Das Aufkommen von Smartphones und Tablets und das sich rapide verändernde Nutzungsverhalten der Konsumenten stellen nicht nur die Computer-Hersteller, sondern auch die TV-Branche vor neue Herausforderungen. Wie die Fernseh-Macher den aktuellen Problemen begegnet, beleuchtet Areamobile in diesem Special.
Obwohl der Fernseher noch immer das am häufigsten verbreitete elektronische Gerät in deutschen Haushalten ist, sinkt seine Bedeutung rapide. Das ergab eine repräsentative Studie im Auftrag von Philips und dem Zentralverband der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie EV (ZVEI). Ihr zufolge ist der Fernseher in gerade einmal 25 Prozent aller Haushalte das alleinige Medium für Bewegtbilder. Bei den bis zu 25-Jährigen nutzen sogar 93 Prozent neben dem TV auch andere Produkte. Und gerade die Verwendung von Smartphone und Tablet steigt dabei rapide an.
Bei den Befragten unter 25 Jahre gaben 61 Prozent an, das Smartphone auch zum Anschauen von Videos, Filmen oder anderen Sendungen zu verwenden. Bei den 26- bis 39-jährigen waren es immerhin noch 45 Prozent. Ähnliche Zahlen ergab die Studie auch bei der Frage nach der Häufigkeit der Nutzung. Die Wichtigkeit von Smartphones - und in Zukunft wohl auch Tablets - steigt immer mehr und und die kleinen Begleiter etablieren sich neben dem TV und dem PC/Laptop langsam fest als dritter Bildschirm im Haushalt der Deutschen.
Doch wie reagiert die TV-Branche auf den drohenden Bedeutungsverlust des Fernsehers und das sich ändernde Nutzungverhalten der Konsumenten? Das Zauberwort heißt Smart TV. Smart TV besteht grob gesagt aus zwei Strategien: Mit neuen Internet-Portalen will man dem zukünftigen Zuschauer ein Benutzererlebnis verschaffen, wie er es von seinem Smartphone her kennt, und mit der Second-Screen-Philosophie den Feind zum Freund machen. So soll der Kunde zu Hause das Smartphone oder Tablet bald nicht mehr statt des TV nutzen, sondern mit ihm zusammen, sei es als Fernbedienung, Tastatur oder um zusätzliche Informationen zur Sendung aus dem Internet abzurufen.
Die Einbindung von Smartphones und Tablets in das TV-Ökosystem soll in Zukunft weit über die schlichte Funktion als Fernbedienung hinausgehen. So hat etwa der Hersteller Metz eine App für Geräte mit Apple- und Google-Betriebssystem angekündigt, mit der auch Fotos sowie Audio- und Videodateien auf einem beliebigen Wiedergabegerät innerhalb des Heimnetzwerkes abgespielt werden können, sie bietet dazu Zugriff auf Sozialnetzwerke wie Facebook oder Twitter und zahlreiche Online-Medien, darunter Youtube, Bild.de oder Spiegel Online.
LG rüstet seine nächste TV-Generation mit einem Game Hub auf, über den der Nutzer Zugriff auf eine Reihe von Spielen erhält. Wie beim Dienst OnLive wird das Spiel über leistungsfähige Server im Internet berechnet und nur die Bilder auf den vergleichsweise flachbrüstigen Fernseher gestreamt. So sollen sich auch hochwertige Titel auf dem TV-Sortiment des Herstellers spielen lassen.
Andere Hersteller wie Toshiba setzen auf Wi-Di, einen Übertragungsstandard von Intel, mit dem Bildschirme drahtlos an einen PC oder ein Laptop angeschlossen werden können und dessen Inhalte gespiegelt werden. Sony geht mit seinen von der Xbox und den Xperia-Smartphones bekannten Diensten "Music Unlimited" und "Video Unlimited" ins Rennen, Philips integriert den beliebten Video-Chat-Dienst Skype in seine neueste TV-Generation.
Noch gibt es jedoch Zweifel am Erfolg von Smart TV, auch wenn das Interesse daran besteht, wie Zwischenlösungen zeigen, etwa die Internet-TV-Box 2 des Zubehör-Herstellers Hama, die mit dem Android-Betriebssystem ausgestattet ist und dadurch die freie Nutzung von Internet und Apps am Fernseher ermöglicht. Denn eine der Funktionen auf Smartphones und Tablets mit der größten Anziehungskraft fehlt noch: Die individuelle Gestaltung der Portale durch den Nutzer.
Noch gibt es keinen Marktplatz für Apps auf dem TV aus dem sich die Kunden nach Lust und Laune bedienen können. Stattdessen wird die Auswahl nach den Kriterien der Portalbetreibers gesteuert. Doch auch hier haben die Hersteller von den Smart-OS-Entwicklern gelernt. Mit der Smart TV Alliance, zu der unter anderem Philips und LG gehören, versuchen sie einen gemeinsamen Standard für die Entwicklung von TV-Apps zu etablieren.
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Du bist nicht dabei?Mir reicht ein MicroPC mit Mediaportal und anbindung an das Heimische Netzwerk zum Streamen von Filmen und Musik.
Dazu brauche ich kein Smartphone ;)
@ thahoodz:
Genau die gleiche Erfahrung mit Samsung SmartTV habe ich auch gemacht. Der Namenszusatz SmartTV ist dennoch sehr gut gewählt.
Ganz abgesehen davon: mir wird um "neue Funktionen" von TV-Geräten viel zu viel "Wind" gemacht, der mMn meist nur "heiße Luft" ist. Egal, ob es nun 3D ist oder angeblich "smarte" Funktionen. Ganz ehrlich: bei mir kommt das TV-Bild über DVB-T auf den 38-Zöller. Da habe ich 27 Sender. Das reicht mir mehr als genug. Die bisher so angepriesenen zusätzlichen TV-Funktionen sind für mich zu wenig reizvoll, als dass ich dafür Geld ausgeben würde.
Ich habe den ersten smarttv von Samsung 2009 gekauft und Internet geht da nicht. Jetzt das highend Modell von Samsung mit dualcore ruckelt beim surfen. Das war wohl nichts mit den smarttvs. Bis da was anständiges kommt vergehen bestimmt noch 5-10 Jahre. Ein Smartone mit kinotauglichen beamer wird wohl eher kommen.
"SmartTV" -> so ein Schwachsinn!!
P.S. Ich hatte schon 2002 (!!) eine Fernbedienung (irRemote) im Nokia 7650.
Sony geht mit seiner PS3 nicht der Xbox.
Also ich bin absolut überzeugt vom Siegeszug der SmartTV. Es ist die logische Konsequenz der Bildung eines Heimnetzwerks. Mal eben gerade geschossene Fotos vom Handy auf den Bildschirm, Fernbedienung im Handy, Nutzung der Tablettastatur beim Surfen im Internet auf dem TV.
Alles noch nicht perfekt, aber lange dauerts nicht mehr und wir halten dies für selbstverständlich.
Meine Kombination: Sony KDL HX 855 mit Iphone und AppleTV. Klappt schon ganz gut, ist aber sicher noch ausbaufähig.