Im Internet sind Inhalte, die von Nutzern geschaffen werden, seit Wikipedia&Co. selbstverständlich. In der realen Warenwelt sieht das ganz anders aus. Doch von den nutzergenerierten Inhalten zu den nutzergenerierten Produkten ist es eigentlich nur ein kleiner Schritt. Der Weltkonzern Samsung wagt ihn jetzt und will den Anwender bei der Entwicklung seiner Handys stärker einbinden. Dafür lud das Unternehmen eine bunte Truppe aus ganz Deutschland in die deutsche Zentrale nach Schwalbach. Areamobile war beim Start des Projektes "Mob!lers" dabei.
Mit "Mob!lers" betritt Samsung Neuland. Es gab bisher nur drei vergleichbare Projekte in Korea, China und Taiwan und die waren anders aufgebaut. Was jetzt in Deutschland startet, ist einmalig und hat keine keine vergleichbaren Vorbilder. Rolf-Peter Ulrich, in seiner Funktion als New Media Manager unter anderem verantwortlich für den Internetauftritt von samsungmobile.de, ist stolz darauf, das Projekt hierher geholt zu haben. In der Samsung-Zentrale in Korea waren auch Großbritannien und andere europäische Länder in der engeren Auswahl.
Bei Samsung Mobile will man weg von den geschlossenen Designer-Teams, die in ihren Elfenbeintürmen sitzend Handys und Benutzeroberflächen entwickeln. Das Unternehmen hat erkannt, dass innovative Produkte vor allem dann entstehen, wenn sie von den Nutzern mitgestaltet werden. Aber was auf dem Papier gut klingt, lässt sich in der Praxis nur schwer umsetzen. Jeder Mensch hat andere Ansprüche an sein Handy - und jeder weiß, dass zu viele Köche den Brei verderben. Es gilt einen Prozess zu entwickeln, der gute Ideen der Anwender bei der Entwicklung berücksichtigt, ohne dass dabei ein Mobiltelefon-Zwitter entsteht, der jeden anspricht, aber niemanden wirklich überzeugt. Mit "Mob!lers" will Samsung diesen Spagat versuchen.
Samsung Unternehmenszentrale in Schwalbach bei Frankfurt am Main: Hier trafen sich die "Mob!ler" am 19. Oktober zum ersten Mal | Foto: Samsung
Es ist eine bunte Truppe, die der Hersteller für das Projekt eingeladen hat. Die Leute sind am 19. Oktober aus allen Ecken Deutschlands in die Unternehmenszentrale nach Schwalbach bei Frankfurt angereist, sowohl Technik-Freaks als auch Laien sind vertreten. Die Auswahl war aber alles andere als zufällig. Aus einem Pool von 300 Personen, die auf der Internetseite mobilers.de ein Berwerbungsformular ausgefüllt hatten, wurden 96 ausgewählt und telefonisch befragt. Erst nach dem Interview standen die finalen 18 "Mob!lers" fest. Eines der entscheidenden Kriterien für die Auswahl waren die Kommunikationsfähigkeiten der Teilnehmer, vor allem im Online-Bereich. Wer einen Blog betreibt, regelmäßig bei Facebook oder Twitter unterwegs ist und dort den eigenen Kanal befüllt, der hatte seine Chance für die Endauswahl schon mal beträchtlich erhöht. Samsung möchte, dass seine "Mob!lers" als Multiplikatoren wirken, dass sie anderen von ihrem Projekt erzählen und mit einbinden.
Die 18 "Mob!lers" in der "Seoul Hall" in Schwalbach. In der Mitte steht Sunny Lee, Chef von Samsung Deutschland | Foto: wolf&motoori
In der deutschen Zentrale in Schwalbach nimmt man das Projekt sehr ernst. Beim ersten Treffen der 18 Teilnehmer in der "Seoul Hall" am 19. Oktober begrüßte Sunny Lee, der Chef von Samsung Deutschland, die neuen "Mob!lers". In seiner Ansprache betonte er die große Bedeutung der Anwender für sein Unternehmen und wünschte allen Teilnehmern viel Erfolg. Für die geht es jetzt erst richtig los.
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