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Mobiles Breitband-Internet: Vom Medien-Hype zum Mobilfunk-Business

Mobiles Breitband-Internet ist momentan der wichtigste Zukunftsmarkt in der Telekommunikation. Die Geschwindigkeitszuwächse der neuen UMTS-Techniken sind gewaltig und stellen oft sogar DSL-Anschlüsse in den Schatten. Areamobile.de untersucht eine Woche lang den aktuellen Stand der Entwicklung und gibt einen Ausblick in die Zukunft.

HSDPA beschleunigt, ist aber kaum verfügbar

Sven Tröger könnte manchmal verrückt werden, wenn er mit seinem Handy ins Internet muss. Zwar hat er eine UMTS-Datenflatrate von E-Plus, aber die Übertragungsraten sind zum Weinen, wenn er sein Nokia-Handy an den Laptop anschließt. "Ich muss sechs Minuten warten, falls ich eine E-Mail mit zwei Megabyte Attachement versende", klagt der Vermarkter von Internet-Werbebannern, der ständig auf Achse sein muss. "In der Zeit darf ich den Computer nicht anfassen." Auch Telefonnummern darf der Vertriebsmanager der Berliner AreaDigital AG nicht heraussuchen, denn die sind im Internet beim Kundenkontakt-Manager Salesforce gespeichert. Ein Aufruf könnte den E-Mail-Versand zum Stillstand bringen.

Mit dem Handy als Modem ist man auch unterwegs voll businesstauglich - wenn die Bandbreite stimmt | Foto: Vodafone

 

Sein Alptraum ist ein kurzfristiges Angebot. Wenn ein Mediaplaner anruft und sagt, dass einer der Werbekunden noch einen Etat frei hat, muss Tröger sofort reagieren. Ein Angebot muss geschrieben werden, das seine Websites wie AreaMobile oder Handykult mit einem PDF-Attachement und einer Powerpoint-Präsentation vorstellt. „Wenn ich die E-Mail nicht schnell genug abschicke, geht das Geschäft an einen anderen“, sagt der 33-Jährige. Außerhalb der Großstädte kann er nur den den UMTS-Vorgänger GPRS nutzen und die Übertragung wird so langsam wie bei einem alten Telefon-Modem. Besonders ärgerlich ist es, wenn Tröger gerade im Zug sitzt, wo er nach eigener Erfahrung den Internet-Zugang ab einer Geschwindigkeit von 80 Kilometern pro Stunde komplett vergessen kann

Immer noch kein HSDPA bei E-Plus

Als letzter deutscher Mobilfunkbetreiber bietet E-Plus immer noch kein HSDPA (High Speed Downlink Packet Access) und kein HSUPA (High Speed Uplink Packet Access) an. Das sind die neuen UMTS-Beschleuniger, die in manchen Teilen Deutschlands Downloads von 7,2 Megabit pro Sekunde und 1,45 Megabit im Upload ermöglichen. Damit wird das Handy im Idealfall schneller als ein DSL-Anschluss. E-Plus-Chef Thorsten Dirks glaubt zwar, dass die deutschen Mobilfunkanbieter in fünf Jahren nur noch Internet-Daten transportieren. Die notwendige Aufrüstung des Netzes er aber noch nicht begonnen und bezeichnet das als „sehr intelligente Entscheidung“. Die Basisstationen kosten heute fünfmal weniger als vor drei Jahren.

Eplus setzt immer noch nicht auf HSDPA, das UMTS-Netz nur in den Ballungsräumen Ausgebaut

 

Die Landkarten sehen immer noch sehr kahl aus, mit denen die Mobilfunkanbieter ihre Netze darstellen. Der UMTS-Ausbau beschränkt sich in Deutschland auf Zonen mit hoher Bevölkerungsdichte, in denen auch die Versorgung mit anderen Internet-Zugangstechniken wie DSL oder Fernsehkabel hervorragend ist. Die schnellen Übertragungsraten der neuesten Handys und Laptop-Steckkarten lassen sich selten nutzen. "T-Mobile und Vodafone bieten bereits seit einiger Zeit UMTS mit HSDPA an, wobei sich die Netzabdeckung auf die Ballungsgebiete fokussiert, jedoch zunehmend ausgebaut wird", sagt Jan Wittek, Telekommunikationsexperte bei der Unternehmensberatung A. T. Kearney. o2-Kunden konnten bisher HSDPA über das Roaming mit T-Mobile nutzen, aber diese Möglichkeit wird jetzt schrittweise abgeschafft

Vorsicht vor Versprechen!

Aussagen wie "mehr als 75 Prozent des UMTS-Netzes von O2 sind HSDPA-fähig" oder "Vodafone erreicht 80 Prozent der Bevölkerung mit UMTS und UMTS-Broadband" sind immer noch mit Vorsicht zu genießen. Sie beziehen sich meistens auf Großstädte, spätestens beim Blick auf die Landkarte wird klar, wie dünn die Abdeckung ist. Wer auf dem Land wohnt, der hat Pech. Oder doppelt Pech, wenn es auch kein DSL gibt. Dass diese Gebiete über UMTS mit Breitband erschlossen werden, bleibt oft ein frommer Wunsch. Dafür müssten viel mehr Antennen aufgebaut werden, die mit langen Kabeln angeschlossen werden müssen. Dann könnte man auch gleich DSL verlegen.

Auch bei T-mobile erscheint das UMTS-Netz recht lückenhaft, dafür gibts flächendeckend EDGE

 

Wenigstens hat T-Mobile seit Mai sein komplettes Netz mit EDGE (Enhanced Data Rates for GSM Evolution) ausgerüstet. Der neue Übertragungsstandard ist zwar nicht ganz so schnell wie UMTS, aber er wird vom alten iPhone benötigt und auch andere Handys oder Datenkarten können ihn verwenden. Der Netzbausbau scheint Teil des Deals mit Apple zu sein. Während die die Übertragungsraten mit EDGE auf bis zu 220 Kilobit pro Sekunde im Download und 110 Kilobit pro Sekunde im Upload steigt, sinkt der Energiebedarf der Sendeanlagen um 30 bis 40 Prozent. Auch Vodafone und o2 rüsten mit EDGE nach.

Glossar

GSM: Global System for Mobile Communication, der am weitesten verbreitete Mobilfunk-Standard, wird vorrangig für Sprache genutzt.

GPRS: General Packet Radio Service ist eine GSM-Erweiterung zur paketorientierten Übertragung von Daten. In Deutschland erzielen Handys damit Übertragungsraten von bis zu 55,6 Kilobit pro Sekunde.

EDGE: Enhanced Data Rates for GSM Evolution ist ein neuerer Standard für die Übertragung von Datenpaketen per GSM. Er setzt ein zusätzliches Modulationsverfahren ein und ermöglicht damit Downloads von bis zu 220 Kilobit pro Sekunde.

UMTS: Universal Mobile Telecommunications System steht für den Mobilfunkstandard der dritten Generation (3G), mit dem deutlich höhere Datenübertragungsraten als mit dem GSM-Standard möglich sind. In Deutschland bis zu 384 Kilobit pro Sekunde.

HSDPA: High Speed Downlink Packet Access beschleunigt UMTS-Downloads auf bis zu 14,4 Megabit pro Sekunde. In Deutschland bisher aber höchstens halb so schnell.

HSUPA: High Speed Uplink Packet Access beschleunigt den Upload bei UMTS auf bis zu 5,8 Megabit pro Sekunde. In Deutschland bisher aber nur bis zu 1,45 Megabit pro Sekunde.

LTE: Soll der Nachfolger von UMTS werden, zählt aber immer noch zu 3G. Im Download soll er mindestens 100 Megabit pro Sekunde bringen und im Upload 50 Megabit.

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Kommentare
  1. 11.11.08 21:12 DerJens (Member)

    HEy, das ging ja schnell mit dem verlinken^^ Dann lest ihr also doch die Kommentare. Freut mich :D

  2. 11.11.08 16:11 Anonymous (Gast)

    Echt? So'n Quatsch! Du spinnst.

  3. 11.11.08 15:42 DerJens (Member)

    Na sagt mal Leute. Das klappt so aber gar nicht mit euch. Nicht nur, dass alle Artikel dieses Berichtes am ersten Tag schon wieder komplett online waren ^^ NEINE, nun habt irh vergessen, den Teil2 im Teil1 zu verlinken. Man komm also ganz oben in der Kopfzeile nur auf Teil1 und kann nicht wechseln. Na das üben wir aber nochmal^^

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