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LG HB620T: Wie gut ist Fernsehen auf dem Handy-Display? Unser Video gibt die Antwort

Browsing / Messaging

Schnelles HSDPA sorgt für rasend schnellen Datensurchsatz, doch wie schnell ein Handy den Datenstrom verarbeitet, steht immer auf einem anderen Blatt. Das HB620T scheint für den Seitenaufbau mehr Zeit zu benötigen. Genauso behäbig gestaltet sich die Bedienung des Browsers. Da finden sich dann zwar alle möglichen Komfortfunktionen, die man auch schon von anderen Lösungen her kennt, dennoch tickt die Uhr einige Male mehr, bis der Nutzer sein Vorhaben in die Tat umgesetzt hat.

Dabei bleiben die Verwaltung von Lesezeichen, das Speichern von Webinhalten und die Navigationsmethode alles andere als intransparent: das Optionenmenü ist geordnet und logisch strukturiert, um zu einer neuen URL zu springen, reichen wenige Klicks, die auch selbsterklärend sind. Seltenheitswert auf einem Handy ohne Qwertz-Tastatur hat der RSS-Reader. Für einen neuen Feed muss mittels Ziffernblock die komplette URL-Adresse zwar erst einmal mühsam eingetippt werden, ab diesem Zeitpunkt steht allerdings dem Lesevergnügen nichts mehr im Wege. Es dauert auch kaum mehr als Sekunden, um zum nächsten Artikel zu springen, im Vergleich zum Browser ist der RSS-Reader mit seinem schnellen Ladetempo eine zufriedenstellende Lösung.

Der Browser glänzt zwar noch durch weitere Komfortfunktionen, es sind aber eher die schwergängig knackenden Tasten und ein aufwändiges Herumsuchen in den Optionen, die Geduld einfordern. Besitzer des Freizeit-Gadgets müssen da viel Zeit mitbringen oder sich nach Alternativen umschauen. Dank dem kostenlosen Opera Mini könnte dann der Spaß am Surfen zurück ins HB620T kommen. Schade nur, dass wir die neueste Version (4.1) auf dem HB620T nicht instellieren konnten.

Die Einrichtung des Email-Kontos ist mit den üblichen Daten (Adresse des Emaileingangs- und Ausgangservers, Benutzername und Kennwort) kein Hexenwerk, die Einrichtung des Accounts holt auch jene mit ins Boot, die mäßig bis weniger Ahnung von der Materie haben. Lediglich die Verbindungseinstellung kann noch zum Stolperstein werden. Man sollte sicher gehen, dass als Zugangspunkt keine WAP-Verbindung angegeben ist.

Leider taugt der Email-Account, auch wenn eine Speicherkarte im Handy steckt und der entsprechende Datentarif gebucht, nicht zum Transfer größerer Dateien - spätestens bei einem Megabyte ist Schluß. Daher lohnt sich die Einrichtung des Accounts auf dem Folder nur zum kurzen Email-Check. Nur drei Mails passen im Posteingang mit Betreff und Empfangsdatum untereinander. Html-Mails werden nicht angezeigt.

Die SMS-Ordner sind in vertrauter Zweckmäßigkeit angeordnet: Eingang, Entwürfe, Ausgang und Gesendet. Empfangene SMS werden im Außendisplay angezeigt.

Die Worterkennung T9 hilft beim Eintippen und wurde nicht unnötig verkompliziert, alle Eingabemethoden, ob Großschreibung oder Zahleneingabe liefert die Raute-Taste. Das jeweils am häufigsten benutzte Sonderzeichen zaubert man mit der "1"-Taste auf den Schirm, eine Übersicht wird mit Hilfe der Stern-Taste angezeigt, so gestaltet sich das SMS-Schreiben auf dem Folder als sehr komfortabel. Durch Zufall ergibt sich hier sogar im Zusammenspiel mit dem Foldermechanismus ein nicht zu verachtender ergonomischer Vorteil: Im TV-Einrastpunkt von ungefähr 55 Grad ist das SMS-Schreiben durchaus reizvoll, da die horizontale Tastatur dem Daumen mehr Bewegungsfreiheit gibt. top

PIM-Funktionen

Viel zu sagen gibt es über das persönliche Infomations Management (PIM) auf einem TV-Handy nicht. Der Zweck des Einsatzes, das Fernsehen, scheint ja auch eher der Freizeit zugeordnet zu sein, als dem Planen.

Dennoch finden sich, wie mittlerweile in jedem aktuellen Handy alle Standardanwendungen zur Alltagsorganisation. Dabei darf sich der Nutzer über eine verhältnismäßig einfache Synchronisation der Daten vom und zum PC freuen.

Auch die Darstellung ist gelungen, Monats- und Wochenansicht sind übersichtlich und - je nach Schriftart oder Menü-Theme ansehnlicht gestaltet.

Sollte James Bond wieder mal im internationalen Agentenverkehr unterwegs sein, könnte er seine Geheimnotizen auch ins HB620T eintippen. Die Notizen lassen sich mit einem vierstelligen Code verschlüsseln.

Über Bluetooth war es schon bei vielen Geräten schwierig, komplette Telefonnummer-Sammlungen von einem Gerät auf das andere zu transferieren. Dem halfen die Entwickler bei LG ab, indem im Menü des Telefonbuchs eine Option zum Senden aller Kontakte möglich ist. Auch das hin- und herschieben aller oder ausgewählter Kontakte von SIM und Telefonspeicher wird per Option mit wenigen Klicks erledigt.

Der Abgleich mit dem PC funktioniert wie gewohnt ausschließlich über MS Outlook oder Outlook Express, ob nur die Kontakte oder auch Kalender, Aufgaben und Notizen dabei berücksichtigt werden, kann man festlegen. Auch, welche Instanz im Zweifel das letzte Wort hat, pro PIM-Typ lassen sich die entsprechenden Ordner in Outlook auswählen. top

Foto:AMB | PIM-Sync

 

Connectivity / Sync

Bettsofas vereinigen zwei Zwecke in einem, was der Name bereits andeutet. LGs TV-Handy kann da eine Menge mehr. Bereits bei der ersten Installation der LG PC Suite II wird das HB620T zum Beispiel als Modem mitinstalliert. Später lässt sich das Klapphandy nach Auswahl von Modemtreiber Land und Netzanbieter mit wenigen Klicks zum reinen Datentransporteur umfunktionieren.

Mit Staunen reagierten wir auf die 7,2 Mbit/sek schnelle Verbindung. Ob sich auch beim Surfen die volle HSDPA-Geschwindigkeit messen lässt, hängt von Provider seines Handytarifs ab. Nur dann ist die volle Ausnutzung der Bandbreite auch möglich. Derzeit ist der volle HSDPA-Ausbau lediglich bei T-Online oder Vodafone zu haben, die anderen Anbieter beschränken ihr Angebot meist auf das mit ca. 40 Kb/sek um einiges langsamere UMTS.

In der Nahfeld-Connectivity stehen Bluetooth und USB zur Verfügung. Beide Verbindungsarten glänzen mit hoher Verlässlichkeit und unkomplizierter Anbindung an den PC. So wenig Kummer hat noch kaum eine Verbindungseinrichtung bereitet.

Die Liste der unterstützten Bluetooth-Protokolle sprengt den Rahmen des Üblichen und beinhaltet auch komplexe technische Verbindungen wie A2DP oder das für die Anbindung an die Auto-Freisprecheinrichtung nötige SAP (SIM Acces Protocol). Selbst als Fernbedienung lässt sich das TV-Handy nutzen. FTP-Verbindungen und Drucken gehören ebenfalls zu den unterstützten Bluetooth-Diensten.

Der PC Suite II wurde ein deutlich seriöserer Akzent verliehen, anstatt der knallig-bunten Oberfläche dominiert nun ein eleganter design-orientierter Stil, der auf weniger, dafür klarere Informationen setzt. Neu ist die Möglichkeit, Java-Software direkt vom Desktop aus aufs Handy zu installieren. Und noch mehr praktische Tools sind hinzu gekommen, die eine Synchronisation mit Outlook überflüssig machen können: eines der neuen Programme liest die Kontakte vom Handy ein und listet sie samt Kategorien in einem Fenster auf, wo sie auch bearbeitet werden können. Erfreulicherweise folgen alle Programme in der PC Suite der "zum Telefon/ auf den PC" - Logik, wodurch wieder mal die Einfachheit - und dadurch der Nutzer - gewinnt.

Foto:AMB | LGs PC Suite II

 

Die Schaltfläche "Inhalte" öffnet eine angepasste Version des Windows Explorers, die unkompliziert alle möglichen Inhalte auf dem Handy anzeigt. Klickt man zum Beispiel auf "Sounds", darf man auswählen, ob damit die Musik oder Sprachaufzeichnungen des Diktiergeräts gemeint sind. Egal welche Dateien markiert sind, ein Klick auf "zum PC" und schon landen die Inhalte im entsprechenden Ordner. Warum Die PC Suite die Dateien ins Hauptverzeichnis der Festplatte kopiert und nicht in den Bilder-, Musik- oder Videoordner, bleibt unklar. Die fast optionsfreie Oberfläche gibt darauf keinen Hinweis, die Hilfe auch nicht. top

Foto:AMB | Der Inhalte-Manager

 
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