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Giesecke & Devrient: SIM-Karte ist der Tresor im Mobiltelefon

Der SIM-Karten-Hersteller Giesecke & Devrient unterstützt den von Apple beim ETSI eingereichten Entwurf einer Nano-SIM-Karte. Im Interview mit Areamobile erklärt Axel Deininger, Group Senior Vice President, Leiter Division Secure Devices bei Giesecke & Devrient, die Bedeutung der SIM-Karte für das Handy.

Areamobile: "Warum benötige ich in meinem Handy überhaupt eine SIM-Karte?"

Axel Deininger: "Über die SIM-Karte (Subscriber Identity Module) identifiziert sich der Mobilfunkkunde eindeutig gegenüber seinem Mobilfunkanbieter. Die Grundlage bildet ein individueller Kryptoschlüssel, der auf einem Smartcard-Chip auf der SIM-Karte sicher hinterlegt ist."

AM: "Welche zusätzlichen Funktionen müssen die SIM-Karten der kommenden Jahre beherrschen?"

Axel Deininger: "Heute schon verfügen Standard-SIM-Karten über ausreichend Speicher, um beispielsweise SMS, Kontaktdaten und auch spezielle Anwendungen auf der SIM-Karte abzulegen. Künftig werden Handy-Nutzer mithilfe einer sicheren Anwendung auf der SIM-Karte bezahlen oder das Handy als Ticket nutzen können. Die Verschlüsselungstechnologie auf der SIM-Karte und der Nahbereichsfunk NFC spielen bei diesen Transaktionen eine wichtige Rolle. Deshalb nehmen die technischen Anforderung an die SIM-Technologie deutlich zu. In Zusammenarbeit mit der Deutschen Telekom beispielsweise entwickelt G&D eine NFC-SIM-Plattform, um werthaltige Anwendungen zu sichern."

Prototyp einer Nano-SIM-Karte | (c) Giesecke & Devrient

Prototyp einer Nano-SIM-Karte | (c) Giesecke & Devrient

AM: "Warum werden SIM-Karten immer kleiner und welche Vorteile bringen Nano-SIM-Karten in Handys?"

Axel Deininger: "Handy-Hersteller bringen in regelmäßigen Abständen neue Geräte auf den Markt. Der Trend geht zu immer schlankeren Geräten. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Prozessor- und die Akkuleistung. Entsprechend knapp ist der Platz in den Gehäusen. Für die Hersteller bringt der Einsatz der kleineren Nano-SIM vor allem 60 Prozent mehr Platz im Vergleich zu einer klassischen SIM-Karte."

AM: "Noch diese Woche entscheidet vermutlich das ETSI über das Format der SIM-Karten der nächsten Generation: Was zeichnet den von Apple eingereichten Entwurf für eine Nano-SIM-Karte aus?"

Axel Deininger: "Die Nano-SIM zeichnet sich vor allem durch die deutlich geringere Größe bei gleicher Funktionalität aus. Die Nano-SIM ist um 60 Prozent kleiner als die heute am meisten verbreitete SIM-Karte und ist immer noch etwa ein Drittel kleiner als die Micro-SIM-Karte. Gleichzeitig ist sie mit 0,7 Millimeter Dicke um rund 15 Prozent flacher als die Micro-SIM-Karte. Die Reduzierung der Baugröße stellt eine enorme technische Herausforderung dar. Gleichzeitig kann die Nano-SIM mittels eines speziellen Adapters auch in älteren Gerätemodellen verwendet werden."

AM: "In manchen Zukunftsszenarien telefonieren wir in der Zukunft ohne SIM-Karte im Handy. Ist die SIM-Karte auch Ihrer Ansicht nach ein Auslaufmodell? Oder was macht die SIM-Karte unentbehrlich?"

Axel Deininger: "Nein, im Gegenteil. Der sichere Smartcard-Chip, den die SIM-Karte beinhaltet wird zunehmend wichtiger. Die SIM-Karte ist bereits heute der Tresor im Mobiltelefon, in dem künftig nicht nur die Zugangsdaten des Kunden für das Mobilfunknetz gespeichert sind. Von daher wird es auch in Zukunft immer eine hardwarebasierte Sicherheitslösung geben, auf der dann künftig auch Bezahlfunktionen oder Ticketlösungen gespeichert sein können."

AM: "Vielen Dank für das kurze Interview, Herr Deininger."

Themen: Smartphone, Smartphones, Smartphone-Markt
Quelle: Areamobile
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Kommentare
  1. 29.03.12 12:46 Soux (Advanced Member)

    @ Ben

    Besser hätte ich es nicht Ausdrücken können! =)

    Dennoch wird es bald eine ganz schöne "Fummelei".
    Ich sehe jetzt schon die ersten Kunden vor mir die sich die Kontakte durchs falsche einstecken der Sim verbiegen oder abbrechen! =D

  2. 28.03.12 19:20 benthepen (Advanced Handy Master)

    Die merken es jetzt, weil es damals noch keine Platzprobleme gab. Es wurde doch auch viel weniger in ein Handy verbaut. Schau doch mal, was da heute alles drin steckt....
    Ausserdem war es vor wenigen Jahren für viele auch uninteressant, wie dick das Handy ist. Heut zu Tage wird um jeden mm gekämpft, was red ich, Zehntelmillimeter.
    Ce la vie.

  3. 28.03.12 19:16 benthepen (Advanced Handy Master)

    PS:
    Für Giesecke&Devrient habe ich öfters auf der Cebit gearbeitet.... Lange her .... ;-)
    Weltmarktführer in Sachen Sim-Karten, Banknotendruck und Maschinen, EC-Karten usw.

  4. 28.03.12 19:16 89marco89 (Advanced Handy Profi)
    @benthepen

    trotzdem ist der Platz drum herum unnötig und dass man das erst jetzt merkt... naja :)

  5. 28.03.12 19:13 benthepen (Advanced Handy Master)

    Naja, hätte hätte, Fahrradkette.
    Damals war auch genug Platz im Handy. Dann könntest du auch schreiben, die hätten doch auch damals schon die Handys so schlank bauen können, die hätten doch auch die Motoren so sparsam bauen können, die hätten doch auch damals schon so dünne Laptops bauen können.
    Vielleicht haben sie das Plastik auch damals drum rum konstruiert, damit es Handlicher ist und nicht so fummelig. Heute braucht man den Platz.

  6. 28.03.12 18:52 89marco89 (Advanced Handy Profi)

    Die hätten von Anfang n die Nano Grösse nehmen sollen und nicht das zwischen Ding Micro-Sim. Es wird ja nur die goldene Fläche (chip) benötigt. Alles drum herum ist unnötige Platzverschwendung.

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