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Google Nexus 7 kaufen: Die Vor- und Nachteile des Sofort-Kaufs

Endlich ist es da, Googles erstes Tablet-Modell Nexus 7. Natürlich kommt das kleine Tablet bei der Ausstattung nicht ganz an den Apple-Rivalen iPad heran, aber dafür kostet das Nexus 7 viel weniger und die Ausstattung ist trotz allem durchaus ordentlich. Und wie sieht es mit anderen Alternativen aus? Areamobile erklärt, ob sich ein früher Kauf des Google Nexus 7 lohnt.

Google Nexus 7 | (c) Hersteller

Google Nexus 7 | (c) Hersteller

In einem Punkt übertrifft das erste Google-Tablet Nexus 7 das iPad der dritten Generation zumindest auf dem Papier: Beim Prozessor. Denn auch wenn das Android-Gerät schon ab 199 Euro zu haben ist, hat Hersteller Asus einen Tegra 3 mit vier Prozessorkernen (plus Companion Core) mit 1,3 Gigahertz Taktfrequenz eingebaut. Beim Rest hat das Nexus 7 im direkten Vergleich zum iPad 3 aber das Nachsehen. Das IPS-Display des Google-Tablets misst nur 7 Zoll und bietet eine Auflösung von 1.280x800 Pixel. Dennoch wurde gerade der Touchscreen in US-Testberichten bislang fast einstimmig gelobt.

Ohnehin schnitt das Nexus 7 bei Tests der Fachpresse sehr gut ab, denn trotz des niedrigen Preises bietet das Modell eine recht umfassende Ausstattung. Dazu gehören Wlan, GPS, NFC, eine 1,2-Megapixel-Kamera für Videotelefonate auf der Vorderseite, 1 Gigabyte Arbeitsspeicher, Bluetooth und ein 4325 mAh starker Akku, der eine Laufzeit bis zu 8 Stunden ermöglicht. Das Technik-Paket wiegt nur 340 Gramm, ist aber mit 10,5 Millimeter dicker als die meisten Highend-Geräte. Verzichten müssen Nutzer außerdem auf eine hochauflösende Hauptkamera und leider auch auf eine wechselbare Speicherkarte. Stattdessen muss sich ein Käufer mit 8 oder 16 Gigabyte für 199 oder 249 Euro zufrieden geben.

Das ist vor allem unverständlich, da besonders die Freiheit durch die Möglichkeiten, den verfügbaren Platz durch Speicherkarten zu erweitern und so auch Daten leicht von einem Gerät auf ein anderes zu transferieren, eines der Hauptargumente für Android und gegen iOS ist. Dafür läuft auf dem Nexus 7 schon die neueste Version Android 4.1 Jelly Bean. Damit ist das Modell noch einmal deutlich flüssiger und hat zahlreiche neue Funktionen erhalten, darunter in der Größe anpassbare Widgets, interaktive Benachrichtigungen und eine verbesserte Sprachsuche. Außerdem hat Google den Dienst Google Now integriert, der den Nutzer durch "die passenden Informationen zur rechten Zeit" im Alltag unterstützt. Alle Einzelheiten zu den Neuerungen haben wir in einem früheren Artikel zusammengefasst.

Vorteile und Nachteile: Wie gut ist das Volks-Tablet?

Die größten Nachteile des Nexus 7 wurden bereits angesprochen: Das Modell kommt ohne Speicherkartenerweiterung und nur mit 8 oder 16 Gigabyte internem Speicher. Platz für eine umfangreiche Film- und Musiksammlung bietet das nicht. Dafür setzt Google auf die Cloud, was aber sicherlich nicht jedem Nutzer zusagen wird. Ein weiterer Nachteil könnte die geringere Display-Größe und Auflösung sein. Allerdings wird das Tablet dadurch auch transportabler als seine 10-Zoll-Konkurrenten und die Auflösung reicht für die Größe völlig aus.

Doch gerade weil es sich durch die geringe Größe und das niedrige Gewicht hervorragend für unterwegs eignet, stört das Fehlen eines 3G-Moduls noch mehr. Daten lassen sich stattdessen nur über Wlan empfangen, als Notlösung funktioniert das ansonsten nur über energiehungriges Tethering über ein entsprechendes Smartphone. Ebenfalls von der Fachpresse zu recht kritisiert: Ein HDMI-Ausgang fehlt dem Nexus 7, stattdessen verweist Google auf den Wlan-Standard DLNA. In Anbetracht des niedrigen Verkaufspreises geht das aber wohl auch in Ordnung.

Nexus 7 Teardown | (c) UBM Techinsight

Quad-Core trotz niedrigem Preis | (c) UBM Techinsight

Womit wir direkt beim ersten Vorteil wären: Der Preis ist derzeit unschlagbar, dafür gibt es normalerweise nur Billig-Tablets mit deutlich schlechterer Ausstattung. Damit hat das Google Nexus 7 das Zeug dazu, ein echtes Volks-Tablet zu werden und für die typische Nutzung als Sofa-Surf-Gerät reicht die Ausstattung auch mehr als aus. Wer schon jetzt kauft, der erhält neben dem normalen Lieferumfang wie Ladegerät und USB-Kabel auch einen Gutschein über 20 Euro, mit dem er anschließend Inhalte wie Musik oder Videos auf dem neuen Tablet kaufen kann. Allerdings ist dafür zwingend eine Kreditkarte nötig und man meldet sich durch die Eingabe seiner Kartendaten automatisch bei Google Wallet an - derartige Zwangsbindungen stoßen bei Nutzern selten auf Gegenliebe. Andererseits kann man dann später theoretisch auch direkt mit Handy und NFC bezahlen.

Im Gegenzug muss man bei der Online-Bestellung im Play Store aber auch nach Angaben von Google etwa 3 bis 5 Tage auf das Eintreffen des Tablets warten - soviel Zeit veranschlagt Google für die Lieferung. Darüber hinaus berechnet der Anbieter 10 Euro für den Versand. Das alles entfällt, wenn man sich noch eine Woche bis zum 3. September gedulden kann - sowohl der Gutschein, als auch Versandkosten. Denn dann wird das Nexus 7 bei "ausgewählten Partnern" - Media Markt und Saturn, später möglicherweise auch noch andere - erhältlich sein und man kann das Gerät nicht nur direkt mitnehmen, sondern auch noch zuvor ausprobieren. Und das ist etwas, was man nach Möglichkeit immer vorher tun sollte - wenn man das Risiko, dass die neugekaufte Ware wieder retour geht, reduzieren möchte.

Gibt es lohnende Alternativen?

Amazon Kindle Fire | (c) Amazon

Amazon Kindle Fire | (c) Amazon

Apple ist der große Gegenspieler, auf den neben Amazon mit seinem Kindle Fire das Nexus 7 vor allem abzielt. Und der iPhone-Konzern reagiert offenbar auf die beiden Konkurrenten mit einem iPad Mini. Das Gerät könnte im Oktober vorgestellt werden, viele Einzelheiten sind aber noch nicht bekannt. Gerüchteweise soll das Modell eine Display-Größe um 7 bis 8 Zoll haben und durch schmalere Ränder links und rechts des Displays eher an ein zu groß geratenes iPhone erinnern als an das normale iPad. Mit einer Auflösung von vermuteten 1.280x768 Pixel wäre das iPad Mini deutlich schwächer ausgestattet als das iPad der dritten Generation. Das Modell verfügt nämlich über ein 9,8 Zoll großes Display mit messerscharfer Auflösung von 2.048x1.536 Pixel. Die niedrigere Auflösung des iPad Mini würde zu einem Einstiegs-iPad passen, erste Schätzungen zum Preis liegen bei 200 bis 300 US-Dollar - aber ist das wirklich noch Apple? Bislang war der US-Hersteller auch trotz - oder gerade wegen - deutlich höherer Preise seiner Produkte erfolgreich.

Andere Konkurrenten sind längst auf dem Markt. Das bereits erwähnte Kindle Fire wird allerdings nach wie vor nur in den USA verkauft und spielt daher in Deutschland keine Rolle - es halten sich allerdings nach wie vor Gerüchte, dass das Modell auch nach Europa kommen soll. Gleichzeitig ist aber auch eine Vorstellung des Nachfolgermodells am 6. September im Gespräch.

Andere Modelle können derzeit nur bedingt mit dem Nexus 7 mithalten. Entweder sind sie deutlich schwächer ausgestattet oder schlichtweg zu teuer - häufig sogar beides. Zieht man als Vergleich etwa das Samsung Galaxy Tab 2 (7.0) hinzu, kommt man auf eine niedrigere Display-Auflösung und nur Dual-Core mit 1 Gigahertz als Prozessor. Auf der Habenseite stehen hingegen eine zweite Kamera, ein Speicherkarteneinschub und - je nach Version - UMTS und GSM-Funktion für Datenverbindung und Telefonate. Die Version mit 8 Gigabyte internem Speicher und Wlan-Only bekommt man bei Amazon schon für 239 Euro, 16 Gigabyte und 3G schlagen aber schon wieder mit etwa 330 Euro zu Buche.

Viewsonic Viewpad 7x | (c) Hersteller

Sehr günstige Alternative: Viewsonic Viewpad 7x | (c) Hersteller

Ein Toshiba AT270 hat hingegen bei der Ausstattung mit Quad-Core (1,5 Gigahertz) und 7,7 Zoll großem AMOLED-Display, bis zu 64 Gigabyte Speicher und Erweiterungsmöglichkeit per microSD-Karte deutlich mehr zu bieten als das Google-Tablet, allerdings ist es mit 555 Euro bei Amazon auch mehr als doppelt so teuer. Preislich auf einer Schiene mit dem Nexus 7 liegt hingegen das Blackberry Playbook. Mit dem aktualisierten Betriebssystem funktionieren auch endlich alle wichtigen Funktionen ohne zusätzlichen Blackberry, die Version mit 16 Gigabyte, 7 Zoll und 1.024x600 Pixel samt Dual-Core-Chip gibt es bei Amazon bereits für unter 200 Euro. Will man unbedingt ein Android-Tablet, dann ist das Playbook allerdings die falsche Wahl - RIM setzt auf sein eigenes Betriebsystem.

Eine weitere Alternative bietet Archos mit seinem 80G9 Turbo. Das Modell ist aktuell bei Amazon für knapp 220 Euro zu haben und bietet neben seinem 8-Zoll-Display mit einer Auflösung von 1.024x768 Pixel einen Dual-Core-Chip mit 1,5 Gigahertz Taktprequenz und 8 Gigabyte internen Speicher. 3G kann über einen speziellen Stick nachgerüstet werden. Auf dem 7-Zoll-Sektor gibt es ansonsten eine große Auswahl an meist asiatischen Herstellern, viele dieser Geräte können aber wegen schwacher Hardware das Nutzererlebnis deutlich einschränken. Andere Geräte wie etwa ein Viewsonic ViewPad 7x sind zwar auf dem Papier klar schwächer ausgestattet, schaffen aber dank hervorragender Anpassung trotzdem eine flüssige Bedienung und wirken hochwertig und sparen im Vergleich zum Nexus 7 sogar noch einmal Geld.

Fazit: Kaufen, aber ruhig noch ein paar Tage warten

Der praktische Nutzen ist wie bei allen Tablet letztendlich auch beim Nexus 7 stark eingeschränkt - einen leistungsstarken Desktop-PC oder Laptop kann das Gerät nicht ersetzen, solange man mehr als Internetsurfen und E-Mails-Checken will. Daher ist ein Tablet heute immer noch eher ein zusätzliches Luxus-Spielzeug. Bei einem Preis von maximal 250 Euro wird das Nexus 7 aber trotz guter Leistung erstmals so günstig, dass es endlich für fast jedermann erschwinglich wird.

Wer sich nicht ganz sicher ist, ob ein 7-Zöller ausreicht, der sollte einfach bis zum 3. September warten und das Nexus 7 bei Media Markt, Saturn oder gegebenenfalls einem anderen Händler ausprobieren. Viel früher werden auch Vorbesteller im Play Store ihr Modell nicht erhalten und mit den Versandkosten verrechnet beträgt dabei der Vorteil auch nur 10 Euro. Eine endgültige Aussage zur Qualität zum Nexus 7 können wir natürlich erst nach unserem ausführlichen Test treffen. Aus derzeitiger Sicht gibt es aber keinen Grund, das Nexus 7 nicht zu kaufen.

Quelle: Areamobile
Start des Google-Tablets

Kauft ihr euch das Nexus 7?

  • Ja, im Google Play Store
    20.55%
  • Ja, später im stationären Handel
    35.57%
  • Nein, wähle ein anderes Tablet
    25.16%
  • Nein, ich brauche kein Tablet
    18.58%
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Kommentare
  1. 03.09.12 09:54 lylila
    Lieferzeit

    Das mit den Lieferzeiten bei Google kann ich nicht bestätigen. Ich habe das Nexus 7 im Playstore am Donnerstag Spätabends bestellt und es wurde am Freitag in den Versand gegeben und am Samstag war es da. Ich war selbst überrascht, wie schnell das ging.

  2. 31.08.12 13:28 pixelflicker (Advanced Handy Master)

    @harzerpower:
    Ich denke mittlerweile hat doch jeder ein Smartphone mit Datentarif, oder?
    Da bleibt als Nachteil nur der Mehraufwand und dass das Tab nicht daueronline ist. Dafür muss man aber meist auch extra zahlen für eine Zweitkarte (wenn man nicht einen teuren Tarif hat, bei dem das dabei ist, aber dann ist der Aufpreis für UMTS auch nicht mehr mehr als einmal Grundgebühr).

  3. 31.08.12 11:15 harzerpower (Newcomer)

    Das ist nur günstig, wenn man schon ein Smartphone mit Tethering besitzt! Sollte man nicht vergessen!

    Sonst ist das Teil Mobil draussen, unterwegs für nichts zu gebrauchen!

    Da sind andere Android Tabs mit 7" +3G und Speicherkarten Slot, also mit integrierten Smartphone Eigenschaften für den mobilen Einsatz zwar etwas teurer, aber dafür auch wirklich nutzbar!

    Und. ich brauche nur ein Gerät! Und nicht noch ein zusätzliches Smartphone mitschleppen!

  4. 29.08.12 01:22 abkhazia (Youngster)

    Ich schaue es mir an und dann wird sofort gekauft:) wird sich 50 millionen mal verkaufen ;)

  5. 28.08.12 13:03 Das.Gewisse.etwas (Member)

    Da gibts nix zu meckern. Will man einen 3G Slot, müsste man wie bei anderen Herstellern gute 50 Euro oder mehr extra draufzahlen. Da wäre nix mehr mit 199€. Und passt sonst was nicht, scrollt man ne halbe Seite und findet was von Samsung, Asus oder halt Apple mit entsprechenden Mehrkosten.

    Beitrag #1 kann meinen Beitrag gerne ergänzen.

  6. 28.08.12 10:56 pixelflicker (Advanced Handy Master)

    Ja, stimmt schon, einen leichten negativen Unterton kann man den Artikel nicht absprechen, obwohl das Gerät so viel bietet wie noch kein anderes Tablet in der Preisklasse zuvor. ich sehe da auch keine Nachteile und muss sagen, dass dies das erste Tab ist, bei dem ich mir ernsthaft überlege es zu kaufen. In der Preisklasse ist es dann auch nicht so schlimm, dass man es eigentlich nur zum Surfen nimmt.

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