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Einfall in Europa: Die Smartphone-Highlights von Huawei, ZTE & Co.

Apple blieb traditionell fern und Samsung sah sich das Geschehen von der Spitze aus an, während andere etablierte Hersteller wie Nokia und HTC sich neu orientieren. Ausruhen kann sich aber keines der Unternehmen, denn die Konkurrenz aus Fernost naht - das haben die selbstbewussten Auftritte von chinesischen und japanischen Handy-Herstellern auf dem Mobile World Congress 2012 gezeigt.

Die als namenlose Fabrikanten für andere Anbieter tätigen chinesischen Hersteller (OEM) wie Huawei und ZTE waren hierzulande meist nur Insidern bekannt, auf dem Heimatmarkt sind sie dagegen bereits echte Branchengrößen mit eigenen Entwicklungs- und Produktionsstätten. Das bei E-Plus erhältliche Base Lutea 2 stammt beispielsweise von ZTE, das im Mai 2011 vorgestellte, an Prepaid-Nutzer gerichtete Android-Smartphone Vodafone 858 Smart von Huawei. Jetzt wollen beide Hersteller am lukrativen Smartphone-Markt in Euro teilhaben - erste Geräte mit dem eigenen Brand wie das ZTE Skate bei O2 oder das im vergangenen Jahr so erfolgreiche Android-Smartphone Huawei Ideos X3 sind bereits im deutschen Handel erhältlich.

Drei Viertel der Umsätze in Deutschland erzielen die Hersteller mittlerweile mit Smartphones, berichtete kürzlich der Branchenverband Bitkom. Zwar haben zum Beispiel in Deutschland schon knapp über die Hälfte aller Nutzer eines Mobiltelefons einen dieser Mini-Computer zum Telefonieren, doch es gibt immer noch ein großes Stück des Kuchens zu verteilen. Auch aus Japan drängen mit Panasonic und Fujitsu zwei Hersteller auf den europäischen Smartphone-Markt. Panasonic war bis 2006 auf dem europäischen Handy-Markt vertreten, zog sich dann aber zurück.

Vier Hersteller, vier Ansätze

Vier Hersteller mit Expansionsplänen, vier Ansätze auf dem Weg nach Europa. Huawei ließ nicht nur das Messegelände in Barcelona mit dem eigenen Logo beflaggen, sondern demonstrierte auf dem Mobile World Congress 2012 mit Highend-Produkten seine Leistungsfähigkeit. Prunkstück war das Smartphone Ascend D Quad, das mit dem von Huawei selbst entwickelten Quad-Core-Prozessor K3V2 bestückt ist und nach Aussage des Herstellers das zurzeit schnellste Smartphone der Welt sein soll. Das Huawei Ascend D Quad steht damit bislang allein der Riege von Quad-Core-Smartphones mit Tegra-3-Chip von Nvidia entgegen, die die Hersteller HTC, LG und ZTE in der vergangenen Woche auf dem MWC präsentierten. Für das neue Selbstbewusstsein stand zudem der auf dem Messeglände aus vielen Smartphones nachgebaute Pegasus, das sagenhafte geflügelte Pferd, das gerade im Begriff war, in die Lüfte aufzusteigen.

Während die genauen Spezifikationen des Quad-Core-Prozessors von Huawei Verschlusssache blieben, verwirrte ZTE die Journalisten und Standbesucher mit einer ganzen Reihe an neuen Smartphone-Modellen und fehlerhaften Angaben in den Datenblättern. Die Bandbreite der in Barcelona präsentierten Geräte reichte vom Einfach-Smartphone ZTE Kis über das ZTE Mimosa X mit Nvidia-Modem bis hin zum Quad-Core-Smartphone ZTE Era, der Hersteller will so alle Smartphone-Preissegmente abdecken. Das ZTE Era soll in der zweiten Jahreshälfte nach Europa kommen, einen Verkaufspreis nannte der Hersteller allerdings noch nicht. ZTE kündigte zudem auf dem MWC eine MiFavor genannte eigene Benutzeroberfläche für Android-Geräte sowie eine Touch & Share genannte NFC-Datenaustausch-Funktion an. Ziel von ZTE ist es, bis zum Jahr 2015 von der derzeitigen vierten Position auf den dritten Platz der Rangliste der Smartphone-Hersteller aufzurücken.

Der aktuelle Eindruck: Im Vergleich der beiden chinesischen Hersteller hat Huawei in Europa noch die Nase vorn. Das Unternehmen vertraut zudem jetzt auf wenige einprägsame und leistungsfähige Geräte, nachdem die ersten Geräte im deutschen Handel wie das Ideos X3 und das Vision noch das Niedrigpreis-Segment abdeckten. Auffällig auch: Während Huawei in den einzelnen europäischen Ländern auf die Mitarbeit und das Know-How von dortigen Branchenkennern vertraut, gab bei der ZTE-Pressekonferenz die chinesische Managerriege den Ton an und der ZTE-Stand war fest in chinesischer Hand.

Wasserdichte Handys aus Japan

Der japanische Hersteller Panasonic setzt bei seiner Rückkehr auf den europäischen Markt zunächst auf ein Referenzmodell, das in abgewandelter Form in den Handel kommen soll. Trotz des gehobenen Ausstattungs-Standards steht hier offensichtlich der Design-Gedanke im Vordergrund. In Barcelona zeigte Panasonic neben dem schon zuvor in Hamburg erstmals vorgestellten Eluga das größere Modell Eluga Power mit 5-Zoll-Touchscreen. Neben dem Samsung Galaxy Note und dem LG Optimus Vu kommt mit diesem Gerät ein weiteres Smartphone mit Riesen-Display auf den deutschen Markt. Das Panasonic Eluga Power soll ab Juni/Juli in den Handel kommen, zum Preis machte der Hersteller noch keine Angaben. Panasonic will in diesem Jahr 1,5 Millionen Smartphones in Europa absetzen.

Fujitsu will in den kommenden drei bis fünf Jahren mit Android-Smartphones und Windows Phones weltweit einen zweistelligen Marktanteil erreichen. Der Hersteller sucht zurzeit Mobilfunkbetreiber in den USA und in Europa, die seine Geräte in den Handy-Shops vermarkten sollen. Auf dem MWC präsentierte Fujitsu gleich mehrere Smartphone- und Tablet-Modelle, die den Angaben des Standpersonals zufolge in Japan bereits erhältlich sind, jetzt aber auch im Ausland in den Handel kommen sollen. Interessantestes Gerät darunter war ein Quad-Core-Smartphone mit Tegra-3-Prozessor von Nvidia, Android 4.0.3 Ice Cream Sandwich, einem 4,6 Zoll großen Display mit Full-HD-Auflösung von 1.920x1.080 Pixel, 13,1-Megapixel-Kamera und LTE-Unterstützung - alles verpackt in billig wirkendes Plastik.

Auffällig dabei waren - wie bei den hochwertig verarbeiteteten Eluga-Smartphones von Panasonic - die vielen Geräte mit wasserdichtem Gehäuse. Nach Angaben eines Panasonic-Managers sind mittlerweile fast 90 Prozent aller in Japan verkauften Smartphones wassergeschützt. Dadurch könnten sie sowohl beim Baden als auch im Regen bedenkenlos genutzt werden - in Europa ist dies für die Hersteller zudem noch ein Merkmal, mit denen sie ihre Geräte von denen der Konkurrenz differenzieren können.

Fazit

In diesem Jahr werden die Handy-Hersteller aus Fernost in Europa noch keine große Rolle spielen, in den Jahren darauf wird man aber nicht mehr an ihnen vorbei kommen. Die chinesischen Unternehmen Huawei und ZTE drängen dabei wesentlich aggressiver auf den europäischen Markt als die stillen Japaner. Huawei tritt dabei am "westlichsten" auf und hat derzeit die Nase vorn. Das Huawei Ascend D Quad kann es durchaus mit den Flaggschiff-Modellen der hierzulande etablierten Hersteller wie Apple, Samsung, HTC & Co. aufnehmen. Alle News, Fotos und Videos könnt ihr in unserem MWC-Channel nachlesen.

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Kommentare
  1. 07.03.12 09:15 Surab (Expert Handy Profi)

    Ein Unternehmen mit Ziel:
    http://www.engadget.com/2012/03/06/engadget-interview-richard-yu-huawei-chairman-of-devices/

    Nun denn Huawei, zeigt uns was ihr könnt und seid auch die N°1 beim Support!

  2. 06.03.12 16:40 chrisrohde (Handy Profi)

    Nicht jeder der grosse Töne macht hat automatisch Erfolg. Im Billigsegment haben Huawei und ZTE sicher Chancen. Im teureren Segment wird man erst mal abwarten wie es um den Service bestellt ist.

  3. 05.03.12 20:13 Surab (Expert Handy Profi)

    @bocadillo:
    Alles klar. ;) Habe mich dann scheinbar vertan. Was noch in deiner Liste fehlt, ist das recht schmale Profil und das geringe Gewicht.

    Aber btt:
    Fujitsu und ZTE wirken auf mich zu billig, also die Gehäuseanmutung. Damit haben sie in meinen Augen den momentanigen Trend verschlafen, s. bspw. HTC, Sony und Nokia.
    Also meine Favoriten unter diesen Unternehmen sind Huawei und Panasonic. Panasonic, da die Elugas attraktiv sind, solide ausgestattet und wasserdicht sind.
    Huawei ist jedoch mein absoluter Favorit und ich denke auch, dass sie das beste Image hinterlassen haben und zumindest in diesem Jahr stärker als die aneren drei sein werden. Das D quad (XL) ist in meinen Augen momentan der Hauptkonkurrent des One X.

  4. 05.03.12 19:27 bocadillo (GURU)

    surab

    "Wenn du das auch sagen wolltest, sind wir uns einig. ;)"
    Jou...sehe ich so.

    "Es wurden außerdem schon 20 Mio. Galaxy S2 verkauft. Auch wenn du nicht Pro-Samsung bist, kannst du ihnen das nicht nehmen. Das S2 ist nun mal einfach ein klasse Androide:"
    Ich bin weder Pro noch Con Samsung. Warum das SGS2 so erfolgreich ist ( zumindest für mich ) habe ich auch schon desöfteren erläutert.....und das ist

    erstens: das große , tolle Display
    zweitens : das iphonenahe Design
    drittens : der relativ günstige Preis- insbesondere im Vertrag.

    Der erste Faktor schwindet so langsam da hier alle anderern gegen anstinken können. Eigenständigkeit hat Samsung immer noch keine.
    Das wird spannend.

  5. 05.03.12 19:15 Surab (Expert Handy Profi)

    Mein letzter Comment war an bocadillo nicht an pixelflicker gerichtet. Kann leider nicht editieren.

  6. 05.03.12 18:35 Surab (Expert Handy Profi)

    @pixelflicker:
    Verstehe deinen Kommentar nicht. Ich wollte nur ausdrücken, dass wirklich nur die Highend Geräte klar definiert sind und der Rest in irgendeinem Wust untegeht und mich komplett verwirrt! Da ist nichts klar definiert. Wenn du das auch sagen wolltest, sind wir uns einig. ;)
    Es wurden außerdem schon 20 Mio. Galaxy S2 verkauft. Auch wenn du nicht Pro-Samsung bist, kannst du ihnen das nicht nehmen. Das S2 ist nun mal einfach ein klasse Androide:
    http://www.areamobile.de/news/20971-20-millionen-stueck-samsung-galaxy-s2-erreicht-neuen-verkaufsrekord

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