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Editorial: Amazon Kindle Fire versus Apple iPad - es muss nicht nur einen geben

Das Kindle Fire war noch nicht einmal vorgestellt, da wurde es schon zum iPad-Konkurrenten erklärt. Doch das neue Amazon-Tablet macht weniger dem funktionsreichen Apple-Produkt den Platz streitig. Es zeigt vielmehr allen Herstellern wie RIM oder den Vertretern aus dem Android-Lager wie Samsung, Motorola und HTC, was ein erfolgreiches Tablet mitbringen muss.

Da ist als erstes der Preispunkt zu nennen, durch den sich das gestern vorgestellte Amazon Kindle Fire deutlich von Tablets wie dem Apple iPad, dem Samsung Galaxy Tab 10.1, dem Motorola Xoom, dem HTC Flyer oder dem Blackberry Playbook abhebt. Das Kindle Fire ist mit 199 Dollar (umgerechnet 146 Euro) unschlagbar günstig. Bei diesem Angebot werden interessierte Verbraucher, die bislang allein wegen der vergleichsweise hohen Preisschwelle zögerten, eher den Einstieg in die Tablet-Nutzung wagen.

Zweitens hat sich Amazon bei der Ausstattung des Geräts genau auf diejenigen Funktionen konzentriert, die für die Masse der potenziellen Nutzer interessant sind. Tablets werden bislang hauptsächlich als mobile Entertainment-Geräte verwendet. Die Besitzer nutzen es zum Browsen im Internet, zum Lesen von Nachrichten, Magazinen oder E-Books, zum Hören von Musik, Hörspielen oder Podcasts, zum Spielen und zum Ansehen von Videoclips, TV-Inhalten oder Filmen – und zwar sowohl zu Hause als auch unterwegs.

Amazon Kindle Fire | (c) Amazon

Amazon Kindle Fire (links) und die zwei neuen E-Book-Reader Kindle Touch sowie Kindle | (c) Hersteller

Kindle bringt alles für den Medienkonsum mit

Das Amazon Kindle Fire bietet dafür alle Voraussetzungen: einen leistungsfähigen Dualcore-Prozessor, ein 7 Zoll großes IPS-Display mit 1.024x600 Pixel Auflösung und kratzfester Gorillaglas-Oberfläche, eine Wlan-Schnittstelle als Zugang zum Internet und für den Content-Download auf das Gerät, den schnellen Web-Browser Silk sowie 8 Gigabyte internen Speicherplatz plus zusätzlichem Online-Speicherplatz. Dazu kommen ein Micro-USB-Anschluss, ein 3,5-Millimeter-Klinkenanschluss für handelsübliche Kopfhörer und Stereo-Lautsprecher.

Klar, an manchen Stellen hätte es durchaus etwas mehr sein können, zum Beispiel mehr interne Speicherkapazität bzw. einen Schacht für wechselbare Speicherkarten, eine UMTS-Schnittstelle oder eine neuere Android-Version. Auch fehlen andere bei Tablets übliche Features wie beispielsweise eine Kamera. Doch für den Medienkonsum zu Hause oder unterwegs reichen die Spezifikationen durchaus aus, zu Hause können dann die Inhalte auf dem Tablet für die nächste Session unterwegs aktualisiert werden.

Weitere wichtige Punkte in diesem Zusammenhang: Das Amazon-Tablet ist durch seinen 7-Zoll-Touchscreen und ein Gewicht von 414 Gramm sehr handlich und lässt sich problemlos in der Jacken- oder Sakko-Innentasche mitnehmen. Der Akku soll es den Nutzern ermöglichen, bis zu 7,5 Stunden lang am Stück Filme auf dem Tablet anzuschauen. Und die eigene Benutzeroberfläche über dem Android-OS ist ebenfalls ganz auf den Medienkonsum ausgerichtet.

Apple iPad 2, Motorola Xoom, samsung Galaxy Tab 10.1, LG Optimus Pad und HTC Flyer | (c) Hersteller/Areamobile

Apple iPad 2, Motorola Xoom, Samsung Galaxy Tab 10.1, LG Optimus Pad und HTC Flyer | (c) Hersteller/Areamobile

Wie iPad und iTunes: Amazon bietet ein funktionierendes Ökosystem

Drittens bietet Amazon den Nutzern nicht nur die Hardware für die Mediennutzung, sondern wie Apple mit iTunes und dem App Store gleich ein ganzes Ökosystem. Das bringt zwar etliche Einschränkungen mit sich, beispielsweise hat der Nutzer nur die Auswahl aus dem Amazon-Angebot. Doch der große Vorteil eines solchen integrierten Systems ist, dass alles reibungslos funktioniert, weil es aufeinander abgestimmt ist. Das hat Apple mit seiner Kombination von iPhone, iPad, iTunes und dem AppStore bereits bewiesen. Der Kunde kann darauf vertrauen, dass er auf einfache Weise Inhalte beziehen, verwalten und konsumieren kann, ohne sich mit technischen Problemen herumärgern zu müssen.

Viertens bietet Amazon im Gegensatz zum herkömmlichen Android Market einen sehr gut bestückten Online-Shop mit genau auf das Klindle Fire und den eigenen E-Book-Readern abgestimmtem Apps – zumindest in den USA, wo das Tablet zunächst vermarktet wird. Hier liegt auch der Grund dafür, warum Amazon bislang im Gegensatz zu anderen Herstellern von Android-Tablets sein Gerät zu einem so günstigen Preis anbieten kann: Das Unternehmen verdient sein Geld an den Inhalten im eigenen Online-Shop. Konkurrenten wie Samsung oder HTC haben dagegen trotz ähnlicher Angebote beim verfügbaren Content noch Aufholbedarf. Und je attraktiver Amazon das Kindle Fire für den Massenmarkt macht, desto interessanter wird es für Entwickler, Zusatzanwendungen für das Gerät bereitzustellen.

Android-Apps, die auf dem Kindle Fire laufen, sind zuvor durch Amazon überprüft worden. Der direkte Zugang zum Android Market ist jedoch auf dem Amazon-Tablet gesperrt.

Fazit

Amazon hat sich beim Kindle Fire auf das Wesentliche konzentriert: Das Tablet bietet die notwendigen Features und ist sehr günstig, dazu kommt ein funktionierendes System mit umfangreichem Angebot an Inhalten und Apps. Warum sollten die Nutzer also ein mehrere hundert Dollar oder Euro teureres Honeycomb-Tablet kaufen, wenn sie auf dem Gerät ohnehin nur Mediencontent konsumieren wollen? Das teurere und funktionsreichere – hier sind vor allem die Produktivitäts-Features relevant – Apple iPad mit dem wohl noch besser ausgestatteten iTunes und AppStore und das Kindle Fire mit Amazon Web-Store und App-Store werden sich dagegen gegenseitig nicht in die Quere kommen – sie bedienen unterschiedliche Ansprüche und Zielgruppen. In Deutschland wird Amazon das Kindle Fire vorerst nicht verkaufen.

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Kommentare
  1. 11.05.12 13:38 Fritz_The_Cat (Advanced Handy Profi)

    414 gr Gewicht als sakkotaschentauglich zu bezeichnen finde ich schon sehr eigentümlich. Immerhin ist das doppelt so viel wie der E90 Communicator und fast genauso schwer wie der Communicator 9000. Und bei dem wußte man immer sehr genau in welcher Jackentasche er steckte, wenn das Sakko auf dem Bügel oder über die Stuhllehne hing ....... ;-)

  2. 11.05.12 12:11 Heisenberg (Advanced Handy Profi)

    > Auch schade, dass dieses Editorial so untergeht.

    Interessant ist auch, dass man nicht sieht, wer es geschrieben hat. Hätte mich interessiert.

    > Kann man sich ja in USA über dritten Lieferanten bestellen.

    Ohne die USA-only Amazon-Dienste lohnt das aber kaum.

  3. 11.05.12 11:45 Scout14 (Member)
    als Zweitgerät zu dem iPad... ;-)

    Zu dem Preis kann man nichts sagen.
    Kann man sich ja in USA über dritten Lieferanten bestellen.

    Zum lesen, oder kleine Spiele, bzw. Filme sicherlich nicht verkehrt.
    Leider sind beide Systeme mit unterschiedlichen Shop-Plattformen nicht überschneidbar (z.B. bzgl. Spiele oder Medien welche man in dem einen oder anderen Store gekauft hat).
    Ein App, Spiel, oder Buch ist demzufolge nicht von der anderen Peripherie nutzbar.

  4. 02.10.11 19:34 pixelflicker (Advanced Handy Master)

    Schade, dass es nicht bei uns kommt. Wird sich bestimmt gut verkaufen.

    Auch schade, dass dieses Editorial so untergeht. Es ist gut geschrieben und informiert. Jedoch hab ich es auch in der unübersichtlichen Seitenleiste seit Tagen übersehen. Schade.

  5. 29.09.11 21:30 Grivel (Member)

    Zufall?
    Quanta= PB Hersteller
    QUanta= Kindle Fire Hersteller

    Optik= 1: 1,05,
    Software = Weltunterschied

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