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Systemcheck: Das kommt für Blackberry, Symbian, Bada, Meego und WebOS (Teil 3)

Wie geht es mit Blackberry-, Symbian- und Bada-Smartphones weiter? Haben die Systeme eine Zukunft oder sollte man lieber die Finger davon lassen? Und was ist überhaupt mit Meego und WebOS? Im dritten Teil seines Systemchecks gibt Areamobile einen Ausblick auf die Zukunft der Plattformen aus der zweiten Reihe.

Bada

Das alles ist neu bei Bada 2.0 | Darstellung: Samsung

Bada 2.0: Die Neuerungen im Überblick | (c) Samsung

Bada (koreanisch für Ozean) ist ein Exklusivsystem von Samsung, das erst im Juni 2010 veröffentlicht wurde. Es ist für die Touchscreen-Bedienung optimiert und zeichnet sich durch eine intuitive Benutzerführung aus, die eng an der Samsung-Oberfläche TouchWiz angelehnt ist. Weltweit konnte Samsung bisher mehr als 8 Millionen Geräte verkaufen – zu wenig um mit den großen Systemen Android und iOS mitzuhalten. Zum Vergleich: Allein von Oktober bis Dezember 2012 konnte Apple mehr als 37 Millionen iPhones weltweit verkaufen. Bada ist und bleibt nur Kreisliga, ein System vor allem für Samsung-Fans.

Die können sich dafür auf starken Support von einem der größten Elektronikkonzerne der Welt verlassen. Samsung wird auch zukünftig an seiner Multiplattform-Strategie festhalten und Bada als preiswerte Alternative zu seinen Android- und Windows-Phones weiterentwickeln.Version 2.0 wurde im Februar 2011 auf dem Mobile World Congress (MWC) vorgestellt und ist mittlerweile auf den meisten Bada-Telefonen installiert. Bada 3.0 dürfte auf dem MWC 2012 vorgestellt werden, der in drei Wochen seine Pforten öffnet. Erwartet werden eine Unterstützung von Dual-SIM-Karten, Dualcore-Prozessoren und eine erweiterte Sprachsteuerung.

Für die Zukunft prüft Samsung die Zusammenführung von Bada mit Intels mobiler Linux-Plattform Tizen. Dabei handelt es sich um den Nachfolger des gescheiterten MeeGo-Projektes, das Nokia zugunsten von Windows Phone aufgegeben hat. Er wurde erst im September 2011 vorgestellt. Künftig könnten auf Geräten mit Tizen-Betriebssystem auch mit dem Bada-Entwicklerkit geschriebene Apps laufen. Außerdem könnten Bada- und Tizen-Entwickler die gleichen Software-Tools (SDKs und APIs) erhalten. Es wird darüber spekuliert, dass Samsung Tizen für leistungsfähigere Smartphones verwenden wird, die nicht unter Android oder Windows Phone 7 laufen, während Bada für Low-End-Smartphones reserviert ist. Der Hersteller selbst hat sich aber noch nicht auf eine finale Strategie festegelegt, sondern prüft momentan die Möglichkeiten. Erst auf dem MWC wird man mehr zu diesem Thema erfahren.

Blackberry

Blackberry London: So soll das erste BBX-Smartphone von RIM aussehen | (c) theverge.com

Blackberry London: So soll das erste QNX-Smartphone von RIM aussehen. Mit einem Marktstart ist allerdings nicht vor Ende 2012 zu rechnen. | (c) theverge.com

Ein Deutscher soll es richten: Mit der Ernennung von Thorsten Heins zum Firmenchef geht bei RIM eine Ära zu Ende. Die Gründer und langjährigen CEOs, Mike Lazarides und Jim Balsillie, geben ihre Kapitänsmützen freiwillig ab – zu stark war der RIM-Dampfer unter ihrer Führung ins Schlingern geraten. Heins steht jedenfalls vor der riesigen Herausforderung, den Absturz in die Bedeutungslosigkeit aufzuhalten. Dass dafür ein von Grund auf neu entwickeltes Betriebssystem notwendig ist, steht selbst unternehmensintern außer Frage. RIM hat sogar schon ein Gerät damit im Einsatz, das Blackberry Playbook mit dem Linux-Derivat QNX. Dessen moderne Benutzeroberfläche ist perfekt auf die Touchscreen-Bedienung und die Gestensteuerung abgestimmt und konnte bereits auf dem Tablet überzeugen.

Bis die ersten Smartphones mit QNX, das in der Smartphone-Version Blackberry OS 10 heißen wird, auf den Markt kommen, vergeht aber noch einige Zeit. Obwohl bereits das Foto eines Prototypen unter dem Codenamen Blackberry London im Internet kursiert, wird RIM das Gerät mit großer Wahrscheinlichkeit nicht auf dem MWC zeigen. Einen Marktstart hat das Unternehmen erst für Ende 2012 in Aussicht gestellt, mit der Begründung, dass bestimmte Bauteile nicht vor Mitte 2012 in ausreichender Stückzahl produziert werden können.

Es dürfte aber noch einen anderen Grund für die Verzögerung geben: RIM muss QNX nicht nur Smartphone-tauglich machen, sondern seine dahinter liegende Server-Infrastruktur (Blackberry Enterprise Server, BES) ebenfalls umstellen und dabei die hohen Sicherheits- und Verschlüsselungsstandards einhalten, die Geschäftskunden von dem kanadischen Unternehmen einfordern. Gleichzeitig muss der aktuelle Betrieb weiterlaufen. Eine gigantische Aufgabe.

Symbian

Nokia 701 | (c) Hersteller

Nokia 701: Eines der letzten Symbian-Smartphones | (c) Hersteller

Symbian Anna, Symbian Belle – seit der Ankündigung, künftig auf Windows Phone zu setzen, hat Nokia ein Update nach dem anderen veröffentlicht, um zu demonstrieren, dass die sterbende Plattform auch weiterhin starke Unterstützung bekommt. Doch die veröffentlichten Software-Aktualisierungen – die Symbian übrigens immer näher an Android und iOS heranrücken lassen – dürften bereits in den Schubladen geschlummert haben, noch bevor der Wechsel zur Microsoft-Plattform beschlossen wurde.

Es bleibt spannend, ob nach Belle weitere große Symbian-Updates folgen. Angeblich ist das nächste schon in der Entwicklung und sogar neue Smartphones sollen in Aussicht stehen. Aber das sind nur dünne Gerüchte. Fakt ist, dass Nokia die Symbian-Entwicklung bis Ende 2012 an Accenture ausgelagert, einen der weltgrößten Technologie-Dienstleister und Unternehmensberater, und in diesem Zusammenhang mehr als 7000 Stellen abbaut. Fakt ist auch, dass Symbian bis 2016 offiziellen Support erhält.

Weil Symbian Open Source ist, kann es auch von anderen Herstellern benutzt werden, was äußerst unwahrscheinlich ist. Trotzdem wird das System auch auf längere Sicht nicht aussterben – die mehr als 200 Millionen aktiven Symbian-Geräte werden sich schließlich nicht einfach in Luft auflösen.

Meego und WebOS

Bei Meego und WebOS ist die Zukunft viel einfacher vorherzusagen als bei den anderen – es gibt nämlich keine. HP will den Quellcode für WebOS bis Ende September 2012 schrittweise veröffentlichen, am Ende soll dann Open Web OS 1.0 für die Open Source Community und für jeden Hersteller frei verfügbar sein. Fraglich ist aber, ob sich auch tatsächlich  jemand findet, der die entsprechenden Geräte baut.

Meego steht der Open Source Community bereits zur Verfügung. Aber auch hier dürfte sich kaum ein Hersteller finden, der das System verwendet. Das Nokia N9 wird wohl das erste und letzte Meego-Smartphone bleiben. Nutzlos ist die Entwicklung von Meego deshalb aber nicht gewesen. Intel integriert das System in ein neues mobiles Projekt: Tizen. Das mobile OS soll in Zukunft auf Smartphones, Tablets, Fernseher, Netbooks und Kfz-Entertainment-Systemen laufen. Es könnte sogar Bada ersetzen – schließlich ist Samsung ein wichtiger Projektpartner.

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Kommentare
  1. 08.02.12 08:24 Gorki (Handy Master)

    Es ist schon ein Unterschied ob da sachlich und logisch Argumentiert wird oder ob man einfach seinen Vorbehalten freien Lauf lässt.

    Wenn eine Aussage mit einer gewissen Gewichtigkeit vermittelt wird, die den Eindruck einer auf richtigen Schlüssen basierenden Entwicklung vermittelt, dann sollte es auch tatsächlich so sein.

  2. 08.02.12 08:12 Beinhart (Gast)

    Sind nicht ALLE Artikel mehr oder weniger von der Meinung ihres Auors geprägt?

  3. 08.02.12 07:10 Gorki (Handy Master)

    @ Inte, Dein Link ist einfach nur die persönliche Meinung eines Bloggers und Linuxfans...

  4. 08.02.12 01:33 inte (Handy Profi)

    Ich hab mir auch gerade Belle auf mein N8 gezogen und verstehe Nokia wirklich immer weniger.
    Wie kann man sowas machen.
    Zumal Windows 8 wohl ein ähnliches Desaster wie Windows Vista zu weden droht:
    http://www.zdnet.com/blog/open-source/five-reasons-why-windows-8-will-be-dead-on-arrival/10275?tag=nl.e539

    Da kann Nokia wirklich froh sein, fuer Tablets noch auf Maemo zurueck greifen zu koennen...

  5. 07.02.12 09:15 Laborant (Advanced Handy Profi)

    http://www.gsmarena.com/symbian_carla_and_donna_to_come_next_but_not_for_everyone-news-3394.php

    Jepp ;)

  6. 07.02.12 09:04 Ladylike871 (Advanced Member)

    @bocadillo ja damit hast du wohl recht .
    Warum wird eigentlich in dem Bericht über Symbian nicht erwaehnt, das im Maerz Nokia Carla kommt und dannach Nokia Donna ? Das sollte eigentlich erwähnt werden.

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