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Ausprobiert: General Mobile G777 mit Videobrille

Inhaltsverzeichnis

Großes Kino auf kleiner Leinwand?

Foto: AMB | Die Videobrille des General Mobile G777

 

Mit „Einfach Brille anschließen und los!“ ist es leider nicht getan. Vor dem Start muss man erstmal Unmengen an Kabeln sortieren. Im Lieferumfang ist eine spezielle Akkustation enthalten, die zwischen Handy und Brille geschaltet werden muss. Erste Versuche von General Mobile, die Brille über den Akku des Handys zu speisen, sind wohl schnell im Blackout geendet. Ist der Akku geladen, schließen wir noch schnell das Videokabel an der Brille an und wundern uns über einen wackeligen Anschluss, der schon unter leichtesten Krafteinwirkungen herausfällt. Die beiden Kopfhörer sitzen ebenfalls etwas locker in ihrem Anschluss, fallen aber zum Glück nicht von alleine heraus.

Foto: AMB | Komplett verkabelt - Videobrille mit Akku und dem G777

 

An der Akkustation finden sich zusätzlich ein Rad zur Lautstärke-Regelung und ein An/Aus-Knopf. Sobald der betätigt wurde flimmert das Handymenü über die Kinoleinwand. Sollte man unverständlicherweise das Kino vor dem PC genießen kann die Zwischenstation während der Vorstellung über einen USB-Anschluss am Leben erhalten werden. Was vor dem Filmstart auffällt: Die Oberfläche der Brille aus Kunststoff ist geradezu ein Magnet für Fingerabdrücke. Alle Stellen des Geräts, die mit dem Kopf des Nutzers in Berührung kommen sind allerdings mit Gummi überzogen. Zumindest im Auslieferzustand, denn die Gummischicht löst sich bereits vor dem ersten Test langsam aber sicher auf.

Foto: AMB | Die Zukunft lässt grüßen - Videobrille in Aktion

 

Verwirrend ist zudem die Zusammenstellung der mitgelieferten Filmchen. Kino-Trailer zu The Hills Have Eyes 2, Kingdom of Heaven und Aliens (von 1986), sowie ein Trailer zu dem Video-Spiel The Elder Scrolls IV: Oblivion. Dazu kommt ein Ausschnitt aus dem Playstation 1-Spiel Micro Machines und ein Konzertausschnitt von Bryan Adams und Celine Dion im Duett. Wer hat sich das bitte ausgedacht? - Nach ein wenig Bearbeitung ist es uns dann gelungen eine Folge "Mein cooler Onkel Charlie" auf das Handy zu laden. Voraussetzung ist hierbei eine Auflösung von exakt 320x240 Pixel im MP4- oder 3GP-Format.

Die ernüchterung

 

Was sieht man denn nun wenn man durch die Brille guckt? Zunächst fällt auf, dass die Farben im Menü doch sehr kraftvoll sind, zu kraftvoll! Entscheidend hierbei ist allerdings der Blickwinkel. Je nach Entfernung der Augen von den zwei Displays der Brille, ändert sich das Bild, das sich einem bietet. Im ersten Moment ist man erstaunt und glaubt tatsächlich vor einer großen Leinwand zu stehen. Wenn sich die Augen mit der Zeit an das Bild gewöhnen fällt allerdings auf, dass Menüpunkte schwer zu lesen sind und die Qualität durch die magere Auflösung von 240x320 leidet.

Foto: AMB | Der Videoplayer auf dem Handydisplay

Wer sich mit der Bedienung des G777 auskennt und alle Tasten blind trifft, der kann ab jetzt nur noch durch die Brille schauen. Wem das nicht gelingt, der kann leider auch ohne Probleme an der Brille vorbeigucken. Hier wird einer der zentralen Kritikpunkte der Videobrille deutlich: Man muss die Augen außerordentlich anstrengen, um sich auf die beiden Mini-Displays zu konzentrieren. Da sie im Verhältnis zum normalen Sichtbereich der Augen sehr klein sind, wird man schnell von der Umgebung abgelenkt. Bei einem Test im ICE, war es fast unmöglich, sich durchgehend auf den schmalen Bildausschnitt zu konzentrieren. Nach 5-10 Minuten brauchen die Augen einfach mal Entspannung und man guckt unweigerlich unter der Brille hindurch.

Die Bildqualität ist leider nur unterstes Mittelmaß. Ein grauer Rand umfasst den Bildausschnitt und man stellt sich schnell die Frage, wieso es den überhaupt gibt. Das Bild ist ziemlich unscharf, man kann die wenigen Pixel auf dem großen Bildausschnitt regelrecht einzeln abzählen. Wirkliches Kino-Feeling kommt leider überhaupt nicht auf.

Daran sind die grausamen In-Ear-Lautsprecher nicht ganz unschuldig. Zwar ist die Soundqualität der Videos durch das Herunterrechnen auf eine kompatible Größe von vornherein nicht großartig, aber die mitgelieferten Kopfhörer geben dann nur noch Audiobrei von sich. Leider gelten die im Handy-Menü eingestellten Soundeffekte und Equalizer-Einstellungen nicht für die Videowiedergabe. Wir sehen nun also ein pixeliges Bild, bei dem nicht einmal Gesichtsausdrücke der Schauspieler klar zu erkennen sind und haben keine Möglichkeit die Bild- oder Tonqualität zu verbessern.

Foto: AMB | Mit aufgesetzter Brille sieht das Bild noch pixeliger aus

 

Wer zufällig einmal an der Brille vorbeischaut und den Film auf dem Handy-Display laufen sieht würde am liebsten die Brille abnehmen und auf dem Handy weiterschauen. Eine weitere Möglichkeit bietet allerdings das mitgelieferte AV-Kabel. Damit lässt sich das G777 problemlos an den heimischen Fernseher anschließen und Videos in annehmbarer Qualität der Verwandtschaft vorführen. Ob das viel Sinn macht, sei mal dahingestellt. top

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