmals erheblich reduziert. Aber das ist eigentlich gar nicht erforderlich, schließlich nutzt der USB-Stick die derzeit schnellste HSDPA-Ausbaustufe mit 7,2MBit/s.
Umgerechnet kann die Technologie beim Herunterladen von Daten eine Geschwindigkeit von einem Megabyte pro Sekunde erreichen, sodass beispielsweise ein gängiges MP3-File in weniger als 10 Sekunden auf dem Rechner landen würde. In der Praxis wird die tatsächliche Bitrate vom TCP/IP-Layer und verschiedenen anderen Faktoren gedrückt, ist aber immer noch genauso schnell wie ein gängiger DSL-Anschluss. Im Durchschnitt luden wir Daten von minimal belasteten Servern mit ca. 200kB/s herunter, der höchste Ausschlag unseres Download-Monitors erreichte 270kB/s.
Um Daten auch mit solcher Geschwindigkeit ins Internet hochladen zu können, bedarf es der "Gegentechnologie" zu HSDPA. Auf ebendiesen - HSUPA genannten - Standard versteht sich der web'n'walk-Stick allerdings nicht. Im Upstream erreichten wir eine maximale Geschwindigkeit von 45kB/s, im Durchschnitt selten mehr als 20kB/s, was in vielen Fällen aber auch an Traffic-Beschränkungen der Zielserver liegen dürfte.
Mit einem mobilen Internet-Anschluss kann man natürlich mehr anfangen als im Web zu surfen. Wir haben folgende Funktionen erfolgreich mit T-Mobiles web'n'walk-Angebot getestet: ICQ und MSN (via Pidgin), E-Mail (Thunderbird) via IMAP und POP, FTP (Up und Down), SSH sowie Skype und SIP (sipgate) für VoIP-Telefonate. Erstaunlich: obwohl der Netzbetreiber auf seiner Webseite an mehreren Stellen explizit darauf hinweist, dass Internet-Telefonate und Instant Messaging von web'n'walk-Tarifen ausgeschlossen sind, konnten wir kostenlos mit anderen Teilnehmern der Dienste chatten und plaudern. Die "Dienste-Diskriminierung", die viele Kunden des Vodafone-Netzes ab dem 1.7.2007 getroffen hat, in der der Netzbetreiber versucht, H.323 und andere mit SIP verbundene Standards herauszufiltern, gilt derzeit (März 2008) bei T-Mobile also nur auf dem Papier. Doch sollte man sich als eingefleischter VoIPler deswegen nicht zwangsläufig auf die Seite des Rosa Riesen schlagen, denn auch T-Mobile weist mit aller Deutlichkeit darauf hin, dass sie der verbilligten Telefonie über eine per Datenkontingent abgegoltene mobile Internet-Verbindung sehr kritisch gegenüberstehen.
Egal, ob im Cafè kurz bei AreaMobile.de stöbern, während der Taxifahrt mit Freunden oder Kollegen chatten oder im Zug kurz die Emails abrufen, mit einem Klick ist man online. T-Mobiles Zugangsanwendung "web'n'walk-Manager" ist narrensicher. Ein Klick auf Verbinden verbindet, ein Klick auf Trennen trennt. Wer den Klick auf "Einstellungen einblenden" riskiert, bekommt nur ein harmloses Auswahlmenü, in dem man die PIN-Abfrage deaktivieren oder sich für eine Übertragungstechnologie entscheiden kann. In der Regel wird man hier stets "UMTS/HSDPA bevorzugt" anhaken, aber in Gebieten mit sehr wechselhafter Netzabdeckung kann es ratsam sein, web'n'walk auf GPRS/EDGE zu drosseln, da in diesem niedrigen Frequenzbereich die Mobilfunkzellen potenziell großflächiger sind und damit auch Verbindungen in der Regel stabiler ausfallen.
Die Geschwindigkeitsanfälligkeit des mobilen Datennetzes verhindert allerdings, dass man immer und überall online ist. Als wir etwa im ICE von Berlin nach Hamburg rauschten, hatten wir kaum eine Chance, ins Internet zu kommen. Ab 100 Km/h wurde die Verbindung extrem zähflüssig, ab 160 Km/h waren wir komplett offline. Verantwortlich dafür ist der dicht aufeinanderfolgende Wechsel der Mobilfunkzellen während der Fahrt. Der sogenannte Handover geschieht in so schneller Folge, dass das mobile Endgerät keine stabile Verbindung mehr innerhalb einer Zelle aufbauen kann. Im Falle von T-Mobile nervte uns die fehlende Benachrichtigung des web'n'walk Managers über den Empfangsverlust. Dass man offline ist, bemerkt man nur, wenn der Browser oder E-Mail-Client versucht, ins Internet zu kommen und eine Fehlermeldung ausgibt. Die Software von T-Mobile meldet auch nicht, wenn eine Verbindung wieder möglich ist. Das bekommt man im Trial&Error-Verfahren heraus, indem man das Programm über die Taskleiste aufruft und erneut auf "Verbinden" klickt. top
Bei der Variante "100" für 100 Stunden Internet schlagen 30€ pro Monat zu Buche. Wer lieber sein Übertragunsvolumen anstatt der Online-Zeit im Blick haben möchte, bekommt mit web'n'walk Plus für insgesamt 44 Euro pro Monat 400 Megabyte Datenkontingent - mit günstigen Datenflatrates oder Megabyte-Preisen beim Discounter hat das wenig zu tun. Anstatt eine allgemeingültige Flatrate anzubieten, wagt sich T-Mobile mit der "Dayflat" auf das umkämpfte Feld der All-Inclusive-Angebote. Der Tarif kann zu einem beliebigen Datentarif hinzugebucht werden und ermöglicht für 4,95 Euro am Tag unbegrenztes Surfen im mobilen Web.
Auch bei o2 steht seit neuestem ein Angebot für mobiles Internet im Programm. Im März verkauft der kleinste deutsche Netzbetreiber das Internet Pack L mit einem Datenvolumen von 5 GB für 25 Euro im Monat, den Surf-Stick gibt’s für 1 Euro gleich dazu, die Surf-Card Express kostet verträgliche 9,99 Euro. Der Clou an dem Angebot: Den notwendigen Datentarif Active Data, der regulär 9,52 Euro im Monat kostet, erhält der Kunde für die gesamte Laufzeit ohne Aufpreis. Die lange Laufzeit von 24 Monaten bleibt allerdings erhalten. Das ist wenig attraktiv in einem so preisdynamischen Markt wie dem mobilen Internet - schnell auf neue und billigere Angebote der Konkurrenz kann man damit nicht reagieren. Die Abrechnung erfolgt im 10-KB-Takt. Wird das Inklusivvolumen überschritten, berechnet o2 je weiteres MB 50 Cent. Die Hardware unterstützt HSDPA mit maximal 7,2 Mbit/s, allerdings werden im Netz von o2 derzeit nur 3,6 Mbit/s angeboten – der Ausbau läuft und bis Ende 2009 sollen 3,5 Milliarden Euro ins deutsche Mobilfunknetz von o2 investiert werden. Wo kein UMTS zur Verfügung steht surft man nur mit GPRS-Geschwindigkeit, EDGE haben die Münchner noch nicht ausgebaut. top
T-Mobiles web'n'walk-Stick überzeugte uns nach längerer Erfahrung mit verschiedenen Anbietern am meisten. War vorher kein anderes HSDPA-Modem auf dem PC installiert, verläuft die Installation wie von Geisterhand, was T-Mobiles Angebot auch für Nutzer interessant macht, die häufig ihre PC-Hardware wechseln oder bei einem Kunden oder einem Internet-losen Verwandten einen Rechner ans WWW anschließen möchten. Verbindungen waren stets stabil, Wartezeiten bis zum Erstaufbau einer Webseite äußerst niedrig und die gemessene Geschwindigkeit dank 7,2MBit/s schnellem HSDPA ausgesprochen hoch. Dass es während unserer Testphase keinerlei Einschränkungen in Bezug auf die Art der übertragenen Daten gab, was auch VoIP-Telefonate ermöglicht, darf man dem Netzbetreiber ebenfalls als dickes Plus anrechnen. Nutzer, die sich nicht mit Fachbegriffen auseinandersetzen und einfach stressfrei loslegen wollen, sind mit dem web'n'walk-Stick sehr gut beraten.
Kann man da auch umsonst mit dem Handy ins Internet?
VOIP ging mit web'n'walk die ersten Monate und seit ca. Sep.'09 nur noch verzerrte Stimmen. Hoffe es gibt einen work-around. ansonsten auch für ein mich web'n'walk nicht zu empfehlen
Du hast zwei Möglichkeiten. Im Gerätemanager oben auf das PC Symbol zu klicken so das es markiert ist, dann das letze Symbol von rechts "PC mit Lupe" anklicken. Dann wird nach Hardware gesucht.
Oder im Bereich der Systemsteuerung ist ein Button "Hardware" anklicken und en Anweisungen folgen.
Hallo, Habe genau das Installationsproblem, dass im Beitrag beschrieben wird (nach Deinstallation von vodafone websessions wird trotzdem der web'n'walk Stick nicht vom Gerätemanager erkannt). Die Lösung (Siehe oben) ist "im Gerätemanager deaktiviert man den fehlerhaften Gerätetreiber. Anschließend weist man Windows XP an, erneut nach Hardware zu suchen "
Meine Frage: Das Deaktivieren schaffe ich noch, nur wie lasse ich den Gerärtemanager erneut nach Hardware suchen??? Raus aus USB und wieder rein hilft nicht.
Grüße und danke voraus
hey...hab da ein problem mit dem stick...der laptop bricht bzw stürzt am ende von der install ab...nur komisch ist dass er auf einem anderen pc und sogar auf einem anderem laptop funzd...warum aber nicht auf dem neuen??? komisch =(
vllt weiß einer was dass sein könnte...mfg
df