Prepaid-Anbieter Blau bietet Nutzern von Android-Smartphones einen VoIP-Dienst an. Die dafür notwendige BlauApp können auch Mobilfunk-Kunden anderer Anbieter für das Telefonieren und den SMS-Versand nutzen. Wir haben die BlauApp im Test auf dem Samsung Galaxy S2 ausprobiert und zeigen, wie gut das Angebot wirklich ist.
Zur Nutzung des Angebots des Prepaid-Anbieters Blau muss man zuerst die BlauApp aus dem Android Market herunterladen. Dabei sollte der Nutzer peinlich genau auf die Schreibweise achten – Suchbegriffe wie "blau" oder "blau app" bringen keinen Erfolg, nur über die zusammengeschriebene Form "blauapp" wird er fündig. Anschließend läuft alles wie am Schnürchen. Auf der Homepage www.blauapp.de oder über die App registriert der Nutzer sich, anschließend gilt die eigene Telefonnummer und ein frei gewähltes Passwort als Zugang zum Voipen. Da es sich bei dem Angebot um einen Prepaid-Dienst handelt, muss die BlauApp vor der Nutzung aufgeladen werden. Das funktioniert direkt über die App in Schritten von 5, 10 oder 30 Euro (per Kreditkarte, Überweisung, Lastschrift) oder über einen Aufladecode, den es an Tankstellen oder im Supermarkt gibt. Als Startguthaben ist allerdings bereits 1 Euro vorhanden, das reicht zum Ausprobieren. Wer momentan direkt für 10 Euro auflädt, bekommt obendrauf noch für drei Monate eine Flatrate für Anrufe in das deutsche Festnetz dazu.
Dann kann es losgehen. Die App ist sehr übersichtlich gestaltet. Am oberen Display-Rand findet man Reiter für das Anruferprotokoll, SMS, Kontakte, Wählfeld und sein Konto. Dabei gibt es kaum Überraschungen, allerdings vermisst man bei den Kontakten die Anruferbilder, die auf unserem Testgerät Samsung Galaxy S2 im normalen Telefonbuch abgelegt sind. Die App wird übrigens tief in Android integriert. Selbst wenn sie nicht im Hintergrund läuft, fragt Android fortan vor jedem Telefonat, ob man lieber mit der BlauApp oder über GSM anrufen möchte. Eingehende Anrufe kommen immer bei der GSM-Nummer an.
Die Gesprächsqualität beim Telefonieren über die BlauApp ist in Ordnung, nur die Lautstärke war in unserem Test etwas geringer als bei vergleichbaren GSM-Gesprächen. Generell sind aber hin und wieder leichte Verzerrungen zu vernehmen – das kennt man auch von VoIP auf dem PC. Dafür klangen Gesprächspartner sogar klarer als über GSM und es war keinerlei Rauschen zu vernehmen. Das kann sich aber auch negativ auswirken, denn im Test kam es mehrfach vor, dass Gespräche über Wlan trotz angeblich guten Empfangs abbrachen. Das merkte die sprechende Person aber immer erst etliche Sekunden später, denn mangels Rauschen war kein Unterschied zwischen stehender und unterbrochener Leitung zu hören. Im 3G-Betrieb funktioniert die BlauApp ebenfalls, Unterschiede bei der Qualität sind kaum zu hören. Im UMTS-Betrieb kann es zu leichter Verzögerung der Sprachübertragung kommen, was die Kommunikation erschwert.
Die BlauApp sollte nur dann genutzt werden, wenn man auf seinem eigentlichen Laufzeitvertrag schon eine Daten-Flatrate gebucht hat. Denn der dabei anfallende Daten-Traffic wird vom persönlichen Mobilfunkprovider abgebucht und – ohne Flatrate – auch zusätzlich pro Megabyte oder Online-Minute berechnet. Dazu kommen von Blau berechnete 9 Cent pro Gesprächsminute bzw. SMS oben drauf – auch im Wlan. Zuvor will außerdem geprüft werden, ob der eigene Mobilfunkvertrag die Nutzung von VoIP über das Mobilfunknetz bzw. im Tarif überhaupt zulässt.
Einen finanziellen Vorteil genießen die Nutzer der BlauApp zum größten und bekanntesten Gegenstück Sype(out) nur bei Telefonaten ins Mobilfunknetz. Genau wie bei der BlauApp kann man auch dort gegen Geld auf beliebigen Handy- oder Festnetznummern anrufen, allerdings zahlt man dafür ins Festnetz viel weniger, als was Blau von seinen Kunden verlangt. Zusätzlich kann man von Skye zu Skype im Wlan völlig kostenlos und sogar per Videochat kommunizieren. Darum sollten nur Vieltelefonierer in Handynetze zur BlauApp greifen.
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Du bist nicht dabei?sipgate ist übrigens auch ganz praktisch, da bekommt man kostenlos eine Festnetznummer im eigenen Vorwahlbereich und ist damit günstig erreichbar für die Leute die nen DSL-Anschluss mit Festnetzflat haben. Ein Anruf ins Festnetz kostet 1,79 ct/min.
Hast recht, das habe ich übersehen. Ich werde den Text gleich anpassen, danke für den Hinweis.
mfg
wenn man ins festnetz telefonieren will ist skypeout billiger, bei den mobilfunknetzen wohl eher die blauapp
es gibt aber noch andere voip-anbieter wie ventengo oder easybell
ich habe hier nachgesehen: http://www.skype.com/intl/de/prices/payg-rates#cc=DE
Deutschland – Mobilfunknetz – Sonstige 23,6 Cent
Deutschland – Mobilfunknetz – T-Mobile 23,6 Cent
Deutschland – Mobilfunknetz – Vodafone 23,6 Cent
oder hier:
http://www.skype.com/intl/de/prices/pay-monthly/#DE
60 minuten: 19,2c einschl. MwSt.
Korrekt, Skypeout. Aber wenn ich recht informiert bin, fallen dabei Minutenpreise von 2,2 Cent in alle (deutschen) Netze an, wenn man vorher ein Guthaben erwirbt. Entscheidet man sich für eine Mitgliedschaft, sinken die Minutenpreise hingegen auf 1,04 Cent. Dann zahlt man etwa monatlich 5,76 Euro und kann dafür unbegrenz telefonieren und SMS schreiben. Bei der blauApp (9 Cent/Minute) käme man da nur auf knapp über 55 Minuten...Hinzu kommt bei Skype lediglich pro Verbindung eine einmalige Gebühr von (in Deutschland) 5,6 Cent. Insgesamt fährt man also auch mit Skypeout wesentlich günstiger. Oder sollte ich etwas übersehen haben?
mfg
faszinierende Wortspiele :)