Einfache LCDs haben im Smartphone-Sektor längst ausgedient. Die Hersteller setzen lieber auf moderne AMOLEDs oder entwickeln die LCD-Technologie weiter. Wir geben einen Überblick über die gängigen Display-Technologien der Hersteller im Bereich der Highend-Smartphones.
Samsung baut nicht nur hochklassige Smartphones. Der koreanische Elektronikkonzern ist auch weltweit führend bei der Entwicklung von AMOLEDs. Dabei handelt es sich um eine Displaytechnologie, bei der organische LEDs (OLED) durch Anlegen einer Spannung zum selbständigen Leuchten gebracht werden. Gegenüber LCDs bieten sie einen deutlich höheren Kontrast, einen größeren Farbumfang und einen freien Blickwinkel bei gleichzeitig geringerem Energieverbrauch.
Samsung entwickelt die Technik ständig weiter: Auf AMOLED folgte Super AMOLED, bei der die Touch-Rezeptorenschicht nicht mehr durch Luftpolster getrennt, sondern extrem dünn direkt auf dem Display untergebracht ist. Die Folge: Noch bessere Kontraste, weniger Reflexionen bei Sonneneinstrahlung und ein geringerer Energieverbrach. Die neueste Entwicklung ist die Technologie Super AMOLED Plus. Dabei hat Samsung die Zahl der sogenannten Subpixel von 8 auf 12 erhöht, was eine deutlich detailreichere Darstellung zur Folge hat. Außerdem sind die Plus-Displays noch leuchtstärker und gleichzeitig sparsamer als die Vorgänger. Das Top-Smartphone Galaxy S2 verdankt seine Popularität zu einem großen Teil auch dem brillanten Super-AMOLED-Plus-Display.
Auch Nokia setzt auf AMOLEDs, allerdings entwickelt das Unternehmen sie nicht selbst, sondern kauft extern ein. Daher kann Nokia in diesem Bereich auch nicht mit Samsung und Geräten wie dem S2 mithalten, bietet aber nichtsdestotrotz mit Clear Black eine "eigene" Display-Technologie, die man nur auf Nokia-Handys wie dem X7 oder dem 701 findet. Dahinter verbirgt sich ein normales AMOLED, das mit einer polarisierten Beschichtung versehen wurde, um die Reflexionen zu minimieren. Durch diesen technischen Kniff spiegeln die aktuellen Nokias weniger als andere Smartphone und die Inhalte sind auch im Freien noch sehr gut ablesbar. Die Darstellung in der Schrägperspektive ist ebenfalls hervorragend. Allerdings nützt diese schöne Technik kaum etwas, weil die Auflösung nicht stimmt. Die Symbian-3-Displays sind leider auf 640x360 Pixel limitiert und damit nicht mehr konkurrenzfähig. Man darf gespannt sein, ob Nokia an der Clear-Black-Technik festhält, wenn es seine ersten Windows Phones vorstellt.
Wie Nokia kauft auch Apple "nur" ein, setzt dabei aber auf die bewährte LCD-Technik, perfektioniert sie (das iPhone 4 hat eines der hellsten Displays auf dem Markt) und schraubt gleichzeitig die Auflösung nach oben. iPhone 4 und 4S stellen 960x640 Pixel auf nur 3,5 Zoll dar. Die Folge ist eine enorme Pixeldichte von 330 ppi. Sie ist so hoch, dass die einzelnen Bildpunkte aus einer Entfernung von 25 bis 30 Zentimeter nicht mehr mit dem Auge auseinander zu halten sind. Apple nennt sein Display daher auch Retina-Display, in Anspielung auf die menschliche Netzhaut.
Mit dem Fokus auf der Auflösung gelang es Apple, die Konkurrenz mehr als ein Jahr auf Abstand zu halten. Erst in jüngster Zeit ziehen Samsung, LG & Co. langsam mit Smartphones wie dem Galaxy Note nach, die Displays jenseits der 1.000 Pixel haben.
LG gehört neben Samsung zu den größten Display-Produzenten weltweit. Der koreanische Elektronikriese entwickelt dabei parallel die LCD- und die AMOLED-Technologie weiter. So handelt es sich beim Nova-Display, das erstmals im Optimus Black eingebaut wurde, um eine Verbesserung des IPS-LCD, das im iPhone 4 steckt. LG hat vor allem die Helligkeit erhöht. Das Nova-Display strahlt mit über 700 cd/qm (Candela pro Quadratmeter, Maßeinheit für Leuchtstärke) und ist damit etwa 100 cd/qm heller als das Apple-Handy. Trotz der enormen Helligkeit ist es LG gleichzeitig gelungen, den Energieverbrauch zu senken. Die neueste Entwicklung im LCD-Bereich ist das AH-IPS-Display (Advanced High Performance In-Plane Switching). Das bietet eine ähnlich scharfe Darstellung wie das iPhone 4 und soll gleichzeitig Farben noch natürlicher darstellen. Erstmals zum Einsatz kommen soll die neue Technik auf dem Gerüchte-Handy LG LU6200.
Im Vergleich mit LCD spielt die OLED- und 3D-Technik in der Smartphone-Sparte von LG nur eine untergeordnete Rolle. 3D besetzt momentan nur eine schmale Nische, es gibt lediglich ein Smartphone, das Optimus 3D. Auch die AMOLED-Geräte kann man momentan an einer Hand abzählen. Seine organischen Displays nennt das Unternehmen "Ultra AMOLED". Was genau dahinter steckt, ist nicht bekannt, im Vergleich zu normalen AMOLEDS sollen die Kontraste verbessert, der Farbumfang vergrößert und die Reflexionsrate verringert worden sein. Auf dem Android-Smartphone Optimus Sol kann jeder bald selbst überprüfen, ob das stimmt.
HTC kauft seine Displays extern ein. Dabei setzt der taiwanische Smartphone-Spezialist sowohl auf AMOLED also auch auf LCD. 3D ist ebenfalls im Programm, spielt aber wie bei LG nur eine untergeordnete Rolle. Die LCD-Technik ist die tragende Säule im Display-Angebot von HTC. An vorderster Stelle steht hier S-LCD, eine Weiterentwicklung von Sony und Samsung, die qualitativ mit dem Panel des iPhone 4 vergleichbar ist. Genau wie Apple setzt HTC lieber auf eine bewährte Technologie und verbessert stattdessen die Auflösung. Modelle wie das Sensation zeigen Inhalte mit 960x540 Pixel und damit schärfer als die meisten Konkurrenzmodelle.
Auch Sony Ericsson legt den Fokus auf LCD und profitiert hier vom Know-How des Mutterkonzerns Sony. Zum Einsatz kommen sogenannte Reality-Displays. Im Vergleich zu einem herkömmlichen LCD-Touchscreen wurden die Schichten zwischen den einzelnen Display-Komponenten reduziert, ähnlich wie beim Sprung von AMOLED auf Super AMOLED. Das Reality-Display ist daher dünner und kontraststärker als vergleichbare Panels. Es wird softwareseitig von der Bravia-Bildoptimierung ergänzt, die man von Sony-Fernsehern kennt. Spezielle Algorithmen und Farbfilter sorgen für eine natürlichere Farbdarstellung und verbessern die Kontraste. Erstmals kam diese Kombination auf dem Xperia Arc zum Einsatz.
Ein normales LCD kommt bei hochpreisigen Smartphones kaum noch in Frage. Die Technik in Bezug auf die Qualität der Darstellung und die Auflösung längst weiterentwickelt. Und sie wird noch lange eine tragende Rolle spielen. Denn die von vielen als moderner gepriesene AMOLEDs sind auch komplizierter und teurer in der Herstellung. Vor allem, wenn man den nächsten technologischen Sprung betrachtet, der im Smartphone-Bereich gerade ansteht: das Hochschrauben der Auflösung von 800x480 Pixel auf 1.280x800 Pixel. Organische Displays mit so vielen Pixel kann im Moment nur Samsung nennenswerten Stückzahlen produzieren - und sind schon für die eigenen Produkte wie das Galaxy Note reserviert.
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Du bist nicht dabei?das nokia clear-black funktioniert schon richtig gut unter sonne ;-)
Transflective LCD's sind aber nicht verkehrt bei Sonneneinstahlung. Richtiges Schwarz gibt es aber nur bei OLED ;).
zum jetzigen zeitpunkt will ich auf gar keinen fall zurück auf lcd (in welcher form auch immer) wechseln.
aber wer weiss, was da in den kommenden jahren noch passiert
Ich finde die Lesbarkeit bei Sonneneinstrahlung ist ein wichtiger Faktor bei Displays, der in einem Vergleich erwähnt werden sollte.
Einige Nokiahandys (6120, E72...)haben eine Reflektorschicht hinter dem Display, so dass man auch bei direktem Sonnenschein das Display gut ablesen kann. Ich will kein Handy mehr haben bei dem man im Sommer nichts erkennen kann. Darum würde mich interessieren wie in dieser Disziplin die neuen Displaytechnologien abschneiden.
Gruß, McAsim
http://en.wikipedia.org/wiki/TFT_LCD
Unter dem Punkt Display Industry.
Das Nokia 701 hat kein Amoled Display.
Es ist ein Clear Black LCD !