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OpenMoko Freerunner: Freies Linux-Handy für Experten

Inhaltsverzeichnis

Freie Systemwahl: So offen kann ein Handy sein

An diesem Punkt dürfte jedem Leser klar sein: Der Freerunner ist nichts für Komfort liebende Smartphone-Profis. Im Gegensatz zu den anderen Touchscreen-Neuerscheinungen des Jahres 2008 geht er einige Schritte weiter und gibt Experten nahezu unbegrenzte Freiheiten, die sie aber zu nutzen wissen müssen. Das bei Handy-Freaks beliebte Flashen des Betriebssystems gehört beim Freerunner zum Standard. Es erfordert weder spezielle Tools auf dem PC, noch Tricks auf dem Freerunner.

Foto: AMB | OpenMoka Freerunner

Ganz im Gegenteil: Die Entwickler legen auch dabei höchsten Wert auf die vollständige Offenheit ihres Systems. Die Hardware unterstützt dies durch einen speziellen Boot-Modus (U-Boot), in dem problemlos neue Kernel-Images oder andere kompatible Betriebssysteme auf dem Freerunner installiert werden können. Der prominenteste Vertreter ist ein Image, das die beliebte OPIE-Oberfläche des Sharp Zaurus enthält und einen völlig anderen Ansatz wählt als das auf GTK+ basierende System von OpenMoko.

Fast jede Woche veröffentlicht der Hersteller neue Kernel oder Filesystem-Releases für OpenMoko auf seiner Webseite. Mehr Informationen zu diesem Thema enthält der Leitfaden "Getting Started" im Wiki. Die neusten Images zum Flashen und das notwendige Installationswerkzeug "dfu-util" findet man hier.

Das Betriebssystem muss auch gar nicht aus dem eingebauten NAND-Speicher des Handys geladen werden, sondern kann von einer eingelegten MicroSD-Speicherkarte kommen. So kann man öfter Mal eine andere Variante ausprobieren. Eine genaue Anleitung für die Vorbereitung und dem Betrieb dieser flexiblen Boot-Lösung findet man hier.

Wir haben das OpenMoko-Handy Neo FreeRunner und seine Technologien mehrere Tage lang untersucht und können die Aussagen des Geschäftsführers Sean Moss-Pultz uneingeschränkt unterschreiben: OpenMoko ist mit Abstand das offenste und gleichzeitig das am besten dokumentierte freie Betriebssystem für Handys und verrichtet seinen Dienst auf einer zeitgemäßen Hardware.

Doch hilft das dem Markt weiter? Die Absicht des Projektes erschließt sich nicht jedem. Entwickler kommerzieller oder populärer Software sind bei Symbian oder Windows Mobile nicht weniger gut aufgehoben, wo sie eine viel größere Zielgruppe erreichen. Apple stößt in diesen Tagen mit einem gut dokumentierten SDK sowie einem attraktiven Verdienstmodell dazu und Ende des Jahres kommt Google mit seinem Android, einem weiteren komfortablen und gut dokumentierten Linux-Derivat mit attraktiver Hardware.

Dennoch wird OpenMoko seine Nische finden. Wer eine spezielle Anwendung plant, die mit den GPS-Sensoren eines Nokia nicht funktioniert und für die API der Lagesensoren des iPhone zu anspruchsvoll ist - oder wer Bibliotheken verwendet, die sich nicht auf anderen Systeme portieren lassen, für den ist OpenMoko eine willkommene Alternative, weil sie in allen Teilen offen ist. Zu einem ernsthaften Konkurrenten für die Systeme der anderen Handy-Hersteller wird OpenMoko aber wohl nicht werden.

Weitere Informationen

http://www.freeyourphone.de Gut besuchtes Deutsches Fan- und Entwicklerforum der OpenMoko-Szene. http://wiki.openmoko.org
Die offizielle Dokumentation der Community. Teilweise mit nicht zum Freerunner kompatiblen Hinweisen, aber gut verständlichen Einstiegsinformationen.

http://www.angstrom-distribution.org/repo/?action=section&section=openmoko
Zusätzliche Packages für OpenMoko, teilweise veraltet.

http://gvsigmobileonopenmoko.wordpress.com
Sehr ambitioniertes englisches Blog eines begeisterten OpenMoko-Entwicklerteams

http://planet.openmoko.org
Das offizielle Blog der OpenMoko-Community

http://projects.openmoko.org/ Sourceforge Ä hnliches Quellen-Repository für OpenMoko-Projekte

http://wiki.openembedded.net/index.php
OpenEmbedded ist eine CrossCompile-Plattform, mit der Linux-Quellen auf verschiedenen Systemen lauffähig gemacht werden können und die auch unter penMoko eingesetzt werden kann

http://kelvan.soup.io
Privater Blog über die Erfahrungen mit dem OpenSource-Smartphone. Dort kann man viel einfache Tricks über die Einrichtung des Openmoko lernen.

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Kommentare
  1. 21.03.09 00:13 Anonymous (Gast)

    Anonymous#3 hat völlig Recht.
    Im Gegensatz zu Android verschickt dieses Smartphone nicht automatisch SMS oder überträgt wie das iPhone Screenshoots zu seinem Hersteller. Das Linux, was drauf ist, ist immernoch stabieler, wie XP oder Vista.

  2. 11.01.09 13:04 Christoph Pulsetr infopu (Gast)

    Bezugsquelle: [url]www.pulster.de[/url] - Preis 249 EUR (Stand 01/2009)

  3. 13.08.08 12:34 leachim (Gast)

    Hallo, ich habe meinen Freerunner jetzt schon seit der ersten Lieferung, und bin voll und ganz zufrieden damit. Obwohl ich eigentlich auch nur ein Windows User bin! Flashen kann man mit Live Cds und mit dem Windows Treiber ist eine Kommunikation über SSH und SCP kein Problem!

  4. 25.07.08 16:09 xarumanx (Gast)

    man muss nicht unbedingt linux installieren um mit dem freerunner zu kommunizieren. es gibt einen treiber für windows und auch einen für osx mit dem man von diesen systemen per ssh und usb kabel auf das openmoko teil kommt. spätestens dort sollte man aber wieder seine linux - kenntnisse ausgraben.

    der bildschirm von dem telefon is einer der schönsten (weil hochauflösend) die ich auf einem handy je gesehen habe, einzig der software merkt man den beta-status noch an, weil es doch da oder dort hakt und man das ding öfter mal neu startet...

  5. 20.07.08 14:30 Mathis (Gast)

    Vielen Dank für den guten Überblick. Sieht nach einem wirklich spannenden und guten (weil offenen) Projekt aus... Dann werd ich mir wohl mal einen freerunner bestellen.

  6. 14.07.08 00:45 stadolf (Admininator)

    ich bin Mathematiker und sehe das genauso (@Anonymous #3) :) Aber ehrlich gesagt - so wie ich die Auswahl bei OpenMoko kennengelernt habe, ist da noch ganz viel Entwicklungsbedarf.

    Ihr könnt Euch übrigens auch anmelden, wenn Ihr hier einen richtigen Namen braucht :)

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