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Mobiles Breitband-Internet: Vom Medien-Hype zum Mobilfunk-Business

Mobiles Breitband-Internet ist momentan der wichtigste Zukunftsmarkt in der Telekommunikation. Die Geschwindigkeitszuwächse der neuen UMTS-Techniken sind gewaltig und stellen oft sogar DSL-Anschlüsse in den Schatten. Areamobile.de untersucht eine Woche lang den aktuellen Stand der Entwicklung und gibt einen Ausblick in die Zukunft.

Radicens mischt den deutschen Breitband-Markt mit UMTS-Flatrates auf

Areamobile.de sprach mit Hans-Peter Eitel, Geschäftsführer Radicens GmbH aus Bietigheim-Bissingen, die den deutschen Mobilfunkmarkt gehörig aufmischt. Im April 2007 überraschte das Unternehmen mit einer UMTS-Flatrate für weniger als 40 Euro und hat seitdem die Datenpreise zum Fallen gebracht. Die Nutzerzahlen der Flatrates von Radicens, die als Ersatz für DSL dienen sollen, wachsen rasant und die Preise sind weiter gefallen. Schon gibt es ein erstes Angebot für nur 14,95 Euro pro Monat.

Was bekommt man denn zu diesem Preis?

Aktuell haben wir zum Weihnachtsgeschäft zeitlich begrenzte Sondertarife auf den Markt gebracht. Grundsätzlich bieten wir eine reine Datenflatrate im UMTS-Netz von Vodafone unter dem Namen MoobiCent sowie im Netz von T-Mobile unter dem Namen MoobiAir, zu der man keinen zusätzlichen Handyvertrag für Sprachtelefonate buchen muss. Wer bis Ende November einen Zweijahresvertrag abschließt, der zahlt in den ersten sechs Monaten nur 14,95 Euro.

Damit können Sie überall in Deutschland mit Ihrem Laptop oder dem Handy im Internet surfen. Ab dem siebenten Monat kostet der Tarif dann 29,95 Euro bis zum Ende der Vertragslaufzeit. Wer sich nicht so lang binden will, für den haben wir bis Ende November den Preis unserer MoobiAir-Halbjahresverträge auf 19,95 pro Monat gesenkt. Nach dem Ende der Mindestlaufzeit kosten alle diese Verträge 34,95 Euro pro Monat. Dafür gibt es HSDPA-Geschwindigkeiten von bis zu 7,2 MBit pro Sekunde.

Ist es nicht ziemlich belastend für die Mobilfunknetze, UMTS als Ersatz für DSL zu verwenden?

Die Mobilfunknetze sind sehr gut ausgebaut und stabil. Unsere Kunden können so auf das Internet zugreifen, wie sie es vom Festnetz-DSL gewohnt sind – mit dem Vorteil, fast überall online gehen zu können. Die Vorteile der mobilen Datenübertragung hat zum Beispiel auch die Polizei schon erkannt, indem sie beim G8-Gipfel letztes Jahr in Heiligendamm MoobiCent genutzt hat, um Bilder von ihren mobilen Überwachungskameras an die Zentrale zu senden.

Ist mobiles Websurfen ein neuer Trend?

Der Markt für mobiles Internet boomt, denn es entspricht dem gesellschaftlichen Trend zu mehr Mobilität und Individualität. Wir gehen davon aus, dass mobiles DSL innerhalb der nächsten drei Jahre das Festnetz-Internet überholen wird. Die Wachstumsmöglichkeiten sind enorm, denn im Gegensatz zum gesättigten Festnetzmarkt nutzen erst wenige Menschen einen mobilen Internet-Zugang über das Mobilfunknetz.

Lässt sich das auch in Zahlen belegen?

Immer mehr Leute schaffen das Festnetz ab, deswegen sind in Deutschland bereits 4,3 Millionen Haushalte nur über Mobilfunk erreichbar. Prognosen des Hightech-Verbandes BITKOM besagen, dass sich allein der Umsatz mit mobilen Datendiensten ohne SMS und MMS in Deutschland von 1,6 Milliarden Euro im vergangenen Jahr auf 5,7 Milliarden Euro im Jahr 2012 mehr als verdreifachen wird.

Gehen diese Zuwächse wirklich auf Kosten von DSL?

Sie gehen nicht unbedingt nur auf Kosten von DSL, der Mobilfunk wird DSL einfach überflügeln, weil er die größere Reichweite hat. In Deutschland haben nach aktuellen Informationen von Vodafone 80 Prozent aller Haushalte Zugriff auf UMTS und HSDPA. Somit haben deutlich mehr Haushalte Zugriff auf einen mobilen Breitband-Zugang als auf Festnetz-DSL, das nur 58 Prozent der Deutschen zur Verfügung steht. Zudem sorgen eine gute Netz-Infrastruktur, günstige Tarife, attraktive Endgeräte und nicht zuletzt der zunehmend mobile Lebensstil vieler Menschen für ein rasantes Wachstum. Mit MoobiCent oder MoobiAir bekommt man einen deutschlandweiten Hotspot, der sich überall nutzen lässt. Das kann DSL nicht bieten.

Wie entwickelt sich Ihr Unternehmen?

Bis zum vergangenen Jahr war die mobile Internet-Nutzung sehr teuer und die Preise schwer durchschaubar, darin hatten wir das Marktpotenzial für Radicens gesehen. Mit unseren Angeboten haben wir das komplizierte Tarifgefüge der Mobilfunkanbieter durchbrochen. Bei uns gibt es nur einen Preis, egal wie stark die Nutzung ist. Das kommt gut an und wurde inzwischen von einigen Wettbewerbern kopiert.

Was sind das für Wettbewerber?

Für ungefähr ein Jahr waren wir nahezu allein auf dem Markt, doch T-Mobile bietet beispielsweise seit Juli den Tarif web'n'walk Connect L an. Das ist eine Single-Flat wie bei Radicens, aber fünf Euro teurer. Wir freuen uns aber über solchen Wettbewerb, denn die Gesamtlage wird dadurch für alle Marktteilnehmer besser: schließlich steigern diese Unternehmen mit ihren Werbekampagnen das generelle Kundeninteresse für das mobile Internet. Der Markt wächst dadurch insgesamt.

Wie gut ist die Infrastruktur der Netzbetreiber denn ausgebaut?

Wir sind der Überzeugung, dass durch unsere Partner T-Mobile und Vodafone unsere Kunden eine sehr hohe Netzqualität und Netzabdeckung bieten zu können. Bei MoobiCent im Netz von Vodafone werden schon in rund 80 Prozent der Fläche von Deutschland mit HSDPA-Geschwindigkeit versorgt, und der Ausbau geht kontinuierlich weiter. T-Mobile hat nach eigenen Angaben das komplette Netz mit dem Übertragungsstandard EDGE ausgerüstet. Damit kann man MoobiAir auch gut in ländlichen Gegenden bei einer Geschwindigkeit von mindestens 220 Kilobit pro Sekunde im Downstream nutzen: Das Image der mobilen Datennetze, die früher als zu langsam und zu löchrig kritisiert wurden, ist unserer Ansicht nach überholt.

mobiles Breitband-Internet ohne Festnetzanschluss für die ganze Familie | Foto: Radicens

 

Aber warum arbeiten Sie nur mit Vodafone und T-Mobile?

Weil sie einfach die beste Netzabdeckung haben. Im Jahr 2007 wurden in Deutschland zum Beispiel 54 Prozent der im Mobilfunk übertragenen Daten durch das Netz von Vodafone geschleust. Ein Radicens-Angebot im Netz von E-Plus oder o2 möchte ich aber nicht ausschließen, auch wenn es hier keine konkreten Entwicklungen gibt. E-Plus hat ja auch gerade erst seine Strategie bekräftigt, sich beim Netzausbau zurückzuhalten und vor allem auf niedrige Preise zu setzen.

Und wie wird sich das Geschäft mit den mobilen Internet-Zugängen in Zukunft entwickeln?

Zu weiteren Preissenkungen wird es meiner Ansicht nach in absehbarer Zeit nicht mehr kommen. Schließlich müssen die Netzbetreiber auch die Infrastruktur und nicht zuletzt die UMTS-Lizenzen refinanzieren. In Japan und den USA haben die 3G-Netze hingegen schon ihre Grenzen erreicht. Es gibt so viele Nutzer, dass man ernsthaft über Nachfolgestandards nachdenken muss. LTE verspricht viel mehr Bandbreite und mehr Datendurchsatz bei zehnmal geringeren Betriebskosten. Es wird aber noch lang dauern, bis sich das durchsetzt. Wenn unsere Kunden es wünschen, werden wir es natürlich vermarkten.

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Kommentare
  1. 11.11.08 21:12 DerJens (Member)

    HEy, das ging ja schnell mit dem verlinken^^ Dann lest ihr also doch die Kommentare. Freut mich :D

  2. 11.11.08 16:11 Anonymous (Gast)

    Echt? So'n Quatsch! Du spinnst.

  3. 11.11.08 15:42 DerJens (Member)

    Na sagt mal Leute. Das klappt so aber gar nicht mit euch. Nicht nur, dass alle Artikel dieses Berichtes am ersten Tag schon wieder komplett online waren ^^ NEINE, nun habt irh vergessen, den Teil2 im Teil1 zu verlinken. Man komm also ganz oben in der Kopfzeile nur auf Teil1 und kann nicht wechseln. Na das üben wir aber nochmal^^

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