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Systemcheck: Von Android bis Web OS – Betriebssysteme im Kurzporträt

Wer heute ein Smartphone kauft, muss sich nicht nur für ein Gerät, sondern auch für ein Betriebssystem entscheiden. Bedienung, Software-Angebot, Funktionsvielfalt und die Kontakte- und Terminverwaltung werden maßgeblich von dem installierten System bestimmt. In einem Kurzüberblick stellen wir die aktuelle Systeme mit ihren Stärken und Schwächen vor.

Android

Android 4.0 Ice Cream Sandwich | (c) Google

Der Taskmanager von Android 4.0 Ice Cream Sandwich: moderne, schnelle und intuitive Oberfläche  | (c) Google

Das im Oktober 2008 veröffentlichte erste Android-Smartphone T-Mobile G1 war klobig, schlecht verarbeitet und voller Bugs. Wer hätte damals ahnen können, dass es den Startschuss für eine beispiellose Erfolgsgeschichte abfeuern würde? Drei Jahre später ist Android bereits in Version 4.0 Ice Cream Sandwich erschienen und mit einem weltweiten Marktanteil von 52 Prozent zum erfolgreichsten Betriebssystem der Welt aufgestiegen. Alle großen Hersteller wie Samsung, Sony (Ericsson), HTC, Motorola und LG setzen darauf.

Das große Erfolgsgeheimnis von Android: Das System ist offen für Entwickler und Hersteller. Letztere können es frei adaptieren und etwa eigene Benutzeroberflächen für ihre Smartphones entwerfen. Das schafft Möglichkeiten, sich auf dem Markt zu differenzieren. Genauso wichtig ist der Android Market mit seinen unzähligen Apps für jeden Geschmack. Mittlerweile sind mehr als 500.000 verfügbar - Google ist dabei, Apple zu überholen.

Kritisiert wird Android vor allem für das Sammeln von Nutzerdaten und für die unzureichende Sicherheitsarchitektur. Das Google-System ist momentan das Hauptziel von mobilen Hackerangriffen. Wer damit leben kann, bekommt ein zukunftsfähiges System, das in einem atemberaubenden Tempo weiter entwickelt wird.

Bada

Bada ist erst 18 Monate alt und damit nach Windows Phone das zweitjüngste Smartphone-Betriebssystem. Es ist komplett für die Touchscreen-Bedienung optimiert und zeichnet sich durch seine intuitive Benutzerführung aus, die eng an der Samsung-Oberfläche TouchWiz angelehnt ist. Die seit kurzem erhältliche Version 2.0 wurde nicht nur optisch, sondern auch funktional deutlich verbessert. Zu den Neuerungen gehört Multitasking, NFC, WiFi Direkt und eine Sprachsteuerung.

Bada hat eine moderne Systemarchitektur, ist schlank und entwicklerfreundlich. Einem Erfolg dürfte eigentlich nichts im Wege stehen. Aber weil es sich um ein Samsung-System handelt, ist die Verbreitung und damit auch die Attraktivität für Entwickler eingeschränkt. Seit der Einführung auf dem Samsung Wave S8500 wurden in Deutschland mehr als 750.000 Geräte verkauft – zu wenig, um in der Smartphone-Liga ganz oben mit zu spielen. Dementsprechend niedrig ist die Anzahl der verfügbaren Apps: Im Bada-Shop "Samsung Apps" tummeln sich momentan etwa 12.000 Programme, die allerdings nicht für jedes Modell verfügbar sind. Bada ist ein System vor allem für Samsung-Fans, daran wird sich auch in Zukunft vorerst nichts ändern.

Blackberry OS

Das Tablet Blackberry Playbook mit QNX. Das System soll in diesem Jahr auch auf die Smartphones kommen. / (c) Hersteller

Genauso wie Bada ist auch das Blackberry-System an einen Hersteller gebunden. In diesem Fall handelt es sich um den kanadischen Hersteller Research in Motion (RIM), der mit seinen Blackberrys zu den Pionieren auf dem Smartphone-Markt gehört. Das gleichnamige System ist mittlerweile in Version 7 erhältlich und Beobachter sind sich einig: Es ist dröge, sieht altbacken aus und ist nur unzureichend für die Touchscreen-Bedienung optimiert. Einzig die E-Mail-Push- und die Sicherheits-Funktionen sind besser als bei der Konkurrenz.

Blackberry OS gehörte 2010 mit einem weltweiten Marktanteil von 17,5 Prozent (Gartner) noch zu den bedeutendsten Smartphone-Betriebssystemen, doch seitdem rauschen die Verkaufszahlen genauso in den Keller wie der Aktienkurs von RIM. Die Rettung soll das von Grund auf neu entwickelte System QNX bringen, erste Geräte werden in diesem Jahr herauskommen. Wenn sie floppen, dann wäre das der Todesstoß für RIM. So oder so gehört Blackberry OS in der jetzigen Form zu den sterbenden Betriebssystemen - RIM-Fans warten auf QNX.

iOS

Apple iOS 5 und iCloud | (c) Hersteller

Apple iOS 5 mit der cloud-basierten Speicherung von Apps: ganz klar eines der besten mobilen Systeme auf dem Markt. | (c) Hersteller

Das neue Betriebssystem, das Apple 2007 zusammen mit dem iPhone vorstellte, war genauso revolutionär wie das Gerät. Es handelte sich um das erste kompromisslos für die Touchscreen-Bedienung und die mobile Internetnutzung optimierte System – ein Meilenstein in der mobilen Software-Entwicklung. Auch das heute boomende App-Geschäft ist eine Erfindung von Apple: Mitte 2008 wurde Version 2.0 von iOS vorgestellt (damals noch iPhone OS), zusammen mit einem Entwicklerkit (SDK) für Programmierer und einem "App Store", in dem sie ihre Programme veröffentlichen können. Der Rest der Geschichte bekannt.

Mittlerweile ist iOS in Version 5 erschienen und in puncto Funktionsumfang und Bedienung den meisten anderen Betriebssystemen überlegen. Für iOS gibt es unzählige Apps, Filme und Songs zum Download - nur Android kann da noch mithalten. Im Gegensatz zum Google-System läuft iOS allerdings nur auf den Geräten des Unternehmens – wer es will, muss ein iPhone oder iPad kaufen. Kritisiert wird vor allem die geschlossene Benutzerführung, die kaum vorhandene Individualisierbarkeit und die Abschottung der Plattform - wer Programme dafür veröffentlichen will, muss sich penibel an Apples Regelkatalog halten, dessen Einhaltung genau kontrolliert wird.

Trotz dieser Einschränkungen handelt es sich um eines der fortschrittlichsten und am besten gepflegten mobilen Systeme, das eine klare Empfehlung verdient hat.

Symbian

Seit 1998 ist Symbian ein Begriff in der Branche und fest mit Nokia verbunden, obwohl es auch Symbian-Smartphones anderer Hersteller wie Sony Ericsson oder Samsung gab. Doch mit dem iPhone und dem Siegeszug des Touchscreens sowie der wachsenden Bedeutung von App-Stores verliert Symbian rasant Marktanteile. Mittlerweile haben alle Unternehmen dem System den Rücken gekehrt, selbst Nokia setzt künftig lieber auf Windows Phone. Es dürfte zwar weiterhin noch das eine oder andere Symbian-Phone geben – aber trotz aktueller Updates wie Symbian Anna und Belle sind die Tage von Symbian gezählt.

WebOS

Das Drama um WebOS ist ein Paradebeispiel dafür, wie dynamisch sich der Smartphone-Markt entwickelt. Was gestern noch himmelhoch gelobt wurde, kann morgen schon auf dem Schrottplatz landen. Als Web OS vor drei Jahren startete, wurde es von allen Seiten mit Lob überschüttet: innovativ, intuitiv, allen anderen weit voraus. Die Euphorie hielt aber nur so lange, bis Palm mit dem Pre das erste Smartphone auf den Markt brachte. Mit seiner schlechten Verarbeitung und einem Prozssor, der mit dem auf Webkit aufsetzenden System völlig überfordert war, blieb das Pre wie Blei in den Regalen liegen. Auch die Folgemodelle konnten den Abwärtstrend nicht stoppen.

Palm wurde von HP Mitte 2010 für 1,2 Milliarden Dollar übernommen. Doch auch der Computerriese scheiterte damit, WebOS als Konkurrenz zu Android und iOS aufzubauen. Im August 2011 gab HP die Weiterentwicklung des Tablets Touchpad und der Smartphones Pre und Veer auf. Anfang Dezember entschied das Unternehmen dann, WebOS als Open-Source-Projekt weiterzuführen. Ob es jemals ein neues Smartphone oder Tablet mit dem System geben wird, ist fraglich.

Windows Phone

Window Phone 7 Mango: Über 500 Neuerungen | (c) Microsoft

Windows Phone 7.5 Mango: Über 500 Neuerungen | (c) Microsoft

Im Herbst 2010 wagte Microsoft mit Windows Phone 7 den Neustart auf dem Mobilfunkmarkt. Mittlerweile ist Version 7.5 mit mehr als 500 Verbesserungen veröffentlicht worden, doch der große Erfolg blieb bisher aus. Die weltweiten Marktanteile dümpeln unter 5 Prozent und die Smartphone-Hersteller setzen lieber auf das kostenlose Google-System Android, statt Windows Phone zu lizensieren. Aber schon beim Start betonte ein Microsoft-Sprecher: "Wir haben einen langen Atem". Mit Windows Phone plant das Unternehmen langfristig und hat mit Nokia jetzt endlich einen starken Hardware-Partner gefunden. Die eigenwillige, aber sehr intuitive Kachel-Optik von Windows Phone wird auch beim kommenden Desktop- und Tablet-System Windows 8 eine tragende Rolle spielen.

Kritisiert werden vor allem die kaum vorhandene Individualisierbarkeit des Systems und die geschlossene Benutzerführung – im Prinzip das gleiche, was man auch Apple vorwirft. Den Herstellern missfallen außerdem die strengen Vorgaben, die Microsoft ihnen macht. Im Gegensatz zu Android dürfen sie die Oberfläche nicht verändern und müssen ganz bestimmte technische Auflagen erfüllen. Daher sehen alle Windows Phones auch irgendwie gleich aus. Trotzdem: Wer eines kauft, macht nichts verkehrt. Die meisten Analysten glauben, dass das System künftig zum dritten großen Smartphone-System neben iOS und Android aufsteigen wird.

Fazit: Die großen Drei

Der Ausleseprozess auf dem Smartphone-Markt ist gerade in vollem Gange. Dabei wird es vor allem um den dritten Platz gekämpft, um die Position neben Android und iOS. Dass diese beiden Systeme zu Recht zu den großen Gewinnern der letzten Jahre gehören, ist unbestritten. 2012 wird dagegen das entscheidende Jahr für Blackberry und Microsoft. Am Ende wird es wohl nur einer von beiden schaffen, ein Betriebssystem mit dem angehängten Dienste-Ökosystem dauerhaft zu etablieren.

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Kommentare
  1. 24.01.12 11:59 cookieman (Professional Handy Master)

    Für die IPhone mit IOS5 mit ICloud nutzen, können Daten über cloud verteilen.
    Darüber hinaus kann man z.B. mit Fileapp per Wlan Daten zwischen PC und mobile tauschen, geht wohl auch mit WiFi USB.

    @bugi78
    Das Kacheldesign wird man wohl auf allen Geräten finden, allerdings ist noch nicht klar wie Office oder ähnliche Programme unter dem System arbeiten von Metro zu Aero Design. Die größte Umstellung ist der Wegfall der Taskleiste.

    Leistungstechnisch ist die Frage inwieweit Win 8 strukturiert ist. Denn mit Win 7 sind ja immer noch Speicherfresserprozesse vorhanden. Linux und Mac OS sind effektiver aufgebaut.

  2. 24.01.12 10:42 NewPhone (Expert Handy Profi)

    Edit: iTunes synct natürlich neben den oben genannten Formaten auch Kalender, Kontakte, Mails usw. aus Outlook (oder entsprechenden Apple-System-Programmen) und natürlich die iOS-Apps, die man mit unterschiedlichen Geräten heruntergeladen hat.

  3. 24.01.12 10:32 NewPhone (Expert Handy Profi)

    > Ja, aber von iTunes verwaltbare Daten sind nur Audio und Video, oder?

    Ich wollte in die Betriebssystem-Diskussion an sich nicht einsteigen, hier aber kurz was zu schreiben, um Missverständnisse auszuräumen.

    iTunes ist DIE Schaltzentrale für das iPhone/iPad und kann natürlich mehr syncen als nur Musik und Filme. Auch Fotos, eBooks, Podcasts, Klingeltöne, TV-Shows und iTunes-U-Inhalte werden über iTunes gesynct. PDF-Darstellung ist integraler Bestandteil von OSX und iOS. Da z.B. der Apple eBook-Reader (iBooks) auch normale PDFs darstellen kann, kann man natürlich auch diese über iTunes auf's iOS-Gerät bekommen – einfach das Dokument in das entsprechende Bücher-Tab in iTunes werfen. Hat man einen 3rd-Party-PDF Reader (z.B. den kostenlosen Adobe Reader) auf dem iPhone, legt iTunes dafür einen Extra-Ordner im Apps-Tab an, in den man Dokumente (einige Reader können auch andere Office-Formate darstellen) einfach hineinlegen kann – diese werden instant/sofort zum iOS-Gerät (per WiFi/USB) geschickt.

    Ansonsten kann man natürlich Office-Dokumente und PDFs darstellen, die man per Mail bekommt und viele PDF Reader können auch die Dokumente lesen, die in der Dropbox oder anderen Cloud-Servern liegen (die Dropbox-App selbst kann, glaube ich, auch PDFs direkt darstellen). Kann sein, dass das aktuelle iBooks 2 auch schon per iCloud Bücher/PDFs syncen kann – das habe ich aber noch nicht ausprobieren können.

  4. 23.01.12 17:26 pixelflicker (GURU)

    Achso. Hat mich nur neugierig gemacht, deine Aussage.

    Aber ohne WLAN und UMTS bleibt wirklich nicht viel beim iPad.

  5. 23.01.12 17:22 Gorki (Advanced Handy Master)

    Das geht so nicht, wissen wir ja, wahr aber nicht der Ausgangspunkt. Bugi meinte das das iPad ohne Wlan und UMTS nicht brauchbar ist und erwähnte in den Zusammenhang HDMI. Das wird aber vom iPad auch per Kabel unterstützt ;).

  6. 23.01.12 17:13 pixelflicker (GURU)

    Ja, aber von iTunes verwaltbare Daten sind nur Audio und Video, oder?
    Das ist ja der Punkt. Ich will halt PDF-Dateien auf mein Phone oder gerade auf das Tablet kopieren können, ohne großen Aufwand. Vielleicht auch mal von einem Computer der nicht meiner ist.

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