Gleich zu Beginn: Fernsehespaß steigt mit der viel beschworenen so genannten "sichtbaren Bildschirmdiagonale". Ob diese Rechnung auch beim Handy-TV aufgeht, darüber kann man streiten. Das Display von LGs TV-Handy verfügt jedenfalls nur über schlappe 2 Zoll. Trotzdem bietet der kleine Bildschirm ein HDTV-ähnliches Fernseherlebnis. Die Technik, die verwendet wird, um das TV-Erlebnis zu optimieren, prangt als Schriftzug auch unter dem Display: "Mobile XD" leitet sich von der XD-Technik ab die von LG für HDTV-Panels entwickelt wurde. Die Technik kann, einfach gesagt, große Bilder klein machen und kleine groß, ohne Qualitätsverlust und mit Realtime-Optimierung von Format und Auflösung.
Den Fernsehzuschauer freut's, denn so ist die Bildqualität auf dem HB620T von LG ruckelfrei und detailliert, farbecht und kontrastreich. Vor allem die aus 60 Zentimeter Entfernung abgelesenen Börsendaten von N-TV belegen, dass eine höhere Auflösung pro Quadratzentimeter bei bewegten Bildern wichtiger ist als bloße Bildschirm-Diagonalen. Dies zeigt folgende Vergrößerung. (ca. 1:4)
Die Bedienung des Mini-Fernsehers ist intuitiv und komfortabel, ja sogar unkomplizierter als mit so mancher Fernbedienung. Auf Knopfdruck werden die obere Icon-Leiste samt TV-Empfangsstärke angezeigt, darunter die Kanal-Nummer und der Titel der laufenden Sendung sowie die Uhrzeit der nachfolgenden Sendung.
Während man mit der rechten, bzw. linken Richtungstaste die Kanäle durchzappt, dient die vertikale Steuerung zum Start von Senderliste und Radio. Das Fernsehprogramm des laufenden Senders lässt sich aus dem Optionenmenü herauspicken, das mit dem linken Softkey geöffnet wird.
Auch Details zur Sendung werden auf Wunsch angezeigt. Die Lieblingssender landen über das Optionenmenü auf der Favoritenliste, die jederzeit über die Extrataste mit dem Stern zu erreichen ist. Einfacher geht es nicht, der TV-Folder lässt sich fast ganz ohne Lernkurve bedienen und liefert exakt das, was er soll.
Wenn ein Anruf dazwischen kommt, schaltet sich die TV-Funktion erst ab, wenn der Nutzer gewillt ist, diesen anzunehmen. So verpasst man beides nicht - wichtige Sendungen oder wichtige Anrufe.
Kamerafunktionen
Immerhin dauert der Start der Vorschau aus dem Stand nicht mehr als drei Sekunden, so dass echten Schnappschüssen nichts im Weg steht.
Der Fotochip verleiht den Ergebnissen einen kühlen Farbton. Bei sonnigem Wetter sind die Aufnahmen überraschend dunkel, in weniger beleuchteter Umgebung werden die Bilder hingegen erstaunlich hell. Abgesehen von diesem Paradoxon ist das Sammeln von Anruferbildern oder das eine oder andere Urlaubsalbum kein Ding der Unmöglichkeit.
die Kameravorschau bietet dann auch die üblichen Einstellungen und Effekte der mobilen Fotografie, wobei der Nutzer weder auf einen automatischen Weißabgleich verzichten muss wie auf Farbeffekte, Serienaufnahmen, Nachtmodus und Selbstauslöser. Alles ist schnell über die Symbolleiste zu erreichen, die mit dem linken Softkey gestartet wird. Damit gelangt man auch zur Bildvorschau, in der man Ordner anlegt und seine Fotos dort hinein verschiebt, Diashows ansieht, sich die Bilder sortiert auflisten lässt, zu einem Kontakt hinzufügt oder versendet. Eine Bildbearbeitung bietet das TV-Handy allerdings nicht.
Ähnlich ist auch die Videovorschau gestaltet. die 240x320 Pixel messenden Clips laufen flüssig. Der Chip lässt sich auch nicht von rasanteren Kamerafahrten aus der Ruhe bringen und kommt nicht ins Stocken. Im 3gp-Format werden die Videos in einer Länge von bis zu 60 Minuten wahlweise im Telefon oder auf der Speicherkarte abgelegt. top
Nur circa 100 MB der 130 MB kann das HB620T als interne Ablage beim ersten Start anbieten. Die restlichen Megabyte sind schon mit Programmen, Beispielbildern und belegt.
Die eigenen Inhalte auf dem Handy sind mit einem Klick auf den Navkey direkt aus dem Standbyscreen zu erreichen. Bilder, Sounds, Videos, Spiele und Java-Anwendungen, sowie Flash-Inhalte sind bereits als Ordnerstruktur vorhanden. Doch der vielsagende Name Flash täuscht ein wenig, Youtube-Videos gehören nicht zum Repertoire, lediglich herkömmliche Flashanimationen im SWF-Format.
Die Bedienung des Players erklärt sich von selbst. Die Steuerung via Richtungstasten dient den einfachsten Befehlen für Lautstärkeregelung und Songposition, Start/Stop löst die OK-Taste aus. Für Albumcover zeigt ein Platzhalter zwar die Funktionalität an, auf der Playeroberfläche dagegen werden die kleinen Bilder auch bei direkter Synchronisation über LGs hauseigene Software nicht mitinstalliert. Immerhin passt der Equalizer die Frequenzen an eigene Hörgewohnheiten an.
Um Musik in den Telefonspeicher zu übertragen, muss der USB-Modus "Musiksynchronisation" aktiviert werden - nur für technisch versierte Nutzer kein Problem. Der so genannte "MTP"-Modus (Media Transfer Protocol) ist mehr eine Erfindung, um dem Wildwuchs an DRM-Formaten etwas entgegenzusetzen, als für die Synchronisierung der Mediendateien unabdingbar. Ergebnis ist auch, dass WMA-Dateien mit DRM-Schutz über LGs Software zwar kopiert, aber nicht abspielfertig synchronisiert werden. DRM-geschützte Dateien der Open Mobile Alliance sind hingegen bei LG unter Vertrag und werden brav gesynct.
Der Klick auf den Menü-Unterpunkt "Musik" im Hauptmenü von LGs neuer PC-Software führt zu einer Software mit dem vielsagenden Titel: "Musik". Selbstverständlich lassen sich die Titel auf dem Handy auch mit Microsofts Windows Media Media Player 11 synchron halten. Die Musikverwaltung im Massenspeichermodus mit LGs Software oder mit dem WMP 11 funktioniert aber nur bei eingelegter Speicherkarte. MicroSD-Speicherkarten sind nicht alltzu teuer. Für jene Nutzer, die größtenteils MP3s in ihrer Sammlung haben, empfiehlt sich der Kauf, erst dann kann Musik auf dem Handy Spaß machen. Das MP3-Format unterstützt ohnehin kein DRM. Auch Podcasts lassen sich mit dem Musik Manager verwalten. Sogar Streaming Casts, also Internet Radios sind mit einem günstigen Datentarif schnell synchronisiert und auf dem Folder zu empfangen. top
Es wurden noch keine Kommentare abgegeben.