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HTC Evo 3D: So funktioniert 3D auf dem Smartphone

Inhaltsverzeichnis

Mit dem LG Optimus 3D und dem besser ausgestatteten HTC Evo 3D gibt es zurzeit zwei 3D-Handys im Handel, die auch auf der IFA 2011 präsentiert werden. Beiden Geräten gemein ist die Möglichkeit, Inhalte mit zwei Kameras in 3D aufzunehmen und auf dem Display ohne Hilfsmittel auch in drei Dimensionen darzustellen. In unserem Special gehen wir der Frage nach, welche Technik dahinter steckt und wie gut 3D auf dem Smartphone tatsächlich funktioniert.

HTC Evo 3D: Das Smartphone

HTC Evo 3D | (c) Hersteller

HTC Evo 3D | (c) Hersteller

Die technischen Daten des Evo 3D entsprechen im Wesentlichen der Vollausstattung des Top-Smartphones HTC Sensation, dem ersten Dualcore-Handy des taiwanischen Herstellers, das vor wenigen Wochen in den Handel kam. Das Display misst 4,3 Zoll und hat die scharfe Auflösung von 960x640 Pixel, die beiden Prozessor-Kerne takten mit je 1,2 Gigahertz und erhalten Unterstützung von 1 Gigabyte Arbeitsspeicher. Der Telefonspeicher ist 4 Gigabyte groß, davon lässt sich 1 Gigabyte für Kontakte, Nachrichten und Apps nutzen. Darüber hinaus kann das Evo 3D mit microSD-Karten bis zu 32 Gigabyte aufgerüstet werden. Zusätzlich zu den beiden Hauptkameras mit je 5 Megapixel (Videos sind in 2D und 3D bis 720p möglich) verfügt das Smartphone über eine 1,3-Megapixel-Frontkamera für Videotelefonate etwa für Google Talk, das bereits in die neueste Android-Version 2.3.4 integriert ist.

Display-Inhalte wie die Aufnahmen der Hauptkameras lassen sich über einen Adapter (etwa 25 Euro, wird an den microUSB-Port angeschlossen) auch auf einem 3D-Fernseher betrachten. Dort können dann dreidimensionale Filme auch auf den am weitesten verbreiteten Geräten mit Shutter- oder Polarisationsfilter-Brille in 3D angeschaut werden. Neben Filmen und Fotos in der dritten Dimension kann man außerdem 3D-Spiele auf dem Smartphone spielen. Das Evo 3D kostet 699 Euro UVP, im Internet wird es bereits für etwa 515 Euro gehandelt. Vodafone verkauft das Gerät seit gestern für 649,90 Euro ohne Vertrag.

Wie funktioniert 3D?

Das menschliche Gehirn benötigt für einen räumlichen Eindruck zwei Bilder einer Szene, die leicht versetzt aufgenommen wurden, um sie anschließend zu einem 3D-Bild zusammenzusetzen. In der Natur sorgt der Abstand der Augen für diesen Versatz. Bei 3D-Technik gehen die Hersteller einen ähnlichen Weg. Dreidimensionale Filme oder Fotos werden mit Kameras mit zwei Linsen aufgenommen, die wie die menschlichen Augen einen kleinen Abstand zueinander haben.

Diese Bilder müssen später gleichzeitig, aber getrennt für jedes Auge abgespielt werden. Um das zu erreichen, verwenden die Hersteller meist 3D-Brillen, die die Bilder filtern und jedem Auge nur das entsprechende stereoskopische Halbbild zeigen, das es sehen darf.

Die Technik des Evo 3D-Display

Da eine spezielle Brille für ein Smartphone unpraktisch wäre, geht HTC beim Evo 3D einen anderen Weg. Der große Touchscreen des Modells stellt nicht nur 2D-Inhalte wegen seiner hohen Auflösung scharf dar, sondern kann darüber hinaus auch 3D-Inhalte ohne zusätzliche Hilfsmittel wiedergeben. Hier wird die sogenannte Parallax-Technik eingesetzt: Dabei liegt vor dem eigentliche Display, das zeitgleich zwei räumlich versetzte Bilder einer Szene darstellt, eine dünne Schicht, die – vereinfacht gesagt – parallel verlaufende Schlitze beinhaltet. Dadurch sieht jedes Augen des Menschen ein unterschiedliches Bild, das anschließend vom Gehirn zusammengesetzt und als räumliche Darstellung wahrgenommen wird.

Abgesehen von dem Vorteil, 3D auch ohne Hilfsmittel wie spezielle Brillen sehen zu können, sorgt diese Technik aber auch für Nachteile: Die zusätzliche Schicht nimmt dem Screen etwas an Farbbrillanz und Helligkeit, im Alltag fällt das aber nicht wirklich auf. Zusätzlich wird die Darstellung in der Horizontale geteilt, dadurch halbiert sich die Auflösung. Deshalb nimmt das Evo 3D bei dreidimensionalen Fotos nur mit jeweils 2 Megapixel auf, 3D-Filme werden nicht mit 960x540 Pixel dargestellt, sondern mit 480x540 Pixel. Hier bietet das HTC-Gerät allerdings wegen seiner höheren Display-Auflösung im Vergleich zum LG Optimus 3D mit nur 800x480 Pixel einen Vorteil.

Außerdem muss der Nutzer sich bei der Parallax-Technik genau mittig vor dem Display befinden, um einen möglichst vollen 3D-Eindruck beim Ansehen von Videos oder Fotos zu erhalten. Weicht er davon ab, geht der dreidimensionale Eindruck sofort verloren, da Doppelbilder auftreten und die Darstellung zunehmend unscharf wird. Bei einem Handy ist das nicht weiter schlimm, da es nur selten genutzt wird, um mehr als einer Person Informationen zu vermitteln. Auf Fernsehern sieht das anders aus. Um im Familien- oder Freundeskreis in den Vorzug von 3D zu kommen, verwenden die Hersteller daher hier andere Techniken.

Zweiter Teil: Eindrücke von 3D auf dem HTC Evo 3D

Im zweiten Teil unseres 3D-Specials erklären wir die Gegensätze von 3D auf Fernsehern und auf Smartphones, liefern einen ersten Erfahrungsbericht über die Nutzung des Evo 3D im Alltag und ziehen ein Fazit.

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Kommentare
  1. 31.08.11 20:05 Arminator (Advanced Handy Profi)

    Hab mir das neulich auch mal genau angeschaut, und ich finde die 3D darstellung funktioniert schon überragend. Das größte Problem sehe ich derzeit noch bei der Auflösung. Die wird bei Halbierung auf einem 4,3 zoll display wirklich richtig mager, das sieht nicht schön aus.
    Ansonsten bis jetzt auch nette spielerei als brauchbarer feature, außer bilder wird ja nichts besser. Man kann bis jetzt weder komfortabler seine mails checken, noch besser im internet surfen, deswegen ist der nutzen doch noch arg begrenzt. Aber wenn sie das problem mit der auflösung in den griff bekommen, warum nicht. Auf jedenfall ein nice to have

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