Auf dem Mobile World Congress präsentierten die Hersteller ihre Produktpaletten für 2008. Besonderes Aufsehen erregte Samsung mit dem SGH-U900 Soul, das als Nachfolger des U700 große Erwartungen zu erfüllen hat. Nur drei Monate nach der Ausstellung in Spanien gelangt der schicke Slider jetzt zu den Kunden. Beim von Samsung als Mittelklassegerät bezeichneten Soul wird der Fortschritt der Technik deutlich. Features wie eine 5-Megapixel-Kamera, HSDPA mit 7,2 Mbit/s und sogar ein innovatives Touchpad halten Mitte 2008 in Midrange-Handys Einzug. Ob das nur Vorteile bringt, zeigt unser Test.
Beim Lieferumfang hält sich Samsung zurück. Neben dem Handy packt der Hersteller das obligatorische Zubehör wie Kabelheadset, Ladegerät, Datenkabel, zwei Mini-CDs, Bedienungsanleitung und Garantiekarte in den dezenten Karton. Eine Speicherkarte, Schutzfolien fürs Display oder einen Adapter für 3,5-Millimeter-Klinkenstecker sucht man aber vergeblich. Echtes Highend-Feeling will so nicht aufkommen, besonders im Hinblick auf den Preis, den Samsung seinen Händlern unverbindlich mit 499 Euro empfiehlt.
Mit 106x50x13 Millimetern fällt das U900 dünner aus als Nokias HSDPA-Slider N95, der sich bei vergleichbaren Hardware-Features 8 Millimeter mehr genehmigt. Doch wächst das Soul dank seines Touchpads auf fast 11 Zentimeter Höhe zu einem wahren Handy-Riesen. Da Samsung für die Hülle des Sliders viel Metall verwendet, werden Nutzer das Überschreiten der 100-Gramm-Grenze verschmerzen können - hemdtaschentauglich ist dieses Handy damit aber kaum.
Das Material sorgt für einen gleichermaßen hochwertigen wie robusten Eindruck. Der gelungene Mix aus bronze-eloxiertem Aluminium und mattschwarzem Kunststoff verleiht dem Soul ein wirklich edles Erscheinungsbild, das man fast schon mit Nokias deutlich teurerer Edelserie 8800 oder Luna vergleichen kann. Im geschlossenen Zustand dominieren Display und das darunter liegende Touchpad die Front. Dabei fallen im Ruhezustand deren spiegelnde Oberflächen auf, die sich farblich voneinander unterscheiden: Während das Display mit schwachem Blaustich schimmert, durchbricht das rauchglasartige Touchpad das sonst runde Gesamtbild.
Schiebt man das U900 auf, setzt sich der edle Look bei einer aus einer Aluminiumplatte gestanzten Tastatur fort. Die Rückseite des Handys ist der dezenten Optik der Front nachempfunden. Nur der Samsung-Schriftzug setzt auf dem bronzenen Metallton des Akkudeckels, der sich die Rückseite mit dem schwarzen Kunststoff des Grundgehäuses teilt, einen Akzent. Noch mehr Wertigkeit erreicht das Soul durch die konsequente Verwendung einer Softtouch-Beschichtung aller Kunststoffteile.
Erst nach dem Aufschieben kommt die Kamera mit dem "5.0 MEGA"-Aufdruck zum Vorschein; sie ist im zugeschobenen Zustand gut vor Staub oder Kratzern geschützt. Bei der Verarbeitung leistet Samsung ganze Arbeit. Der Slidermechanismus gleitet leichtgängig und sanft auf und zu und rastet präzise in den Endpositionen ein.
Fettfinger haben beim U900 nur auf den Displays eine Chance. Der weiche Kunststoff und das mit einer transparenten Kunststoffschicht überzogene Aluminium reduzieren störende Fettfinger auf ein kaum wahrnehmbares Minimum. Vom Lob über die Verarbeitung müssen wir den Akkudeckel aber ausnehmen. Er lässt sich nur schwer vom Gehäuse lösen und wieder einsetzen. Leider fanden wir nach mehreren Tagen Transport in der Hosentasche auch erste Kratzer auf dem TouchPad. Für ein Gerät des alltäglichen Gebrauchs finden wir das ziemlich empfindlich. top
2,2 Zoll Bilddiagonale bei 320x240 Bildpunkten sind nahezu Standard bei allen aktuellen Samsung-Modellen, doch punktet das Soul mit seiner Farbtiefe von 16,7 Mio. Farben, die der Hersteller bislang nur seinen designierten Kamera-Phones G600 und G800 vorbehielt. Die lässt sich auf der geringen Auflösung zwar nicht von Displays mit weniger Farben unterscheiden, eignet sich aber immer gut für die Vermarktung. Im Soul schlägt sich die Farbflut brilliant, auch wenn sie innerhalb der in tristem Grau gehaltenen Menüs kaum ins Auge fallen. Abhängig vom gewählten Menüthema kann man sich vor allem auf dem Startbildschirm einen Eindruck von der kontrastreichen, farbintensiven und gestochen scharfen Wiedergabequalität verschaffen. Dargestellte Schrift weist nahezu keine sichtbaren Treppeneffekte auf und passt sich gut an die weichen Farbverläufe an.
Das klare Highlight des SGH-U900 ist sein Touchpad. Es ersetzt den herkömmlichen Navkey gegen ein berührungsempfindliches OLED-Display, das seine 5 darstellbaren Symbole an die jeweilige Bediensituation anpasst und mit scharfen Kontrasten und guter Ablesbarkeit punktet, bei hellem Sonnenlicht allerdings etwas schwächelt. Trotz der geringen Größe des Bedienelements bleibt es jederzeit präzise ansteuerbar. Da es wie die Sensortasten des Sony Ericsson K850i auf Wärme reagiert, verlangt das Soul Hautkontakt. Mit Fingernägeln oder Handschuhen lässt sich der virtuellen Navkey daher nicht bedienen.
Durch die Anpassung der Symbole an den Menükontext entsteht eine neue Bedienlogik, bei der der Nutzer logisch mögliche Auswahlpunkte vorgegeben bekommt und so nur noch selten einen Umweg über andere Menüs nehmen muss. Bestes Beispiel ist die Gegenüberstellung von Kameramenü und Startbildschirm: Während der Fotograf auf dem Touchpad die Auswahl von Makromodus, Blitzsteuerung, Selbstauslöser und Belichtungsregler vor sich sieht, dienen die virtuellen Tasten in der voreingestellten Konfiguration dem Schnellzugriff auf Telefonprofile, Musikplayer, Textnachrichtenversand und Google-Applikationen.
Die im flachen RAZR-Stil gehaltene Tastatur, die nach dem Aufschieben des Sliders zum Vorschein kommt, ist in ihrem nicht nur schön anzuschauen, sondern lässt sich auch exzellent bedienen. Sie ist aus einer dünnen Platte des gleichen bronze-farbenen Aluminiums gestanzt, das schon dem Äußeren des U900 Eleganz verleiht. Über dem Ziffernfeld integriert Samsung eine Dreierreihe Sondertasten für Videotelefonie, zum Entfernen von Text und für den Schnellzugriff auf Favoriten. Alle Tasten weisen hervorragende Druckpunkte auf, der niedrige Tastenhub erleichtert das schnelle Schreiben von Kurznachrichten. Blind lassen sich die Tasten aber nur schwer voneinander unterscheiden. In der Horizontalen sind die leicht geschwungenen Tastenreihen durch eine kleine Erhebung optisch und haptisch gut getrennt. top
Auch die vier Tasten auf der Oberseite des Sliders schneiden in Bezug auf Optik, Druckpunkt und Tastenhub hervorragend ab, sind aber ebenfalls nur schwer erfühlbar. Da Kamerataste und Lautstärkewippe an den Seiten des Soul leicht aus dem Gehäuse ragen, findet man sie auch in dunkler Umgebung. Ihre Anorndung finden wir allerdings weniger gelungen: Während die Kamerataste noch optimal platziert ist, rutscht die Lautstärkewippe zu weit nach unten, um während eines Telefonats die Lautstärke bequem justieren zu können. Die weiße Tastaturbeleuchtung, die auch am Tage zur guten Ablesbarkeit der Tastenbeschriftung beiträgt, passt zwar zum klassischen Erscheinungsbild des Soul, allerdings vermissen wir die typische rote und grüne Kennzeichnung für die Telefontasten.
TOP Handy , Akku hält bis 5 Tage, display brilliant, Bilder vorallem Tagsüber nahezu perfekt und mit dem des K850i zu vergleichen und besser als N95 8GB.
Der Schiebe- Mechanismus ist der Beste auf dem Markt . Nokia hat solch eine Qualität nur bei seinen 1000€ teueren 8800. Sprachqualität super gut und nicht wie in vielen Tests als blechern zu bezeichnen ( Kauft euch das N86 und ihr werdet schlechte Qualität erleben).