Android, iOS, Windows Phone – alle wichtigen mobilen Plattformen lagern ihre Angebote zunehmend in das Internet aus. Ohne Cloud-Computing lassen sich viele Funktionen gar nicht richtig nutzen. Wir stellen die Online-Vernetzung der drei Systeme im Vergleich vor.
Bereits im Februar 2010 erklärte der damalige Google-Chef Eric Schmidt mit Blick auf mobile Plattformen: "Wenn man das Potenzial der Cloud nicht nutzt, wird man scheitern." Denn die Möglichkeiten von Smartphones sind begrenzt, das betrifft die Speicherkapazität genauso wie die Prozessorleistung. Bestimmte Dienste wie Apples Sprachsteuerung Siri sind so komplex, dass die Rechenkraft dafür aus dem Internet kommen muss. Dabei ist die Online-Verknüpfung so tief im System verankert, dass der Nutzer den Cloud-Zugriff in der Regel gar nicht bemerkt. Siri reagiert in sekundenschnelle auf einen Sprachbefehl – kaum vorstellbar, dass das iPhone in dieser kurzen Zeit einen Server im Internet abgefragt hat. Vom Nutzer nahezu unbemerkt ist die Datenwolke zu einem unverzichtbaren Bestandteil mobiler Systeme geworden.
iOS 5 markiert für Apple den Sprung in die Cloud. Der iPhone-Hersteller hat sie jahrelang vernachlässigt – um dann mit der neuesten Version seines mobilen Betriebssytems vorzupreschen und die umfassendste Online-Vernetzung überhaupt vorzulegen. Unter der Marke iCloud sichern iPhone und iPad nahezu alle Daten auf externen Servern. Musik, Apps und die neuesten Fotos werden im Internet gespiegelt und automatisch auf allen angemeldeten Geräten verfügbar gemacht. Man kann sich zum Beispiel beim Frühstück auf dem iPad einen Song kaufen und ihn wenige Minuten später auf dem Weg zur Arbeit auf dem iPhone anhören. Die nicht mit iTunes gekaufte Musiksammlung lässt sich allerdings nur gegen einen Aufpreis in der Cloud sichern, Apple verlangt dafür 24,99 US-Dollar pro Jahr. In Deutschland wird der iTunes Match genannte Service aus rechtlichen Gründen aber ohnehin nicht angeboten.
Auch E-Mails, Kontakte und Kalender werden im Internet gespeichert und auf angebundenen Apple-Geräten synchron gehalten. Dokumente, die man mit der iWork-App auf iPhone und Co. bearbeitet, werden ebenfalls automatisch im Internet gesichert. Die dafür erforderlichen APIs stellt Apple der Entwicklergemeinde zur Verfügung, so dass auch ein Anbieter wie etwa DataViz die Cloud-Anbindung in seine App Documents to Go intergrieren kann.
Die Online-Festplatte, die Apple dem Nutzer zur Verfügung stellt, ist 5 Gigabyte groß, dabei werden gekaufte Musik, Apps und Bücher nicht mitgerechnet. Für diese Inhalte stellt Apple sogar unbegrenzt Speicherplatz im Internet zur Verfügung. Bei Fotos gilt allerdings die Einschränkung, dass sie maximal 30 Tage in der Cloud gesichert werden. Wer die mit dem iPhone geknipsten Fotos auch auf dem Mac oder PC länger behalten möchte, muss sie innerhalb dieses Zeitraumes noch einmal lokal auf der Festplatte speichern.
Für den unwahrscheinlichen Fall, dass der Online-Speicher trotzdem einmal überläuft, bietet Apple ein Upgrade auf bis zu 80 Gigabyte an. Kostenpunkt: 80 Euro pro Jahr.
Mit iCloud wird der komplette Inhalt eines mobilen Apple-Gerätes im Internet gespiegelt. Wer sein iPhone austauscht, muss nur seine Anmeldedaten eingeben und er bekommt das gleiche Telefon zurück, das er vorher hatte. Es handelt sich um einen Dienst, der vollständig im Hintergrund arbeitet. Der Nutzer muss nichts machen, außer natürlich in den Systemeinstellungen die iCloud-Dienste zu aktivieren. Auf Wunsch kann er sie auch ausschalten, er behält also die Kontrolle.
Auch Microsoft speichert E-Mails, Kontakte, Termine, Musik und Videos im Internet ab, hier heißt die Online-Festplatte Skydrive und ist 25 Gigabyte groß. Das ist viel, aber im Gegensatz zu Apple werden alle Dateien mitgerechnet und Microsoft bietet nicht offensiv eine Speichererweiterung an (in der Praxis erhalten Nutzer aber mehr Speicherplatz, sobald sie die 25-Gigabyte-Grenze erreicht haben). Ein Vorteil gegenüber iPhone & Co.: Fotos werden dauerhaft gesichert und verschwinden nicht irgendwann aus der Cloud.
Für die Online-Speicherung von Dokumenten und Notizen ist Microsoft-Software zwingend erforderlich. Über den Office-Hub von Windows Phone sind nur die OneNote-Notizbücher direkt mit SkyDrive verbunden und werden ständig zwischen allen Orten synchronisiert, an denen man das Programm nutzt: auf dem PC, dem Smartphone oder im Browser. Word-, Excel-, PowerPoint- und PDF-Dateien werden ebenfalls über den Office-Hub synchron gehalten. Im Office-Bereich bietet Microsoft wesentlich mehr Funktionen als Apple, denn man kann seine Dokumente in Ordnern verwalten und sehr einfach mit anderen Skydrive-Nutzern teilen, so dass man gemeinsam an einem Dokument arbeiten kann. Dabei werden alle Änderungen versioniert.
Im Gegensatz zu iCloud lässt sich die Microsoft-Festplatte über einen Internetbrowser direkt ansteuern und verwalten. Man kann innerhalb einer Ordnerstruktur Dateien per Drag&Drop verschieben und auch aus der Cloud entfernen. Bei Apple gibt es keine solche zentrale Verwaltung. iCloud läuft im Hintergrund und einzelne Dienste lassen sich entweder ein- oder ausschalten, der Nutzer hat kaum Editiermöglichkeiten. Doch trotz der Unterschiede verfolgt Microsoft auf dem Smartphone einen ähnlichen Ansatz wie Apple: Einmal aktiviert, läuft die Datensynchronisation automatisch und ohne Zutun des Nutzers im Hintergrund ab.
Die Cloud-Integration von Android unterscheidet sich grundlegend von Windows Phone und iOS. Während die beiden letztgenannten ihre Internetdienste in den Systemhintergrund verbannen, setzt Android Nutzeraktionen voraus. Automatisch synchronisiert werden nur die die Apps, Kontakte, Termine und natürlich E-Mails über das Google-Konto.
Wer Bilder, Filme oder Dokumente in der Cloud speichern will, muss den Umweg über Apps gehen, die entweder direkt von Google (Picasa, Google Docs) oder von Drittanbietern stammen. Das System bietet auch keine mit Skydrive vergleichbare Ordnerstruktur der Online-Festplatte. Wie bei iOS fehlt eine zentralisierte Verwaltung des Internetspeichers. Wer Dokument online ablegt, greift über Google Docs darauf zu, wer Fotos im Netz speichert, nutzt Picasa oder Flickr, wer Dateien beliebiger Art im Internet sichern will, nimmt Dropbox, für Musik gibt es die passende App von Amazon. Die nativen Cloud-Möglichkeiten von Android sind nicht in einer Marke (iCloud) oder einer Oberfläche (Skydrive) gebündelt, sondern über die Apps von Google oder Drittanbietern verstreut. Die sind allerdings hervorragend in das System integriert. Während Apple und Microsoft nur ihre eigenen Dienste einbinden, kann man ein Foto bei Android über das Kontextmenü direkt zu Dropbox hochladen.
Alle drei Systeme sind eng mit dem Internet verzahnt. Der dezentrale Cloud-Ansatz von Android macht die Verwaltung zwar komplizierter als bei den Konkurrenzsystemen, gibt dem Nutzer im Gegenzug aber auch mehr Kontrolle über die Inhalte, die im Internet landen. Gleichzeitig ist er nicht so stark an einen Anbieter gefesselt. Das Potenzial der Office-Integration von Windows Phone kann nur ausschöpfen, wer die Bürosoftware von Microsoft auch auf dem PC nutzt, während Google Docs softwareübergreifend funktioniert. Hier werden die unterschiedlichen Unternehmens-Philosophien deutlich: Während Microsoft und Apple die Nutzer in ihr Dienste-System zwängen, lässt Google deutlich mehr Entscheidungsfreiheiten.
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Du bist nicht dabei?> Neutral würde halt auch bedeuten, dass sie bezüglich Apple neutral sein sollte und das war sie eben nicht.
Ja und? Ich verstehe nicht, was das mit dem Thema zu tun hat.
> Im Beitrag von Björn wurde nämlich alles was Apple vorgestellt hatte schöngeredet und das war nun mal nicht neutral.
Und? Nochmal, was hat das mit dem Thema zu tun? Darf ich deswegen jetzt nicht mehr anmerken, wenn auch in anderen Artikeln stark gewichtet berichtet wird? Damals haben sich doch genügend darüber aufgeregt und hier habe ich das jetzt getan, weil es mir halt als erstem oder einzigem aufgefallen ist.
> Da du die Formulierung "Die Darstellung ist schon ein wenig unfair und auffällig pro-Android formuliert" gewählt hast, kann man das durchaus als Fanboy-Keule sehen
Mit Fanboy-Vorwürfen bist du anscheinend sehr freigiebig, wenn diese Äußerung dich dazu reizt. Ich halte meine Formulierung (und auch die dahinterstehende Intention) für normale Kritik, Aber wenn du meinst ...
> Ich habe lediglich versucht die Intention des Autoren zu finden und dies als Möglichkeit dargestellt. Das heißt nicht das ich es gut finde.
Es kam halt so rüber, als hättest du dir die möglichen Erklärungsversuch zu eigen gemacht. Wenn es nur der Versuch war, die möglichen, verschlungenen Rechtfertigungs-Pfade des Autors zu enträtseln, ohne ihm zuzustimmen, dann ist die Sache hiermit für mich erledigt.
Wie gesagt, es muss hier möglich sein, ohne angegriffen zu werden, auf mögliche Versäumnisse in Artikeln hinzuweisen. In diesem Fall habe ich es getan (und begründet) und in anderen Fällen tun es andere. Und wenn ich der Meinung bin, dass andere mit ihrer Kritik recht haben, äußere ich mich meistens gar nicht dazu, sondern nicke zustimmend mit dem Kopf. Mir kam es zuerst so vor, als wolltest du die Darstellung im Artikel verteidigen – aber wenn es wirklich nur so gemeint war, wie du jetzt gesagt hast, soll es mir recht sein.
Friede und zurück zum Thema, falls da jemand etwas zu zu sagen hat.
> "oder warum meinst du, ich dürfte mich nur hier negativ äußern, wenn ich es auch
> damals getan habe?" [newPhone]
Das meine ich gar nicht. Ich bezog mich nur auf deine Aussage, dass du dir eine "neutralere Berichterstattung" wünschen würdest. Neutral würde halt auch bedeuten, dass sie bezüglich Apple neutral sein sollte und das war sie eben nicht. Im Beitrag von Björn (Spott und häme hat Apple nicht verdient) wurde nämlich alles was Apple vorgestellt hatte schöngeredet und das war nun mal nicht neutral. Der Meinung war nicht nur ich.
> "Man hätte es einfach mal so stehen lassen können."
Wenn du bei Areamobile Reaktionen vom Autoren haben willst, dann musst du ihn direkt anschreiben, das weißt du auch. Die Autoren haben noch nie viel kommentiert. Du wolltest es aber öffentlich machen, also musst du auch damit rechnen, dass du Reaktionen bekommst. Da du nicht den direkten Kontakt mit dem Autoren gewählt hast, dachte ich du wolltest dies hier zur Diskussion stellen. Wen dem nicht so ist, dann wäre es schön, wenn du in Zukunft dazu schreiben würdest, wen du direkt ansprichst. Andere tun das auch in dem sie die in Internetforen verbreitete Schreibweise mit einem @ gefolgt vom Namen verwenden.
Da du die Formulierung "Die Darstellung ist schon ein wenig unfair und auffällig pro-Android formuliert" gewählt hast, kann man das durchaus als Fanboy-Keule sehen, daher bezog ich mich darauf.
> "Ich kapiere nicht, dass mein Wunsch anscheinend auf so viel Unverständnis stößt."
Das stimmt ja gar nicht. Auch ich hätte mir gewünscht, dass die Möglichkeiten bei allen Systemen dargestellt werden. Ich habe mich auch gar nicht gegen deinen Wunsch ausgesprochen oder unverständnis ausgedrückt. Ich habe lediglich versucht die Intention des Autoren zu finden und dies als Möglichkeit dargestellt. Das heißt nicht das ich es gut finde. Gerade ich habe schon oft Artikel kritisiert, die ich für zu sehr Lagergeprägt hielt und auch mal vorgeschlagen, dass einer in der Redaktion, der sich im anderen Lager sieht nochmal drüberliest. Aber darauf wurde seitens Areamobile nicht eingegangen, es ist also gar nicht gewünscht, neutrale Artikel zu schreiben, wie es aussieht.
Wie gesagt, ich habe lediglich versucht eine mögliche erklärung zu finden. Ich verstehe nun nicht, warum das für dich so ein großes Problem darstellt.
Kann man hier nicht editieren?
> Um als Normaluser die Synchronisation von Dokumenten für das iPhone zu nutzen, brauche ich das kostenpflichtige iWork. Die beiden Anderen mobilen Systeme bieten so etwas kostenfrei nativ an.
Momentan unterstützt unter den mobilen iOS-Office-Lösungen erst iWork den iCloud-Dienst. Das wird sich in Zukunft wahrscheinlich noch ändern – es gibt ihn ja erst seit einem Monat oder so. Aber es stimmt, die nativen Office-Programme für iOS kosten alle Geld. Aber funktionieren die webbasierten Google-Docs denn nicht mit iOS-Geräten? Ich dachte, die funktionieren plattformübergreifend, wieso sind sie dann so ein großer Android-Vorteil? Und so, wie ich die Google-Apps (auf dem Mac) kennengelernt habe, funktionieren sie als Web-Apps nur online, während die meisten anderen Office-Lösungen (auf iOS/WP7) lokal auf dem Gerät laufen und nur per Cloud die Dokumente syncen (was durchaus ein Vorteil sein kann).
Wie gesagt, es gibt eine Menge Unterschiede, über die man gerne hätte berichten können – aber es wurde so getan, als gäbe es für WP7 Skydrive, für iOS iCloud und für Android (exklusiv) die große Welt aller anderen Clouddienste. Und so einfach kann man es sich meiner Meinung nach nicht machen.
Artikel: "Wer [bei Android] Dokument online ablegt, greift über Google Docs darauf zu, wer Fotos im Netz speichert, nutzt Picasa oder Flickr, wer Dateien beliebiger Art im Internet sichern will, nimmt Dropbox, für Musik gibt es die passende App von Amazon."
Das meiste hiervon funktioniert auch mit iOS (und wahrscheinlich sogar mit WP7), wird aber nicht erwähnt.
Artikel: "Während Apple und Microsoft nur ihre eigenen Dienste einbinden ..."
Das stimmt doch auch nicht oder liege ich hier total falsch?
Ich finde aber gar nicht, das die iCloud da schlecht wegkommt. Eher im Gegenteil, es wird ja sogar der Musikdienst beschrieben, der in DE (noch) nicht nutzbar ist.
Persönlich finde ich auch nicht das Apple "vorprescht".
Die iCloud so wie sie jetzt ist, finde ich sogar nicht wirklich Interessant. Das liegt sicherlich daran, das ich es von der Nutzung her gesehen anders gewohnt bin. Die Einschränkungen vordergründig auf Apple-Geräte ist von Apples Seite sicherlich gewünscht aber wie nutze ich, um bei meinem Beispiel zu bleiben, den Fotostream auf einem mobilen nicht iOs Device (Phone, Tablet) zu Nutzen?
> Komischerweise hast du dir keine neutrale Berichterstattung gewünscht, als das iPhone Event hier so extrem breitgetreten wurde.
Mit was wurde der Event denn verglichen? ;-) Ach so, du meinst, die "gefühlte Größe" oder das erwartete Leserinteresse des Events wurde bei AM nicht richtig eingeschätzt? Kann sein – darüber haben sich ja genügend Leute beschwert, wenn ich mich entsinne. Bin ich die Generalvertretung aller User hier oder euer Klassensprecher oder warum meinst du, ich dürfte mich nur hier negativ äußern, wenn ich es auch damals getan habe?
> Ich sage nur, dass es eine Erklärung dafür geben könnte, die über deine Fanboykeule hinausgeht.
Ich habe keine Keule geschwungen – und irgendwelche Rechtfertigungsversuche bzgl. ungerechter Vergleiche kann man sich immer basteln. Ich denke, ich habe meine Kritik klar geäußert und ich glaube nicht, das es daran irgend etwas zu relativieren gibt. Man hätte es einfach mal so stehen lassen können. Wenn ich auf eine Reaktion gewartet habe, dann evtl. vom Autor des Artikels. Mögliche Erklärungsversuche von Dritten bringen meiner Meinung nach an dieser Stelle kein Licht ins Dunkel.
> In so fern ist die Bemerkung, das diese besser in das System integriert sind richtig.
Es ging aber im Artikel nicht darum, dass ein Dienst auf einem OS evtl. eleganter integriert ist, als in einem anderen. Drittanbieter-Clouds wurden im WP7- und iOS-Kapitel überhaupt nicht erwähnt (als könne man sie nicht nutzen), während sie im Android-Kapitel genannt wurden. Und mehr habe ich nicht kritisiert. Ich hätte mir halt gewünscht, dass man entweder bei jedem System alle Möglichkeiten beschrieben hätte (dann hätte man auch die Unterschiede herausstellen können) oder aber, dass man sich auf die Dienste der Hersteller beschränkt. Ich kapiere nicht, dass mein Wunsch anscheinend auf so viel Unverständnis stößt.
Es ist auch möglich Kritik zu üben ohne angegriffen zu werden. In wie fern habe ich dich denn angegriffen?
Wenn es für dich so rüberkam als wollte ich den Artikel verteidigen, dann tut mir das leid. Wird mir aber dann bitte nicht vor, dass ich deine Äußerung für Ärger über das gefühlt schlechte darstellen des iPhone hielt.