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LTE: Netze, Handys und Tarife für mobiles LTE

Seit Anfang März ist mit dem HTC Velocity 4G das erste LTE-Handy im deutschen Handel erhältlich. Noch ist das LTE-Handy nur in Düsseldorf verfügbar, doch die deutschen Netzbetreiber Vodafone, Telekom und O2 legen jetzt richtig los mit dem LTE-Netzausbau. Areamobile zeigt, welche Handys, Surfsticks und Tarife für die mobile LTE-Nutzung bereitstehen.

Was ist LTE?

Die Abkürzung LTE steht für Long Term Evolution, der Mobilfunkstandard wird in der Version LTE-Advanced die Kriterien ITU für 4G erfüllen. LTE bietet deutlich höhere Datenübertragungsraten als UMTS mit HSPA (3G), theoretisch sind bis zu 100 Megabit pro Sekunde im Downstream und bis zu 50 Megabit pro Sekunde im Upstream möglich. Zudem punktet LTE mit sehr kurzen Pingzeiten. So eignet sich LTE nicht nur für das schnelle Surfen auf Websites, sondern auch für sehr datenintensive Anwendungen wie Online-Gaming, Video-Streaming oder Videokonferenzen - auch jeweils in HD-Qualität.

Im europäischen Vergleich hat Deutschland frühzeitig Frequenzen für LTE verteilt, erste LTE-Angebote für die stationäre und auch für die mobile Nutzung in Frequenzbereichen um 800 Megahertz und 1.800 Megahertz sind bereits gestartet. Den Frequenzbereich um 2.600 Megahertz, der ebenfalls für LTE geeignet ist, nutzt bislang noch kein deutscher Mobilfunkbetreiber. Dieses Spektrum wird wohl erst dann für LTE eingesetzt, wenn deutlich mehr Kunden die LTE-Angebote nutzen und die Netzauslastung ansteigt.

LTE-Techniker der Telekom | (c) Anbieter

LTE-Techniker der Telekom | (c) Anbieter

LTE in Deutschland: Verfügbarkeit, Frequenzen, Netzausbau

Auch wenn Deutschland in Europa eine Vorreiterrolle beim mobilen Highspeed-Internet einnimmt, so gleicht hierzulande das LTE-Netz einem groben Flickenteppich. Die Bundesnetzagentur hatte bei der Frequenzauktion im Frühjahr 2010 den Mobilfunkbetreibern die Auflage erteilt, erst fast alle weißen Flecken auf der Breitband-Internet-Landkarte zu tilgen, bevor sie LTE in die Ballungsgebiete bringen. Die Breitband-Internet-Versorgung der ländlichen Gebiete, die zuvor vom Breitband-Internet abgeschnitten waren, ist inzwischen in vielen Bundesländern erfolgt. Ende 2011 war dies in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Schleswig-Holstein der Fall.

Die 800-Megahertz-Frequenzen, die früher dem Rundfunk vorbehalten waren, eignen sich jedoch nicht nur für den kostengünstigere Abdeckung im ländlichen Raum, sondern auch für den LTE-Rollout in Städten, denn hier dringen die Funkstrahlen tiefer in Gebäude ein. Der Münchener Mobilfunkbetreiber Telefónica Germany (O2) wird deshalb LTE auch in Städten über die 800-Megahertz-Frequenzen anbieten. Der Startschuss fällt am 2. Juli 2012 in Großstädten wie Berlin, Hamburg, München, Dresden, Frankfurt am Main, Hannover, Leipzig, Nürnberg und dem Rhein-Ruhr-Gebiet. Die Münchener decken dabei nicht nur die Innenstädte oder nur einige Stadtteile mit LTE ab, sondern auch Teile des Umlands. Um nicht wie im vergangenen Jahr die eigenen Kunden durch langsame Datenraten zu verärgern, kooperiert das Unternehmen mit der Telekom und nutzt zur Datenweiterleitung den Backbone des Bonner Konzerns.

Die Telekom hat mittlerweile in den Innenstädten von Köln und Frankfurt am Main LTE-Stadtnetze gestartet, rund 100 weitere Städte mit Downloadraten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde sowie über 2.000 ländliche Regionen mit Downloadraten bis zu 50 Megabit pro Sekunde sollen es bis Jahresende sein. Die Telekom setzt in Köln und Frankfurt jeweils auf die kurzwelligeren 1.800-Megahertz-Frequenzen, die von einigen im freien Handel erhältlichen LTE-Geräten nicht unterstützt werden, über die das Unternehmen aber die volle Bandbreite von bis zu 100 Megabit pro Sekunde anbieten kann. O2 und Vodafone ermöglichen ihren Kunden zunächst nur maximale Datenempfangsraten von 50 Megabit pro Sekunde - mehr lassen die höchstens 10 Megahertz breiten Kanäle im 800-Megahertz-Frequenzbereich nicht zu.

LTE-Netzausbau von Vodafone in Düsseldorf | (c) Anbieter

LTE-Netzausbau von Vodafone in Düsseldorf | (c) Anbieter

Vodafone hat zum 1. März sein LTE-Netz in Düsseldorf zur Nutzung freigegeben, insgesamt deckt das Unternehmen nach eigenen Angaben mit knapp 2.000 Basisstationen bereits rund 30 Prozent der Fläche Deutschlands und rund zehn Millionen Haushalte mit dem Highspeed-Datennetz in den Frequenzbereichen um 800 Megahertz ab. Der nach Kundenzahl größte deutsche Mobilfunkbetreiber dürfte damit das bislang in der Fläche am weitesten ausgebaute LTE-Netz anbieten. Auch in Berlin ist an einigen Standorten das LTE-Signal von Vodafone schon zu empfangen - die Hauptstadt wird auf jedenfall zu den nächsten Städten gehören, in denen Vodafone sein LTE-Netz offiziell freigibt. Mit weiteren Angaben zum Ausbau des Highspeed-Netzes hält sich das Unternehmen aber bislang zurück.

LTE für stationäre Nutzung zu Hause bietet auch der Internet- und Mobilfunk-Provider 1&1 über das Vodafone-Netz an. E-Plus ist noch nicht mit LTE gestartet, sondern setzt bislang noch auf HSPA+ und testet zurzeit lediglich den UMTS-Nachfolgestandard. Dieses Unternehmen hatte allerdings auch im Frühling 2010 kein Spektrum im 800-Megahertz-Bereich ersteigert.

LTE-Hardware: Handys und Surfsticks

Zurzeit gibt es nur ein LTE-fähiges Handy in den Shops der deutschen Mobilfunkbetreiber: das HTC Velocity 4G in den Düsseldorfer Shops von Vodafone. Es kostet 599,90 Euro ohne Vertrag. Im April erweitert Vodafone sein Angebot an LTE-fähigen Handys mit dem Samsung Galaxy S2 LTE, ab Ende Mai soll auch das Tablet Asus Transformer Prime TF700 3G/LTE hinzukommen. O2 wird ab 2. Juli in den eigenen Shops das LG Optimus LTE als erstes LTE-Handy anbieten, dazu soll es noch ein zweites, noch nicht benanntes Gerät geben. Nachdem O2 und ZTE vor kurzem eine Partnerschaft bei der Gerätevermarktung bekannt gegeben haben und der chinesische Hersteller mit Vehemenz auf den europäischen Markt drängt, tippen wir auf ein LTE-Handy von ZTE - vielleicht eines der beiden auf dem Mobile World Congress 2012 in Barcelona präsentierten Modelle ZTE PF200 und ZTE N910. Die Telekom hat sich nach eigener Aussage noch nicht auf bestimmte LTE-Handys festgelegt und wird nicht vor Jahresmitte LTE-Handys vermarkten. Im freien Handel werden zudem noch weitere LTE-Handys als Importware zu finden sein, beispielsweise bewerben erste Online-Händler bereits das LG Optimus LTE Tag.

Alternativ zu den Handys gibt es bei Telekom und Vodafone Surfsticks für die mobile LTE-Nutzung per Laptop. Der Speedstick LTE der Telekom kostet zurzeit 149,95 Euro ohne Vertrag, der Vodafone K5005 zwischen 1 und 99,90 Euro mit 24-Monatsvertrag. Beide Surfsticks werden von Huawei hergestellt. Vodafone hat auf der Computermesse CeBIT 2012 in Hannover mit dem Modell R210 auch einen portablen Router für die LTE-Nutzung unterwegs vorgestellt, das Gerät dient wegen seiner Hotspot-Funktion auch als Internet-Zugangspunkt für andere Wlan-fähige Geräte.

Das neue Apple-Tablet iPad 3. Generation kann in Deutschland übrigens nicht zur Nutzung von LTE-Diensten eingesetzt werden - trotz vorhandener Schnittstelle für den schnellen Mobilfunk-Standard. Das iPad unterstützt LTE nur auf den nordamerikanischen LTE-Frequenzen 700 und 2.100 Megahertz, wird aber dennoch auch hierzulande mit LTE-Modul zum Verkauf angeboten. Statt dessen surfen iPad-Nutzer in Deutschland via HSPA+ und DC-HSDPA mit maximal 42 Megabit pro Sekunde im Downstream mobil im Internet.

HTc Velocity 4G live auf der CeBIT 2012 | (c) Areamobile

HTc Velocity 4G | (c) Areamobile

Samsung Galaxy S2 LTE live auf der CeBIT 2012 | (c) Areamobile

Samsung Galaxy S2 LTE | (c) Areamobile

LG Optimus LTE | (c) Hersteller

LG Optimus LTE | (c) Hersteller

 

Tarife für die mobile LTE-Nutzung

Bislang hat nur Düsseldorf spezielle Tarifpakete für seine LTE-Handys geschnürt. Für eine LTE-Datenoption zahlen die Kunden einen Aufpreis von 10 Euro pro Monat, die beiden zugrunde liegenden Basis-Tarife kosten 49,95 Euro bzw. 89,95 Euro pro Monat. Die Telekom bietet bislang ihre Laptop-Tarife der Web'n'Walk-Connect-Reihe für LTE an. Für den einzigen Datentarif, der eine Übertragungsrate von bis zu 100 Megabit pro Sekunde im Download zulässt, zahlen Telekom-Kunden 69,95 Euro im Monat, wenn sie den Tarif separat abschließen.

O2 wird seine LTE-Tarife für die mobile Nutzung erst kurz vor dem Start der eigenen Stadtnetze am 2. Juli bekannt geben. Bekannt ist bislang nur, dass es bei O2 auch LTE-Tarife ohne längere Mindestvertragslaufzeit geben wird. Prepaid-Tarife für LTE schließt O2-Chef Rene Schuster allerdings aus.

LTE-Option und Basistarife | (c) Vodafone

LTE-Option und Basistarife | (c) Vodafone

Erste Erfahrungen mit mobilem LTE

Ein erster Test der LTE-Übertragungen per Handy auf der CeBIT 2012 in Hannover zeigte bereits das Potenzial der neuen Technik: Bei einem Speedtest auf dem HTC Velocity 4G wurden 37 Megabit pro Sekunde im Downstream erreicht, obwohl auch andere Nutzer die dort installierte Funkzelle nutzten - das ist weit mehr als klassisches DSL ermöglicht. Bei LTE handelt es sich aber um ein Shared Medium, d.h. mehrere Nutzer teilen sich eine Funkzelle und die verfügbare Bandbreite.

Auch ein erstes Voice-over-LTE-Telefonat konnten wir im Vodafone-Pavillon führen. Trotz lauten Messetrubels um uns herum war eine gute Gesprächsqualität zu erkennen, der Gesprächspartner war sehr klar zu verstehen. Während des Gesprächs konnten wir per einfachem Tastendruck vom reinen Sprachmodus in ein Videotelefonat umschalten. Zunächst erlaubt LTE im Netz von Vodafone allerdings keine Sprachübertragungen, sondern wird lediglich für Datendienste eingesetzt. Bei einem eingehenden Anruf auf dem Handy wird eine bestehende LTE-Verbindung unterbrochen und das Telefonat erfolgt per GSM oder über UMTS.

Wer zu den ersten Käufern des HTC Velocity 4G bei Vodafone gehört, wird unter Umständen auch nur in Düsseldorf das LTE-Netz mobil nutzen können. In der nordrhein-westfälischen Hauptstadt bucht sich das HTC-Handy automatisch ins Highspeed-Netz ein, außerhalb Düsseldorfs muss man zurzeit noch manuell eine LTE-Verbindung einbauen. Das gelingt durch Eingabe des Codes *#*#4636#*#* über die virtuelle Telefontastatur.

LTE in Deutschland: Ausblick

Es tut sich was in Sachen LTE. Jahrelang hielten sich Gerätehersteller und Mobilfunkbetreiber gegenseitig vor, keine LTE-Handys bzw. -Netze anzubieten und die Entwicklung im mobilen Breitband-Berteich zu bremsen. Jetzt gibt es sowohl erste LTE-Netze als auch erste LTE-Geräte für die mobile Nutzung. Bis zum Jahr 2015 will die Branche acht bis zehn Milliarden Euro in den LTE-Ausbau in Deutschland investieren. Für die Mobilfunkbetreiber ist LTE ein Weg, dem durch den Smartphone-Boom drohenden Datenstau zuvorzukommen. Und wer meint, so viel Bandbreite sei für das mobile Surfen gar nicht notwendig, denke nur an DSL und VDSL - mit der Lust an neuen (datenintensiveren) Anwendungen wie HD-Media-Streaming oder Videokonferenzen steigt stetig der Geschwindigkeitsbedarf. iPad-Nutzer werden allerdings aller Voraussicht nach in diesem Jahr nicht am LTE-Erlebnis teilhaben.

Themen: Smartphone, Smartphones, Smartphone-Markt
Quelle: Areamobile
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Kommentare
  1. 15.03.12 18:42 wreck (Newcomer)
    "bis" Angaben

    "Übertragungsrate von bis zu 100 Megabit pro Sekunde"
    Wie mich das nervt. Entscheidenter ist doch, was man in der Realität nutzen kann. Niemand scheint bereit zu sein, einen Mindestübertragungsrate zu garantieren.

  2. 13.03.12 11:34 cgbln (Member)

    Ein mit Accu nutzbarer LTE Router für 5 Endgeräte wurde von Vodafone auf der IFA 2011 vorgestellt. Es handelt sich dabei um einen Samsung LTE Hotspot GT B 3800 welcher auch UMTS unterstützt.
    http://www.lte-anbieter.info/lte-news/ifa-2011-vodafone-lte-neuheiten
    Ich nutze zur Zeit ein ähnliches Gerät von Huawai mit UMTS und HSPA an Bord meines Schiffes. Vorteil eines solchen Routers ist halt, das mehrere Geräte gleichzeitig genutzt werden können und so auch Apples Facetime mit HSPA funzt.
    Ein Verkaufsstart für diesen Router ist noch nicht angekündigt

  3. 12.03.12 16:02 cgbln (Member)

    Bei Vodafone sind die verfügbaren Geschwindigkeiten vom Tarif her abhängig. Daran gebunden sind auch die Drosselklappen, welche auch im umfangreichsten Tarif schnell wirksam werden, wenn der Kunde regelmäßig auf Videoinhalte zurückgreifen will. Somit ist LTE wegen des eher bescheidenen ungedrosselten Volumens für Multimediafreunde ungeeignet und kein DSL Ersatz.
    Die Bandbreite teilt sich zudem durch alle Nutzer einer Zelle. In der Provinz ist ein LTE Zusatz Tarif besonders in Regionen welche nur mit Edge oder Gprs abgedeckt sind sinvoll. Als Hardware würde ich einen mobilen Wlan Router empfehlen, Vodafone bietet schon welche an, jedoch sind diese noch an einen 220 Volt Stromanschluss gebunden, was auch für die zum USB- LTE Stick passende Doc zutrifft. Ich vermute aber, das ein mit dem UMTS Wlanspot vergleichbares accubetriebenes Gerät in kurzer Zeit erscheinen wird.
    Probleme soll es wohl noch mit der Umschaltung von LTE auf UMST, Edge oder umgekehrt geben. Diese Umschaltung muss wohl manuell erfolgen. Wenn man auf ein Schmartfone im LTE Bereich einen Anruf erhält, reißt die Internetverbindung ab, da dann das Gerät automatisch auf UMTS, Gprs umschaltet, was zur Trennung der Internetverbindung führt. Das war irgendwie in den Anfangszeiten von UMTS auch so, wo es Probleme mit gleichzeitigem Surfen und telefonieren gab.

  4. 12.03.12 14:35 cookieman (Professional Handy Master)

    Gut aufgemerkt. Das stimmt soweit. Datenraten sind hier mit bis 21 MBit möglich.

  5. 12.03.12 13:24 Björn Brodersen (areamobile.de)

    @ cookieman

    Nur die Telekom setzt derzeit 1.800 MHz bei LTE in den Städten ein, Vodafone und bald auch O2 bauen zunächst auch in den Städten auf 800 MHz.

  6. 12.03.12 09:15 Ladylike871 (Advanced Member)

    Ich waere schon froh ueber Umts Geschwindigkeit, bei unseren lahmen Netz reichts nur fuer Edge

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