Das iPad Mini unterstützt zwar den Highspeed-Standard LTE für mobile Datenübertragungen mit bis zu 100 Megabit pro Sekunde im Downstream, doch nutzen lässt sich die LTE-Funktion nur in städtischen Netzen der Telekom. Areamobile hat in Berlin die LTE-Funktion des iPad Mini und das LTE-Netz der Telekom getestet.
Das iPad Mini unterstützt wie das iPad 4. Generation mit Retina-Display und das Smartphone iPhone 5 in der hierzulande vermarkteten Version LTE in den Frequenzbereichen um 850, 1.800 und 2.100 Megahertz. In Deutschland ist die LTE-Funktion dieser drei Apple-Geräte damit nur eingeschränkt nutzbar, denn lediglich die Telekom setzt in städtischen LTE-Netzen auf den Frequenzbereich um 1.800 Megahertz. In ländlichen Regionen bietet die Telekom LTE im Bereich um 800 Megahertz an. Vodafone und O2 setzen bauen auch in Städten auf das bis zu 50 Megabit pro Sekunde im Downstream schnellen LTE-800, Vodafone bietet zumindest an stark frequentierten Plätzen in ausgewählten Städten LTE im Frequenzbereich um 2.600 Megahertz mit Datenübertragungsraten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde an.
Die Telekom bietet mittlerweile in 100 Städten LTE im Frequenzbereich um 1.800 Megahertz mit Datenraten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde im Downstream an, während sie in ländlichen Gebieten das bis zu 50 Megabit pro Sekunde schnelle LTE-800 einsetzt. In Berlin gab der Mobilfunkbetreiber im Juni vergangenen Jahres das LTE-1.800-Netz frei, das mittlerweile sehr gut ausgebaut ist. Fast der gesamte Bereich innerhalb der S-Bahn-Rings wird laut LTE-Karte der Telekom abgedeckt, im Südosten erstreckt sich der Abdeckungsbereich bis über den Flughafen Berlin-Schönefeld hinaus, im Südwesten bis an den Wannsee, im Osten bis nach Hellersdorf und Kaulsdorf, im Norden bis nach Pankow und Hohen Neuendorf sowie im Westen bis nach Spandau.
Im größeren Umkreis und entlang der Autobahnen nach Frankfurt/Oder, Leipzig, Magdeburg und Hamburg hat die Telekom zumindest UMTS/HSPA ausgerollt. Mit dem weitflächig vorhandenen DC-HSPA+ sind dann beim mobilen Surfen mit dem iPad Mini sogar Datenraten von bis zu 42 Megabit pro Sekunde möglich. Wer jedoch weiter hinaus fährt, verlässt auch schnell das UMTS-Netzabdeckungsgebiet der Telekom und muss sich teilweise mit GPRS- und EDGE-Geschwindigkeit begnügen - auch in den Gegenden Brandenburgs, in denen die Telekom LTE-800 anbietet.
Auch wenn theoretisch das Berliner Innenstadtgebiet fast vollständig mit LTE-1.800 abgedeckt ist, so funktioniert in der Praxis zuweilen auch innerhalb dieses Gebiets der LTE-Zugang nicht. Bei einer überirdischen U-Bahn-Fahrt entlang der Schönhauser Allee im Prenzlauer Berg buchte sich das iPad Mini beispielsweise gar nicht in das LTE-Netz ein. Bei einer Fahrt mit der Tram auf derselben Strecke erlebten wir dagegen Download-Raten von 12 bis 43 Megabit pro Sekunde und Upload-Raten von bis zu 3 bis 25 Megabit pro Sekunde.
Diese Schwankungen in den Übertragungsgeschwindigkeiten traten auch an allen anderen Orten im LTE-Test des iPad Mini auf, selbst bei stationärer Nutzung mit mehrmaligen Testläufen. Am Hauptbahnho erzielten wir zum Beispiel mit 45 Megabit pro Sekunde den höchsten Wert auf der Downstream-Seite, mussten uns teilweise aber auch mit Download-Raten von "nur" 13 Megabit pro Sekunde begnügen. Am Potsdamer Platz schwankte der Downstream-Wert zwischen 8 und 31 Megabit pro Sekunde, bei der Fahrt mit der Stadtbahn zwischen Tiergarten und Alexanderplatz zwischen 10 und 37 Megabit pro Sekunde. Den höchsten Upload-Wert verzeichneten wir am Potsdamer Platz mit 38 Megabit pro Sekunde. Die Ping-Zeiten betrugen in der Regel 35 und 64 Millisekunden.
Keinen LTE-Empfang erlebten wir auch bei Tunnelfahrten mit der U2 zwischen Schönhauser Allee und Potsdamer Platz. Hier stand uns nicht einmal UMTS zur Verfügung, sondern lediglich EDGE mit Datenraten von um die 0,15 Megabit pro Sekunde im Downstream und 0,1 Megabit pro Sekunde im Upstream sowie Ping-Zeiten von bis zu 160 Millisekunden. Auch während einer Fahrt mit dem ICE von Berlin nach Hamburg stand natürlich fast die gesamte Fahrtzeit kein LTE zur Verfügung, erst bei den Einfahrten in die Stadtbereiche erschien das LTE-Zeichen in der linken oberen Ecke des Tablet-Displays. Die Deutsche Bahn hat übrigens ihre ICE-Züge mit Mobilfunk-Repeatern ausgestattet, die neben dem GSM- auch - wenn vorhanden - das LTE-Signal verstärken.
Das iPad Mini mit eingelegter Postpaid-SIM-Karte der Telekom buchte sich zuverlässig automatisch in das LTE-Netz, wenn wir den Netzabdeckungsbereich betraten. Beim Verlassen des LTE-Bereichs schaltete Das Apple-Tablet selbständig in den UMTS/HSPA- oder GPRS/EDGE-Modus um. Das Umschalten erfolgte jeweils innerhalb weniger Sekunden. Eine spürbare Beeinträchtigung der Akkulaufzeit des iPad Mini durch den Highspeed-Datenfunk haben wir im Test nicht festgestellt.
Das mobile Internet via LTE mit einem Tablet wie dem iPad Mini macht Spaß. Websites laden zügiger, Downloads erfolgen schneller, und hochauflösende Videos werden rascher zwischengespeichert. Ein 60 Megabyte großer Katalog eines Möbelhauses ist beispielsweise innerhalb von Sekunden heruntergeladen und kann durchgeblättert werden. Zwar haben wir im Test nicht die mit LTE möglichen maximalen Datenübertragungsraten erlebt, dafür aber in den Straßen von Berlin-Mitte und der angrenzenden Stadteile durchweg LTE-Empfang mit spürbar schnelleren Down- und Upload-Geschwindigkeiten als mit UMTS gehabt - das war bei unserem LTE-Test mit dem HTC Velocity 4G im Vodafone-Netz im Juli vergangenen Jahres noch ganz anders. Das LTE-Netz der Telekom steht Nutzern in Berlin wirklich weitflächig zur Verfügung. Nur in der U-Bahn funktionierte LTE im Test mit dem iPad Mini nicht.
Übrigens: Das LTE-Netz der Telekom steht automatisch allen Kunden des Bonner Mobilfunkbetreibers mit einem Laufzeitvertrag offen, allerdings nur mit der im jeweiligen Tarif vorgegebenen Bandbreite. Von den aktuell im deutschen Handel verfügbaren LTE-Smartphones und -Tablets gibt es neben dem iPhone 5, dem iPad 4 und dem iPad Mini nur Einschränkungen auf dem HTC Velocity 4G, das kein LTE-1.800 unterstützt.
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Du bist nicht dabei?Es kann doch nicht der Grund sein, dass sie es nicht unterstützen, weil es "nur" 50 MBit erlaubt, oder?
Dsa Ipad Mini wie auch das IP5 sind nur im Telekomnetz im 1800 MHz nutzbar gerade wegen den 100MBit. Denn das Frequenzband bei 800 MHz läßt nur max 50 Mbit zu. Dann ist Schluss. Derzeit wird zwar innerstädtisch auf das 2,6 GBit aufgerüstet, ist aber eben für die apple Geräte nicht nutzbar. Da würden nur die ganz aktuellen LTE Phones funzen.
Ja, bei den älteren Modellen war es so krass, dass nur in den Stadtzentren was ging, weil die verwendete Frequenz selbst im Telekom-Netz nur bei einem Bruchteil der LTE-Sender verwendet wird. Aber trotzdem wurde ja gerne und intensiv mit LTE geworben.
Wenn man schon was testen möchte, dann sollte man da testen wo man nicht sowieso weiß, dass es funktioniert. In Berlin-Mitte wundert es mich wenig, wenn ich guten Empfang habe.
@PF
Offenbar ging LTE vorher nicht einmal in den Städten vernünftig. ;)
Aber schon merkwürdig, dass gerade mit einem Apple-Gerät so ein Test durchgeführt wird, wo es doch Geräte gibt, die LTE viel besser/vollständiger unterstützen.
Witziger Test. Dabei ist doch gerade der Punkt, dass es in den Städten geht, aber sobald man an die Ränder der Städte oder aufs Land kommt sieht es schlechter aus.
Bei meinem Galaxy Note 2 LTE habe ich oft das Problem, dass der Handshake zwischen LTE und UMTS nicht richtig klappt. Mit anderen Worten: Manchmal habe ich einige Sekunden lang kein Netz, oder das Laden von Webseiten bricht ab, wenn das Handy zwischen LTE und UMTS wechselt. Ist das Problem Galaxy Note-spezifisch, oder tritt das im Telekom-Netz generell auf?