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Yuilop: Kostenlos telefonieren mit iPhone oder Android-Smartphone

Kostenlos und unabhängig von einem festen Netzzugangsanbieter mit dem Handy telefonieren ist sicherlich der Traum vieler Nutzer. Eine Utopie ist diese Vorstellung jedoch kaum. Im Gespräch mit Areamobile erklärt Yuilop-Chef Jochen Doppelhammer, wie das Start-Up-Unternehmen in diesem Jahr noch Kostenlos-Telefonate mit dem Handy ermöglichen will.

Schon jetzt können Nutzer von Android-Smartphones oder eines iPhone ohne weitere Kosten Kurzmitteilungen versenden oder mit Facebook-Kontakten chatten, wenn sie die Yuilop-App auf ihrem Smartphone installiert haben und einen Datentarif gebucht haben oder über einen freien Wlan-Zugang mit dem Internet verbunden sind. Dabei ist der kostenlose Versand von Kurznachrichten nicht nur unter Yuilop-Nutzern – also von App zu App – möglich, sondern auch an jedes andere Handy. Noch in diesem Jahr will das Unternehmen auch Handy-Telefonate über bestehende Datenverbindungen anbieten, für die den Nutzern keine weiteren Kosten entstehen.

JochenDoppelhammer, CEO Yuilop |  (c) Anbieter

Jochen Doppelhammer, CEO Yuilop | (c) Anbieter

"Wir haben bereits alles, was wir dafür brauchen", sagte Doppelhammer zu Areamobile. Damit meint er echte, von einem White-Label-MVNO gehostete Mobilfunk-Rufnummern sowie eine selbst weiterentwickelte, auf offenen Standards (XMPP) basierende IP-Technologie, die eine plattformübergreifende Kommunikation erlaubt – also Gespräche zu anderen VoIP-Anschlüssen, ins herkömmliche Festnetz und zu Handys. Das klingt wie ein vergleichbares Angebot zum Peer-to-Peer-Dienst Skype (Skype-In und Skype-Out), jedoch mit dem weiteren Unterschied, dass die Skype-Nutzer für Gespräche ins Festnetz oder ins Mobilfunknetz Gebühren pro Minute bezahlen. Integriert werden soll das IP-Telefonie-Angebot per Upgrade in die bestehende App.

Gleichgewicht zwischen eingehenden und abgehenden Telefonaten

Yuilop will die Kostenlos-Telefonate durch ein Gleichgewicht der Einnahmen und Ausgaben bei den Terminierungsgebühren ermöglichen und durch Werbung Geld verdienen. Schon der SMS-Dienst von Yuilop basiert auf dem Prinzip des Ausgleichs zwischen versendeten und erhaltenen Mitteilungen der Nutzer. Die Nutzer der Yuilop können zunächst nur eine begrenzte Zahl an SMS-Mitteilungen an andere versenden, bis die sogenannte "Energie" aufgebraucht ist. Um den Energie-Stand wieder aufzuladen, müssen die Nutzer selbst weitere Nachrichten erhalten oder andere Bekannte zu Yuilop einladen. Zudem gibt es Banner-Werbeeinblendungen in der App (aber nicht in den Nachrichten). Für die kommenden Kostenlos-Telefonate wird es beispielsweise zu einem späteren Zeitpunkt Werbeeinspielungen statt eines herkömmlichen Freizeichens in der Leitung gaben. Allerdings müssten die einzelnen Kunden dieser Option erst per Opt-in zustimmen, so Doppelhammer.

Wie bei SMS werde es  zwischen Android- und iOS-Smartphones Unterschiede bei der Nutzung des Telefonie-Angebots von Yuilop geben. Nutzer eines Android-Smartphones können direkt aus dem Adressbuch ihres Handys heraus Mitteilungen an Kontakte versenden oder eben bald diese anrufen. Die App-Regularien von Apple ließen dies jedoch nicht zu, so Doppelhammer, deshalb werde beim iPhone in der Yuilop-App das Adressbuch des Nutzers dupliziert – die Yuilop-App muss also erst geöffnet werden, bevor der Nutzer Kurzmitteilungen abschicken oder Anrufe vornehmen kann.

Zukunftsmusik: iMessage und Facebook als Auslaufmodelle

"Die Telekommunikation wird sich von der Infrastruktur lösen", prophezeit der Yuilop-Chef. Mit weiter zunehmender Verbreitung von Smartphones werde der Netzzugang zum reinen Gebrauchsgut, die Anwendungen machten zukünftig die Musik. "Die Frage ist, wer wird zukünftig die Anwendungen betreiben und die Kundenbeziehungen haben. Die Mobilfunkbetreiber? Oder die Apples, Googles oder Facebooks dieser Welt?" In diesem Spannungsfeld bewegten sich laut Doppelhammer unabhängige und kosteneffizient arbeitende Anbieter wie Yuilop. Mobile-Plattform-Betreiber befänden sich in einer guten Position, da die Wahl der verwendeten Technologie und der integrierten Apps in ihrer Hand liege.

Yuilop werde zum ersten cloudbasierten Social-Mobile-Operator, kündigte Doppelhammer an. Das Unternehmen stelle seine serverbasierten Dienste über die App für die bereits vorhandene Datenverbindung des Smartphone-Nutzers bereit. Die klassische SIM-Karte eines Netzzugangsanbieters wird dagegen nach Meinung von Doppelhammer irgendwann Geschichte sein. Dabei hält sich der Yuilop-Chef zunächst noch selbst die Einführung einer eigenen SIM-Karte als Option offen, da abzuwarten bleibe, wie sich der Ausbau der mobilen Breitbandnetze und vor allem von öffentlichen Wlan-Netzen in Deutschland entwickeln wird – Yuilop würde dadurch nicht nur Serviceprovider sein, sondern auch zum Zugangsprovider werden. Dienste wie iMessage von Apple oder Facebook sieht Doppelhammer auf lange Sicht ebenfalls als Auslaufmodell, da sie keine plattformübergreifende Kommunikation ermöglichten.

Zurzeit gebe es aber Gespräche mit Netzbetreibern, über die das Unternehmen seine App den Nutzern anbieten möchte. Die werden sich sicherlich nicht über die neu erwachsende Konkurrenz freuen und untersagen bislang in dem meisten Tarifen VoIP-Gespräche über ihre Netze. Langfristig aber werden wohl auch die mächtigen Mobilfunkbetreiber nicht an den Gratis-Telefonaten vorbeikommen und sich entscheiden müssen, auf welche Linie sie umschwenken werden: Telefonie als kostenlose Beigabe zum Daten-Tarifpaket, eine Kooperation mit anderen IP-Telefonie-Anbietern oder die Einführung eines eigenen VoIP-Angebots.

Mobilfunkbetreiber entwickeln selbst VoIP-Dienste

Erste Schritte in diese Richtung gibt es schon: Beispielsweise ist das schon länger in Großbritannien beim Mobilfunkanbieter 3 eingeführte Skype-Handy recht erfolgreich als Zweithandy. Und O2 testet jetzt auf der Insel mit 1.000 ausgewählten Nutzern von Android-Smartphones oder iPhones einen eigenen VoIP-Dienst (O2 Connect). Die Nutzer können mit O2 Connect ohne weitere Kosten zu Festnetz- oder Mobilfunkanschlüssen telefonieren, wenn eine Wlan-Verbindung ins Internet vorhanden ist. Extra-Optionen des VoIP-Dienstes sollen dagegen später kostenpflichtig sein. Die Technik stammt aus der Übernahme des VoIP-Anbieters Jajah im Jahr 2009. Mit Social Call bietet O2 in Großbritannien bereits eine App für Kostenlos-Telefonate unter Facebook-Nutzern an.

In den USA sind neuerdings mit der VoIP-Anwendung Bobsled von T-Mobile Kostenlos-Telefonate mit dem Handy zu Festnetz- und Mobilfunbkanschlüssen sowie mit Facebook-Kontakten möglich. Dagegen bereitet Google derzeit den Start seines Sprachdienstes Google Voice auch in Europa vor. Auch hier erhält der Nutzer eine spezielle Rufnummer zugeteilt und kann zudem SMS versenden und einen Anrufbeantworter nutzen.

Ausblick: Ohne SIM-Karte oder Rufnummer kostenlos telefonieren

Neben den fehlenden Diensten und Nutzungsbeschränkungen in den Datentarifen lassen zurzeit auch noch die mangelnde Netzabdeckung und Netzperformance der VoIP-Telefonie auf dem Smartphone entgegen. Bislang sind weder die UMTS-, noch die neueren LTE-Netze in Deutschland flächendeckend ausgebaut, zudem kommt es momentan aufgrund der steigenden Nutzerzahl vor allem an stark frequentierten Orten immer mal wieder zu Netzüberlastungen, die eine verlässliche Nutzung von VoIP-Diensten auf dem Handy in gewohnter Sprachqualität nicht zuließen. Und breiter ausgebaute öffentliche Wlan-Netze sind in Deutschland praktisch nicht vorhanden.

Die ferne Zukunft könnte ganz anders aussehen: Der Handy-Nutzer loggt sich in sein Google-, Skype-, Facebook- oder Apple-Konto ein und ruft (kostenlos) andere Nutzerprofile direkt an - auch plattformübergreifend und ohne SIM-Karte und Rufnummer. Das Smartphone sucht sich automatisch das jeweils beste Netzwerk (per Wlan, 3G oder LTE), für die Anwendungen, abgerechnet wird der Zugang über den Diensteanbieter, der die Bandbreite  bei den Netzbetreibern einkauft. Diensteanbieter wie Yuilop wollen am Anfang einer solchen Entwicklung stehen.

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Kommentare
  1. 29.05.12 09:57 robe02
    yuilop ersetzt pinger

    Hallo miteinander, habe bis dato pinger verwendet, da konnte man auch basierend auf dem Prinzip des Ausgleichs zwischen versendeten und erhaltenen Mitteilungen der Nutzer kostenlos zu alle Handynetze SMS versenden und telefonieren. Es wurde einem auch eine Handynummer zugewiesen. Leider ist pinger Ende Mai 2012 nun auf den abgefahrenen WhatsApp Zug aufgesprungen den alle gerade nehmen. Schade da man sich mit dieser Art der Kommunikation unterscheiden konnte und man keine zweite Sim Karte brauchte. Im 3G Netz war es zwar nicht immer möglich zu telefonieren aber unter WLAN eine geniale Lösung. Mit dem SMS versand gab es fast keine Probleme. Ich hoffe das yuilop bald auch die Telefonfunktion einführt den der SMS Dienst funktioniert bis dato super.
    Macht weiter so und macht nicht was alle machen.

  2. 25.10.11 16:07 Bjoern_yuilop (Newcomer)
    yuilop SMS + Messenger

    Hallo
    @Thoddü: Die SMS werden von der eigenen yuilop Nummer verschenkt. Der Empfänger kann diese Absendernummer auch sehen. Die yuilop Nummer verhält sich wie eine normale Mobilfunknummer und lässt SMS normal empfangen, aber mit dem Unterschied, dass mit dieser auch kostenlose SMS wie auch bald Telefonanrufe getätigt werden können.

    @pleXigLas @Bosancero: Mit yuilop lassen sich alle! Handys erreichen, da nicht nur IM innerhalb der yuilop Community gesendet werden können, sondern auch echte SMS die alle erreichen - der andere braucht die App nicht unbedingt. Nicht jeder hat ein Smartphone, einen mobilen Datentarif oder die entsprechende App installiert. yuilop funktioniert dabei wie ein normaler Mobilfunkanbieter - ohne dabei eine neue SIM-karte zu benötigen.

    Ich freu mich auf mehr Feedack

  3. 16.10.11 23:13 pLeXigLaS (Advanced Member)

    Lange lebe WhatsApp :=)

  4. 16.10.11 16:46 Arminator (Handy Profi)

    VoIP wird sich niemals durchsetzen solange das nicht von den netzbetreibern gepusht wird, und die haben frühestens mit LTE interesse daran.

    Was durchaus schon ganz gut funktioniert sind die sms übers inet, ich empfehle da aber die app Pinger, die ist um einiges aufgeräumter als yuilop. Performance probleme hatte ich damit auch noch nicht

  5. 16.10.11 16:29 Bosancero (Handy Profi)

    Lang lebe o2 und Skype!

  6. 16.10.11 15:25 Thoddü (Member)

    Tja, an für sich ganz nett, aber die SMS usw. werden doch mit Sicherheit "nicht von der eigenen Nummer verschickt". Das läuft doch eher wie bei diesen Internet-SMS-Anbietern? Und mir bringt es persönlich nichts wenn mein Gesprächspartner nicht meine Nummer bei Anrufen oder SMS im Display hat...

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