Mobile Breitbandzugänge ins Internet sind momentan der vielversprechendste Zukunftsmarkt in der Telekommunikation. Im vergangenen Jahr lagen die Zuwachsraten des Datenverkehrs in europäischen Mobilfunknetzen zwischen fünf und 1.500 Prozent. Der Markt ist riesig. Bereits jetzt gibt es weltweit 200 Handynetze, in denen die Kunden mit 1,8 Megabit pro Sekunde oder schneller online gehen können. In Deutschland sind 7,2 Megabit pro Sekunde der neue Standard, das ist flotter als viele DSL-Anschlüsse.
Über 50 Millionen Menschen nutzen weltweit das mobile Breitband, und jeden Monat kommen vier Millionen neue Teilnehmer hinzu. Aber es hat sehr lang gedauert, bis das Thema von einem Hype in den Medien zu einem anwendbaren Alltagsprodukt wurde. Geredet wurde über diese dritte Generation des Mobilfunks (3G) schon seit zehn Jahren, aber erst jetzt werden akzeptable Übertragungsgeschwindigkeiten erreicht. Im Vergleich zum Festnetz, wo das Breitband-DSL schon lang die zentrale Rolle spielt, hinkt die Mobilnutzung um viele Jahre hinterher. Die meisten Kunden verwenden ihre Geräte nur zum Telefonieren und für SMS.
Verantwortlich sind dafür vor allem technische Gründe. Mobiles Breitband wird in Deutschland fast nur im Zusammenhang mit UMTS betrachtet. Zwar kommen prinzipiell auch Funktechniken wie WLAN oder Wimax in Frage, aber die Mobilfunkbetreiber hatten sich schon mit dem Vorgängerstandard GSM eine starke Marktposition erarbeitet und eine solide Infrastruktur aufgebaut. Mit UMTS wollten sie den Überraschungserfolg des weltweit verbreiteten GSM-Standards wiederholen.
Doch UMTS konnte seine Versprechen von hohen Bandbreiten und niedrigen Paketlaufzeiten zunächst nicht einhalten. Nicht nur die Technik war für den Fehlstart des mobilen Breitband in Deutschland verantwortlich, sondern auch die Fehlplanungen der Netzbetreiber. In ihren Business-Plänen zu Anfang des Jahrtausends gingen sie davon aus, dass jeder Kunde 50 Euro pro Monat für das mobile Internet ausgeben würde. Das weckte eine Gier, die damals kaum jemand kritisierte, weil sie berechtigt erschien. Zu diesem Zeitpunkt waren noch keine WLAN-Geräte auf dem Markt und die Anbieter glaubten ernsthaft, dass jeder Laptop und jedes Handy über das Mobilfunknetz ins Internet gehen würde. Wer solch einen Zugangspunkt besetzt, kann jeden Preis dafür verlangen.
Der Begriff bekam vollends einen faden Beigeschmack, als die Bundesregierung im Jahr 2000 die Lizenzen für die Nutzung von UMTS in Deutschland vergab. Die Mammut-Auktion spülte dem Staat 50 Milliarden Euro in die Kasse. Der spöttelnde Finanzminister Hans Eichel behauptete damals, dass die Abkürzung UMTS keinen Mobilfunkstandard bezeichnet, sondern etwas ganz anderes: Unerwartete Mehreinnahmen zur Tilgung von Staatsschulden. Durch diese enormen Kosten waren preisgünstige Geschäftsmodelle für die UMTS-Anbieter kaum noch denkbar. McKinsey hielt monatliche Einnahmen von 68 Euro pro Kunde für notwendig, damit T-Mobile keine Miesen macht. Von solch einem Umsatz pro Kunde können die deutschen Netzbetreiber bis heute nur träumen, in Wirklichkeit ist er drei- bis viermal geringer.
Nach dem Rausch der Versteigerung kam der große Kater. Statt den Vertrieb ab Mitte 2002 zu beginnen, wie es ursprünglich geplant war, kamen die ersten Angebote für Endkunden nicht vor 2004 auf den Markt. Der Netzausbau kam nur schleppend voran. UMTS wurde zaghaft als Business-Anwendung vermarktet und zu Mondpreisen an Geschäftskunden verkauft, 19 Euro pro Megabyte waren keine Seltenheit. Der Mobilfunkanbieter Debitel rieb sich die Hände, weil er rechtzeitig aus der Versteigerung ausgestiegen war und seine Milliarden zusammengehalten hatte. Das Geld legte er lieber als Mitgründer des Klingeltonanbieters Jamba an, der seitdem die Fernsehzuschauer mit verrückten Fröschen und Kuschelküken in den Werbeblöcken terrorisiert.
Heute sieht die Lage ganz anderes aus. Debitel muss mit Freenet fusionieren, weil ihr Geschäftsmodell als Weiterverkäufer von Telefonminuten und Datenpaketen nicht genug einbringt. Die Preisdifferenzen sind ausgereizt und ohne eigenes Mobilfunknetz müssen sie die Konditionen akzeptieren, die ihnen die Netzbetreiber anbieten. Da bleibt kaum eine Gewinnspanne übrig.
UMTS entwickelt sich dagegen prächtig. Technische Erweiterungen wie HSDPA und HSUPA haben die erzielbare Bandbreite deutlich erhöht. HSDPA kommt in Großstädten auf 7,2 Megabit pro Sekunde und einige Basisstationen sind sogar schon auf 14,4 Megabit pro Sekunde aufgerüstet. Das merkt bloß niemand, weil die passenden Endgeräte fehlen.
Auch die Tarife sind heute durchschaubar, weil es einfache Flatrates und Paketpreise gibt, und sie haben endlich ein bezahlbares Niveau erreicht. Ein wichtiger Einschnitt war die CeBIT 2007, als Simyo seine Datenpreise um 97 Prozent senkte. Ein Megabyte kostet seitdem 24 Cent. Wer nur E-Mails checkt, kann damit über einen ganzen Monat kommen.
Während zuerst nur Datenkarten für Notebooks ein Verkaufsrenner waren, sind längst auch die Verkaufszahlen für UMTS-Handys nach oben geschnellt. Nur Exoten wie Motorola und Blackberry wagen es noch, Geräte über 100 Euro ohne 3G zu präsentieren. Besonders das iPhone hat gezeigt, dass benutzerfreundliche Internet-Handys neue Marktchancen eröffnen können. Allein der amerikanische Netzbetreiber AT&T konnte damit im vergangenen Quartal 2,4 Millionen Verträge dafür abschließen, von denen 40 Prozent an Neukunden gingen. Besonders arme Leute nutzen das Multifunktionsgerät neuerdings, zeigt eine Untersuchung von Comscore, und sparen sich damit die Kosten für Festnetz, DSL, MP3-Player und PC.
Das Marktforschungsunternehmen Strategy Analytics geht davon aus, dass bis Ende 2008 eine halbe Milliarde Menschen Mobilfunkverträge für 3G benutzen. Im kommenden Jahr sollen sie mehr als ein Drittel der Einnahmen der Netzbetreiber erwirtschaften. Endlich wird das Handy nicht mehr nur zum Telefonieren und für SMS verwendet, sondern funktioniert als tragbarer Computer. Die mobile Breitbandwelle ist ins Rollen gekommen und die Betreiber klagen kaum noch über die hohen Kosten für die UMTS-Lizenzen.
Echt? So'n Quatsch! Du spinnst.
Na sagt mal Leute. Das klappt so aber gar nicht mit euch. Nicht nur, dass alle Artikel dieses Berichtes am ersten Tag schon wieder komplett online waren ^^ NEINE, nun habt irh vergessen, den Teil2 im Teil1 zu verlinken. Man komm also ganz oben in der Kopfzeile nur auf Teil1 und kann nicht wechseln. Na das üben wir aber nochmal^^
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HEy, das ging ja schnell mit dem verlinken^^ Dann lest ihr also doch die Kommentare. Freut mich :D