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Mobiles Breitband-Internet: Vom Medien-Hype zum Mobilfunk-Business

Mobiles Breitband-Internet ist momentan der wichtigste Zukunftsmarkt in der Telekommunikation. Die Geschwindigkeitszuwächse der neuen UMTS-Techniken sind gewaltig und stellen oft sogar DSL-Anschlüsse in den Schatten. Areamobile.de untersucht eine Woche lang den aktuellen Stand der Entwicklung und gibt einen Ausblick in die Zukunft.

UMTS und HSDPA sind vor allem für Geschäftsanwendungen sinnvoll

Mobiles Breitband entwickelt sich zu einem großen Geschäft. Schon im kommenden Jahr sollen die Netzbetreiber mehr als ein Drittel ihrer Einnahmen damit erwirtschaften. Nachdem es früher mit schwer Anwendungen wie Video-Telefonaten und Mobilfernsehen beworben wurde, auf deren Durchbrich wir immer noch warten, verwenden es heute die meisten Kunden als ganz normalen Internet-Zugang für ihren Laptop. Viele setzen es aus beruflichen Gründen ein.

UMTS und HSDPA wird oft für die Arbeit genutzt | Foto: Radicens

 

"Mit Breitband-Mobilfunk wird es endlich möglich sein, diejenigen Business-Anwendungen auch mobil zu nutzen, die bislang nur mit einem festen Internetzugang per DSL oder Kabel nutzbar waren" erklärt Jan Wittek, Telekommunikationsexperte bei der Unternehmensberatung A. T. Kearney. Hinzu kämen neue Möglichkeiten für Außendienstmitarbeiter, die von unterwegs auf große Datenbanken zugreifen müssen oder auf "schwere Anwendungen", die auf Servern im Unternehmen laufen.

Daten-Flatrate ohne Sprachtarif

Einen der günstigsten Tarife bietet dafür die Radicens GmbH aus Bietigheim-Bissingen an. Mit ihren Flatrate-Angeboten Moobicent oder Moobiair können die Kunden zum Festpreis von 34,95 Euro pro Monat, oder billiger bei Sonderangeboten, über das Mobilfunknetz von Vodafone oder T-Mobile ins Internet gehen. Beide Produkte werden als "Single Flatrate" angeboten. Die Kunden können sie also allein nutzen und nicht nur als Zugabe zu einem Sprachtarif, wie es normalerweise der Fall ist.

Mit seinen günstigen Preisen will Radicens sich auch als Alternative zu DSL-Anschlüssen etablieren, aber gleich nach der Markteinführung im vergangenen Jahr gab es schlechte Presse. Einige Kunden beschwerten sich in Internet-Foren, weil die Firma plötzlich ihren Vertrag gekündigt hatte. Sie hatten die Flatrate besonders ausgiebig genutzt und Hunderte von Gigabyte an Filmen und Musikstücken herunter geladen, so dass für Radicens die Rechnung nicht mehr aufging. Schließlich müssen sie jedes übertragene Megabyte bei den Netzbetreibern bezahlen, denn auf Großhandelsebene gibt es keine Flatrates.

Dank Flatrates wie der von Radicens bald überall unbeschwert surfen | Foto: Radicens GmbH

 

Radicens begrenzt deswegen jetzt nach fünf Gigabyte den Datendurchsatz für den Rest des Monats auf GPRS-Geschwindigkeit, mit der sich höchstens noch kleine E-Mails bequem herunter laden lassen. „Wenn ein Außendienstmitarbeiter mit Moobicent oder Moobiair ausgestattet ist, braucht er weder WLAN noch einen kabelgebundenen Internetzugang“, sagt Günter H. Jakubowski, der Geschäftsführer von Radicens. „Damit kann er sich und seinem Unternehmen Kosten und Zeit sparen und zudem die Zusammenarbeit und Kommunikation mit seinen Kunden optimieren.“ Darüber hinaus ermögliche ein mobiler Internetzugang, die Daten von Kunden und Produkten immer auf dem aktuellen Stand zu halten und so die Prozessabläufe im Unternehmen zu beschleunigen.

Von neuen Diensten, wie Videokonferenzen oder Bildtelefonie, spricht auch er nicht. Dabei hatten genau diese neuen Möglichkeiten vor acht Jahren den Preis für die UMTS-Lizenzen in schwindelerregende Höhen getrieben. Heute ist immer noch fast nichts zu sehen davon. Alle Firmen und Experten der Branche halten sich zurück mit Versprechungen. Per Mobilfunk-Internet werde genau das selbe gemacht wie im Büro, nur eben ohne Kabel. Dabei sind jetzt schon unglaubliche Anwendungen möglich.

Hirnzellen retten in Berlin

In Berlin lief gerade eine 15-monatige medizinische Studie über das Projekt Strokenet an. Experten der Charité, der Technischen Universität und der Schnelle Medizinische Hilfe Krankentransport GmbH werden zeigen, wie sie mit UMTS-Videoübertragungen die Überlebenschancen von Schlaganfallpatienten steigern und Behandlungskosten sparen. "Es geht darum, die Zeit zwischen der Meldung des Notfalls und der Behandlung zu verkürzen", erklärt Projektmitarbeiter Frank Steuer, Wissenschaftler am DAI-Labor (Distributed Artificial Intelligence) der TU Berlin. "Gerade bei Schlaganfällen wird in den ersten drei Stunden durch Medikamente viel erreicht und Folgeschäden können vermieden werden. Wir retten Hirnzellen."

Schon heute hilft Mobilfunk bei der Diagnose| Foto: izmf.de

 

Über das Mobilfunknetz bauen die Sanitäter eine Videoverbindung vom Krankenwagen zum Zentrum für Telemedizin der Charité auf. Von dort steuert ein Arzt die Kameras und untersucht den Patienten. Nach einer kurzen Befragung der Rettungshelfer kann der Experte schnell entscheiden, ob es sich um einen Schlaganfall handelt und die Stroke Unit informieren. Das ist ein spezielles Schlaganfall-Team, das sofort in Aktion tritt und schon während des Krankentransports die optimale Behandlung vorbereitet. In den bisherigen Tests hat Strokenet reibungslos funktioniert, auch wenn für die Übertragung von Bild und Ton meistens nur 200 Kilobit pro Sekunde zur Verfügung stehen. Sobald der UMTS-Beschleuniger HSUPA in ausreichendem Maß verfügbar ist, wird das System aufgerüstet, um höhere Bandbreiten in der Senderichtung zu ermöglichen.

Noch schneller mit LTE

Allerdings gibt es ein Problem, das sich auch damit nur schwer lösen lässt: Sobald zwei Krankenwagen nebeneinander stehen, sinkt die Qualität der Videobilder erheblich. Die Sendeeinheiten konkurrieren um die knappe Bandbreite in einer Funkzelle. "Mangelnde Spektraleffizienz" nennt sich dieses Problem und ist mit dem bisherigen UMTS-Standard und seinen Erweiterungen nicht zu beheben. Das schafft nur der Nachfolger Long Term Evolution (LTE) der zwar noch standardisiert wird, aber schon bald auf den Markt kommen soll. "Ende des kommenden Jahres will unser Unternehmen in Japan die Vermarktung von LTE beginnen", sagte Toru Otsu, Leiter der NTT Docomo Labs Europe, Ende Mai in Berlin auf dem Branchentreff LTE World Summit. "Im Labor haben wir damit schon Übertragungsraten bis 220 Megabit pro Sekunde erreicht."

Noch passt LTE-Technik nur in einen Aktenkoffer, bald soll sie miniaturisiert auch in Handys zum Einsatz kommen | Foto: Areamobile.de

 

Durch die neue Funktechnik MIMO (Multiple Input Multiple Output) und neue Modulationsverfahren OFDM (Orthogonal Frequency Division Multiplex) können mit LTE zehnmal mehr Handys an einem Standort mit Breitband-Internet versorgt werden als mit UMTS. Auch in Deutschland wird man wohl nicht lang darauf warten müssen. "UMTS hat bisher nicht die Erfolgserwartungen erfüllt", sagte Klaus-Jürgen Krath, Netzwerkexperte von T-Mobile International. "Wir sollten nicht zu lang warten, LTE auf den Markt zu bringen." Weil die Netzbetreiber mit LTE viel mehr Daten über das selbe Funkspektrum senden können, sind ihre Kosten pro Bit vier bis zehnmal geringer als bei UMTS mit HSDPA. Krath geht deswegen davon aus, dass UMTS wahrscheinlich schon 2015 abgeschaltet wird, während der Vorgängerstandard GSM noch bis 2020 im Einsatz bleibt. Seit Anfang der Neunziger Jahre wird er weltweit auf über drei Milliarden Handys eingesetzt und ist die Basis für das lukrative Geschäft mit den Telefonminuten, mit dem die Mobilfunkunternehmen immer noch die größten Gewinne erzielen.

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Kommentare
  1. 11.11.08 21:12 DerJens (Member)

    HEy, das ging ja schnell mit dem verlinken^^ Dann lest ihr also doch die Kommentare. Freut mich :D

  2. 11.11.08 16:11 Anonymous (Gast)

    Echt? So'n Quatsch! Du spinnst.

  3. 11.11.08 15:42 DerJens (Member)

    Na sagt mal Leute. Das klappt so aber gar nicht mit euch. Nicht nur, dass alle Artikel dieses Berichtes am ersten Tag schon wieder komplett online waren ^^ NEINE, nun habt irh vergessen, den Teil2 im Teil1 zu verlinken. Man komm also ganz oben in der Kopfzeile nur auf Teil1 und kann nicht wechseln. Na das üben wir aber nochmal^^

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