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Editorial: Die iPad-Kritik ist überzogen

Es ist schon seltsam: Das einzige bislang erhältliche LTE-Handy bei einem deutschen Mobilfunkbetreiber, das HTC Velocity 4G, fristet ein Schattendasein, doch über die mangelnde LTE-Kompatibilität des neuen iPad Wifi + 4G von Apple wird lauthals gezetert. Zu kritisieren ist jedoch nicht das Tablet, sondern Apple. Dafür, dass das Unternehmen die Nutzer wieder einmal unzureichend informiert.

LTE ist bei den Verbrauchern noch gar nicht angekommen

Man kann es nicht anders sagen: LTE ist bei den Verbrauchern noch gar nicht angekommen. Die Masse an Smartphone- und Tablet-Nutzern fragt sich, wofür sie Datenempfangsraten von bis zu 50 oder 100 Megabit pro Sekunde überhaupt braucht. Und die Technikversierten sowie die sogenannten Early Adopters - diejenigen, die sich grundsätzlich schnell auf neue Technologien einlassen - wissen, dass sie bislang LTE in Deutschland nur in einigen ländlichen Regionen, vereinzelten Städten sowie - wie in Berlin - an einigen städtischen Hotspots nutzen können. Zudem ist das mobile Surfen im Internet mit den wesentlich höheren Datenraten noch eine ziemlich teure Angelegenheit. Areamobile hat kürzlich in einem Hintergrundartikel den Stand des LTE-Netzausbaus sowie die Konditionen der LTE-Tarife der Netzbetreiber in Deutschland näher skizziert.

Umso erstaunlicher ist das Ausmaß der Kritik, die Apple bei der Einführung des neuen iPad traf. Das iPad Wifi + 4G wird zwar auch in Deutschland mit eingebautem LTE-Modul ausgeliefert, doch es unterstützt den Highspeed-Standard nicht auf den in Deutschland eingesetzten Frequenzbereichen 800, 1.800 und 2.600 Megahertz. Apple darf aber offenbar nicht dürfen, was andere Hersteller zuvor schon mehrfach praktiziert haben: Samsung und Nokia haben beispielsweise zuvor neue Geräte herausgebracht, die in Deutschland ohne LTE, in anderen Teilen der Welt aber mit Unterstützung des schnellen Datenstandards erhältlich sind - das Samsung Galaxy Note und das Samsung Galaxy Tab 8.9 LTE oder das Nokia Lumia 900 sind da nur drei Beispiele.

Apple The new iPad 3 | (c) Hersteller

Apple The new iPad 3 | (c) Hersteller

Das Spiel mit den Begrifflichkeiten beherrschen andere auch

Natürlich gibt es einen Unterschied zwischen diesen Herstellern: Samsung und Nokia haben die Geräte ganz ohne LTE-Schnittstelle in Deutschland eingeführt und das auch so kommuniziert - Apple hat vermutlich aus Kostengründen auf diesen Produktionsmehraufwand verzichtet. Dennoch hat der iPad-Hersteller auf seiner Website vollmundig von "ultraschnellen mobilen Daten" gesprochen und mit dem technischen Kürzel "4G" im Namenszug, das für LTE stehen soll, für das neue iPad geworben. Nur im Kleingedruckten können diejenigen, die es ganz genau wissen wollten, nachlesen, dass LTE nicht in allen Ländern verfügbar ist und dass das iPad neben LTE auch andere schnelle Standards wie UMTS mit HSPA+ eherrscht. Das empfinden manche interessierte Nutzer als irreführend - zu Recht.

Die Telekom hat das offenbar auch erkannt und umgeht das Problem, indem sie in ihren Shops das mobilfunkfähige neue iPad einfach iPad Wifi + SIM nennt. Sie hat offenbar dazugelernt: Im vergangenen Jahr noch hatte die Telekom bei den unter der URL www.telekom.de/lte beworbenen Tarifangeboten Call & Surf Via Funk die Datenstandards LTE und HSPA in einen Topf geworfen. Übrigens: Wenn man es ganz genau nimmt, kann man LTE in der jetzigen Form in Deutschland nicht einmal als 4G bezeichnen. Erst LTE-Advanced erfüllt die Kriterien der Standardisierungsbehörde ITU für 4G. Aber stört sich jemand am "4G"-Aufdruck auf dem HTC Velocity 4G, das Vodafone so vertreibt?

Apple-Produkte sind emotional aufgeladen

Unternehmen müssen natürlich Kritik akzeptieren, wenn sie falsche Erwartungen bei den Kunden wecken. Auch wenn mündige Verbraucher wissen sollten, dass Werbung keine objektive Zustandsbeschreibung ist, sondern manipulieren will. Ich halte daher die Kritik an Apples Vermarktungsweise des iPad Wifi + 4G in Deutschland für berechtigt, nicht aber das Maß der Aufregung über den LTE-Makel des in Deutschland eingeführten Geräts. Die teilweise hitzige Diskussion in Foren zeigt aber, wie sehr Apple und die Produkte des Herstellers emotional aufgeladen sind, da stimmen viele reflexartig in den Kanon der Apple-Kritiker ein. Dem iPad an sich ist aber der LTE-Makel nicht anzulasten, denn auch mit hierzulande nutzbarer LTE-Schnittstelle hätte es ohnehin nur sehr wenigen Nutzern einen Mehrwert geboten. Es gibt andere gute Gründe, das neue iPad als nächstes Tablet zu wählen.

Inzwischen ist das neue Apple-Tablet bei den ersten Kunden eingetroffen - ich bin gespannt, wie viele iPad-Nutzer sich in den kommenden Monaten über die fehlende LTE-Unterstützung des Apple-Tablets und "langsame" HSPA-Datenraten beschweren werden. Und spätestens im kommenden Frühjahr werden Interessenten in Deutschland mit dem nächsten Appple-Tablet (wenn es bei den derzeitigen Launch-Zyklen bleibt) LTE auf dem iPad nutzen können - und dann werden auch die Netze entsprechend ausgebaut sein. Die gute Seite der LTE-Debatte: Der schnellere Datenstandard dürfte spätestens jetzt bei vielen Mobilfunk-Nutzern ins Bewusstsein gerückt sein.

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Kommentare
  1. 20.03.12 10:41 pixelflicker (GURU)

    > "wer auf das Argument LTE abfährt schaut mit Sicherheit erstmal
    > nach der VErfügbarkeit- und sptestens dann fühlt er sich vom
    > Netausbau hinters LICHT GEFÜHRT." [Bocadillo]
    Die Verfügbarkeit steigt stetig und wenn man davon ausgeht, dass ein iPad länger als ein Jahr lang hält und funktioniert, dann ist der aktuelle Status Quo weit weniger wichtig, als die Zukunftsaussichten. Darüberhinaus gibts viele Leute, die es nicht so schön haben wie du und froh sind, dass sie LTE haben können, weil sie bisher mit ISDN gesurft sind. Und das sind nicht wenige.


    > "Nutze ja selber LTE in meinem fränkischem Häuschen. Isat auch alles
    > schön und gut- mein ipad braucht aber nur wifi ;-) " [Boca]
    Dann brauchst du dazwischen nochmal einen LTE-Router, wenn du nur mit dem iPad surfen willst, dann ist das ein bisschen überdimensioniert, oder nicht? Außerdem bist du dann an einen Ort gebunden. Außerdem brauchst du zwei Verträge, einen für den Router stationär und einen für das iPad mobil. Schnelle UMTS-Tarife kosten zudem mehr, als LTE-Tarife aktuell.

  2. 20.03.12 10:37 cgbln (Member)

    Das Ipad mit funktioneller LTE Schnittstelle hätte bei mir die Aufgabe eines LTE Routers übernommen und an Bord meines Schiffes Iphone und Notebook mitversorgt.
    Wenn doch ein LTE Router von Nöten ist, kann man auch die preiswertere Ipadversion mit Wlan ohne LTE und UMTS Modul nehmen.
    Der einzige Vorteil des Ipads gegenüber anderen Tabletts wäre dann wohl sein Retina Display.
    Meine Nutzungsregion ist seit vergangener Sommerseson mit Vodafone LTE versorgt, jedoch gabs da noch keine Tarife für die mobile Nutzung.
    Mittlerweile hat neben Vodafone auch T-Mobile eine regionale LTE Netzabdeckung. Ein Ipad3 werd ich mir nicht kaufen, da andere Tablets mit funktioneller LTE Schnittstelle zu erwarten sind und es sicher auch bald Prepaidanbieter mit LTE Tarifen gibt. Ich benötige LTE von April bis Oktober.

  3. 20.03.12 08:28 cookieman (Professional Handy Master)

    Mal so am Rande alles was neu gekauft wird hat direkten Wertverlust.... daher kaufe ich ja auch nur günstige gebrauchte Ware..... die bekomme ich sogar noch ohne Wertverlust wieder verkauft.

    Soviel Werbung für LTe bleibt ja nicht aus, das sich die Kunden dafür interessieren.

  4. 20.03.12 07:54 bocadillo (GURU)

    gorki

    "@ Ben, Du wirst Staunen wie gut sich DSL unversorgte Kunden über Alternativen auskennen. Und ich meine damit nicht Edge oder analoges- und ISDN-Modem... "

    Nutze ja selber LTE in meinem fränkischem Häuschen. Isat auch alles schön und gut- mein ipad braucht aber nur wifi ;-)

  5. 20.03.12 07:30 Gorki (Advanced Handy Master)

    @ Boca, "Das nicht- aber während Du beim iphone 50,- verloren hättest wären es beim SGS2 schnell 100,- €. REich werden kann miz sochen Deals aber keiner."

    Ich habe mein Spped und mein iPhone4 nahezu gleichzeitig verkauft. Und bei Beiden auch fast den gleichen Wertverlust beim Verkauf "erzielt". Beim Speed waren es 150,00 € zu meinem EK und beim iPhone4 155,00 €. Wenn ich von den marktüblichen Preisen ausgehe ist der Verlust beim iPhone4 aber deutlich höher als beim Speed (Speed 250,00 €, iPhone4 296,00 €). Die Wertstabilität ist eine gern benutzte "Mär"...

    @ Ben, Du wirst Staunen wie gut sich DSL unversorgte Kunden über Alternativen auskennen. Und ich meine damit nicht Edge oder analoges- und ISDN-Modem...

  6. 20.03.12 06:46 bocadillo (GURU)

    ladylike

    "Glaubst du wirklich du kannst für dein iPhone nach acht Wochen, beim wiederverkauf den Neupreis bekommen?"

    Das nicht- aber während Du beim iphone 50,- verloren hättest wären es beim SGS2 schnell 100,- €. REich werden kann miz sochen Deals aber keiner.


    "jedoch wird in dem Artikel nicht auf das Maß eingegangen, mit dem Apple seine Kunden hinters licht führt, indem sie mit "4G" werben und von schnellen Datenraten sprechen,"

    Dann mach doch mal eine Petition und frag die "hinters Licht geführten ipaduser" inweiweit sie sich verarscht fühlten. Davon abgesehen daß immer noch ein gros WiFi Varianten sind- wer auf das Argument LTE abfährt schaut mit Sicherheit erstmal nach der VErfügbarkeit- und sptestens dann fühlt er sich vom Netausbau hinters LICHT GEFÜHRT.

    Wer blind an probiotische Milvchkulturen glaubt oder an die unkaputtbare Küchenreibe ist auch selsbt dran Schuld- so ist hat WErbung.

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